Umwelt

Wirksamer Umwelt- und Klimaschutz sowie der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen sind für die ZEISS Gruppe zentrale Anliegen. Durch die Einhaltung höchster Standards sieht ZEISS Potenziale sowohl für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit als auch für Innovationen und Kostenoptimierungen.

Als verantwortungsbewusstes Unternehmen handelt ZEISS nach dem Vorsorgeprinzip: Wo immer es möglich ist, sind Umweltbelastungen zu vermeiden. Ein wesentlicher Hebel für Umweltschutz und Ressourcenschonung ist der effiziente Einsatz von Materialien und Energie – von der Produktentwicklung über Fertigung und Vertrieb bis hin zur Anwendung bei Kunden. Da sich jede Reduktion des Energieverbrauchs in sinkenden CO2-Emissionen niederschlägt, trägt ZEISS damit auch zum Klimaschutz bei.

Effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen

Bei der Herstellung verschiedener Produkte werden Rohstoffe, Halbfabrikate und Vorprodukte sowie Energie und Wasser eingesetzt. Dabei entstehen Emissionen, Abwasser sowie Stoffe, die im weiteren Produktionsprozess nicht mehr verwendet werden können. Mit der Nutzung natürlicher Ressourcen sind auch gewisse Risiken verbunden, wie zum Beispiel eine Verknappung benötigter Rohstoffe oder negative Umweltauswirkungen bei Abbau, Verarbeitung und Entsorgung von Materialien. Zudem können steigende Preise für Energie, Materialien oder Abfallentsorgung die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.

Deshalb optimiert ZEISS seine Geschäftsprozesse unter ökologischen und ökonomischen Aspekten und gestaltet sie so, dass immer weniger Ressourcen benötigt werden. Auch bei der Produktentwicklung werden Umweltaspekte berücksichtigt, um nachsorgende Aktivitäten weitgehend überflüssig zu machen.

Leitlinien, Strukturen und Prozesse

Um auf eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung hinzuwirken, hat ZEISS bereits 1998 weltweit geltende Umweltleitsätze erarbeitet. Zu deren Umsetzung wird ein Umweltmanagementsystem gemäß dem internationalen Standard ISO 14001:2015 betrieben. Die Anforderungen an die Umweltleistung sind in einer internen Richtlinie zum Umweltschutz festgelegt, die von allen ZEISS Einheiten weltweit verbindlich einzuhalten und anzuwenden ist. Potentielle und tatsächliche Auswirkungen verschiedener Umweltaspekte – unter anderem Abfall, Boden- und Gewässerschutz sowie Luftreinhaltung – werden mithilfe eines festen Analyserasters bewertet. Abhängig vom Ergebnis werden gegebenenfalls Maßnahmen zur Minimierung der Umweltauswirkungen festgelegt.

Die Gesamtverantwortung für die Umsetzung des Umweltmanagementsystems der ZEISS Gruppe trägt der Chief Financial Officer der Carl Zeiss AG. Auf Konzernebene wurde zudem ein Umweltbeauftragter berufen, der gemeinsam mit den Verantwortlichen der Standorte Geschäftseinheiten dabei unterstützt, geeignete Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen. Zum Stichtag 30. September 2019 waren 31 Geschäftseinheiten an 15 Produktionsstandorten der ZEISS Gruppe von externen Prüfern nach ISO 14001:2015 zertifiziert (Geschäftsjahr 2017/18: 32 Geschäftseinheiten und 16 Produktionsstandorte).

An acht ZEISS Standorten in Ländern wie China, den USA und Deutschland ist ein betriebliches Vorschlagswesen etabliert. Die von Mitarbeitern eingereichten Ideen werden nach Machbarkeit, Effektivität und Effizienz bewertet. Als relevante Ideen wertet ZEISS beispielsweise Vorschläge zur Energieeinsparung und Verbesserung der Energieeffizienz, zur Einsparung beim Materialeinsatz und zur Substitution schädlicher Chemikalien sowie zur allgemeinen Effizienzsteigerung der Fertigungsprozesse. Mitarbeiterideen, welche die von ZEISS festgelegten Kriterien erfüllen, werden durch eine kleine finanzielle Anerkennung honoriert und oft auf lokaler Ebene ausgezeichnet. Ein Beispiel des strategischen Geschäftsbereichs Consumer Products aus dem Berichtsjahr ist die Umstellung des Fertigungsverfahrens von Betriebsmitteln von Zerspanung auf 3D-Druck. Hierdurch konnten rund 12.000 kWh an elektrischem Strom und 6,6 Tonnen CO2 im ersten Jahr eingespart werden.

