Mitarbeiter

ZEISS positioniert sich im Wettbewerb um Talente als attraktiver Arbeitgeber und profitiert dabei von seiner Reputation als global tätiges und innovatives Stiftungsunternehmen sowie seiner aus- geprägten Werteorientierung. Sie ist seit der Unternehmensgründung fest in der Unternehmenskultur verankert.

Präzision, Innovation und höchste Qualität lassen sich nur mit motivierten und qualifizierten Mitarbeitern verwirklichen. Im Hinblick auf den demografischen Wandel und den zunehmenden Fachkräftemangel bieten gelebte Vielfalt und Chancengleichheit entscheidende Wettbewerbsvorteile. ZEISS begegnet den Herausforderungen mit einer globalen Rekrutierungsstrategie, die – ganz im Sinne der ZEISS Agenda 2020 – das Unternehmen noch kundenorientierter, wettbewerbsfähiger und digitaler machen soll, und stärkt die weltweite Zusammenarbeit als Team. Weitere Schwerpunkte der Mitarbeiterverantwortung bei ZEISS sind die betriebliche Mitbestimmung und die Mitarbeiterentwicklung. Erstere geht über die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland hinaus.

Einbindung der Mitarbeiter

Je besser sich die Mitarbeiter in das Unternehmen eingebunden fühlen, desto motivierter gehen sie an die Arbeit. In Deutschland sorgt dafür das Instrument der Mitbestimmung. Doch als global tätigem Unternehmen ist es ZEISS wichtig, zentrale Werte und Konzepte weltweit an allen Standorten zu leben.

Leitlinien, Strukturen und Prozesse
Die Konzernfunktion Human Resources (CHR) definiert in Zusammenarbeit mit den Personalverantwortlichen und Fachbereichsvertretern Standards und Vorgehensweisen zu strategischen sowie übergreifenden Handlungsfeldern und implementiert diese im Rahmen ihrer funktionalen Führung weltweit. Sie ist zentraler Dialog- und Verhandlungspartner für den Konzernbetriebsrat und Ansprechpartner für die Personalabteilungen der Gesellschaften.

Die betriebliche Mitbestimmung ist bei ZEISS fest etabliert und die Prinzipien des Stiftungsstatuts an den deutschen Standorten fest verankert. Gesetzlich oder tarifvertraglich verankerte Themen werden mit den jeweiligen Arbeitnehmervertretungen verhandelt. Daneben pflegt ZEISS mit den Gremien der Arbeitnehmervertretungen auch einen regelmäßigen Austausch zu geplanten Veränderungen. Der Aufsichtsrat der Carl Zeiss AG setzt sich nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz jeweils zur Hälfte aus Vertretern der alleinigen Aktionärin – der Carl-Zeiss-Stiftung – sowie Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über aktuelle Themen und geplante betriebliche Veränderungen. Die europäischen Standorte der Carl Zeiss Vision International GmbH entsenden Arbeitnehmervertreter in den Europäischen Betriebsrat (EBR).
Eine regelmäßige und weltweite anonyme Mitarbeiterbefragung, der „Pulse Checks“, gibt allen Mitarbeitern die Möglichkeit, Feedback zur Unternehmenskultur zu geben. Daneben geben die Ergebnisse des Pulse Check Auskunft über den aktuellen Status sowie darüber, welcher Fortschritt bereits erzielt wurde und welche Prioritäten künftig zu setzen sind. Die Befragung adressiert die Attraktivität von ZEISS als Arbeitgeber, die Verankerung der Werte SERVE – EMPOWER – ACT – WIN im Alltag sowie weitere aktuelle Kulturthemen im Kontext der Strategie ZEISS Agenda 2020. Zuletzt wurde der Pulse Check von Ende Januar bis Mitte Februar 2018 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden dem Vorstand berichtet und mit der Belegschaft besprochen. Im Jahr 2020 wird die Befragung das achte Mal durchgeführt.

Ziele und Ergebnisse
Um dem Anspruch, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, gerecht zu werden, legt ZEISS Wert auf eine gute Beziehung zu den Mitarbeitern und pflegt diese kontinuierlich mit unterschiedlichen Maßnahmen. Mit Erfolg: So bestätigen mehr als 80 Prozent aller Mitarbeiter im Rahmen des Pulse Checks 2018, gerne bei ZEISS zu arbeiten. 75 Prozent geben an, dass sie ZEISS als Arbeitgeber weiterempfehlen würden. Beide Werte sind im Vergleich zur letzten Befragung angestiegen. Neben dieser positiven Entwicklung wurden auch neue Verbesserungspotenziale identifiziert – wie die Stärkung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit. Um die positiven Tendenzen weiter auszubauen und die Verbesserungspotenziale zu realisieren, hat ZEISS im Berichtszeitraum weitere Maßnahmen umgesetzt. In zahlreichen, weltweit stattfindenden Dialogtouren diskutierte beispielsweise der Vorstand mit den Mitarbeitern über die Unternehmensstrategie.

