Bericht des Aufsichtsrats


Sehr geehrte Damen und Herren,

trotz der weiterhin anhaltenden COVID-19-Pandemie erzielte ZEISS im Geschäftsjahr 2020/21 mit Wachstum in allen Sparten einen Rekordumsatz von rund 7,5 Milliarden Euro. Der anhaltend rasante Fortschritt der Digitalisierung bescherte der Sparte Semiconductor Manufacturing Technology eine überdurchschnittliche Entwicklung, aber auch die Direct-to-Market-Sparten konnten die im Geschäftsjahr 2019/20 durch COVID-19 bedingten Umsatzrückgänge vollständig kompensieren. Damit bestätigt ZEISS, dass hohe Investitionen in Digitalisierung sowie in Forschung & Entwicklung die Grundlage für weiteres Wachstum darstellen – trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten durch die Pandemie. Mit hohen Investitionen setzen wir weiter auf unsere Innovationsstärke – vor allem im Bereich der Digitalisierung werden so neue Geschäftsmodelle entwickelt und neue Kundinnen und Kunden überzeugt. Durch neue, innovative Produkte stellen sich hier bereits erste Erfolge ein.

Der Aufsichtsrat hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr gemäß den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben den Vorstand überwacht und beratend begleitet. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat schriftlich und mündlich über die Geschäftslage und -entwicklung, die aktuelle Ertragssituation, die Risikolage, das Risikomanagement, die kurz- und langfristige Planung sowie Investitionen und organisatorische Maßnahmen unterrichtet. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand in engem Kontakt mit dem Vorstand und wurde regelmäßig über die Entwicklung der Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorgänge informiert. Der Aufsichtsrat war in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden und fasste die nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung erforderlichen Beschlüsse. Die Entscheidungen des Aufsichtsrats basierten auf den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands, die der Aufsichtsrat eingehend geprüft hat. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten sehr konstruktiv zusammen, um ZEISS erfolgreich weiterzuentwickeln.

Themen der Aufsichtsratssitzungen

Im Geschäftsjahr 2020/21 kam der Aufsichtsrat zu fünf Sitzungen zusammen.

Im Oktober 2020 wurde das Jahresbudget verabschiedet.

Im Dezember 2020 wurde der Jahresabschluss diskutiert und verabschiedet.

Bei der Sitzung im Mai 2021 wurde die Akquisitionsstrategie von ZEISS diskutiert, mit der ZEISS gezielt hochinnovative Lösungen, Technologien und Firmen erwirbt.

In der Strategieklausur im Juli 2021 wurde dem Aufsichtsrat umfassend das strategische Portfolio des Unternehmens vorgestellt, jeweils unter Einbindung der Leiter der strategischen Geschäftsbereiche und mit besonderem Fokus auf die Digitalisierung sowie die jeweils adressierte Region. Der Vorstand zeigte in der Strategieklausur einen klaren strategischen Plan, der die langjährige positive Entwicklung der einzelnen Sparten mit Unterstützung durch die Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortführt und gleichzeitig auf die in den jeweiligen Märkten zu erwartenden Veränderungen eingeht.

Die Budgetplanung für 2021/22 wurde in der letzten Sitzung des Geschäftsjahrs 2020/21 am 30. September 2021 verabschiedet.

Veränderungen im Vorstand

Stabilität und Kontinuität in der Führung des Unternehmens sind zentrale Anliegen des Aufsichtsrats. In der letzten Aufsichtsratssitzung des Geschäftsjahrs 2020/21 wurde im Aufsichtsrat beschlossen, dem Wunsch von Dr. Ludwin Monz, im Vorstand verantwortlich für die ZEISS Sparte Medical Technology, stattzugeben, seinen Vorstandsvertrag zum 31. Dezember 2021 aufzuheben. Der Aufsichtsrat hat daraufhin die Bestellung von Dr. Markus Weber als Mitglied des Vorstands der Carl Zeiss AG bis zum 31. Dezember 2026 erneuert und Dr. Weber zum Vorstand für die Sparte ZEISS Medical Technology bestimmt (vom 1. Januar 2022 an). Zudem hat der Aufsichtsrat Andreas Pecher als neues Mitglied des Vorstands der Carl Zeiss AG mit Wirkung vom 1. Januar 2022 bestellt. Andreas Pecher ist vom 1. Januar 2022 an im Vorstand verantwortlich für die Sparte ZEISS Semiconductor Manufacturing Technology und folgt damit auf Dr. Weber.

Der Aufsichtsrat dankt Dr. Monz für seine langjährige sehr gute Arbeit im Vorstand der Carl Zeiss AG und wünscht Dr. Weber und Andreas Pecher für ihre neuen Aufgaben alles Gute.

Arbeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Prüfungsausschuss trat planmäßig dreimal zusammen. Er bewertete die Wirksamkeit des Risikomanagements und beriet zu den Themen Compliance, interne Revision, internes Kontrollsystem und Rechnungslegung, zu den Schwerpunkten der Abschlussprüfung sowie zum Jahres- und Konzernabschluss. Der Präsidialausschuss tagte ebenfalls dreimal. Turnusgemäß wurden Zielerreichungen und Vorstandsvergütungen überprüft. Die Vorsitzenden des Prüfungs- und des Präsidialausschusses berichteten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Arbeit der Ausschüsse. Der Vermittlungsausschuss wurde im vergangenen Geschäftsjahr nicht einberufen.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Roland Hamm ist mit Ablauf des 1. Oktober 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Andrea Sicker gehörte vom 2. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 dem Aufsichtsrat an. Sicker war in dieser Zeit auch Mitglied im Präsidialausschuss. Kai Bliesener wird dem Aufsichtsrat vom 1. November 2021 an als Nachfolger von Sicker angehören. Gert-Hartwig Lescow ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 1. März 2021 in den Aufsichtsrat gewählt worden und wurde vom Aufsichtsrat zum neuen Prüfungsausschussvorsitzenden (vom 1. Januar 2022 an) gewählt. Dr. Kurz und Dr. Steinebach scheiden altersbedingt entsprechend der Satzung der Carl Zeiss AG zum 31. Dezember 2021 aus dem Aufsichtsrat aus. Gerhard Bösner wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 2021 in den Präsidialausschuss gewählt. Gleichzeitig hat Bösner seine Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss mit Ablauf des 30. September 2021 niedergelegt. Silke Müller gehört vom 1. Oktober 2021 an dem Prüfungsausschuss an.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat den Jahresabschluss der Carl Zeiss AG für das Geschäftsjahr 2020/21 und den gemäß § 315e Absatz 3 HGB nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss einschließlich des jeweiligen Lageberichts geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) wurde ebenfalls durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte standen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung. Wir haben die Dokumente geprüft und über den Jahres- und Konzernabschluss in der Prüfungsausschusssitzung am 13. Dezember 2021 und in der Aufsichtsratssitzung am 14. Dezember 2021 beraten. Der Abschlussprüfer nahm an beiden Sitzungen teil, stellte die wesentlichen Prüfungsergebnisse vor, erteilte ergänzende Auskünfte und beantwortete Fragen. Auch der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtete im Plenum über das Ergebnis der Prüfung der Abschlüsse durch den Prüfungsausschuss. Der Aufsichtsrat hat sich nach eigener Prüfung der Unterlagen dem Abschlussprüfer angeschlossen und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse. Damit ist der Jahresabschluss der Carl Zeiss AG zum 30. September 2021 festgestellt.

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG den oben genannten Abhängigkeitsbericht für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 erstellt. Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis seiner Prüfung des Abhängigkeitsberichts folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung bestätigen wir, dass

  1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und
  2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."
Der Aufsichtsrat stimmte dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zu. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat wurden gegen die im Abhängigkeitsbericht enthaltene Schlusserklärung des Vorstands keine Einwendungen erhoben.


Zusätzlich wurde dem Prüfungsausschuss ein gesondert erscheinender nichtfinanzieller Konzernbericht der Carl Zeiss AG vorgelegt. Der nichtfinanzielle Bericht wurde durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), München, einer freiwilligen betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer „Limited Assurance“ unterzogen. Entsprechend der Empfehlung des Prüfungsausschusses bestätigt der Aufsichtsrat schließlich den in Übereinstimmung mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (EU-Richtlinie 2014/95/EU) erstellten nichtfinanziellen Bericht für die ZEISS Gruppe und gibt diesen frei.

Auch dieses Jahr werden wir wieder eine Dividende an unsere alleinige Aktionärin, die Carl-Zeiss-Stiftung, zahlen.

Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr außerordentliches Engagement und die hervorragende Leistung, die zu einem außerordentlich guten Ergebnis im Geschäftsjahr 2020/21 geführt haben.

Ich persönlich scheide mit dem 31. Dezember 2021 aus dem Aufsichtsrat aus. Ich danke allen Mitgliedern des Aufsichtsrates und Mitgliedern des Vorstandes für die gute und außerordentlich erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten neun Jahren und wünsche der ZEISS Gruppe sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine erfolgreiche Zukunft.

 

Oberkochen, Dezember 2021

Prof. Dr. Dieter Kurz
Vorsitzender des Aufsichtsrats

Prof. Dr. Dieter Kurz

Prof. Dr. Dieter Kurz