Untersuchung mit Spaltlampe bei einem indischen Patienten

Wussten Sie schon, dass …

… viele Blinde nicht blind sein müssten?


Gut oder überhaupt sehen zu können, ist keine Selbstverständlichkeit. Mehr als 286 Millionen Menschen weltweit sind sehbehindert, 39 Millionen davon blind1. Die Zahl der Erblindungen steigt jährlich um bis zu 2 Millionen2. Dabei ist Blindheit zuvorderst eine Alters- und Armutskrankheit. Mehr als 80 Prozent aller Blinden sind älter als 50 Jahre3, die meisten leben im Nahen Osten und in Afrika. Die mit 51 Prozent4 häufigste Ursache für Erblindungen ist Katarakt, auch Grauer Star genannt.

In Deutschland führt altersbedingte Makuladegeneration (AMD) vor Glaukom (Grüner Star) und diabetischer Retinopathie (Netzhautschädigung infolge von Diabetes) die Liste der Gründe an. Im Falle von AMD und Glaukom, beides altersbedingte Krankheiten, spielt Prävention eine wichtige Rolle. Denn beide sind nicht heilbar, können jedoch bei rechtzeitiger Diagnose aufgehalten werden. Dafür stellt ZEISS hochauflösende Diagnosesysteme zur Verfügung.

Durch Prävention oder verhältnismäßig kleine Eingriffe lässt sich eine Erblindung sehr häufig aufhalten bzw. das Augenlicht wieder herstellen. Etwa 80 Prozent aller Erblindungen und 85 Prozent aller Sehbehinderungen5 weltweit ließen sich auf diese Weise vermeiden. So dauert eine Katarakt-Operation manchmal nur zehn Minuten und kostet etwa zwischen 30 und 130 Euro6. Unter idealen Bedingungen kann ein Facharzt bis zu 2.000 Katarakt-OPs jährlich durchführen. Dabei wird den Patienten eine Kunstlinse anstatt der trübe gewordenen eigenen Linse implantiert. In Deutschland werden über 600.000 Operationen im Jahr7 durchgeführt.

In Schwellen- und Entwicklungsländern besteht jedoch noch viel Nachholbedarf. Daher setzen sich Initiativen wie „VISION 2020 – das Recht auf Augenlicht“ und Organisationen wie die Christoffel-Blindenmission (CMB) oder die PRO RETINA Stiftung für die bessere Behandlung von Augenkrankheiten ein. Als Mitglied von VISION 2020 fördert ZEISS das Ziel, eine qualitativ gute, kostengünstige und flächendeckende augenmedizinische Versorgung für alle Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.

Der Einsatz für besseres Sehen ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll: Allein in den westlichen Industrieländern wurde das Bruttoinlandsprodukt 2010 infolge von Sehbehinderungen um geschätzte 40 Milliarden US-Dollar vermindert8.

Quellen:
1 D. Pascolini, S.P. Mariotti, “Global estimates of visual impairment”, Br. J. Ophthalmol. 96, 614-618 (2012)
2 VISION 2020
3, 4 D. Pascolini, S.P. Mariotti, “Global estimates of visual impairment”, Br. J. Ophthalmol. 96, 614-618 (2012)
5 http://www.woche-des-sehens.de/presse/zahlen-und-fakten
6 http://www.woche-des-sehens.de/das-auge/blindheitsursachen
7 http://www.operation.de/grauer-star
8 K. Frick, A. Foster. “The Magnitude and Cost of Global Blindness: An Increasing Problem That Can Be Alleviated”, Am. J. Ophthalmol. 135, 471-476 (2003).

13. November 2012

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