Wenn aus Unvorstellbarem Inspiration entsteht.

Für diesen Moment arbeiten wir.

50 Jahre Mondlandung

Die Geschichte hinter den Bildern

Earthrise

Als die Erde über dem Mond aufging

Am 21. Dezember 1968 verließ Apollo 8 als erste bemannte Expedition der Menschheit die Erdumlaufbahn in Richtung Mond. Die Mission hatte den Auftrag, geeignete Landeplätze für spätere Missionen auszukundschaften. Dazu fotografierten die Astronauten mit einem ZEISS Planar 2.8/80 und Sonnar 5.6/250 Objektiven die Mondoberfläche aus der Umlaufbahn. Als am 24. Dezember 1968 zu Beginn der vierten Mondumrundung das Raumschiff von der dunklen Seite des Mondes auftauchte, sahen die Astronauten als erste Menschen überhaupt, wie die Erde über der Mondoberfläche aufstieg.

Die Bilder, die auf der Mission entstanden sind, gingen um die Welt. Earthrise war Titel von Magazinen und Zeitungen. Die Erde von oben betrachtet, transportierte ein Gefühl von Einheit und Ruhe. Die Fotos hielten den Perspektivwechsel fest, den die Astronauten als eines der prägendsten Erlebnisse wahrgenommen hatten. Der Blick auf den scheinbar fragilen Planeten führte den Menschen die Zerbrechlichkeit ihrer Heimat eindrucksvoll vor Augen.

Earthrise während des Fluges von Apollo 8 im Jahre 1968

Wettlauf zum Mond

Wenn das Unvorstellbare Realität wird

Source: NASA

Am 20. Juli 1969 wurde ein Menschheitstraum Wirklichkeit und ein Fußabdruck zum Symbol dafür: Zum ersten Mal betrat an diesem Tag ein Mensch den Mond. Die Grenzen des Machbaren mussten daraufhin neu definiert werden. Beim Wettlauf zum Mond beeindruckten nicht nur die technologischen Leistungen und die wertvollen Beobachtungen, die die Weltraumpioniere machten. Auch die hochauflösenden Fotos, die die Astronauten von ihren Missionen und im speziellen vom Mond mit zur Erde brachten, faszinieren in ihrer Klarheit bis heute. Einen wichtigen Anteil daran hatten Weltraumobjektive von ZEISS.

ZEISS Technologie im Weltraum

Nicht nur die Astronauten mussten den extremen Bedingungen im Weltraum trotzen. Auch die Technik musste zuverlässig in der Schwerelosigkeit und bei Temperaturschwankungen funktionieren.

1962 wurde eine seriengefertigte Mittelformat-Kamera mit einem ZEISS Planar 2.8/80 Objektiv, nur leicht modifiziert, auf die Mercury-Atlas 8 Mission mitgenommen. Die Bilder mit denen die Mercury-Crew zurückkehrte, überzeugten. Das ZEISS Objektiv lieferte auch unter Weltraumbedingungen eine so gute Bildqualität, dass diese fortan zur Standardausrüstung der Astronauten gehörte. Aber es ergaben sich notwendige Änderungen, insbesondere in der Bedienbarkeit, die eine nähere Zusammenarbeit mit ZEISS begründete. Das Unternehmen erhielt den Auftrag, Objektive gezielt für die Raumfahrt zu modifizieren, sowie spezielle Systeme für die extremen Anforderungen im All zu entwickeln.

Wie verändern sich die optischen Eigenschaften von Objektiven beim Einsatz im Vakuum? Ändert sich der Brechungsindex, wenn zwischen den Linsen keine Luftmoleküle mehr sind? Welche Materialien im Objektiv müssen ersetzt werden, weil sie Gefahr laufen, im Vakuum auszudünsten? ZEISS ging diesen Fragen auf den Grund und entwickelte daraufhin spezielle Objektive, die auch mit schweren Astronautenhandschuhe bedienbar blieben.

