Digiscoping

Die Freude am Beobachten

Ein kleiner Vogel, so unscheinbar sitzt er auf den grauen Steinen. Ich zoome heran und bin mir sicher: es ist ein Goldregenpfeifer. Wie gemalt erscheinen die goldenen Muster auf seinem braunen Gefieder. Er dreht sich kurz um bevor er abhebt, seine schwarzen Augen in meine Richtung. Ich löse aus, und der Moment ist für immer gebannt.

Die Natur mit hochvergrößernden Spektiven nicht nur zu beobachten, sondern diese faszinierenden Bilder auch fotografisch festzuhalten - dafür steht der Begriff "Digiscoping".

  • Was ist Digiscoping?

    Was ist Digiscoping?

    Wie oft haben Sie schon durch Ihr Spektiv auf einen weit entfernten Vogel geblickt und gedacht: „Davon möchte ich am liebsten jetzt ein Bild haben“? Wie oft haben Sie schon einen Falken oder vielleicht auch einen Schmetterling beobachtet, der so weit weg war, dass er auf Ihrer kleinen Digitalkamera, die Sie bei sich hatten, nichts weiter als ein kleiner Punkt gewesen wäre? Wie oft haben Sie sich schon ein Foto in einer Vogel- oder Naturzeitschrift angesehen und gedacht: „Ich wünschte, ich hätte das aufgenommen“?

    Die Freude am Beobachten

    Jetzt können Sie durch den Zauber der Digiskopie wunderschöne, formatfüllende Naturbilder mit nach Hause bringen, die aus relativ großer Entfernung und ohne die Natur zu stören aufgenommen wurden.

    Digiscoping oder Digiskopie bedeutet, die hohe Vergrößerung  eines Spektivs auch zum Fotografieren mit einer Digitalkamera zu nutzen. Überall da, wo selbst teure, große Teleobjektive nicht mehr ausreichen, erschließt die Digiskopie völlig neue Aufnahmemöglichkeiten. Und das zu einem Bruchteil der Kosten, die für eine reine Fotoausrüstung notwendig wären.

    Digitale Spiegelreflexkameras mit langbrennweitigen Teleobjektiven sind den meisten Naturbeobachtern zu groß, zu schwer, zu teuer – und immer noch nicht „lang“ genug, um von entfernt  sitzenden Vögeln formatfüllende Aufnahmen zu erhalten. Als Fotografen zum ersten Mal eine kompakte Digitalkamera hinter das  Okular eines Spektivs hielten, waren Sie von der Qualität der Ergebnisse hellauf begeistert. Als sie dann ihre Fotos im Internet veröffentlichten, konnten andere Vogelbeobachter ihre Begeisterung  teilen, wodurch das Digiscoping eine rasante Verbreitung erlebt hat.

    Inzwischen beschränkt sich Digiscoping längst nicht mehr auf den Kreis der Vogelbeobachter, sondern hat Anhänger in allen Bereichen der Fotografie gefunden.

    Diese Seiten sollen dem Interessierten helfen, sich in der faszinierenden Welt des Digiscopings schnell zurecht zu finden, damit er sich auf das eigentlich Wichtige konzentrieren kann: Die Freude am Beobachten und an schönen Bildern.

    Ein Spektiv bringt Sie der Natur ein ganzes Stück näher

    Mit 15- bis  75-fachen Vergrößerungen sind Sie mitten im Geschehen, ohne die Natur zu stören. Ein Vogel, der mit 30-facher Vergrößerung beobachtet wird, erscheint dem Naturfreund 30-fach näher. Befindet sich nun anstelle des Beobachters eine Kamera hinter dem 30-fach vergrößernden Okular, wird die Brennweite des Kameraobjektivs ebenfalls um den Faktor 30 vergrößert.

    Aus einer Digitalkamera, bei der das Zoomobjektiv auf eine mittlere Brennweite eingestellt ist, wird so ein Super-Teleobjektiv mit einer Brennweite von etwa 1000mm. Durch die Zoomverstellung können leicht Brennweiten und Bildausschnitte entstehen, die einem Kleinbildobjektiv bis zu 4000mm entsprechen.

