Ein Physiker mit Vertriebs-Genen

„Ich habe den besten Job der Welt“. Da ist sich Jens sicher. Und er muss es wissen. Schließlich kommt er ganz schön rum: morgens kann Stockholm, mittags London und abends Zürich in seinem Terminkalender stehen. Oder Barcelona. Oder Ankara. So war das zumindest vor Corona. Und so könnte es auch nach der Pandemie wieder sein. Jens ist Sales Development Manager im Bereich X-Ray in der Messtechnik-Sparte von ZEISS. Seine Mission: „Ich verstehe mich als Evangelist für Computertomographie, kurz CT.“

Diese Technik wird von ZEISS konsequent vorangetrieben, obwohl die Entdeckung der Röntgenstrahlung schon mehr als ein Jahrhundert zurückliegt. Das Faszinierende daran: Tomographen, meistens bekannt aus medizinischen Anwendungen, finden auch in technischen Bereichen ein großes Einsatzgebiet. Die Bandbreite reicht dabei von Universitäten, über die Industrie bis hin zu Formel 1-Teams. Dort konzentriert man sich auf die industrielle Anwendung und in der Tat ist ZEISS seit März 2021 offizieller Lieferant des William Racing-Teams und unterstützt die Vermessung hochpräziser Fahrzeugbauteile. Nicht zuletzt durch das Engagement von Jens ist ZEISS nun offizieller Zulieferer.

Von der Ausbildung bis zur Auslieferung

Als Sales Development Manager ist Jens für den strategischen Vertrieb der CT-Geräte von ZEISS verantwortlich. Sein vielfältiger Aufgabenbereich reicht von der Einstellung und Ausbildung seiner Teamkolleginnen und -kollegen über Informationsveranstaltungen für Kunden bis hin zur Organisation von Demo-Geräten in ganz Europa. Dazu kommen gezielte Kundenanfragen. „Niemand kauft ein CT ohne die Funktionen kennengelernt zu haben“, weiß Jens. „Die Anlage plus Software und Peripherie werden immer für den jeweiligen Einsatzzweck definiert. Manchmal ist der zukünftige Anwender mein Ansprechpartner, dann wieder ein Produktionsleiter oder der Leiter der Qualitätssicherung. Wie auch immer: Gemeinsam analysieren wir Prozesse, Produkte und Ziele – bis zur passenden Lösung.“

Über sich hinauswachsen

Mit seiner früheren wissenschaftlichen Karriere hat sein heutiger Job nur noch wenige Überschneidungen. Aber das ist Jens ganz recht. Nach seiner Diplomarbeit am Karlsruher Institut für Technologie im Bereich der Teilchenphysik wechselt er für eine Promotion an die Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Dort arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Radiologie bevor er sich für ZEISS entscheidet. „Ich wusste viel über Röntgentechnologie und wollte dieses Wissen im industriellen Rahmen anwenden – als Produktmanager. 

Nach einem Gespräch mit ZEISS und einem Rundgang in Oberkochen wusste ich: Hier kann ich mich entfalten und weiterentwickeln!“ Angefangen als Produktmanager CT, entwickelte sich Jens nach zwei Jahren in die Rolle des Sales Development Managers X-Ray/CT. „Dabei komme ich gar nicht aus dem Vertriebsbereich – aber die Gene trage ich wohl in mir. Ich verstehe die Technik, kann lösungsorientiert denken und komplizierte Sachverhalte auch Nichtwissenschaftlern anschaulich erklären. Und ich rede gerne mit Menschen!“ Parallel engagiert er sich als Dozent an der DHBW in Heidenheim, um den Anschluss an Wissenschaft und Lehre nicht zu verlieren.

Ansprechpartner für Industrie und Forschung

Oft muss Jens Überzeugungsarbeit leisten. Die Vorteile von CTs haben sich noch nicht überall herumgesprochen. Dabei arbeiten Computertomographen so präzise wie Koordinatenmessgeräte – und können darüber hinaus ins Innere von Materialien schauen und dort Defekte oder Abnutzungen entdecken. Und sie arbeiten zerstörungsfrei. Ein wichtiges Argument, wenn die Prüfobjekte zum Beispiel komplexe Zylinderköpfe aus einer Serienfertigung sind.

„Wir arbeiten in diesem Bereich beispielsweise eng mit BMW zusammen – und gleichzeitig mit mehreren Forschungszentren in der ganzen Welt. Gemeinsam überführen wir wissenschaftliche Expertise in konkrete Produkte. Oder mit anderen Worten: Wir machen aus Know-how Fortschritt.“

Wissen zählt

Mit diesem Know-how trägt Jens nun die Verantwortung für den europäischen CT-Markt von ZEISS. „Darauf bin ich schon ein wenig stolz. Auch ältere und erfahrene Wissenschaftler und Manager suchen hier meinen Rat“, sagt er. Dabei zeigt sein Beispiel, wie wichtig es ist, die eigenen versteckten Talente zu fördern. „Mich hat mein Erfolg als Berater selbst ein wenig überrascht. Aber ZEISS hat es mir leicht gemacht. Das Wasser war sozusagen lauwarm, in das ich gesprungen bin – sprich, ich wurde gezielt gefördert und konnte meine Talente gezielt weiterentwickeln.“

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