Bericht des Aufsichtsrats


Sehr geehrte Damen und Herren,

ZEISS wächst im zehnten Jahr in Folge – in vielen Bereichen stärker als die Märkte und die Wettbewerber. ZEISS ist mit der ZEISS Agenda 2020 auf Kurs und hat mit seiner ungebremsten Innovationsstärke langjährige und neue Kunden überzeugen können. Die positive Entwicklung aller zentralen Finanzkennzahlen ist nicht nur vor dem Hintergrund wachsender globaler Unsicherheiten ein beachtlicher Erfolg.

Der Aufsichtsrat hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr gemäß den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben den Vorstand überwacht und beratend begleitet. Der Vorstand hat uns schriftlich und mündlich über die Geschäftslage und -entwicklung, die aktuelle Ertragssituation, die Risikolage, das Risikomanagement, die kurz- und langfristige Planung sowie Investitionen und organisatorische Maßnahmen unterrichtet. Ich stand in engem Kontakt mit dem Vorstand und wurde regelmäßig über die Entwicklung der Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorgänge informiert. Der Aufsichtsrat war in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden und fasste die nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung erforderlichen Beschlüsse. Unsere Entscheidungen basierten auf den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands, die wir eingehend geprüft haben. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten sehr konstruktiv zusammen, um ZEISS erfolgreich weiterzuentwickeln.

Themen der Aufsichtsratssitzungen

Im Geschäftsjahr 2018/19 kam der Aufsichtsrat zu fünf Sitzungen zusammen. Im Dezember 2018 wurde neben dem Jahresabschluss die Akquisitionsstrategie von ZEISS diskutiert, mit der wir gezielt hochinnovative Lösungen, Technologien und Firmen erwerben. Vertieft haben wir insbesondere die strategische Erweiterung des Portfolios in der Sparte Industrial Quality & Research. So war die folgende außerordentliche Zusammenkunft im März 2019 dann auch maßgeblich durch den Beschluss zur Akquisition von GOM geprägt, einem führenden Anbieter von Hard- und Software für die automatisierte 3-D-Koordinatenmesstechnik mit Hauptsitz in Braunschweig. Nach der Wahl der Arbeitnehmervertreter im März 2019 hat sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung auch neu konstituiert.

Bei der Sitzung im Mai 2019 wurden konkrete Maßnahmen und Programme vorgestellt, die das Unternehmen mit Innovationen und verbreiterter Kundenbasis robuster, belastbarer und widerstandsfähiger aufstellen. Die Beschlüsse werden dazu beitragen, künftig noch produktiver zu agieren und noch erfolgreicher in Forschung und Entwicklung, aber auch in Infrastruktur wie Gebäude und IT zu investieren. Damit wird insgesamt die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von ZEISS gegen wirtschaftliche Schwankungen gestärkt.

In der Strategieklausur im Juli 2019 zeigte der Vorstand einen klaren strategischen Plan, der die langjährige positive Entwicklung der einzelnen Sparten mit Unterstützung der Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortführt.

Die Budgetplanung für 2019/20 wurde in der fünften Sitzung im September 2019 verabschiedet. Um die weitere Digitalisierung des Unternehmens zu beschleunigen, wurde zudem der Akquisition der SAXONIA Systems AG, München, zugestimmt.

Befürwortet wurden ebenfalls der detaillierte Vorschlag zu Projektablauf und Zeitplan sowie das Budget zur Realisierung des Projekts ZEISS Hightech-Standort Jena. Der Aufsichtsrat steht voll und ganz hinter dem klaren Kurs, vorausschauend in die Zukunft von ZEISS zu investieren.

Veränderungen im Vorstand

Stabilität und Kontinuität in der Führung des Unternehmens sind zentrale Anliegen des Aufsichtsrats. In der letzten Aufsichtsratssitzung des Geschäftsjahrs 2018/19 wurde der Beschluss zur Regelung der Nachfolge von Prof. Dr. Michael Kaschke gefasst, der seine im Jahr 2020 auslaufende Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden der Carl Zeiss AG nicht verlängern wird. Dr. Karl Lamprecht, bisher Vorstandsmitglied für die ZEISS Sparte Semiconductor Manufacturing Technology, wird zum 1. April 2020 neuer Vorstandsvorsitzender. Als neues Mitglied des Vorstands mit der Verantwortung für die ZEISS Sparte Semiconductor Manufacturing Technology wurde zum 1. Oktober 2019 Dr. Markus Weber berufen.