  • Die Ausrüstung

    Die Ausrüstung

    Es ist ein naheliegender Wunsch, das Beobachtete mit Freunden oder Familie teilen zu können. Digiscoping gibt Ihnen diese Möglichkeit. Halten Sie die detailreichen und lebendigen Bilder der ZEISS Victory DiaScope Spektive mit Ihrer sicher montierten Kamera fest und greifen Sie so nach dem Erlebnis. Nutzen Sie hierfür die extrem lange Brennweite und die hohe Vergrößerung voll aus. Fluoridhaltige Systeme mit hoher Auflösung wie die Victory DiaScope Spektive bieten dafür beste Voraussetzungen. Wenn Sie Fotoobjektive mit gleichem Bildausschnitt suchen, sind diese deutlich teurer und schwerer – oder gar nicht erst erhältlich.

    Dabei geht es nicht darum, extreme Entfernungen zu überbrücken. Durch Dunst, Luftschlieren oder Hitzeflimmern ist dies oft unbefriedigend. Vielmehr liefern Aufnahmen im “Nahbereich”, etwa zwischen 20 m und 50 m, die besten Bildergebnisse und Objektdetails.

    ZEISS bietet Ihnen zwei unterschiedliche Methoden, das Spektiv als Teleobjektiv zu nutzen, die im Folgenden vorgestellt werden. Als weiterführende Literatur empfehlen wir Ihnen das ebenfalls von der Carl Zeiss Sports Optics GmbH erhältliche Handbuch „Faszination Digiscoping“.

    Digiscoping mit Kompakt-Kameras und ZEISS Quick-Camera-Adapter

    Mit den meisten digitalen Kompakt-Kameras, die ein 3- bis 4-fach Zoom-Objektiv besitzen, können Sie einfach durch das Okular des Spektivs fotografieren. Statt Auge erfasst die Kamera das Bild. Zur soliden Befestigung dient der ZEISS Quick-Camera-Adapter, der viel Freiraum zum exakten Justieren der Kamera bietet und vor allem auch einen schnellen Wechsel zwischen Beobachten und Fotografieren zulässt.

    Die „Gesamt-Brennweite“ lässt sich einfach errechnen: Kamera-Brennweite multipliziert mit der Spektiv-Vergrößerung. Eine Kamera-Brennweite von 100 mm an einem 30-fach vergrößernden Spektiv ergibt eine Brennweite von 3.000 mm – der Traum für alle Natur- und Tier­fotografen.

    Digiscoping mit Spiegelreflex-Kameras und ZEISS Fotoadapter

    Analoge und digitale Spiegelreflexkameras (SLR- und DSLR-Kameras) eignen sich nur mit kurzen, festbrennweitigen 50 mm-Objektiven zum Foto­grafieren durch das Spektiv-Okular. Hier bieten wir Ihnen eine andere Lösung, den ZEISS Fotoadapter. Er wird anstatt des Okulars an das Spektiv angesetzt und verwandelt es in ein langbrennweitiges Fotoobjektiv, das auch für analoge 35 mm und digitale Vollformat-Kameras geeignet ist. Zum Befestigen des Kamera-Gehäuses (ohne Objektiv) benötigen Sie einen entsprechenden T2-Adapter für Ihr Kamera-Bajonett.

    Das ZEISS Victory DiaScope 85 T* FL ergibt in Verbindung mit dem Fotoadapter ein Tele-Objektiv 1:12 / 1.000 mm. Kameras mit APS Sensor liefern damit Bildausschnitte, die etwa einem 1.500 mm Kleinbild-Teleobjektiv ent­sprechen. Die Blendenzahl 12 kann nicht verändert werden. Sie errechnet sich aus Brennweite geteilt durch Objektiv­öffnung (12 = ca. 1000 mm / 85 mm). Moderne, rauscharme Bildsensoren gestatten die Nutzung höherer Empfindlich­keits­werte, so dass die relativ niedrige Öffnung praktisch keinen Nachteil darstellt. Je nach Kameratyp nutzen Sie unterschiedliche Automatikprogramme, die Schärfe wird manuell eingestellt.

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