Produkte und Wertschöpfungskette

Mit seinen Lösungen bringt ZEISS die Welt der Optik weiter voran und gestaltet den technologischen Fortschritt mit. Mit seiner Leidenschaft für Spitzenleistung schafft das Unternehmen Kundennutzen und inspiriert die Welt, Dinge neu zu sehen.

So vielfältig und hochspezialisiert wie die Produkte von ZEISS, so verschieden mit jeweils ganz unterschiedlichen Anforderungen die Kundengruppen – von Kliniken und Arztpraxen über Forschungslabore oder Technologieunternehmen bis hin zu Automobilherstellern und Endkonsumenten: Für alle bedeutet der Name ZEISS das Versprechen von Qualität, Innovation, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verantwortung. Und für viele steht der Name ZEISS auch für mehr Gesundheit und Lebensqualität.

Produktsicherheit und Produktentwicklung

Produkte und Lösungen in der Augenheilkunde sowie in der Neuro-/HNO-Chirurgie tragen zum medizinischen Fortschritt bei und unterstützen Ärzte auf allen Kontinenten, die Lebensqualität ihrer Patienten zu verbessern. Die Brillengläser von ZEISS bieten Menschen auf der ganzen Welt Sehkomfort. Und intelligente Messsysteme von ZEISS ermöglichen Effizienzsteigerungen in verschiedenen Branchen wie der Automobilindustrie oder der Luft- und Raumfahrt. So werden beispielsweise Komponenten des Antriebsstrangs in Fahrzeugen mit moderner Koordinatenmesstechnik auf Passgenauigkeit geprüft, um einen geringen Kraftstoffverbrauch zu gewährleisten. Produktverantwortung heißt für ZEISS aber nicht nur, dass die Produkte innovativ, wirksam und sicher sind. Dazu gehört auch die verantwortungsbewusste Gestaltung der Wertschöpfungskette vom Rohstofflieferanten bis hin zur Verwertung.

Leitlinien, Struktur und Prozesse

Sichere Produkte sind für ZEISS eine Selbstverständlichkeit. ZEISS hat den Anspruch, alle geltenden Gesetze zur Sicherheit von Produkten in Anwendung und Entsorgung konsequent umzusetzen. Bei der Produktentwicklung und der Produktion wird im Rahmen einer umfassenden Risikobewertung sichergestellt, dass alle notwendigen Maßnahmen vor Einführung eines neuen Produkts eingeleitet werden, um die Produkte für die Anwendung und Entsorgung sicher für Kunden und Dritte zu machen. Gebrauchsanweisungen und Schulungen helfen Anwendern dabei, die ZEISS Geräte sicher und erfolgreich zu nutzen.

Außerdem findet über eine kontinuierliche Marktbeobachtung eine Überprüfung möglicher Schwachstellen statt. ZEISS ist somit jederzeit in der Lage, auf Verbesserungspotenziale zu reagieren und gegebenenfalls bei Bedarf rasch Korrekturmaßnahmen durchzuführen. Das Thema Produktsicherheit und seine Bedeutung für den Unternehmenserfolg sind im Verhaltenskodex der ZEISS Gruppe verankert. Grundlage von Produktentwicklung, -gestaltung und -vertrieb sind alle anwendbaren länderspezifischen Gesetze und Richtlinien der jeweiligen Hauptmärkte von ZEISS unter Anwendung der zutreffenden Normen. Einzelne Fachexperten von ZEISS sind in deren Weiterentwicklung durch europäische und internationale Gremien oder Standardisierungsorganisationen aktiv involviert und bringen so auch neue Impulse in die Produktentwicklung bei ZEISS ein.

Innerhalb der ZEISS Gruppe wird über Vorgaben und deren Überwachung sichergestellt, dass Normen und Regeln eingehalten werden. Die Verantwortung für die Sicherheit der Produkte liegt bei den Vorständen beziehungsweise Geschäftsführern der einzelnen Gesellschaften und bei den von ihnen eingesetzten Sicherheitsbeauftragten mit Produktverantwortung. Sie müssen Strukturen, Ressourcen und Kompetenzen zur ordnungsgemäßen Umsetzung aller gesetzlichen Anforderungen bereitstellen. Weltweit gelten folgende Grundsätze.