Unter der Führung von Michael Kaschke hat das Vorstandsteam der ZEISS Gruppe zukunftsgerichtete Strategien entwickelt und umgesetzt, die zu überdurchschnittlichem Wachstum und nachhaltiger Steigerung des Werts von ZEISS über eine ganze Dekade geführt haben. Das Unternehmen hat ein hochattraktives Geschäftsportfolio und ist in exzellenter Verfassung. Es entwickelt sich weltweit vom anerkannten Technologieführer zum aktiven Gestalter von Märkten für seine Kunden weiter. Dafür gilt Michael Kaschke unser besonderer Dank.

Arbeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Prüfungsausschuss trat planmäßig dreimal zusammen. Er bewertete die Wirksamkeit des Risikomanagements und beriet zu den Themen Compliance, interne Revision, internes Kontrollsystem und Rechnungslegung, zu den Schwerpunkten der Abschlussprüfung sowie zum Jahresabschluss. Der Präsidialausschuss tagte ebenfalls dreimal. In den Sitzungen wurden unter anderem Personalentscheidungen vorbereitet und es wurde über neue Geschäftsverteilungen im Zusammenhang mit den Vorstandsveränderungen gesprochen. Turnusgemäß wurden Zielerreichungen und Vorstandsvergütungen vorbereitend überprüft. Die Vorsitzenden des Prüfungs- und des Präsidialausschusses berichteten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Arbeit der Ausschüsse. Der Vermittlungsausschuss wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Zum 18. März 2019 schied Manfred Wicht aus dem Aufsichtsrat aus. Der langjährige Konzernbetriebsratsvorsitzende und Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden trat nicht mehr zur Wahl an und ging in den Ruhestand. Entsprechend dem Ergebnis der Aufsichtsratswahlen der Arbeitnehmer folgte ihm Michael Kramer. Ebenfalls ins Gremium gewählt wurde Andreas Kopf, der bis dato gerichtlich bestellt war. Wegen ihres Eintritts in den Ruhestand schied zudem Eva-Maria Menzel aus ihrem Amt im Aufsichtsrat zum 30. September 2019 aus. Ihre Nachfolge trat Silke Müller an. Frau Menzel und Herrn Wicht danken wir für die gute Zusammenarbeit im Aufsichtsrat und in den Ausschüssen des Aufsichtsrats.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat den Jahresabschluss der Carl Zeiss AG für das Geschäftsjahr 2018/19 und den gemäß § 315e Absatz 3 HGB nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss einschließlich des jeweiligen Lageberichts geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) wurde ebenfalls durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte standen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung. Wir haben die Dokumente geprüft und über den Jahresabschluss in der Prüfungsausschusssitzung am 9. Dezember 2019 und in der Aufsichtsratssitzung am 10. Dezember 2019 beraten. Der Abschlussprüfer nahm an beiden Sitzungen teil, stellte die wesentlichen Prüfungsergebnisse vor, erteilte ergänzende Auskünfte und beantwortete Fragen. Auch der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtete im Plenum über das Ergebnis der Prüfung der Abschlüsse durch den Prüfungsausschuss. Der Aufsichtsrat hat sich nach eigener Prüfung der Unterlagen dem Abschlussprüfer angeschlossen und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse. Damit ist der Jahresabschluss der Carl Zeiss AG zum 30. September 2019 festgestellt.

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG den oben genannten Abhängigkeitsbericht für die Zeit vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 erstellt. Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis seiner Prüfung des Abhängigkeitsberichts folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung bestätigen wir, dass

  1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und
  2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“

Der Aufsichtsrat stimmte dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zu. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat wurden gegen die im Abhängigkeitsbericht enthaltene Schlusserklärung des Vorstands keine Einwendungen erhoben.

Zusätzlich wurde dem Prüfungsausschuss ein gesondert erscheinender nichtfinanzieller Konzernbericht der Carl Zeiss AG vorgelegt. Der nichtfinanzielle Bericht wurde durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), München, einer freiwilligen betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer „Limited Assurance“ unterzogen. Entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses bestätigt der Aufsichtsrat schließlich den in Übereinstimmung mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (EU-Richtlinie 2014/95/EU) erstellten nichtfinanziellen Bericht für die ZEISS Gruppe und gibt diesen frei.

Dem Vorschlag des Vorstands, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 75 Millionen Euro an die alleinige Aktionärin, die Carl-Zeiss-Stiftung, auszuschütten, stimmte der Aufsichtsrat zu.

Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit ihrer ambitionierten Arbeit, mit ihrem Mut und ihrem Engagement ist ZEISS für die Zukunft ausgesprochen gut gerüstet.


Oberkochen, Dezember 2019
Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Dieter Kurz
Vorsitzender des Aufsichtsrats

Prof. Dr. Dieter Kurz

Prof. Dr. Dieter Kurz –
Aufsichtsratsvorsitzender der Carl Zeiss AG