Ausbruch des Eyjafjallajökull im Süden Islands, Nanoscribe-Mikroskop

©C. and W. Schäper

Wussten Sie, dass...

... Vulkane Glas speien?


Island, 21. Mai 2011, 17.30 Uhr: Nach sieben Jahren bricht der Vulkan Grímsvötn wieder aus. Er stößt seine Asche mehr als fünf Kilometer in die Höhe, am nächsten Tag sogar bis zu 19 Kilometer. Der Luftverkehr wird im Umkreis von 200 Kilometern gestoppt. US-Präsident Barack Obama beendet seinen Staatsbesuch in Irland vorzeitig – und die Fußballer des FC Barcelona fliegen früher zum Champions League-Finale nach London.

Schottland, 24. Mai 2011: Wissenschaftler am unabhängigen Forschungsinstitut James Hutton in Aberdeen untersuchen mit Hilfe eines ZEISS Elektronenmikroskops Aschepartikel vom Grímsvötn. Sie sind nur 2 bis 30 tausendstel Millimeter groß und wurden zuvor von der Windschutzscheibe eines Autos gekratzt. Es stellt sich heraus, dass in der Asche feinste Vulkanglaspartikel enthalten sind. Kann man dieses Glas mit technischem Glas vergleichen? Im Prinzip ja.

Vulkanasche und Lava setzen sich in der Regel – wie die meisten Gesteinsarten – aus Silikaten zusammen. Wenn das heiße, flüssige Gestein sehr schnell abgekühlt oder abgeschreckt wird, können sich keine Kristalle bilden. Beim Ausbruch von Grímsvötn sorgte der Gletscher am Vulkan für die Abkühlung. Dabei verdampfte ein großer Teil des Gletschereises, so dass die Aschewolke hauptsächlich aus Wasserdampf bestand.

Auch technisch hergestelltes Glas besteht zumeist aus Silikaten, die nicht kristallin sind. Doch aufgrund der anderen Zusammensetzung und des Herstellungsprozesses ist hier keine Abschreckung nötig. Im Extremfall kann die Abkühlung sogar ein ganzes Jahr dauern. Dies ist zum Beispiel bei manchen optischen Linsen der Fall, um Spannungen und Bildverzeichnungen zu vermeiden. Das Glas, das Vulkane auch speien, wird also kaum brauchbar sein.


13. Juli 2011

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