Mit der ZEISS Agenda 2020 hat sich das Unternehmen eine klare Strategie gegeben. Um diese erfolgreich umzusetzen, muss sie Hand in Hand mit der Entwicklung der Unternehmenskultur gehen.

Ein bewährtes Instrument ist die im Jahr 2008 gestartete Cultural Journey, die Mitarbeiter in die Gestaltung von Veränderungsprozessen einbindet. In verschiedenen Formaten, unter anderem in Team Summits, haben sich Mitarbeiter mit notwendigen Veränderungen auseinandergesetzt und beispielsweise darüber diskutiert, wie die globale Zusammenarbeit verbessert und das Unternehmen auf die digitale Zukunft vorbereitet werden kann.

Um die Mitarbeiter an der erfolgreichen Geschäftsentwicklung von ZEISS zu beteiligen, erhielten berechtigte Mitarbeiter in Deutschland für das Geschäftsjahr 2018/19 eine Prämie von bis zu 2.850 Euro brutto, die nach Abschluss des Berichtsjahrs im Oktober 2019 ausbezahlt wurde. Auch in Auslandsgesellschaften werden die Mitarbeiter gemäß den länderspezifischen Regelungen ebenfalls am Erfolg des Geschäftsjahrs 2018/19 beteiligt.

Aus- und Weiterbildung

ZEISS bietet zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten und ko operiert mit verschiedenen Hochschulen. Im Berichtszeitraum haben insgesamt 159 junge Menschen an den deutschen Standorten Göttingen, Jena, Oberkochen und Wetzlar eine Ausbildung oder ein Duales Studium begonnen. Sie werden zum Beispiel zu Industriemechanikern, Feinoptikern, Mechatronikern oder Industriekaufleuten ausgebildet oder absolvieren ein Duales Studium, das Theorie und Praxis verknüpft. Mit dem ausgefeilten dualen Ausbildungssystem leistet ZEISS vor allem an seinen deutschen Standorten auch einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung.

Nachwuchskräfte und Berufserfahrene haben die Möglichkeit, an vielfältigen Entwicklungsprogrammen und internationalen Netzwerkveranstaltungen teilzunehmen. Das bereitet sie auf neue Herausforderungen vor und steigert nicht zuletzt auch die Arbeitgeberattraktivität von ZEISS – ein wichtiger Beitrag, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Mit einem vielfältigen Weiterbildungsangebot, zum Beispiel in Form webbasierter Schulungen, schafft ZEISS weltweit Angebote für Mitarbeiter.

Ein Schwerpunkt der Weiterbildung ist die Entwicklung von Führungskräften. Neben einem Pflichtprogramm, das auf die erste Führungserfahrung vorbereitet, setzt ZEISS auf Arbeitsplatzrotationen der Mitarbeiter. Auslandsentsendungen im Unternehmen werden bei Bedarf über unterschiedliche Programme ermöglicht. Zahlreiche Angebote zur Identifikation und Weiterentwicklung von Talenten unterstützen die Mitarbeiter in ihrem beruflichen Werdegang. Dabei wird auf die individuellen Fähigkeiten und die Weiterentwicklung von Kompetenzen große Rücksicht genommen. So ermöglicht ZEISS nicht nur Führungskräftekarrieren, sondern auch attraktive Laufbahnen für Fachexperten in R&D und Innovation sowie im Service.

Leitlinien, Strukturen und Prozesse
Mit der Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter schafft ZEISS die Voraussetzungen, um qualifizierte und motivierte Talente zu gewinnen und langfristig zu binden. Für die Weiterbildung aller Mitarbeiter wurde eine Online Lernplattform etabliert, die den Zugriff auf unterschiedlichste Lernformate bietet – von Präsenzveranstaltungen bis zu reinen E-Learning-Kursen. Das sogenannte Group Learning Programm mit über 150 Trainings steht seit dem Geschäftsjahr 2016/17 für den deutschsprachigen Raum zur Verfügung. Weltweit wird das Programm durch zahlreiche E-Books ergänzt, die auf der Lernplattform zum Download zur Verfügung stehen. Interne Qualifizierungsangebote und ­-maßnahmen werden über das Group Learning Program zentral zusammengeführt und weltweit ausgerollt.

