Vision First Welttag des Sehens 2019

Gutes und gesundes Sehen weltweit – dieses Ziel hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesetzt. Jedes Jahr macht der Welttag des Sehens darauf aufmerksam, dieses Jahr unter dem Motto „Vision First“. ZEISS unterstützt dieses Ziel mit starken Partnern und weltweiten Initiativen.

Frühe Diagnose für gutes Sehen Im Gespräch mit der Augenärztin Dr. Tumenjargal Lkhagvatsere, ICO-Fellow

Warum ist der Welttag des Sehens so wichtig?

Laut der Vision 2020 sind weltweit 36 Millionen Menschen blind und 270 Millionen haben schwere Refraktionsprobleme. Dies sind alarmierende Zahlen, auf die der Welttag des Sehens aufmerksam machen möchten.

Wie ist die Situation in Ihrem Heimatland, der Mongolei?

In der Mongolei sind 30 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre und ein Großteil der Kinder hat eine Sehschwäche. Die Augen der Kinder entwickeln sich bis ins Alter von sechs Jahren. Augenuntersuchungen im frühen Kindesalter sind daher wichtig, um Refraktionsprobleme frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Wenn es uns gelingt, Sehschwächen bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr zu diagnostizieren und zu versorgen, wäre das ein wichtiger Schritt hin zu besserem Sehen.

Augenärztin Dr. Tumenjargal Lkhagvatsere, ICO-Fellow

Was kann jeder Einzelne für gutes Sehen tun?

Stellen Sie sich vor, Sie tragen einen ganzen Tag lang zehn Kilogramm Gewichte mit Ihren Händen. Am Ende des Tages werden Ihre Hände und Arme wehtun. Genauso geht es unseren Augen. Denn heute arbeiten wir vermehrt am Computer, wir schauen häufiger Fernsehen und das Smartphone ist unser ständiger Begleiter.

Unsere Augen müssen sich viel mehr anstrengen, weil wir alles aus der Nähe anschauen. Unsere Augenmuskeln benötigen Zeit für Entspannung. Was kann also jeder Einzelne für gutes Sehen tun? Ändern Sie Ihren Lebensstil und nehmen Sie sich Zeit, öfter in die Ferne zu schauen, denn so können sich Ihre Augen entspannen.

Unsere Augen – ein Wunder der Natur

Unsere Augen bestehen aus vielen einzelnen Elementen, wie der Pupille, der Augenlinse und der Netzhaut.

> 80 Prozent

unseres sensorischen Inputs erhalten wir über die Augen. 1

2,5 Milliarden

Menschen haben derzeit keinen Zugang zur Augenheilkunde. 2

625 Millionen

Menschen müssen mit Sehstörungen oder der Gefahr der Erblindung leben. Grund ist die meist unzureichende augenmedizinische Versorgung vor Ort. 3


Langfristige Initiativen. Starke Partner. Verschiedene langfristige Initiativen mit starken Partnern haben sich das Ziel gesetzt, diesen Zustand zu verbessern.

Aufbau eines Optician Centers in Uganda

Wer über die Ursachen von fehlender Versorgung mit Brillen in Schwellen- und Entwicklungsländern nachdenkt, stößt immer wieder auf einen entscheidenden Grund: den Mangel an Fachkräften für Sehtests und Brillenanpassung vor Ort. Während in Europa ein Augenoptiker oder Optometrist auf 6.000 bis 9.000 Einwohner kommt, ist beispielsweise das Verhältnis in Uganda 1:250.000. Im Alltag bedeutet das, dass viele Menschen keinen Zugang zu einem Sehtest oder einer Augenuntersuchung haben. Und es bedeutet meist auch, dass sie einer Sehkorrektion oder dem Tragen einer Brille unwissend oder skeptisch gegenüberstehen.

