Günstige Währungseinflüsse halten ZEISS auf Kurs

Technologiekonzern schließt erste Geschäftsjahreshälfte 2014/15 mit Umsatzplus ab

  • Umsatz steigt auf 2,206 Milliarden Euro – EBIT erreicht 191 Millionen Euro 
  • Zukunftstechnologie EUV weiter verzögert
  • ZEISS erreicht eigene ambitionierte Zielsetzung nicht 
  • Intensivierung der Programme zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
     

Oberkochen | 07. Mai 2015 | ZEISS Gruppe

Pressekontakt

Jörg Nitschke
Pressesprecher
ZEISS Gruppe
Telefon: +49 7364 20-3242
joerg .nitschke @zeiss .com

Die ZEISS Gruppe schließt die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2014/15 (Halbjahresstichtag: 31. März) mit einem leichten Umsatzplus ab: Der Umsatz steigt um sechs Prozent (vergleichbar*: ein Prozent) gegenüber dem Vorjahr auf 2,206 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2013/14: 2,074 Milliarden). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt mit 191 Millionen Euro mehr als 25 Millionen über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Sondereffekte wie zum Beispiel Währungseinflüsse liegt das EBIT rund zehn Millionen (minus sechs Prozent) unter dem Vorjahreswert (1. Halbjahr 2013/14: 166 Millionen).

„Die günstigen Währungseinflüsse haben uns Rückenwind gegeben. Jedoch liegen wir bei vergleichbar gerechneten Währungskursen hinter unseren eigenen ambitionierten Zielsetzungen“, relativiert Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG, die guten Zahlen des Halbjahresabschlusses 2014/15.

Unterschiedliche Entwicklung der Unternehmensbereiche

Beim Geschäft mit Halbleiterfertigungstechnologie verbucht ZEISS durch den zyklusbedingten Nachfragerückgang auf dem Halbleitermarkt einen Umsatzrückgang. Dieser wird in Summe durch die solide Umsatzentwicklung des ZEISS Direktgeschäfts kompensiert. Dazu zählt das Geschäft mit Messtechnik, Mikroskopen, Medizintechnik, Augenoptik und Consumer Optics.

Umsatz (in Mio. Euro)

 

1. Halbjahr
2014/15

Veränderung

Veränderung
(vergleichbar**) 

Industrial Metrology

301

+11 %

+5 %

Microscopy

343

+9 %

+3 %

Medical Technology

573

+12 %

+4 %

Vision Care

403

+5 %

-1 %

Consumer Optics

86

+2 %

-1 %

Semiconductor Manufacturing Technology

481

-4 %

-5 %

* Nicht identisch mit Carl Zeiss Meditec AG

** Bereinigt um Sondereffekte wie zum Beispiel Währungseinflüsse.

„Um im zunehmenden Wettbewerbsdruck unsere Spitzenstellung zu sichern, müssen wir die organische Wachstumsdynamik und unsere Kostenposition deutlich verbessern“, sagt Kaschke zur Ertragsentwicklung der Unternehmensbereiche. „Wie zuletzt in der Augenoptiksparte werden wir in weiten Teilen des Unternehmens die bereits unter dem Namen Compete laufenden Programme zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit intensivieren oder neu starten.“ Darüber hinaus werden gezielte Zukäufe geprüft.

Wesentliche Finanzkennzahlen der ZEISS Gruppe

ZEISS erzielt knapp 90 Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Den größten Teil davon erwirtschaftet der Konzern in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika). Im ersten Halbjahr 2014/15 erreicht der Umsatz hier 739 Millionen – das sind vergleichbar gerechnet zwei Prozent mehr als im Vorjahr (711 Millionen). In Deutschland liegt der Umsatz mit 268 Millionen Euro knapp fünf Prozent über dem Niveau des Vorjahres (256 Millionen).

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erreichen im ersten Halbjahr 221 Millionen Euro. Das sind rund fünf Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2013/14: 211 Millionen). Hierzu zählen auch die Investitionen für EUV-Lithographie, die Zukunftstechnologie für die Produktion von Mikrochips.
In Sachanlagen investiert ZEISS im Berichtszeitraum 58 Millionen Euro. Das sind neun Millionen weniger als im Vorjahr (1. Halbjahr 2013/14: 67 Millionen). Den Investitionen stehen Abschreibungen in Höhe von 74 Millionen Euro gegenüber (1. Halbjahr 2013/14: 71 Millionen).