Verantwortlich für Aus- und Weiterbildung, Talentmanagement und Führungskräfteentwicklung ist die Konzernfunktion CHR. Sie arbeitet in funktionalen Teams, Servicebereichen und Projekten eng mit den lokalen Personaleinheiten zusammen.

Maßnahmen und Ergebnisse
Zum Bilanzstichtag beschäftigte ZEISS 517 Auszubildende und Studenten eines Dualen Studiums (Vorjahr: 464). Um talentierten Nachwuchs langfristig für ZEISS zu begeistern, steht das Unternehmen mit etwa zehn Prozent der besten Praktikanten über ein Bindungsprogramm in Kontakt. Schließlich absolvierten rund 600 junge Menschen an den deutschen Standorten ein technisches oder betriebswirtschaftliches Praktikum oder schrieben ihre Abschlussarbeit. Zudem erhielten rund 250 Schülerpraktikanten die Möglichkeit, sich einen ersten Einblick in das Berufsleben zu verschaffen.

 

Kennzahlen

zur Nutzung der ZEISS Lernplattform im Geschäftsjahr 2018/19*
23.916 aktive Nutzer

in Deutschland, die mindestens einen Online-Kurs abgeschlossen haben
(davon 12.158 in Deutschland)**

145.342 Online Kurse

weltweit abgeschlossen

20.464 Downloads

von E-Books

Zahlen zum Lernern in Deutschland

Geschäftsjahr (GJ)

 

2018/19

2017/18

2016/17

Summe abgeschlossener Kurse

Gesamt
Anteil Männer
Anteil Frauen

61.704
74 %
26 %

43.739

 

14.811

 

Summe Teilnehmertage***

Gesamt
Anteil Männer
Anteil Frauen

24.722
76 %
24 %

22.402

 

9.120

 

* Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde die ZEISS Lernplattform weltweit ausgerollt und um Online-Kurse erweitert. Im Nachhaltigkeitsbericht 2017/18 wurden die Zahlen zum Lernen in Deutschland nicht korrekt angegeben. Die berichteten Zahlen sind daher nicht mit den aktuellen Angaben vergleichbar (GRI 102-48).

** Im Nachhaltigkeitsbericht 2017/18 wurde an dieser Stelle für die Anzahl der aktiven Nutzer in Deutschland fälschlicherweise die Anzahl der aktiven Nutzerweltweit, inklusive Kunden und Lieferanten, angegeben. Ab dem Geschäftsjahr 2018/19 bezieht sich die Zahl nur auf ZEISS Mitarbeiter (GRI 102-48).

*** Basierend auf der geschätzten Dauer des Trainings (ein Teilnehmertag entspricht 7,5 Trainingsstunden) und ohne Reise- oder Vorbereitungszeit.
 

Vielfalt und Chancengleichheit

Mit über 31.000 Mitarbeitern in fast 50 Ländern gehört Vielfalt bei ZEISS zum Unternehmensalltag. Das Unternehmen ist geprägt von verschiedenen Kompetenzen, Denkweisen, Führungs- und Arbeitsstilen, kulturellen Hintergründen und Lebensentwürfen. Das ist ein großer Vorteil, denn vielfältig zusammengesetzte Teams sind kreativer und lösungsorientierter. So stärkt Vielfalt die Innovationskraft des Unternehmens und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der ZEISS Agenda 2020.

Zugleich ist Vielfalt in ihren unterschiedlichen Ausprägungen bei einem internationalen Unternehmen wie ZEISS auch Schlüssel zum weltweiten Erfolg – weil Mitarbeiter die Märkte kennen, die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse verstehen und mit den kulturellen Gepflogenheiten ihrer Geschäftspartner umgehen können. Dies trägt in hohem Maße zur Akzeptanz vor Ort und zum Vertrauen in das Unternehmen bei.

Vielfalt erleben

Damit der Einstieg in ein neues kulturelles Umfeld leichter fällt, gibt es bei ZEISS seit 2012 den International Club mit etwas mehr als 200 Mitgliedern. Er hilft internationalen Mitarbeitern bei der Integration an den Standorten in Oberkochen und Aalen. Regelmäßige Veranstaltungen unterstützen die Neuankömmlinge dabei, sich ein soziales Netzwerk aufzubauen und die neue Umgebung kennenzulernen. Bei Language Lunches pflegen die Teilnehmer ihre Muttersprache und lernen dabei Kollegen aus anderen Bereichen kennen. Die Language Lunches finden inzwischen in sechs Sprachen am Standort Oberkochen statt: Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.  

