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| Das Auflösungsvermögen von Fotofilmen |
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Vor Jahrzehnten, als Schwarzweissfilme das vorherrschende fotografische Aufnahme-material waren, sahen viele Fotoenthusiasten im Auflösungsvermögen das entscheidende Kriterium für die Bildqualität. Obwohl wir bei Carl Zeiss sehr genau wissen, dass das Auflösungsvermögen nur eines von vielen, die Bildqualität bestimmenden Merkmalen ist, so spielt es doch eine wichtige Rolle bei Aufnahmen für dokumentarische Zwecke. Deren Bildqualität ist vorrangig vom Auflösungsvermögen abhängig. Da Carl Zeiss ein Unternehmen mit starken wissenschaftlichen Wurzeln ist, das in vielen wissenschaftlichen Gebieten geschäftlich tätig ist, nimmt die Dokumentation in unserem fotografischen Denken eine zentrale Stellung ein. Wir achten deshalb bei Konstruktion und Fertigung unserer Objektive darauf, die erwähnte Dokumentationstauglichkeit zu erreichen – und dazu gehört auch ein hohes Auflösungsvermögen.
Selbstverständlich ist dies nur sinnvoll, wenn das Auflösungspotenzial mit den vorhandenen Filmen auch tatsächlich genutzt werden kann und nicht nur theoretisch existiert. Wir führen bei Carl Zeiss daher gelegentlich Tests durch, bei denen wir das Auflösungsvermögen von Fotofilmen in der Praxis ermitteln. Wie schon in CLN 17 angekündigt, möchten wir die Leser von CLN an unseren Erkenntnissen teilhaben lassen. Die Tests hat Kornelius Mueller von Carl Zeiss durchgeführt. Die Fehlermarge beträgt +/- 10 LP/mm. Wir werden auch künftig in CLN Testergebnisse zu neuen Filmtypen präsentieren. Dabei werden wir auch Informationen über die verwendeten Auflösungstestmuster sowie über die Auswertung der Testaufnahmen und die dafür eingesetzten Hilfsmittel und Methoden veröffentlichen.
Die Filmhersteller führen ihre Tests im allgemeinen unter speziellen, genau reproduzierbaren Laborbedingungen durch. Dabei werden zur Abbildung der Testmuster auf den Film Mikroskopobjektive mit Auflösungsvermögen über 1000 LP/ mm und Lichtquellen mit exakt definiertem Spektrum eingesetzt. Diese Testbedingungen unterscheiden sich stark von der fotografischen Aufnahmepraxis. Dagegen basiert unser Verfahren auf typischen Aufnahmebedingungen wie Sonnenlicht im Freien, Belichtung mit normalen Kameraverschlüssen, Fokussierung mit Hilfe der normalen Fokussiervorrichtungen der Kamera, normale Filmentwicklung in einem normalen Fotolabor, und es werden natürlich normale Fotoobjektive von Carl Zeiss eingesetzt. Wir verwenden also normale, allgemein zugängliche Geräte und Verfahren, und unsere Ergebnisse sind daher für Fotografen praxisgerecht.
Das einzige ungewöhnliche Werkzeug, das wir verwenden, dient zur Betrachtung der Filme bei hoher Vergrößerung. Da wir Auflösungen von 200 LP/mm und deutlich darüber anstreben, brauchen wir für diesen Zweck eine geeignete Betrachtungshilfe. Das menschliche Auge kann allgemein auf normale Sehentfernung nur ca. 5 LP/mm auflösen; daher benötigen wir mindestens eine 50-fache Vergrößerung, um 250 LP/mm aufgelöst sehen zu können. Eine Lupe reicht dafür nicht aus.
Also verwenden wir ein Carl Zeiss Stereomikroskop SV 11 Apo , das 100-fache Vergrößerung in exzellenter Qualität liefert. Zugegebenermaßen gehört dieses Gerät nicht zur Normalausrüstung eines Fotografen, aber es ist hier anzumerken, dass dieses Gerät lediglich zur Interpretation und nicht zur Erzeugung der Auflösungsbeispiele eingesetzt wird. Auf der Grundlage unserer umfassenden, jahrzehntelangen Erfahrung bei der Durchführung von Auflösungstests haben wir eine Tabelle mit den Auflösungsvermögen fotografischer Filme erstellt.
Tabelle mit Auflösungsvermögen fotografischer Filme
| Kommentare von Carl Zeiss zum Filmmarkt in Bezug auf das Auflösungsvermögen : |
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In den letzten Jahren haben alle großen Filmhersteller die Produktion hochauflösender Filme geringer Empfindlichkeit eingestellt. Dafür haben wir zwei Gründe gefunden:
1. Bei den Filmherstellern scheint der Eindruck vorzuherrschen, dass Objektive nie oder nur selten in der Lage sind, Filme mit einer Auflösung von 200 LP/mm und darüber hinaus überhaupt zu nutzen. Als Carl Zeiss auf der Photokina 1996 "die schärfsten Farbfotos aller Zeiten" (auf Kodak Ektar 25 fotografiert) vorstellte, waren die wenigen Mitarbeiter von Filmherstellern, welche die Exponate sahen, zutiefst beeindruckt und konnten endlich einmal die Früchte ihrer Arbeit bewundern: das Auflösungsvermögen der schärfsten Farbfilme in praktischen Fotos nahezu vollständig ausgenutzt. Vielleicht wiederholt Zeiss irgendwann einmal diese Demonstration, um sie breiteren Kreisen der Fotowelt zugänglich zu machen.
2. Die großen Filmhersteller sind der Meinung, dass Filme mit geringer Empfindlichkeit um 25 ISO an Popularität verloren haben. Sie stellten daher die Produktion dieser Filme ein und konzentrieren sich stattdessen auf Nachfolgeprodukte mit einer Empfindlichkeit von 100 ISO und darüber und steigern deren Auflösungsvermögen.
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