Wussten Sie, dass ...

... Bakterien das Kolosseum schützen?

Das zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtete Kolosseum in Rom ist das größte jemals gebaute Amphitheater der Welt. Nach schweren Schäden durch Erdbeben in den Jahren 847 und 1349 wurde der Bau während des Mittelalters und bis zum Barock immer wieder als Steinbruch benutzt. Erst 1774 setzte Papst Benedikt XIV. diesem Raubbau ein Ende, nachdem er das Kolosseum zur Märtyrer-Stätte erklärt hatte.

Heute tragen Bakterien und andere Mikroorganismen wesentlich dazu bei, dieses Zeugnis der römischen Baukunst zu erhalten. Sie schützen nämlich mit einem von ihnen erzeugten natürlichen organischen Bakterienfilm, der Patina, das Monument vor Umwelteinflüssen.

Um das der Öffentlichkeit zu zeigen, machte die Berliner Künstlerin Sabine Kacunko im September im Rahmen des UNESCO Jahr des Lichts 2015 diese sonst unsichtbare Welt durch eine Projektion von Aufnahmen mit dem Mikroskop sichtbar. Für ihr Projekt „Invincible“ wurden Proben der Patina von der Außenschicht entfernt und unter einem ZEISS Mikroskop beobachtet. Projektoren übertrugen dann diese Aufnahmen der Mikroorganismen auf eine Außenfassade von rund 1.400 Quadratmetern Fläche an der Nordwest-Seite des Kolosseums. So konnten Passanten vor Ort sehen, wie Mikroorganismen aus der Schutzschicht die Wände schützen.

Das Kolosseum wurde durch die Projektion des bakteriellen Biofilms drei Tage lang von einem riesigen, farbenfrohen Licht- und Bildstrahl beleuchtet, der von der Via Imperiale aus bis hin zur Piazza Venezia zu sehen war. Das Lichtprojekt ist Teil einer global angelegten ‚Grand Tour‘, bei der die Künstlerin Weltkulturerbe-Stätten mit ihrer Videokunst beleuchtet. Sie schlägt so einen Bogen zwischen Wissenschaft und Kunst.

3. November 2015

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