Vorgeschichte

Die Entwicklung von Carl Zeiss zwischen 1945 und 1989 in Ost- und Westdeutschland

Der Aufbau von Carl Zeiss in Oberkochen

Das Werksgelände von Carl Zeiss Oberkochen im Februar 1950.
Jahr                            
Ereignis
April 1945 Amerikanische Truppen besetzen Jena.
Juni 1945 Beim Abzug aus Thüringen nehmen die Amerikaner 77 leitende Mitarbeiter und Wissenschaftler mit nach Heidenheim.
4. Oktober 1946
Die Opton Feinmechanischen Werkstätten in Oberkochen werden gegründet und 1947 in Zeiss-Opton Optische Werke Oberkochen GmbH umbenannt.
23. Februar 1949
Die württembergische Regierung verlegt den Rechtssitz der Carl-Zeiss-Stiftung nach Heidenheim als Reaktion auf die Enteignung der Carl-Zeiss-Stiftung in Jena.
15. Januar 1951
Die Firma Carl Zeiss wird ins Handelsregister des Amtsgerichts Heidenheim eingetragen und übernimmt am 1. Oktober 1953 die Zeiss-Opton GmbH.

Carl Zeiss in Jena und die feinmechanisch-optische Industrie der DDR

Demontage des Jenaer Werkes im Februar 1947.
Jahr                            
Ereignis
22. Oktober 1946
Befehl zur Demontage des Jenaer Werkes (92%) und Deportation von etwa 245 Mitarbeitern mit der Verpflichtung zum Aufbau von Unternehmen der Optischen Industrie in der Sowjetunion.
1. Juni 1948
Enteignung der Carl-Zeiss-Stiftung und Umwandlung des Jenaer Werks zum VEB Carl Zeiss Jena, faktisch zu einem Staatsbetrieb.
1965 Der VEB wird Leitbetrieb des wissenschaftlichen Gerätebaus/Optik. Die Zuordnung anderer Betriebe leitet die Kombinatsbildung ein.
1989 Das Kombinat umfasst 25 Betriebe mit 60.000 Mitarbeitern.
Rund 4,5 Milliarden DDR-Mark werden erlöst, davon 43% im Export. Das Lieferprogramm beinhaltet mehr als 1.000 Hauptgeräte in 30 Produktgruppen.

Standorte der 25 Betriebe des Kombinats VEB Carl Zeiss Jena.

Standorte der 25 Betriebe des Kombinats VEB Carl Zeiss Jena.

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Standorte der 25 Betriebe des Kombinats VEB Carl Zeiss Jena.

Der Warenzeichenstreit zwischen Carl Zeiss Ost und West

Rechts: Das Warenzeichen von Carl Zeiss, Jena. Es entspricht dem Original aus der Warenzeichenanmeldung von 1904. Links: Dieses Warenzeichen wurde bis in die 1970er Jahre von Carl Zeiss, Oberkochen, verwendet.
Jahr                              Ereignis
21. Juli 1952
Der Außenhandel aus Jena muss über die DIA (Deutscher Innen- und Außenhandel) in Berlin laufen. Im September 1953 wird diese Entscheidung rückgängig gemacht.
ab 1953
Die bisherige Zusammenarbeit zwischen Jena und Oberkochen ist von der Staatsführung der DDR nicht mehr gewünscht. Carl Zeiss, Oberkochen, und der VEB Carl Zeiss Jena entwickeln sich ab 1953 unabhängig voneinander.
21. März 1953
Jenaer Mitarbeiter, die bisher eng mit Oberkochen zusammenarbeiteten, werden als „Spione“ verhaftet.
22. Februar 1954
Carl Zeiss, Oberkochen, klagt gegen die Weiterverwendung des Namens Carl Zeiss, des Linsenzeichens und anderer Warenzeichen, wie Produktnamen, durch Carl Zeiss Jena in der Bundesrepublik Deutschland.
ab 1954
Warenzeichenprozesse werden weltweit geführt. Der Streit um die Marke Carl Zeiss wird der längste Gerichtsprozess in der Geschichte der DDR.
1971 Das Londoner Abkommen regelt, in welchen Ländern Carl Zeiss, Oberkochen und der VEB Carl Zeiss Jena die Marke ZEISS verwenden dürfen und wo nicht.
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