Der „Arbeitskreis Umweltschutz“ der ZEISS Gruppe sorgt seit vielen Jahren erfolgreich für den Austausch von Informationen und Best Practices zwischen den deutschen Standorten. Er trifft sich mindestens einmal jährlich, seit seiner Gründung fanden 27 Sitzungen statt. An diesen nehmen Beauftragte für das integrierte Managementsystem, Umweltbeauftragte, Umweltkoordinatoren, Vertreter der Fachabteilungen für Abfallwirtschaft, Abwassertechnik und Haustechnik, Gefahrgutbeauftragte sowie Fachkräfte für Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit (EHS) teil. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2018/19 eine bereichsübergreifende Fachgruppe zu nachhaltiger Produkt- und Prozessentwicklung gebildet, die sich im November 2018 erstmals traf. Ziel ist es, Ansätze zu entwickeln, um Nachhaltigkeitsaspekte wie Energie­ und Ressourceneffizienz stärker in Entwicklungsprozesse zu integrieren.

Wasser und Abwasser

Wasser wird zum überwiegenden Teil aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung entnommen und für Fertigungs- und Reinigungsprozesse, als Kühlwasser oder als Sanitärwasser eingesetzt. Die prozessbedingt anfallenden Abwässer werden in eigenen Abwasserbehandlungsanlagen gereinigt und anschließend in die kommunalen Systeme eingeleitet. Die Qualitätsstandards sind durch lokale Wasser- und Abwassergesetze festgelegt. Regelmäßige interne Kontrollen garantieren die strenge Einhaltung dieser Standards. Bei Abweichungen werden entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

Materialien

Bei der Auswahl und dem Einsatz von Rohstoffen, Technologien und Produktionsverfahren berücksichtigt ZEISS deren Umweltverträglichkeit. Als Unternehmen der Optik und Optoelektronik nutzt die ZEISS Gruppe vorwiegend Materialien und Fertigungsverfahren, deren Auswirkungen auf die Umwelt eher gering sind und deren Handhabung gut kontrollierbar ist. Materialien mit Gefährdungspotenzial werden wo möglich durch weniger problematische Stoffe ersetzt. Bei der Materialauswahl ist darüber hinaus die Wiederverwertbarkeit ein wichtiges Kriterium, um Materialkreisläufe zu schließen und somit dem Gedanken der Ressourceneffizienz Rechnung zu tragen. Abfälle, die sich weder vermeiden noch verwerten lassen, werden sachgerecht entsorgt. Hier wählt ZEISS den umweltschonendsten Weg, der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten vertretbar ist. Um neue Ansätze der Ressourceneffizienz voranzubringen, unterstützt ZEISS seit 2017 den Think Tank „Industrielle Ressourceneffizienz“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) für eine Dauer von vier Jahren.

Abfall

Die ZEISS Gruppe betreibt ein Abfallmanagement, mit dem Abfälle grundsätzlich vermieden, minimiert bzw. verwertet werden sollen. Dies wird bereits bei der Produktions- und Verfahrensplanung berücksichtigt. Alle Führungskräfte sind aufgefordert, darauf hinzuwirken. Ist es nicht möglich, Abfälle zu vermeiden oder wiederzuverwenden, strebt das Unternehmen an, diese energetisch zu verwerten. Nur wenn dies nicht möglich ist, werden Abfälle entsorgt.

Ziele und Ergebnisse

Für den Wasserverbrauch und das Abfallaufkommen wurden 2018 mit dem Vorstand der ZEISS Gruppe spezifische Reduktionsziele bis zum Geschäftsjahr 2019/20 vereinbart: Relativ zur eigenen Wertschöpfung sollen der Wasserverbrauch um 40 Prozent und das Abfallaufkommen um 30 Prozent sinken. Basisjahr ist jeweils das Geschäftsjahr 2009/10.

In den vergangenen Jahren konnte ZEISS den Wasserverbrauch relativ zur eigenen Wertschöpfung (als Summe aus EBITDA und Personalaufwand) erfolgreich reduzieren. Dies ist auf eine konsequente Mehrfachnutzung von Wasser bei Spülprozessen sowie durch anlageninterne Kreislaufführung in Fertigungs­, Reinigungs- und Kälteanlagen zurückzuführen.

Am ZEISS Mass Manufacturing Standort in China konnte unter anderem durch den Einsatz von Wasser-Kreislaufsystemen die Abwassermenge im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017/18 um rund 100.000 m3 reduziert werden.

