Kundenzeitschrift – aus zweien wurde eine

Pünktlich zum Jubiläum „20 Jahre deutsche Wiedervereinigung“ hat Carl Zeiss im Oktober 2010 eine neue Ausgabe der Kundenzeitschrift „Innovation“ veröffentlicht, in der auch ein Essay zur Entwicklung von Carl Zeiss nach 1989 zu finden ist. Die Kundenzeitschrift von Carl Zeiss kann selbst auf eine interessante Geschichte zurückblicken – ein Teil davon spielt in Oberkochen, einer in Jena.

Die Kundenzeitschriften von Carl Zeiss im Wandel der Zeit

Die Kundenzeitschriften von Carl Zeiss im Wandel der Zeit

„Jenaer Rundschau“

– die Kundenzeitschrift in der DDR

„Das Logo war immer eine große Herausforderung“, erinnert sich Gudrun Vogel, ehemalige Redakteurin der „Jenaer Rundschau“, der Kundenzeitschrift des VEB Carl Zeiss Jena. Die Diplom-Physikerin, die heute Pressesprecherin von Carl Zeiss in Jena ist, kam 1979 direkt nach ihrem Studium zu Carl Zeiss. „Als Folge des Londoner Abkommens durften wir nicht überall den Firmennamen Carl Zeiss nennen und die Linse als Warenzeichen im Heft abbilden“, erklärt Vogel weiter. Deshalb gab es teilweise zehn verschiedene Varianten der Zeitschrift, die mit einer Auflage von 35.000 Exemplaren in fünf Sprachen vier Mal pro Jahr in über 120 Länder verschickt wurde. In dem Heft für die westlichen Länder nutzte der VEB Carl Zeiss Jena dann den Namen „Jenoptik“ und verwendete die Marke „aus Jena“. Die ZEISS Linse auf den abgebildeten Geräten wurde entweder überdruckt oder bereits im Originalbild retuschiert.

Gemeinsam mit dem Chefredakteur erarbeitete Vogel die Themen für jede Ausgabe und nahm Kontakt zu Wissenschaftlern und Anwendern aus der ganzen Welt auf, um sie für einen Beitrag in der „Jenaer Rundschau“ zu gewinnen. Damals lief jegliche Abstimmung mit den Autoren über Briefe oder am Telefon. Waren Texte und Layout fertig, ging alles in die Druckerei. Auf dem ersten Andruck konnte man sehen, ob die Bilder den Anforderungen entsprachen. „Einmal hat man die ZEISS Linse trotz Überdruck durchschimmern sehen“, erinnert sich Vogel. Sie musste damit zur Rechtsabteilung. „Das Warenzeichen nochmals zu überdrucken, war mit hohen Kosten verbunden, also sollten wir es ‚darauf ankommen’ lassen.“ Glücklicherweise kam kein Einspruch von Carl Zeiss in Oberkochen. Denn man beobachtete gegenseitig, ob die Forderungen des Londoner Abkommens eingehalten wurden.

„Zeiss Information“ und „Opton Information“

– die Kundenzeitschrift in der Bundesrepublik

In Oberkochen gab es bereits seit 1953 eine Kundenzeitschrift – die „ZEISS Information“. Chefredakteur war vor und zur Zeit der Wende der Physiker Dr. Wolfgang Pfeiffer. Die Zeitschrift erschien zunächst in fünf Sprachen und vier Mal jährlich, ab 1974 dann in der Regel mit ein bis zwei Ausgaben pro Jahr in Deutsch und Englisch. Die Auflage betrug bis zu 70.000 Exemplare. „Wir hatten vorwiegend Gastbeiträge von Anwendern, stellten aber auch neue Geräte vor und fassten wissenschaftliche Arbeiten und spezielle Applikationen zusammen“, erklärt Pfeiffer. Das Oberkochener Unternehmen trat in den Staaten des Ostblocks unter dem Namen „Opton“ auf. „Für diesen Teil der Welt gab es dann die ‚Opton Information’, die auf Englisch und Russisch herausgegeben wurde“, sagt Valentine Masset, Leiterin von Kommunikations-Services des internen Dienstleisterbereichs von Carl Zeiss in Oberkochen. Sie war zuständige Redakteurin dieser Schwesterpublikation der „ZEISS Information“, die mit teils eigenen, teils aus der „ZEISS Information“ übernommenen und angepassten Beiträgen in Russisch und Englisch erschien. Für den Auftritt unter zwei verschiedenen Firmennamen und Warenzeichen mussten viele Dinge doppelt angefertigt werden, unter anderem auch Prospekte. Produktfotos nahm man deshalb immer in zwei Varianten auf: einmal mit ZEISS Logo, einmal neutral ohne Warenzeichen für die „optonisierte“ Version.

Chefredakteur Dr. Wolfgang Pfeiffer (links) bei der Recherche für die „ZEISS Information“

Chefredakteur Dr. Wolfgang Pfeiffer (links) bei der Recherche für die „ZEISS Information“

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