Beim Brillenglas kommt es auf Präzision an: Viele Messdaten und –punkte bilden den Schlüssel zur Leistungsfähigkeit eines modernen, individuellen Brillenglases.

Wussten Sie schon, dass ...

... ein modernes Brillenglas auch Ihre Nase berücksichtigt?


Hochwertige Brillengläser sind alles andere als Massenware. Sie werden für jeden Brillenträger aus tausenden von Messdaten individuell berechnet und gefertigt. Natürlich denkt man zuerst an die Korrektur der gemessenen Fehlsichtigkeit beider Augen. Aber damit kann man im ungünstigen Fall auch eine Brille anfertigen, die dem Brillenträger nicht wirklich weiterhilft. Und das kann mit der Nase zu tun haben.

Mit modernen Messverfahren ist der Augenoptiker heute in der Lage, zahlreiche Daten rund um das Sehen präzise zu erfassen. Und moderne Rechnersysteme sind so weit fortgeschritten, dass man aus diesen Angaben nach Bestelleingang vom Augenoptiker in kürzester Zeit ein Brillenglas nach Maß für die ganz individuellen Sehbedingungen berechnen kann. Deshalb hat sich die Leistung hochwertiger Brillengläser in den vergangenen 10 bis 15 Jahren auch entscheidend verbessert. Natürlich spielt der Messwert der Fehlsichtigkeit eine wichtige Rolle. Er wird traditionell in der sogenannten subjektiven Refraktion („Können Sie sooo besser sehen – oder sooo?“) für jedes Auge ermittelt. Für eine gut korrigierende Brille muss er aber noch ergänzt werden durch Daten zum räumlichen Sehen, die in einem weiteren Testverfahren festgestellt werden. Denn nur wenn die Besonderheiten des Sehens mit beiden Augen (binokulares Sehen) erfasst sind, fühlt sich der Brillenträger beim täglichen Gebrauch der Brille sicher.

Auch die Gesichtsform geht in die Berechnung ein: Wie weit sind die Pupillen jeweils von der Nasenwurzel entfernt, liegen sie auf derselben Höhe? Bis hierhin sind alle Werte sozusagen das „klassische“ Programm. Individuell gefertigte Brillengläser berücksichtigen aber noch eine ganze Reihe weiterer Daten. So können Video-Messsysteme sehr präzise und dreidimensional die – auch wesentlich von der Nase bestimmte – Position der Brille vor dem Gesicht ermitteln. Dabei spielen Bedingungen wie die Entfernung des Brillenglases zum Auge oder der Neigungswinkel des Glases gegenüber einer angenommenen senkrechten Achse vor dem Gesicht eine entscheidende Rolle. Selbst die Rotation des Augapfels beim Wechsel der Blickrichtung wird heute beim Brillenglasdesign betrachtet. All das hat entscheidende Auswirkungen auf die optische Wirkung des Brillenglases. So hat letztlich erst die Entwicklung neuer Messverfahren die Tür für die maßgeschneiderten Brillengläser geöffnet.

Viel hat sich auch getan bei der Optimierung von Brillengläsern, die unterschiedliche Stärke im Nah- und im Fernberich bieten, den Gleitsichtgläsern. Gerade das Verständnis des komplexen Zusammenspiels beider Augen hat dabei eine besondere Bedeutung, denn hier müssen die Sehbedingungen bei unterschiedlicher Korrektur für nah und fern und im Zwischenbereich berücksichtigt werden. Individuelle Gleitsichtgläser lassen sich heute ganz dem Gebrauchsschwerpunkt des Brillenträgers anpassen. Je nachdem, ob die Betätigung im Freien, das Autofahren, Lesen oder ein Hobby mit Liebe zum winzigen Detail den Schwerpunkt bilden: Moderne High-Tech Gleitsichtgläser werden präzise für die jeweiligen Anforderungen berechnet und gefertigt. Schließlich lässt sich noch die Veredelung des Glases frei wählen: Farbton, Schutz vor Verkratzen, oder Schmutz und Wasser abweisende Schichten bieten weitere Möglichkeiten der Individualisierung.

21. August 2012

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