Da konsequente Abfallvermeidung bei ZEISS – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen – eine hohe Priorität hat und entsprechende Maßnahmen eingeleitet wurden, ließ sich das wertschöpfungsbezogene Abfallaufkommen in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich reduzieren.

Im Geschäftsjahr 2018/19 sind das relative und das absolute Abfallaufkommen unter anderem wegen laufender Baumaßnahmen angestiegen. Durch die Optimierung der Pucks für die Brillenglasproduktion war es möglich, im Geschäftsjahr 2018/19 mehr als 50 Tonnen Plastikabfall zu vermeiden. Parallel zu dem ressourceneffizienten Produktionsverfahren werden Betriebsstoffe, wo es möglich ist, zurückgewonnen. Ein Beispiel hierfür ist die Rückgewinnung von 30 Tonnen Kühlschleifmittel pro Jahr, das bei der Oberflächenbearbeitung von Brillengläsern verwendet wird.

Alle nach ISO 14001 zertifizierten Unternehmenseinheiten setzen sich im Rahmen ihrer Umweltprogramme bereichsspezifische Ziele zur Verbesserung ihrer Umweltleistung. Diese Ziele leiten sich aus den spezifischen Gegebenheiten (zum Beispiel Produkte und Prozesse) der jeweiligen Unternehmenseinheit ab. Die Zielerreichung in den Einheiten unterliegt einem jährlichen Review.
 

Zielsetzung

Ziel bis GJ 2019/20*

Erreichte Reduktion im GJ 2018/19*

Reduzierung (relativer) Wasserverbrauch

40 %

45 % 

Reduzierung (relatives) Abfallaufkommen

30 %

34 %

* Relative Veränderung zum Basisjahr 2009/10

Kennzahlen

Die Kennzahlen für Wasser und Abfall werden bei ZEISS weltweit erfasst und konsolidiert. Sie umfassen alle wesentlichen Produktionsstandorte der ZEISS Gruppe (61 Standorte unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen Tätigkeiten). Die folgenden Darstellungen zeigen die Werte der vergangenen Geschäftsjahre in Relation zur Wertschöpfung* sowie die prozentuale Veränderung seit dem Geschäftsjahr 2009/10.

* Die Wertschöpfung von ZEISS wird definiert als Summe von Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) und Personalaufwand.

Klimaschutz bei ZEISS

Dem Klimawandel und seinen Folgen zu begegnen, ist eine der dringlichsten Aufgaben der Gegenwart. ZEISS erkennt das im Pariser Klimaabkommen formulierte globale Ziel, die Klima-erwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten, an und hat dementsprechend eigene Maßnahmen abgeleitet. Dazu wurde im Geschäftsjahr der Status Quo analysiert, um die wichtigsten Einflussfaktoren zur Reduktion von CO2-Emissionen zu identi-fizieren.

Die mit dem Klimawandel verbundenen potenziellen Auswirkungen und Chancen werden darüber hinaus im Rahmen des Risikomanagements regelmäßig bewertet. Dazu gehören insbesondere potenzielle Auswirkungen des Emissionshandels, Vorhaben zur Einführung einer CO2-Steuer sowie weitere regulatorische Entwicklungen. Aber auch potenzielle physische Auswirkungen wie beispielsweise durch extreme Wetterereignisse, die sowohl eigene Standorte als auch die von Lieferanten betreffen könnten, werden betrachtet.

Darüber hinaus beteiligte sich ZEISS im Geschäftsjahr 2018/19 erneut an der Klimaberichterstattung des CDP (vormals Carbon Disclosure Project). Dafür wurde der Prozess zur Erhebung der Energie- und Emissionsdaten weiter verbessert. Für seine Berichterstattung im Geschäftsjahr 2018/19, die auch eine finanzielle Bewertung der Risiken und Chancen enthält, wurde ZEISS von CDP auf einer Skala von A bis D mit „B“ bewertet (2017/18: „B“). Ziel ist es, dieses hohe Niveau in Zukunft zu halten. Die Ergebnisse sind unter www.cdp.net öffentlich zugänglich.

Leitlinien, Strukturen und Prozesse

Die energiebezogenen Leistungskennzahlen auch bei steigenden Produktionsmengen stabil zu halten oder zu verbessern, ist Aufgabe des ZEISS Energiemanagements. Alle Standorte der ZEISS Gruppe in der Europäischen Union sind nach der international gültigen Norm zum Energiemanagement ISO 50001 zertifiziert. Jede dieser Einheiten hat einen Energiemanager benannt, der für die ständige Verbesserung der energiebezogenen Leistung verantwortlich ist.

