Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben das Geschäftsjahr 2016/17 außerordentlich erfolgreich abgeschlossen. ZEISS hat auf beeindruckende Weise mit technologischen Innovationen und mutigen Investitionen führende Marktpositionen ausgebaut und gleichzeitig seine Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.

Der Aufsichtsrat hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr gemäß den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben den Vorstand überwacht und beratend begleitet. Der Vorstand hat uns schriftlich und mündlich über die Geschäftslage und -entwicklung, die aktuelle Ertragssituation, die Risikolage, das Risikomanagement, die kurz- und langfristige Planung sowie Investitionen und organisatorische Maßnahmen unterrichtet. Ich stand in engem Kontakt mit dem Vorstand und wurde regelmäßig über die Entwicklung der Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorgänge informiert. Der Aufsichtsrat war in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden und fasste die nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung erforderlichen Beschlüsse. Unsere Entscheidungen basierten auf den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands, die wir eingehend geprüft haben. Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben auch in diesem Geschäftsjahr sehr konstruktiv zusammengearbeitet und damit den kontinuierlichen Wachstumskurs von ZEISS gesichert.

Themen der Aufsichtsratssitzungen
Im Geschäftsjahr 2016/17 tagte der Aufsichtsrat insgesamt sechsmal. Vertieft befassten wir uns mit der langfristigen strategischen Entwicklung, die unter dem Dach der ZEISS Agenda 2020 zusammengefasst ist. Der Aufsichtsrat teilt die Einschätzung des Vorstands, dass Megatrends wie Digitalisierung, alternde Gesellschaft und Mobilität erheblichen Einfluss auf alle Geschäfte von ZEISS haben, und misst diesen größte Bedeutung als Wachstumshebel für unser gesamtes Geschäft bei. Grundsätzliche Zustimmung fand in den Beratungen auch die Standortstrategie bis 2023, die im Rahmen der ZEISS Agenda 2020 die strategischen Investitionen an den internationalen Standorten definiert. Akquisitionen und Beteiligungen waren weitere wichtige Themen des Aufsichtsrats: In einer außerordentlichen Sitzung wurde zu Beginn des Geschäftsjahrs dem Abschluss des Vertragswerks mit dem niederländischen Unternehmen ASML zugestimmt. Die Beteiligung von ASML mit 24,9 Prozent an der SMT zum Kaufpreis von einer Milliarde Euro wurde bereits im Vorjahr grundsätzlich gebilligt. Sie ist nach fester Überzeugung des Aufsichtsrats für die Weiterentwicklung der nächsten Lithographie-Generation EUV essentiell und sichert ZEISS auch künftiges Wachstum in der Halbleitertechniksparte. Außerdem wurde der Mehrheitsbeteiligung am russischen Distributionspartner Optec zugestimmt.

Im November 2016 wurde dem Antrag zur einvernehmlichen Aufhebung der laufenden Bestellung von Dr. Hermann Gerlinger als Vorstandsmitglied aus persönlichen Gründen per 31. Dezember 2016 zugestimmt. Für sein langes und unermüdliches Engagement ist der Aufsichtsrat Herrn Gerlinger ausgesprochen dankbar. Kontinuierlich wurde im Aufsichtsrat über die künftige Führungsstruktur, Nachfolgeplanung und neue Geschäftsverteilung im Konzernvorstand von ZEISS beraten. Die Verlängerung der Bestellung des Vorstandsvorsitzenden bis 30. Juni 2020 sorgt für Kontinuität. Auch die Verlängerungen der Bestellung als Vorstand von Dr. Ludwin Monz bis 30. September 2022 und von Dr. Matthias Metz bis 30. Juni 2023 drücken die Anerkennung des Aufsichtsrats aus und unterstreichen die Kontinuität unserer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Mit dem Beschluss von Zielgrößen für Aufsichtsrat und Vorstand im Zusammenhang mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen bis 30. Juni 2022 soll das fortgeführt werden.

Arbeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats 
Der Prüfungsausschuss trat planmäßig dreimal zusammen. Er bewertete die Wirksamkeit des Risikomanagements und beriet zu den Themen Compliance, interne Revision, internes Kontrollsystem und Rechnungslegung, zu den Schwerpunkten der Abschlussprüfung sowie zum Jahresabschluss. Der Präsidialausschuss tagte fünfmal. In den Sitzungen wurde unter anderem über die Beschlussfassung für den Austritt von Dr. Hermann Gerlinger beraten und die dazugehörigen vertraglichen Regelungen vorbereitet. Die Vorsitzenden des Prüfungs- und des Präsidialausschusses berichteten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Arbeit der Ausschüsse. Der Vermittlungsausschuss wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen.

Veränderungen im Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2016/17 gab es im Aufsichtsrat keine personellen Veränderungen. Mein eigenes Mandat wurde mit der Wiederwahl als Aufsichtsratsmitglied bis 31. Dezember 2021 durch die Hauptversammlung und die anschließende Wahl als Aufsichtsratsvorsitzender durch den Aufsichtsrat bestätigt.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung
Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat den Jahresabschluss der Carl Zeiss AG für das Geschäftsjahr 2016/17 und den gemäß § 315a Absatz 3 HGB nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss einschließlich des jeweiligen Lageberichts geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) wurde ebenfalls durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte standen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung. Wir haben die Dokumente geprüft und über den Jahresabschluss in der Prüfungsausschusssitzung am 11. Dezember 2017 und in der Aufsichtsratssitzung am 12. Dezember 2017 beraten. Der Abschlussprüfer nahm an beiden Sitzungen teil, stellte die wesentlichen Prüfungsergebnisse vor und hat ergänzende Auskünfte erteilt sowie Fragen beantwortet. Auch der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtete im Plenum über das Ergebnis der Prüfung der Abschlüsse durch den Prüfungsausschuss. Der Aufsichtsrat hat sich nach eigener Prüfung der Unterlagen dem Abschlussprüfer angeschlossen und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse. Damit ist der Jahresabschluss der Carl Zeiss AG zum 30. September 2017 festgestellt. Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG den oben genannten Abhängigkeitsbericht für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 erstellt.

Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis seiner Prüfung folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung bestätigen wir, dass

  1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
  2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“

Der Aufsichtsrat stimmte dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zu. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat wurden gegen die im Abhängigkeitsbericht enthaltene Schlusserklärung des Vorstands keine Einwendungen erhoben.

Dem Vorschlag des Vorstands, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 48,85 Millionen Euro an die alleinige Aktionärin, die Carl-Zeiss-Stiftung, auszuschütten, stimmte der Aufsichtsrat zu.

Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ZEISS für die enormen Anstrengungen, die das erfolgreiche Geschäftsjahr 2016/17 überhaupt erst möglich gemacht haben.


Oberkochen, Januar 2017

Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Dieter Kurz
Vorsitzender des Aufsichtsrats

Prof. Dr. Dieter Kurz
Prof. Dr. Dieter Kurz