Wegbegleiter Otto Schott

1879 bis 1884

Porträt von Otto Schott um 1890.

Otto Schott um 1890
(Foto: Carl Bräunlich, ZEISS Archiv).

Am 27. Mai 1879 erhielt Ernst Abbe Post von dem jungen Chemiker Otto Schott (1851 – 1935), der eine neue Glassorte erschmolzen hatte. Bisher hatte man ganz normales Glas für den Bau von Objektiven verwendet. Nun bestand die Chance, spezielle optische Glassorten zu entwickeln. Die so erhaltenen Muster sandte er nach Jena, wo sie auf ihre Brauchbarkeit für optische Zwecke untersucht wurden.

Im Januar 1882 wurde ein glastechnisches Laboratorium in Jena eingerichtet. Ende des Jahres 1882 siedelte Schott nach Jena über. Die Geldmittel zum Erwerb eines Baugrundstücks für Schott in Jena wurden durch Carl Zeiss aufgebracht, während Abbe ja bereits die seit 1882 betriebenen labormäßigen Versuche finanziert hatte. In kurzer Zeit erzielte Schott beeindruckende Fortschritte. Es gelang ihm, die Eigenschaften des vorerst noch im kleinen Maßstab produzierten optischen Glases zu steuern und zugleich relativ große Proben ohne Unreinheiten oder innere Spannungen herzustellen. Im Herbst 1883 baute Zeiss erstmals Mikroskopobjektive mit Schott-Glas, die Apochromate. Das Ergebnis war phänomenal und gab einen Vorgeschmack darauf, welche Verbesserungen an optischen Instrumenten mit dem neuen Material noch denkbar waren.

Am 23. Juli 1885 wurde die Firma "Jenaer Glaswerk Schott & Genossen" gegründet. Gesellschafter waren Carl und Roderich Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott. Hauptgeschäft des neuen Unternehmens wurden später hitzebeständige Gläser.

  • Der Hafen wird in den Hochofen geschoben.
    Einsetzen eines Hafens (Foto: SCHOTT Archiv).
  • Männer arbeiten an einem Hochofen.
    Einlegen der Rohglasstoffe (Foto: SCHOTT Archiv).
  • Männer vor einem Hochofen.
    Prüfen der Schmelze (Foto: SCHOTT Archiv).
  • Über Schienen wird das heiße Glas befördert.
    Beförderung eines glühenden Glashafens (Foto: SCHOTT Archiv).
  • Ein Mann bearbeitet Glasbrocken.
    Zurichtung des optischen Rohglases (Foto: SCHOTT Archiv).
  • Männer an einem Tisch legen Rohglas in Formen.
    Einlegen des optischen Rohglases in die Senkformen (Foto: SCHOTT Archiv).
  • Männer prüfen vor sich liegende Glasblöcke.
    Prüfung des optischen Glases auf Schlieren (Foto: SCHOTT Archiv).
  • Zwei Männer prüfen optisches Glas auf Spannung.
    Prüfung des optischen Glases auf Spannung (Foto: SCHOTT Archiv).
  • In Bottichen und auf runden Tischen wird des optische Glas geschliffen.
    Schleifen des optischen Plattenglases (Foto: SCHOTT Archiv).
Berechnungen von Ernst Abbe zur Wasserimmersion

Berechnungen von Ernst Abbe zur Wasserimmersion von 1886 (Foto: ZEISS Archiv).

Berechnungen von Ernst Abbe zur Wasserimmersion

Berechnungen von Ernst Abbe zur Wasserimmersion von 1886 (Foto: ZEISS Archiv).

Ausblick

Wissenschaftsbasierte Optiken

Die neuen apochromatischen Objektive führten zu einem enormen Nachfrageschub. Hatten bis dahin begabte Optiker noch mit gepröbelten Objektiven mithalten können, so war nun auch die Konkurrenz gezwungen, wissenschaftsbasierte Optiken herzustellen, wollte sie am Markt bestehen. Zeiss Mikroskope wurden an alle Orte der Welt geliefert, wo Wissenschaft betrieben wurde. Aber auch in den Alltag von Medizinern, Hygienikern und Werkstoffprüfern hielten sie Einzug. Vereinzelt wurden auch schon andere optische Produkte hergestellt, zum Beispiel Refraktometer zur Messung der Konzentration von Lösungen. Aber erst in den 1890er Jahren wurden die neuen technologischen Möglichkeiten auf eine Vielzahl von Produkten wie Ferngläser, Fotoobjektive, astronomische Geräte, Spektroskope und geodätische Geräte angewendet und neue Geschäftsfelder eröffnet, was das Unternehmenswachstum weiter beschleunigen sollte.

Stativ mit Mikrometerbewegung und Kippe

aus dem Jahr 1882 (Sammlung Mappes)
0%

Unternehmensgröße

33 – 170 Mitarbeiter

Mikroskop-Entwicklung

5.000. Mikroskop

Urkunden

Ehrenpromotion

Zeitgeschehen

2. Industrielle Revolution
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