  • Die Anforderungen an die Produktsicherheit sind in allen Phasen des Produktlebenszyklus zu berücksichtigen.
  • Das Kundenfeedback ist als Basis für die Produktverbesserung zu nutzen.
  • Durch eine kontinuierliche Marktüberwachung wird sichergestellt, dass die Produkte auch weiterhin den höchsten Sicherheitsanforderungen entsprechen.
  • Die Produktsicherheit ist für ausgewählte Produkte durch unabhängige Organisationen zu verifizieren.

Prozesse
Von zentraler Bedeutung ist der Prozess „Product and Solution Generation“. Zweck dieser Richtlinie ist es, die Mindestanforderungen an einen modernen Entwicklungsprozess für die ZEISS Gruppe zu definieren sowie bindende Mindestinhalte vorzugeben. Diese Mindestinhalte sind in Form einer Checkliste abgebildet. Ziel der konsequenten Ausrichtung des Entwicklungsprozesses ist es, die richtigen Produkte und Lösungen mit Blick auf Kundenerwartung, Kundennutzen, Qualität, Zeit und Kosten an die Kunden zu übergeben, um dadurch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil zu erreichen.

ZEISS Produkte werden nur nach der erfolgreichen Bearbeitung der oben genannten Felder und der dazugehörigen Anforderungen auf den Markt gebracht. ZEISS bemüht sich darüber hinaus kontinuierlich, die Umweltauswirkungen im Produktlebenszyklus zu reduzieren. In den verpflichtenden Checklisten gibt es dazu zwei Kategorien, die in der Entwicklung zu beachten sind: die Umweltleistung der Produkte sowie die Nachhaltigkeit über den gesamten Produktlebensweg. Der Ansatz für diesen produktintegrierten Umweltschutz, basierend auf den Umweltprinzipien des Unternehmens, ist eine Verpflichtung für ein striktes Prozessmanagement. Somit wird sichergestellt, dass alle ZEISS Produkte die geltenden Umweltvorschriften und Richtlinien erfüllen. Insbesondere wird darauf geachtet, dass

  • Rohstoffe und Materialien verwendet werden, die für die menschliche Gesundheit und die Umwelt unbedenklich sind,
  • bei der Herstellung und bei der Verwendung der Produkte so wenig Abwasser, Abfall und Emissionen wie möglich entstehen.

Ziele und Ergebnisse

ZEISS Produkte dürfen die Sicherheit und Gesundheit von Verwendern nicht gefährden. Um dies sicherzustellen, werden die dazu anzuwendenden Anforderungen umgesetzt und wo erforderlich notwendige Genehmigungen für das Inverkehrbringen der Produkte eingeholt. Durch die Zertifizierung relevanter Produkte durch unabhängige Prüfstellen wird ein hoher Sicherheitsstandard erreicht.

Überarbeitete Mindestregeln zur weiteren Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den Produktentstehungsprozess sind seit 1. Oktober 2018 für die Entwicklung aller ZEISS Produkte verbindlich.

Viele der strategischen Geschäftsbereiche von ZEISS haben in den vergangenen Jahren von Einweg- auf Mehrwegverpackungen für ihre Produkte umgestellt. Am häufigsten wird die Mehrwegverpackung für Produkte aus den Sparten Industrial Quality & Research und Semiconductor Manufacturing Technology für Lieferungen an Kunden innerhalb Europas genutzt.

Beschaffung und Lieferantenmanagement

Aufgrund des hohen Wertschöpfungsbeitrags in der Lieferkette ist die Beschaffung ein Schlüsselprozess für den langfristigen Erfolg der ZEISS Gruppe. Die weltweit vertretenen lokalen Einkaufsorganisationen beziehen sowohl Produktions- als auch Nichtproduktionsmaterialien von lokalen und internationalen Lieferanten. Die sich konstant entwickelnde Lieferantenbasis umfasst mehr als 6.000 Lieferanten aus verschiedenen Ländern. Mehr als 50 Prozent des gesamten Einkaufsvolumens generierten ZEISS Geschäftseinheiten bei rund 650 Hauptlieferanten, die geografisch wie folgt verteilt sind: EMEA 73 Prozent, APAC 14 Prozent, Americas 12 Prozent.