Im Fokus stehen alle (Produktions-) Prozesse im Betrieb, Maschinen, Anlagen, Betriebsmittel sowie Gebäude und Infrastruktur.

Ziele und Ergebnisse

Der Vorstand hat beschlossen, dass der Energiebezug von ZEISS bis 2022 auf CO2-Neutralität umgestellt werden soll. Zukünftig soll dies beispielsweise durch den Einkauf von nachweisbar „grünem“ Strom sowie die Kompensation von Emissionen, die nicht vermieden werden können, erreicht werden. Darüber hinaus wurde eine Überarbeitung der Reiseregelungen zur Bevorzugung klimaschonender Verkehrsmittel und zur Kompensation von Flugreisen ab dem Geschäftsjahr 2019/20 vorgenommen. Die im März 2018 mit dem Vorstand der ZEISS Gruppe vereinbarten spezifischen Reduktionsziele - von 50 Prozent für CO2-Emissionen und 50 Prozent für den Energieverbrauch relativ zur eigenen Wertschöpfung (als Summe aus EBITDA und Personalaufwand) bis zum Geschäftsjahr 2019/20 - behalten ihre Gültigkeit. Basisjahr ist jeweils das Geschäftsjahr 2009/10.

Seit 2018 verwendet der ZEISS Produktionsstandort in Brasilien Strom aus erneuerbaren Quellen für die Produktion der Brillengläser. Insgesamt wurden rund 10.600 MWh erneuerbare Energie bezogen. Dies entspricht dem Energieverbrauch von ca. 3.400 europäischen Familien in einem Jahr. An verschiedenen Standorten wurden zudem Wärmetauscher installiert, um Abwärme aus der Fertigung zum Beispiel für Heizprozesse nutzbar zu machen. An einem Standort konnte durch die Einführung eines 3D-Druckverfahrens zur Fertigung von Betriebsmitteln eine erhebliche Menge Energie im Vergleich zum bisherigen Zerspanungsverfahren eingespart werden.

 

Zielsetzung

Ziel bis GJ 2019/20*

Erreichte Reduktion im GJ 2018/19*

Reduzierung (relative) 
CO-Emissionen (Scope 1 und 2)

50 %

52 % 

Reduzierung (relativer)
Energieverbrauch

50 %

52 %

* Relative Veränderung zum Basisjahr 2009/10

Kennzahlen

Die Kennzahlen für Energie und CO2-Emissionen werden bei ZEISS weltweit erfasst und konsolidiert. Sie umfassen alle wesentlichen Produktionsstandorte der ZEISS Gruppe (61 Standorte unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen Tätigkeiten). Die CO2-Emissionen werden nach Standard ISO 14064-1 erfasst, der das Greenhouse Gas Protocol berücksichtigt.

Die folgenden Darstellungen zeigen die Werte der vergangenen Geschäftsjahre in Relation zur Wertschöpfung* sowie die prozentuale Veränderung seit dem Geschäftsjahr 2009/10.

* Die Wertschöpfung von ZEISS wird definiert als Summe von Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) und Personalaufwand.

** Ab dem Geschäftsjahr 2017/18 erfolgt die Darstellung der Scope 1- und Scope 2-Emissionen getrennt. Die Emissionen wurden mit aktuellen Emissionsfaktoren gemäß der VDA-Liste (Stand Januar 2018) berechnet.

Umwelt-Compliance

Die strikte Einhaltung aller relevanten Gesetze weltweit sowie inter-nationaler und nationaler Standards und Richtlinien ist die Grundlage des täglichen Wirtschaftens bei ZEISS. Sie ist außerdem Voraussetzung dafür, das gegebene Qualitätsversprechen einzuhalten und ist daher eine zentrale Verpflichtung gegenüber allen Stakeholdern.

Leitlinien, Strukturen und Prozesse

Für die Einhaltung von umweltrelevanten Gesetzen, behördlichen Genehmigungsvorgaben und sonstigen umweltrelevanten Anforderungen sind Umweltverantwortliche auf Standortebene zuständig. Diese stellen sicher, dass die entsprechenden Verordnungen und Vorgaben im Managementsystem hinterlegt sind. Wenn Handlungsbedarf besteht, müssen die Umweltverantwortlichen entsprechende Vorkehrungen treffen, beispielsweise durch den Erlass standortspezifischer Verfahrens- und Arbeitsanweisungen.