Die Nettoliquidität liegt zum Stichtag 31. März 2015 bei 288 Millionen Euro und damit über 100 Millionen über dem Wert zum Geschäftsjahresschluss 2013/14 (30.9.2014: 187 Millionen).

Der Free Cashflow beläuft sich auf 165 Millionen Euro (1. Halbjahr 2013/14: 101 Millionen). Das Eigenkapital des Konzerns ist im Vergleich zum Geschäftsjahresschluss 2013/14 (30.9.2014: 1,249 Milliarden) um rund 13 Prozent auf 1,092 Milliarden Euro gesunken. „Der Rückgang des Eigenkapitals sowie der Eigenkapitalquote auf 20 Prozent – trotz fast dreistelligem Konzernergebnis – ist eine direkte Folge der aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase überproportional gestiegenen Pensionsrückstellungen“, sagt Finanzvorstand Thomas Spitzenpfeil.

Mitarbeiter

Zum Halbjahresstichtag (31. März 2015) beschäftigt ZEISS weltweit 25.287 Mitarbeiter. Das sind rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr (31. März 2014: 24.791). Dieser Anstieg ist ausschließlich auf kurzfristige Einstellungen im Unternehmensbereich Vision Care zurückzuführen, um eine derzeit größere Nachfrage nach Brillengläsern in einigen Märkten zu bedienen. In allen anderen Bereichen ist die Zahl der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr konstant bis leicht rückläufig.

Ausblick: Insgesamt stabile Entwicklung im Geschäftsjahr 2014/15

„ZEISS ist Technologieführer in vielen Bereichen und investiert viel in Forschung und Entwicklung. Wir haben ambitionierte Ziele und wollen diese Spitzenposition weiter ausbauen“, betont Kaschke. „Mit der derzeitigen Wachstumsdynamik erreichen wir unsere Zielsetzungen nicht.“ Einer der Gründe sei die Verzögerung bei der Einführung der Zukunftstechnologie EUV für die Massenfertigung von Mikrochips. „ZEISS ist in attraktiven Zukunftsmärkten unterwegs, die sich dynamisch entwickeln. Das erfordert ein hohes Maß an Agilität, um das Potenzial dieser Märkte richtig zu nutzen“, betont Kaschke. „Hier müssen wir aber noch dynamischer und beweglicher werden. Dazu gehört auch, unsere Kostenstrukturen, die Produktivität und Effizienz in allen Bereichen des Konzerns nachdrücklich zu verbessern.“

Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 rechnet ZEISS mit einem moderaten weltweiten Wirtschaftswachstum mit regional unterschiedlichen Ausprägungen. „Wir gehen für das laufende Geschäftsjahr – bei gleichbleibender Währungsentwicklung – insgesamt von einer stabilen Umsatzentwicklung der ZEISS Gruppe und einer leicht rückläufigen EBIT-Rendite aus. Das unterstreicht die Notwendigkeit der eingeleiteten Maßnahmen und Projekte“, sagt Kaschke.

Über ZEISS

ZEISS ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern der optischen und optoelektronischen Industrie. ZEISS entwickelt und vertreibt Lithographieoptik, Messtechnik, Mikroskope, Medizintechnik, Brillengläser sowie Foto- und Filmobjektive, Ferngläser und Planetariumstechnik. Mit seinen Lösungen bringt der Konzern die Welt der Optik weiter voran und gestaltet den technologischen Fortschritt mit. Der Konzern ist in die sechs Unternehmensbereiche Industrial Metrology, Microscopy, Medical Technology, Vision Care, Consumer Optics und Semiconductor Manufacturing Technology gegliedert. ZEISS ist in über 40 Ländern vertreten – mit rund 30 Produktionsstandorten, über 50 Vertriebs- und Servicestandorten sowie rund 25 Forschungs- und Entwicklungsstandorten. Im Geschäftsjahr 2013/14 erzielte der Konzern mit knapp 25.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro. Sitz des 1846 in Jena gegründeten Unternehmens ist Oberkochen. Die Carl Zeiss AG führt die ZEISS Gruppe als strategische Management-Holding. Alleinige Eigentümerin der Gesellschaft ist die Carl-Zeiss-Stiftung.

Weitere Informationen unter www.zeiss.de

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