Leitlinien, Strukturen und Prozesse

Das Unternehmen arbeitet mit seinem weltweiten Lieferantennetzwerk zusammen, um negative Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit zu verringern. Hierzu nutzt ZEISS einen risikobasierten Ansatz, um Lieferanten systematisch bezüglich Nachhaltigkeitsaspekten zu steuern. So spielen bei der Auswahl von und der Zusammenarbeit mit den Lieferanten ökologische und soziale Aspekte eine wichtige Rolle. Denn in komplexen Lieferketten stellen Umweltverschmutzung, unzureichende Arbeitssicherheitsstandards, Menschenrechtsverletzungen, Kinder- oder Zwangsarbeit potenzielle Risiken dar, denen ZEISS begegnen will. Um dem eigenen Anspruch zu genügen und die Erwartungen von Kunden, Mitarbeitern und Gesellschaft zu erfüllen, wirkt ZEISS aktiv auf die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards bei Lieferanten hin.

Als Mindeststandards für Menschenrechte, Gesundheit und Sicherheit, Umweltschutz sowie Unternehmensethik gelten für ZEISS Lieferanten die Bestimmungen des international anerkannten Verhaltenskodex der Responsible Business Alliance (RBA). Der RBA-Verhaltenskodex orientiert sich an den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) und an internationalen Menschenrechtsstandards wie jenen der International Labour Organization (ILO). ZEISS erwartet von allen Lieferanten, die in einer direkten geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen, dass sie die Mindeststandards des Kodex erfüllen. Die strategisch wichtigen Lieferanten außerhalb von ZEISS, die zusammen für rund 50 Prozent des externen Einkaufsvolumens von ZEISS stehen, müssen den RBA-Verhaltenskodex oder einen vergleichbaren Kodex anerkennen, befolgen und die Standards an ihre Sublieferanten und Kontraktoren weitergeben. Die Einhaltung des Kodex wird durch bedarfsorientierte Bewertungen und Audits überprüft. Grundsätzlich geht ZEISS keine Geschäftsbeziehungen ein, wenn Mängel bezüglich der Einhaltung von Menschenrechten festgestellt werden.

Um das Thema Menschenrechte weiter im Unternehmen zu verankern, hat ZEISS eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus dem Supplier-Sustainability-Team, der Konzernfunktion Human Resources und Nachhaltigkeitskoordinatoren ins Leben gerufen. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung von Konzepten zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans (NAP) Wirtschaft und Menschenrechte und achtet darauf, dass diese mit gesetzlichen Anforderungen wie dem britischen Modern Slavery Act im Einklang stehen. Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Lieferkette wird durch das Supply-Chain-Expert-Panel begleitet, das sich aus Vertretern des Lieferantenmanagements der strategischen Geschäftsbereiche zusammensetzt. Das ebenfalls auf Konzernebene angesiedelte Supplier-Sustainability-Team bündelt verschiedene Aktivitäten zur Integration von Nachhaltigkeitsaspekten im Supply-Chain-Management, treibt ihre Weiterentwicklung voran und unterstützt die Umsetzung in allen strategischen Geschäftsbereichen.

Prozesse
Im Rahmen eines risikobasierten Ansatzes sind nachhaltigkeitsrelevante Themen Bestandteil des Lieferantenmanagementprozesses.

  • Die Auswahl neuer Lieferanten erfolgt auf Basis einer Selbstauskunft, die Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Energieeffizienz sowie die Anerkennung des RBA-Verhaltenskodex berücksichtigt. Zusätzlich ist die Einhaltung von RBA-Anforderungen auch Bestandteil von vertraglichen Vereinbarungen.
  • Bei Lieferanten mit signifikantem Anteil an der Wertschöpfung von ZEISS findet unter Berücksichtigung einer ergänzenden Risikoeinschätzung ein sogenanntes Lieferantenaudit vor Ort statt. Das Ziel: bestehende und zukünftige Partner besser kennenlernen sowie mögliche Schwachstellen in der Lieferkette entdecken und beheben.
  • Hauptlieferanten werden einer jährlichen Bewertung unterzogen, die Kriterien zu Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Energiemanagement beinhaltet. Die Ergebnisse werden mit den Lieferanten besprochen, um Maßnahmen zur Weiterentwicklung zu definieren. Seit 2012 sind Aspekte wie Arbeitssicherheit, Brandschutz sowie Umweltmanagement Teil von bereichsübergreifenden Lieferantenqualitätsaudits.
  • Unter Berücksichtigung von etablierten Risikoindizes sowie dem jährlichen Einkaufsvolumen werden Hauptlieferanten dahin gehend bewertet, ob mögliche Nachhaltigkeitsrisiken bestehen. Jene mit erhöhtem Risiko werden vor weiteren Aktivitäten umfassend durch ein Medienscreening und eine ergänzende Risikoeinschätzung bewertet. So können weitere Schritte definiert werden, wie beispielsweise die Durchführung einer Nachhaltigkeitsselbstbewertung oder eines Audits vor Ort. Bei unzureichender Übereinstimmung mit den Nachhaltigkeitsanforderungen von ZEISS werden Maßnahmenpläne vereinbart, deren Umsetzung vom Unternehmen geprüft und begleitet wird.