Mit der Einrichtung des Optician Center in Kyamulimbwa, Uganda will der Entwicklungsdienst Deutscher Augenoptiker (EDA) direkt vor Ort, unterstützt durch Augenoptiker und ZEISS, Abhilfe schaffen. Seit August 2019 lernen acht Kandidaten das Handwerk der Augenoptik. "In einem großzügig gestalteten Gebäude ist eine sehr gut aufgestellte Werkstatt eingerichtet", berichtet Marc Harder, der als Augenoptiker für sechs Monate vor Ort unterrichtet. „In den ersten Tagen galt es verschiedene Dinge zu organisieren, wie zum Beispiel Glasrohlinge und Lehrmaterialien.“

Aufbau eines Optician Centers in Uganda © Marc Harder, EDA

Lions Club Bangalore – Sehtests für benachteiligte Schulkinder

Als Mitglied und Vorsitzender des Lions Club of Bangalore Shikshana, gehört es zu den Aufgaben von Dr. Vinod Kumar, Aktionen zu Augengesundheit und gutem Sehen für benachteiligte Schulkinder zu organisieren. 
In Indien gilt er als einer der Vorreiter für Mikroskopie in der Zahnheilkunde. Außerdem ist er seit vielen Jahren Kunde von ZEISS. Und als solcher war es für ihn selbstverständlich, seinen langjähren Partner um Hilfe zu bitten. „Da ich die Augenoptik bei ZEISS kenne, hoffte ich, sie könnten mir helfen, ein Programm zur augenoptischen Versorgung in Bangalore und Karnataka aufzubauen“, erinnert sich Dr. Kumar.

Dr. Kumar

Mit unserer Partnerschaft können wir wirklich Gutes bewirken und unser Programm wird sehr gut angenommen.

Gemeinsam mit Dr. Premjeeth Moodbidri, Leiter des Aloka Vision Programme, und seinem Team konnte kurzfristig eine Lösung gefunden werden. „Der Lions Club kennt die staatlichen Schulen und unsere Mitglieder freuen sich, Gesundheits- und Sehtestkampagnen für die Schulen zu organisieren“, so Dr. Kumar. „Das Aloka Team weiß natürlich genau, wie ein Screening für hunderte Schulkinder professionell durchgeführt werden kann und liefert Brillen für alle Kinder, die eine brauchen. Lions Club und Aloka ergänzen sich hier perfekt.”

Jeden Monat werden Augengesundheit und Sehfähigkeiten hunderter Schulkinder untersucht. Sie werden mit Brillen oder einer augenärztlichen Behandlung versorgt, wenn es notwendig ist. 

Da Sehtests für Schulkinder in Indien nicht verpflichtend sind, füllt die Initiative eine Lücke in der Gesundheitsversorgung. „Unser nächstes Vorhaben ist es, einen Transporter umzurüsten und als rollendes Augenoptikzentrum auf Tour zu schicken“, so Dr. Kumar.

Damit soll es wesentlich einfacher werden, auch die Schulen auf dem Land zu erreichen. „Wir im Lions Club sind wirklich dankbar, dass ZEISS und Aloka uns so unkompliziert unterstützen. Es ist uns allen eine Freude zu sehen, dass unsere Arbeit von so vielen Lehrern und Schulkindern geschätzt wird“, resümiert Dr. Kumar.

Was tun, wenn 500 Schulkinder gleichzeitig auf einen Sehtest warten?

Augenuntersuchung und Sehtest für eine große Zahl von Patienten ist eine Herausforderung, der sich alle Programme stellen müssen, die augenoptische Versorgung dort anbieten wollen, wo es dies bisher nicht gibt. Wo der Bedarf besonders hoch ist, warten oft hundert/e Patienten auf einen einzelnen Optometristen. An einem einzigen Tag. Natürlich geht es trotzdem darum, gute Qualität sicherzustellen. Denn Jede und Jeder verdient professionellen Service und Beratung, wenn es um gutes Sehen geht. Genauso wie eine Auswahl an schönen Fassungen und guten Brillengläsern, wenn eine Brille gefragt ist.