Ob alle rechtlichen Anforderungen eingehalten werden, wird regelmäßig durch interne und externe Audits sowie durch Compliance-Checks geprüft. Werden durch die Auditierung Verbesserungsbedarfe identifiziert, realisiert ZEISS diese mit der Festlegung konkreter Maßnahmen. Eine zeitnahe Umsetzung dieser Maßnahmen stellt oftmals eine Herausforderung dar, der das Unternehmen mit der klaren Festlegung von Verantwortlichkeiten und Fristen begegnet. Die Umsetzung der Maßnahmen wird zudem in regelmäßigen Folgeaudits überprüft. Die Ergebnisse fließen außerdem in die jährlichen Managementreviews ein. Auch von Geschäftspartnern, die als Lieferanten oder Dienstleister direkt mit ZEISS und seinen Werken in Verbindung stehen, wird die Einhaltung umweltbezogener Gesetze und Verordnungen sowie der internen Richtlinien erwartet. Die Umsetzung diesbezüglicher vertraglicher Vereinbarungen wird sowohl bei geplanten als auch bei anlassbezogenen Audits vor Ort überprüft.
 

Chemikalienmanagement

Durch ein wirksames Chemikalienmanagement gewährleistet ZEISS den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen und Gefahrgütern in der gesamten Prozesskette und wahrt damit den Schutz von Mitarbeitern und Umwelt. Verantwortlich für den sicheren Umgang mit Chemikalien sind die für den Betrieb der Anlagen zuständigen Mitarbeiter, die von Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Umweltschutzbeauftragten der Standorte unterstützt werden. Grundlage des unternehmensweiten Informationssystems zu den eingesetzten Gefahrstoffen bilden eine Stoffdatenbank und Gefahrstoffverzeichnisse. Damit stellt ZEISS sicher, dass nur solche Chemikalien eingesetzt werden, die nach REACH (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals) für die Europäische Union (EU) registriert sind und eingesetzt werden dürfen. Es wird zudem streng darauf geachtet, dass möglichst keine Stoffe zum Einsatz kommen, die als besonders besorgniserregend deklariert wurden.

Sicherheitsdatenblätter informieren die Anwender über den sicheren Umgang mit chemischen Produkten und helfen so, eine umweltschutz- und sicherheitsgerechte Arbeitsweise sicherzustellen. ZEISS verpflichtet seine Lieferanten, die jeweils aktuellen Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung zu stellen. Vor der Einführung neuer Gefahrstoffe achtet ZEISS darauf, dass die Lieferanten die Verbots- und Deklarationsliste beachten, die in einer Werksnorm niedergelegt ist, und fordert entsprechende Konformitätsbescheinigungen an.

Stoffbeschränkungen

Für die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe in Elektro-und Elektronikgeräten (Restriction of Hazardous Substances, RoHS) hat ZEISS im Jahr 2005 die gesetzlichen Vorschriften mit einer Software zur Kontrolle der relevanten Chemikalien implementiert, die seither alle strategischen Geschäftsbereiche nutzen. Lieferanten müssen bestätigen, dass gelieferte Materialien, Stoffe und Gemische konform mit den Richtlinien, Gesetzen und Verordnungen sind. Dazu werden die Lieferanten aufgefordert, Konformitätsbescheinigungen zu übermitteln. Sie sind Voraussetzung für Produktfreigaben im Rahmen des CE-Konformitätsbewertungsprozesses. Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller oder Inverkehrbringer, dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt. Die Konformität wird erst bescheinigt, wenn zu allen Positionen einer Produktstückliste Konformitätsbescheinigungen vorliegen. Im Zweifelsfall führt ZEISS eine eigene chemische Untersuchung der zugelieferten Teile durch.

Entsorgung

Moderne Technologien bestehen aus einer komplexen Mischung von Materialien und Komponenten. Bei unsachgerechter Entsorgung können diese aufgrund der möglicherweise gefährlichen Inhalte große Umwelt- und Gesundheitsprobleme verursachen. ZEISS hat entsprechend den Anforderungen der EU-Richtlinie WEEE, die Rücknahme, Verwertung und Recycling von Elektro- und Elektronikaltgeräten regelt, mit einem Entsorger einen EU-weiten Vertrag abgeschlossen, um eine rechtskonforme Entsorgung sicherzustellen. Das Unternehmen ist in allen EU-Ländern als Inverkehrbringer von Elektro- und Elektronikgeräten registriert.

Ziele

Oberstes Ziel ist das rechtssichere Betreiben von Anlagen. Damit verbunden sind die Ziele eines vorbeugenden Notfallmanagements sowie die vorbeugende Instandhaltung, die Nachrüstungskosten spart.