Im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht hat ZEISS auch für den Umgang mit Konfliktmineralien einen angemessenen Prozess zur Identifizierung und Bewertung von Risiken in der Lieferkette etabliert und stützt sich in der Kommunikation mit relevanten Lieferanten auf die weltweit anerkannte Vorlage der Responsible Minerals Initiative (ehemals Conflict-Free Sourcing Initiative).

Ergebnisse
Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde eine standardisierte Bewertung durchgeführt, um das Nachhaltigkeitsrisiko der 650 Hauptlieferanten zu bestimmen. Als Vorbereitung für mögliche Vor-Ort-Audits werden Lieferanten, die bei der Ersteinstufung als besonders kritisch gelten, zukünftig aufgefordert, einen Nachhaltigkeitsfragebogen auszufüllen, den Sustainability Supplier Self-Assessment Questionnaire. Um Risiken hinsichtlich moderner Sklaverei in der Lieferkette systematischer zu identifizieren, wurde außerdem die Verwendung des standardisierten Fragebogens STRT (Slavery & Trafficking Risk Template) pilotiert.

Anhand der durchgeführten Risikobewertung und – klassifizierung hat ZEISS im Berichtsjahr sechs Lieferanten identifiziert und vor Ort Nachhaltigkeitsaudits durch ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Ländern durchgeführt. Es handelte sich um ein Nachfolgeaudit in Deutschland und um fünf Initialaudits in Asien. Abweichungen wurden insbesondere im Bereich der Arbeitssicherheit und bei der Transparenz bezüglich Arbeitsbedingungen festgestellt. Diese wurden über einen Korrekturmaßnahmenplan bearbeitet.

Um Lieferanten und Schlüsselfunktionen im Supply-Chain-Management für Nachhaltigkeitsthemen zu sensibilisieren und zu Anforderungen zu schulen, hat ZEISS ein E-Learning zum RBA-Verhaltenskodex entwickelt. Dieses wurde im Oktober 2018 auf der auch für Lieferanten zugänglichen ZEISS Lernplattform verfügbar gemacht.

Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden ZEISS keine Verstöße oder Beschwerden in Bezug auf Menschenrechte in der Lieferkette bekannt. Alle Stakeholder sind aufgefordert, Verdachtsfälle zu melden.

Konfliktmineralien

ZEISS unterstützt die Zielsetzung der Section 1502 des amerikanischen Dodd-Frank Acts, die zum Ziel hat, die Finanzierung und Begünstigung von bewaffneten Gruppen in der Demokratischen Republik Kongo oder den angrenzenden Staaten durch den Handel mit sogenannten Konfliktmaterialien zu unterbinden.
Zu den Konfliktmineralien zählen

  • Columbit-Tantalit (Rohstoff zur Tantalgewinnung)
  • Kassiterit (Zinnstein)
  • Gold
  • Wolframit (Rohstoff zur Wolframgewinnung)
  • Mischformen dieser Mineralien.

ZEISS hat hierzu einen angemessenen Prozess zur Identifizierung und Überwachung der relevanten Lieferanten etabliert.

ZEISS fordert von seinen Lieferanten die Implementierung von Maßnahmen, um sicher zu stellen, dass den sich aus dem Dodd-Frank Act ergebenden Anforderungen hinsichtlich der Verwendung von Konfliktmineralien entsprochen wird und die an ZEISS gelieferten Materialien keine Konfliktmaterialien enthalten, welche direkt oder indirekt bewaffnete Gruppen in der Demokratischen Republik Kongo oder den angrenzenden Staaten finanzieren oder begünstigen.  

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.

Bei Fragen oder Anregungen zu Nachhaltigkeit bei ZEISS schreiben Sie uns gern: respons ibility @zeiss .com