Warum eine Sehschwäche schuld an Kopfschmerzen sein kann

Millionen von Menschen leiden unter Kopfschmerzen. Keine Krankheit ist so weit verbreitet. Was viele nicht wissen: Eine neue Brille kann helfen.

Ein dumpfer Druck hinter den Augen, rhythmisches Pochen in der Schläfe oder ein leichtes Hämmern unter der Schädeldecke – es gibt wohl kaum jemanden, den Kopfschmerzen noch nicht geplagt haben. Manche greifen sofort zur Tablette, andere harren tapfer aus, bis der Schmerz von allein vergeht. Nicht wenigen könnte geholfen werden, wenn sie ihre Sehkraft bei einem Augenoptiker überprüfen lassen würden. Denn wer schlecht sieht und eigentlich eine Brille braucht, leidet häufig unter Kopfweh.

Es ist so, als hätte sich das Gehirn aus der Verankerung gelöst, um dann bei jeder Bewegung gegen die Schädeldecke zu prallen. So oder ähnlich beschreiben Kopfschmerzgeplagte ihre Symptome. Viele Millionen Menschen weltweit – Frauen, Männer und Kinder – leiden regelmäßig unter dröhnenden, drückenden oder stechenden Schmerzen. Sie beeinflussen die Konzentration bei der Arbeit, in der Schule und die Belastbarkeit in der Familie. Abhilfe schaffen heißt, die Lebensqualität zu verbessern. Und das geht manchmal einfacher, als die meisten denken. Denn nicht selten ist eine Sehschwäche schuld am Kopfweh.

Vor allem eine nicht korrigierte Weitsichtigkeit (Hyperopie) führt zu angestrengtem Sehen und belastungsabhängigen Kopfschmerzen. Beides tritt besonders häufig nach längerem Lesen oder Computerarbeit auf. Denn für Weitsichtige ist es besonders anstrengend, das Bild scharf fokussiert zu halten. Um trotzdem scharf sehen zu können, muss die Linse sich krümmen (akkommodieren). Das größte Problem: Viele Menschen sind weitsichtig, ohne es zu bemerken, da ihre Augen es bis zu einem gewissen Punkt ausgleichen können. Durch die ständige (Über-)Anstrengung, um immer scharf sehen zu können, entstehen Kopfschmerzen, die selten den Augen zugeschrieben werden.

Eher seltener, aber auch eine Ursache für Kopfschmerzen ist ein nicht erkanntes, aber latentes Schielen der Augen. Um scharf sehen zu können, müssen Betroffene die Augen unter enormer Anstrengung parallel halten.

Typische Symptome für Kopfschmerzen, die durch Weitsichtigkeit oder leichtes Schielen entstehen, treten meist erst nach einiger Zeit auf. Vor allem nach längeren Lesephasen oder ausdauernder Computerarbeit. Wenn es dann zu Kopfschmerzen kommt oder man zeitweise mal doppelt oder verschwommen sieht, können vermutlich die Augen schuld sein. Ein ausführlicher Sehtest beim Augenoptiker kann die Weitsichtigkeit oder das Schielen ans Tageslicht bringen.

Die gute Nachricht: Eine perfekt angepasste Brille mit individuell auf den Besitzer zugeschnittenen Brillengläsern kann die Weitsichtigkeit optimal ausgleichen. Kopfschmerzen gehören dann ganz schnell der Vergangenheit an. Solch latentes Schielen lässt sich ebenfalls durch eine Brille mit einer Prismenverordnung (spezielle Form der Augenmessung für die Verordnung einer Prismenbrille) behandeln.

Bild: © Blend Images - Fotolia.com


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