Der Zebrafisch als entwicklungsbiologischer Modellorganismus
Der Zebrafisch als Modellorganismus.
Der Zebrafisch (Danio rerio) ist leicht zu züchten. Er entwickelt sich in 3 Tagen vom Ei zur freischwimmenden Fischlarve. Da der Zebrafisch während seiner gesamten Entwicklung transparent bleibt, ist er als Modellorganismus zur mikroskopischen Untersuchung der Wirbeltier-Organentwicklung bestens geeignet.Zum Beispiel: Der Zebrafisch in der Krebsforschung
In der Krebsforschung löst der Zebrafisch den bisher fest etablierten Modellorganismus - die Maus - ab: Die Maus hat einen längeren Entwicklungszyklus und die Ontogenese-Stadien sind weniger durchscheinend, als dies beim Zebrafisch der Fall ist. Bisher wurden Mäuse eingesetzt, die - durch genetische Veränderungen bewirkt - Krebszellen (z.B. Blutkrebs) entwickeln. Diese Krebszellen werden mit Hilfe molekularbiologischer Techniken mit GFP transfiziert. Mit dem extrem lichtstarken Fluoreszenz-Stereomikroskop SteREO LUMAR V.12 kann der Krankheitsverlauf mikroskopisch verfolgt und erforscht werden.Oder: Bei Netzhauterkrankungen
Degenerative Veränderungen der Netzhaut sind erbliche Erkrankungen beim Menschen, die das Absterben lichtempfindlicher Rezeptorzellen bewirken. Dies ist beim Menschen eine häufige Ursache für Blindheit. Beim Zebrafisch gibt es vergleichbare erbliche Augendefekte. Die Entwicklung des Fischauges und die Verschaltung der Nervenfasern im Zebrafischauge sind der beim Menschen sehr ähnlich. Durch die kurze Entwicklungszeit des Zebrafisches wird es möglich, diese degenerativen Netzhautprozesse mit den hochauflösenden Stereomikroskopen SteREO Discovery.V.12 und Lumar V.12 wie im Zeitraffer zu beobachten, um so die Ursache der Erblindung und eventuelle Heilungsverfahren besser erforschen zu können. Zebrafischlarven werden anhand eines speziellen Tests auf ihre Sehfähigkeit untersucht. Mit Hilfe des Stereomikroskops können die sich entwickelnden Augen von blinden und von sehenden Fischen untersucht und auch miteinander verglichen werden.Kräftiger Schub für die Zebrafisch-Forschung
Die Europäische Kommission hat 12 Millionen Euro bewilligt, um Untersuchungen am Zebrafisch-Tiermodell zu fördern. Dies soll auch helfen, die Organentwicklung des "Wirbeltiers Mensch" und seine Krankheiten besser verstehen zu können. Bei der oben erwähnten Mittelbereitstellung aus Brüssel handelt es sich um eine der umfangreichsten Bewilligungen für ein entwicklungs- und zellbiologisches Forschungsprojekt, die bisher gewährt wurden.
3 Tage alter Zebrafisch
Rot- und Grün-Fluoreszenz: Antikörpermarkierte Axonpopulationen und GFP-markierte Motoneurone
Objektiv NeoLumar S 1,5x
Vergrößerung 150x
Präparat:
Prof. M. Bastmeyer, Dr. M. Marx
Friedrich-Schiller- Universität
Jena, Deutschland
Aufnahme:
Dr. M. Zölffel
Carl Zeiss
