Jahresauftakt

ZEISS startet Initiative „Bildung Neu Denken“ und verleiht erstmals MINT-Awards

Zum Auftakt der ZEISS Initiative 2018 "Bildung Neu Denken" hat das Unternehmen erstmals MINT-Awards an insgesamt fünf Projekte von Schülern, Auszubildenden und Studierenden vergeben. Im Anschluss sprachen der Philosoph und Publizist Dr. Richard David Precht und Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender von ZEISS, über das Thema Bildung.

OBERKOCHEN, 8. Februar 2018.

Jubel bei fünf Teams junger Forscher: Sie sind die ersten Preisträger des ZEISS MINT-Award. In der Kategorie der Schülergruppen siegten Marla und Silvan Laidler vom Max-Planck-Gymnasium Heidenheim. Sie überzeugten mit "Shadow, dem intelligenten Rollstuhl". Er kann einem Patienten folgen, sodass dieser sich setzen kann, wenn er nicht mehr weiterlaufen möchte. In die Siegerliste konnten sich auch Auszubildende der Firma Voith eintragen. Mittels des sozialen Netzwerks Snapchat versuchen sie, junge Menschen für eine Ausbildung in ihrem Unternehmen zu gewinnen. Dass der Team-Name wenig über das Können der Mitglieder aussagt, zeigt die Studierendengruppe "Spatzenhirn". Sie gewann mit ihrem autonom fahrenden Modellfahrzeug, das unter anderem Fahrbahnmarkierungen, Straßenschilder und Hindernisse erkennen und entsprechenden agieren kann.

Der Initiative 2018 "Bildung Neu Denken" wurden vor allem zwei Beiträge gerecht, die dafür jeweils einen Sonderpreis bekamen. Zum einen die Junioren- und Schüler-Ingenieur Akademie Aalen des Theodor-Heuss-Gymnasiums, zum anderen die Hochschule Aalen für innovative Lehrkonzepte in der Mechatronik. In der Schule werden junge Menschen schon früh und dann bis zum Abitur an das Berufsbild des Ingenieurs herangeführt. An der Hochschule werde Industrie 4.0 einfach gemacht, wie es ein Juror ausdrückte.

Neben den Siegern überzeugten auch die anderen Teilnehmer. Ein MINT-Spiel für 3- bis 6-Jährige, ein innovativer Tischkicker, der Unterschiede zwischen den Spielern ausgleichen kann oder E-Learning für Auszubildende – dies sind nur drei von mehr als 20 Projekten, aus der die Jury des ZEISS MINT-Award auswählen musste. Und das fiel den vier Juroren Prof. Dr. Michael Kaschke, Dr. Axel Jentzsch, Leiter Bildung des Projekts Wissensfabrik, Dr. Michael Totzeck, Konzernforschung und Fellow bei ZEISS, sowie Prof. Uwe Fasshauer, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, nicht leicht. Denn das Niveau, das Engagement und die Begeisterungsfähigkeit war bei allen Teilnehmern extrem hoch. Bewertet wurden unter anderem die Innovation und Zukunftsrelevanz eines Projekts, das Engagement und die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Beispielwirkung für andere.

Im Anschluss an die Preisverleihung betonte Kaschke vor Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Lehre die Bedeutung des Themas Bildung für ZEISS: "Deren Bandbreite ermöglicht uns harmonisches Arbeiten, weltweite Vernetzung und überragende Ergebnisse." Eine weitere, zentrale Botschaft: "Wissen ist ein Lebens-Mittel, vielleicht sogar ein Überlebens-Mittel", sagte er. Aber dieses Wissen müsse kontinuierlich erweitert und immer wieder erneuert werden.

Philosoph Dr. Richard David Precht kritisierte das veraltete deutsche Bildungssystem. "Bildung funktioniert bei uns nach der Blaupause des 19. Jahrhunderts: Schulgebäude sind wie Kasernen, militärisch geprägt. Die Offiziere werden am Gymnasium ausgebildet, Unteroffiziere an der Real-, das Fußvolk an der Volksschule. Das ist kein taugliches Modell mehr." Sein Gegenentwurf sieht vor, Schulen mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen. "Kultusminister müssen die Leine verlängern, an denen sie die Schulen gängeln. Das heißt: Lehrpläne abspecken. Lehrern mehr Raum geben. Schulen von unten Stück für Stück verändern. Sie sollen sich individuell entwickeln dürfen."

Im anschließenden Dialog zwischen Kaschke und Precht waren sich beide einig, dass das Bildungssystem durchaus von der Zusammenarbeit mit Unternehmen profitieren kann. Kaschke konstatierte zunächst vorhandene Berührungsängste von Schulen zu Unternehmen. Precht sieht darin kein besonderes Risiko. "Ja, es gibt Angst vorm Sparkassenmann, der Werbung für die Sparkasse macht. Aber der wird es ja nicht allein machen, sondern mit einem Lehrer zusammen."

In diesem Jahr wird ZEISS nahezu jeden Monat weitere Veranstaltungen im Rahmen der Initiative 2018 „Bildung Neu Denken“ organisieren. Dazu gehören das hochkarätig besetzte ZEISS Symposium zum Thema Quantentechnologie in Oberkochen, das MINT-Festival in Jena sowie die ZEISS/KIT Robotic Innovation Challenge in Berlin. Eine eigene Website (www.zeiss.de/bildung) informiert über die gesamte Initiative sowie aktuell über die jeweiligen Termine.


So sehen Sieger aus: Die frisch gekürten Preisträger der erstmals vergebenen ZEISS MINT-Awards. In der Kategorie der Schülergruppen siegten Marla und Silvan Laidler vom Max-Planck-Gymnasium Heidenheim mit „Shadow, dem intelligenten Rollstuhl“. Auszubildende der Firma Voith überzeugten mit ihrem Ansatz, mittels des sozialen Netzwerks Snapchat junge Menschen für eine Ausbildung in ihrem Unternehmen zu gewinnen. Die Studierendengruppe „Spatzenhirn“ gewann mit ihrem autonom fahrenden Modellfahrzeug. Einen Sonderpreis bekamen die Junioren- und Schüler-Ingenieur Akademie Aalen des Theodor-Heuss-Gymnasiums sowie die Hochschule Aalen für innovative Lehrkonzepte in der Mechatronik.

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Das Bildungssystem kann durchaus von der Zusammenarbeit mit Unternehmen profitieren – darin waren sich Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG, und der Philosoph Dr. Richard David Precht in ihrem Dialog beim ZEISS Jahresauftakt einig.

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Konzernpressesprecher
ZEISS Gruppe
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Im Geschäftsjahr 2016/17 erzielte der Konzern mit rund 27.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 5,3 Milliarden Euro. Sitz des 1846 in Jena gegründeten Unternehmens ist Oberkochen. Die Carl Zeiss AG führt die ZEISS Gruppe als strategische Management-Holding. Alleinige Eigentümerin der Gesellschaft ist die Carl-Zeiss-Stiftung.

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