Leitlinien, Strukturen und Prozesse
Sowohl das Stiftungsstatut als auch der ZEISS Verhaltenskodex verbieten jegliche Form der Diskriminierung, sei es aufgrund der „ethnischen oder sozialen Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Alter, Familienstand, Behinderung, Religion, Nationalität, sexueller Identität oder sonstiger Merkmale“ (ZEISS Verhaltenskodex). Dieses Bekenntnis hat ZEISS mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt im Juli 2017 bestärkt. Die Unternehmensinitiative unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel will Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Arbeitswelt Deutschlands voranbringen.

Bei der Strategie zur Förderung von Vielfalt hat ZEISS fünf Dimensionen besonders im Blick:

  1. Beruflicher Hintergrund: offen sein für unterschiedliche berufliche Werdegänge sowie Ausbildungshintergründe.
  2. Internationalität: Mitarbeiter unterschiedlichster Kulturen und Nationalitäten sollen in einem Klima gegenseitigen Respekts und gegenseitiger Wertschätzung zusammenarbeiten.
  3. Generationen: Das Arbeitsumfeld muss so gestaltet sein, dass verschiedene Generationen erfolgreich zusammenarbeiten können.
  4. Geschlecht: Alle sollen dieselben Chancen bekommen, unabhängig vom Geschlecht.
  5. Arbeitskultur: Eine offene und flexible Arbeitskultur ermöglicht es allen Arbeitnehmern, Beruf und Familie zu vereinbaren.


Ziele und Ergebnisse
Zentrale Ziele im Bereich Vielfalt sind die bessere Integration von Mitarbeitern aus dem internationalen Umfeld an den deutschen Standorten und die Förderung von Unterschieden in den fünf Dimensionen beruflicher Hintergrund, Generationen, Geschlecht, Internationalität und Arbeitskultur. Um eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Vielfalt fördert, anerkennt und wertschätzt, wurde bereits 2017 die Kommunikation zu Diversity im Intranet aufgebaut und weltweit verfügbar gemacht.

Anlässlich der Diversity-Tage 2019 wurden zahlreiche Aktivitäten in mehreren Ländern umgesetzt, um auf das Thema Vielfalt bei ZEISS aufmerksam zu machen. Darüber hinaus hat ZEISS im Geschäftsjahr 2018/19 in Deutschland folgende Initiativen gestartet, weitergeführt oder ausgebaut:

  • Kooperationsnetzwerk für internationale Mitarbeiter und deren Angehörige
  • Mentoring-Programm für Frauen an der Hochschule Aalen, Ernst-Abbe-Hochschule Jena und Universität Jena zur Förderung der Chancengleichheit
  • Kooperationsnetzwerk im Bereich Kinderbetreuung und Pflege für Angehörige zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Netzwerk für neue Mitarbeiter, um bereichs- und abteilungsübergreifende Vernetzung und Austausch zu fördern sowie einen besseren Arbeitsstart bei ZEISS zu ermöglichen

Die rege Teilnahme an Veranstaltungen und das Interesse der Mitarbeiter rund um die Förderung von Vielfalt zeigen die Relevanz des Themas für die Unternehmenskultur und die positive Wirkung der gestarteten Initiativen.

Im Geschäftsjahr 2018/19 erhielt die Carl Zeiss AG zum zweiten Mal das Prädikat „Familienbewusstes Unternehmen“ für eine familienbewusste systematische Personalpolitik mit Auszeichnung. Das Prädikat wird vom Landesfamilienrat Baden-Württemberg und den Arbeitgebern im Rahmen des Projekts familyNET verliehen.

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Ein gesundes Arbeitsumfeld und sichere Arbeitsplätze zu gewährleisten, gilt ZEISS als grundlegende Verpflichtung gegenüber seinen Mitarbeitern. Das gilt auch für Mitarbeiter von Fremdfirmen, die im Auftrag des Unternehmens handeln. ZEISS fördert die Gesundheit und Leistungsfähigkeit seiner Beschäftigten durch umfassende Arbeitsschutzmaßnahmen und arbeitsmedizinische Vorsorge. Das Unternehmen reduziert damit Compliance-Risiken und stellt die Produktivität sicher.