Unsere Bilder zeigen ein sogenanntes „Eye Camp“, das im August 2019 in Bangalore, Südindien, für mehr als 640 Kinder staatlicher Schulen durchgeführt wurde. Die Aktion ist Teil eines Programms, das unser Partner, der Lions Club in Bangalore, organisiert. Das Team des Aloka Vision Programme, einer ZEISS Initiative, verantwortet die Sehtests sowie die Versorgung mit Brillen und koordiniert Termine bei Augenärzten, falls dies bei einem Kind notwendig sein sollte.

Maßgeblich für die Einrichtung des Eye Camps ist das verbindliche Protokoll für die Sehtests. Basierend auf jahrelanger Erfahrung und vielen tausend Sehtests weiß das Aloka Team genau, wie das Eye Camp eingerichtet sein muss, damit es keine langen Wartezeiten für die Patienten gibt.

Schulkinder in Indien sind in der Regel sehr freundlich und diszipliniert. Begleitet von ihren Lehrerinnen und Lehrern sind sie rechtzeitig da, wenn ihre Klasse aufgerufen wird.

Vorbereitung auf den Sehtest
Registrierung der Kinder für den Sehtest

Der Weg für die Schulkinder durch das Eye Camp ist quasi eine „Einbahnstrasse“ – so gibt es keinen Stau. Am Anfang werden die Kinder registiert und erfahren, was sie erwartet. Natürlich werden alle Daten vertraulich behandelt, sie werden aber gebraucht, um die Versorgung mit Brillen sicherzustellen, und um die Folgetermine an der Schule zu organisieren.

Wie bei jedem Augenoptikerbesuch gibt es ein paar Fragen, die helfen, den Sehstatus einzuschätzen. Mit der objektiven Refraktion zu Beginn wird festgestellt, welche Kinder einen Sehtest brauchen und bei welchen alles in Ordnung ist. Zum Glück sind bei der Mehrheit der Schulkinder die Augen gesund und sie sind weder kurz- noch weitsichtig.

Befragung zur Abschätzung des Sehstatus
Feststellung der Fehlsichtigkeit und Untersuchung der Augengesundheit

Die Feststellung, ob ein Kind fehlsichtig ist und die Untersuchung der Augengesundheit gleich zu Beginn, bietet einen unverzichtbaren Vorteil: für fehlsichtige Kinder bleibt genügend Zeit für den Sehtest.

Der Sehtest selbst – die subjektive Refraktion – durch einen an der Fachhochschule ausgebildeten Aloka-Optometristen erfolgt ganz klassisch mit Messbrille. Diese Methode liefert gute Ergebnisse und lässt Zeit, mit dem Kind zu sprechen. Da für fast alle Kinder dies der erste Sehtest ihres Lebens ist, gehört ein aufklärendes Gespräch einfach dazu.

Der Sehtest
Fassungsauswahl für alle Kinder, die eine Brille brauchen

Zu guter Letzt kommt die Fassungsauswahl für alle Kinder, die eine Brille brauchen. Und wie überall auf der Welt ist dies die Station, an der die Kinder die meiste Zeit verbringen. Denn natürlich wollen auch sie mit ihrer Brille gut aussehen (und was die Freunde sagen, ist enorm wichtig).

Das Aloka Team achtet stets besonders auf zwei Punkte: dass alle Kinder beim Eye Camp auch etwas über gesunde Augen und gutes Sehen lernen. Und dass es eine nachhaltige Betreuung gibt: mit Folgeterminen bei den Kindern, welche eine Brille bekommen, und regelmäßigem Screening in den kommenden Jahren.

Tansania – Ein besseres Leben für Kinder mit Albinismus

Kinder, die unter Albinismus leiden, müssen nicht nur ihre Haut vor der Sonne schützen, sondern auch ihre Augen. Diese sind besonders lichtempfindlich. Häufig leiden die Betroffenen unter Sehstörungen.

Das veranlasste europäische Experten, nach Tansania zu reisen, um Kinder mit Albinismus zu untersuchen. Im Gepäck: 166 Brillen mit speziellen Filtern – und die Hoffnung, den Kindern zu helfen, unabhängiger zu werden

Kinder mit Albinismus
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