Source: NASA
Source: NASA
Source: NASA

Ein neues Objektiv für die Mondlandung

ZEISS Biogon 5.6/60

Apollo 11 Data Camera aus dem ZEISS Museum der Optik

Speziell für die Mondlandung im Jahr 1969 wurde das ZEISS Weitwinkel-Objektiv Biogon 5.6/60 konstruiert. Die Bilder von der Mondoberfläche sollten mit exzellentem Kontrast und Schärfe aufgenommen werden. Und zwar bis zum Bildrand. Die Kamera war mit einer Glasplatte ausgestattet, mit deren Hilfe markante Messpunkte in das Bild einbelichtet wurden. Diese präzisen Messpunkte ermöglichten die photogrammetrische Bildauswertung: So konnten später Größenrelationen von Objekten auf dem Mond ausgewertet werden. Die 25 Messkreuze der Reseau-Platte wurden von ZEISS mit höchster Präzision hergestellt und konnten im Zusammenspiel mit dem Objektiv die notwendige Bildqualität gewährleisten.

Weltraumobjektive von ZEISS während der Mondmissionen

Der Konstrukteur hinter den Objektiven

Hinter der Entwicklung der ZEISS Objektive für die Raumfahrt zeigte sich vor allem Dr. Erhard Glatzel federführend. Ihm sind viele der herausragenden Optikdesigns des Unternehmens zuzuordnen. In den 60er Jahren war er als einer der leitenden Wissenschaftler und Manager der Linsenkonstruktions-Abteilung bei ZEISS in Oberkochen tätig. Er konstruierte mit seinem Team weltberühmte Objektiv-Designs, unter anderem das ZEISS Hologon und ZEISS Planar 0.7/50.

Dieses ZEISS Planar 0.7/50 wurde 1966 für die Erkundung der dunklen Seite des Mondes vorgestellt. Das Objektiv ist so lichtstark, dass das ZEISS Planar 1985 in der Filmproduktion zu "Barry Lyndon" eingesetzt wurde, um Szenen im Kerzenlicht einzufangen. Das erste Mal in der Geschichte, dass ein ganzer Film ohne den Einsatz von künstlichem Licht gedreht werden konnte.

Doch die Pläne für die Auswertung der ersten Aufnahmen von der Mondoberfläche brachten neue Herausforderungen: über die Bilder sollten Winkelabstände zwischen Objekten präzise bestimmt werden. Zusammen mit Ludwig Bertele, einem bekannten Optikkonstrukteur, entwickelte Glatzel das Weitwinkel-Objektiv ZEISS Biogon 5.6/60, speziell für die Apollo 11 Mission.

Dr. Erhard Glatzel, Wissenschaftler und Manager der Linsenkonstruktions-Abteilung bei ZEISS
ZEISS Planar 0.7/50

Mithilfe des Objektivs wurden die ersten Schritte eines Menschen auf dem Mond, die eindrucksvolle Stille und die weite, karge Landschaft festgehalten. Der Linsenaufbau des ZEISS Biogon 5.6/60 zeichnet sich durch einen großen Bildwinkel aus, der für die Mondaufnahmen unabdingbar war. Für diese Leistung wurde Dr. Erhard Glatzel mit dem The Apollo Achievement Award ausgezeichnet. Mehr als 100 Objektiv-Designs wurden insgesamt unter seiner Führung bei ZEISS entwickelt.

Source: NASA
Source: NASA
Source: NASA

Inspiration bis heute

Heute blicken wir auf eine der größten technologischen Errungenschaften der Menschheit zurück, die Viele für unerreichbar hielten. Möglich machten dies die unzähligen Wissenschaftler, Techniker, Experten und Astronauten der Apollo-Missionen, die unbeirrbar ihr Ziel verfolgten: den ersten Fußabdruck auf dem Mond zu hinterlassen.

Der Mut, die Weitsicht und die Präzision, die dahinter standen, zählen bei ZEISS zu den wichtigsten Werten. Sie inspirieren uns und spornen uns an, jeden Tag besser zu werden, in dem was wir tun – wie vor einem halben Jahrhundert, als wir mit unserer Technik einen kleinen Baustein zu etwas Großartigem beitragen konnten.