Leitlinien, Strukturen und Prozesse
Die Sicherheit am Arbeitsplatz und der Schutz der Gesundheit aller Beschäftigten sind sowohl im Stiftungsstatut als auch im ZEISS Verhaltenskodex als Grundsatz verankert. Verantwortlich für den Arbeits- und Gesundheitsschutz ist der Chief Financial Officer im Konzernvorstand. In allen ZEISS Einheiten tragen die jeweiligen Leiter die Verantwortung für die Arbeitssicherheit und damit für Entwicklung, Umsetzung, Auditierung und kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsschutzleistung sowie die Umsetzung von Gruppenvorgaben. Die Verantwortlichkeiten hinsichtlich Arbeits- und Gesundheitsschutz aller Mitarbeiter und Führungskräfte von ZEISS sind in einer Konzernrichtlinie, der sogenannten Corporate Standard Operating Procedure, beschrieben.

Ein zentraler Koordinator verantwortet das Thema Occupational Health and Safety (OHS) global. Alle Einheiten der ZEISS Gruppe sind dazu verpflichtet, einen OHS ­Officer schriftlich zu bestellen. Die Aufgaben des OHS ­Officers können entsprechend der lokalen Gesetzgebung unterschiedlich sein, umfassen aber immer die Beratung der Geschäftsführung und die Bewertung der Gefährdungen am Arbeitsplatz. Darüber hinaus sind alle ZEISS Mitarbeiter aufgerufen, sich aktiv für Arbeitssicherheit ein zu setzen und Gefährdungen an Vorgesetzte oder an die zuständigen OHS­ Officer zu melden. Entsprechende Schulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden dezentral von den Unternehmenseinheiten organisiert und liegen in der Verantwortung der jeweiligen Führungskraft.

Monatlich melden 57 Einheiten mit insgesamt mehr als 24.400 Beschäftigten die Statistiken zu Häufigkeit und Schwere von Arbeitsunfällen. Der OHS-Koordinator prüft die Statistik gemeinsam mit dem Leiter der Geschäftseinheit und dem verantwortlichen Mitarbeiter, der die Zahlen gemeldet hat. Diese Plausibilitätskontrolle dient dazu, die Qualität der Berichterstattung zu verbessern sowie das Thema Arbeitssicherheit stärker im Unternehmen zu verankern. Die Häufigkeit und Schwere von Arbeitsunfällen der Mitarbeiter, die außerhalb von Deutschland überwiegend in Verwaltung und Vertrieb beschäftigt sind, werden derzeit aufgrund des als geringer eingeschätzten Gefährdungspotenzials nicht erfasst. Das betriebliche Gesundheitsmanagement fördert ZEISS vor allem in Deutschland, doch bestehen auch an internationalen Stand orten einzelne Initiativen. Indem das Gesundheitsmanagement zu einem zeitgemäßen Arbeitsumfeld und guten Arbeitsbedingungen beiträgt, ist es auch ein wichtiges Argument bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften.

Ziele und Ergebnisse
Zentrales Ziel der ZEISS Gruppe ist die Reduzierung der Häufigkeit und Schwere von Arbeitsunfällen. Der Konzernvorstand hat als Ziel bis zum Ende des Jahres 2023 eine Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR) kleiner als 2,25 für alle Produktionseinheiten der ZEISS Gruppe vorgegeben. Im Geschäftsjahr 2018/19 lag die gemeldete LTIFR bei 3,82 (2017/18: 3,96) und es kam zu keinem Arbeitsunfall mit Todesfolge. Ein Großteil der Unfälle innerhalb der ZEISS Gruppe in Deutschland hat persönliches Verhalten wie beispielsweise die Missachtung von Arbeitsanweisungen oder fehlende Aufmerksamkeit als Ursache. Dieser Herausforderung begegnet ZEISS insbesondere durch Schulungen von Führungskräften sowie durch Informationskampagnen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter.

Die Ziele im Arbeits- und Gesundheitsschutz für die ZEISS Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2018/19 ergänzt. So sollen die internen Prozesse in Zukunft verstärkt standardisiert und vereinheitlicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im Geschäftsjahr 2018/19 mit der Implementierung einer ganzheitlichen Softwarelösung für das Arbeitsschutzmanagementsystem begonnen.

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.

Bei Fragen oder Anregungen zu Nachhaltigkeit bei ZEISS schreiben Sie uns gern: respons ibility @zeiss .com