Baustellenupdate: Bauantrag eingereicht

Bodensanierung abschließen, Infrastruktur ausbauen und Baugrube vorbereiten – die Pläne und Ziele auf der Baustelle für 2022.

Wenn man Gesamtprojektleiter Marc Weimann derzeit nach den Fortschritten beim ZEISS Hightech-Standort Jena fragt, ist er optimistisch: Trotz leichter Verzögerungen durch die anhaltende Corona-Pandemie und hohe Auslastung bei Auftragnehmern laufen die Arbeiten für den Neubau fast planmäßig. Der Rückbau von insgesamt 16 Gebäuden auf dem ehemaligen SCHOTT Gelände ist abgeschlossen, die Bodensanierung des 80.000 Quadratmeter großen Grundstücks steht kurz vor der Vollendung. „Mitte Februar haben wir den Bauantrag bei der Stadt Jena eingereicht – wenn bei der Genehmigung alles gut läuft, können wir noch 2022 mit dem Neubau beginnen“, sagt Weimann. Der Bauantrag enthält alle relevanten Dokumente des Bauvorhabens wie Bauzeichnungen, statische Berechnungen und ein Brandschutzkonzept. Sobald die Baugenehmigung durch die Stadt Jena erteilt wurde, können die Baumaßnahmen für den neuen ZEISS Hightech-Standort in Jena offiziell beginnen.

Bodensanierung für ein gesundes Stadtleben in Jena

Parallel zur Vorbereitung der Baugrube geht es momentan vor allem darum, den Boden unter dem künftigen Hightech-Standort von industriellen Altlasten zu befreien. Mit dem Kauf des ehemaligen SCHOTT Geländes hat ZEISS auch die Verpflichtung zur Sanierung des Grundstücks übernommen – im Boden befinden sich dort Abfälle aus der intensiven industriellen Nutzung in den letzten 100 Jahren. Grundlage für die fachgerechte Entsorgung der Altlasten ist das Bundes-Bodenschutzgesetz, auf dessen Basis ZEISS einen detaillierten Sanierungsplan erstellt hat; auch der Freistaat Thüringen stellt für das Umweltschutzprojekt Fördermittel bereit. Bis zum Sommer 2022 soll die Bodensanierung abgeschlossen sein, insgesamt werden gut 400.000 Kubikmeter Schutt und Erdreich bewegt. „So trägt ZEISS nicht nur zu einem gesunden Stadtleben in Jena bei, sondern schafft auch die Voraussetzungen für den Neubau des Hightech-Standorts“, erklärt Weimann.

Pfahlgründung mit hohen Anforderungen

Aktuell herrscht auf der Baustelle hektische Betriebsamkeit – schließlich sollen die Baugrube und Baustelleneinrichtung bereit sein, sobald der Bauantrag genehmigt ist und der Startschuss für den Neubau fällt. Wichtig ist vor allem die Gründung, also die konstruktive und statische Ausbildung eines Übergangs zwischen Bauwerk und Boden, um Lasten aus dem künftigen Gebäude aufzunehmen und an den Untergrund weiterzugeben. Beim ZEISS Hightech-Standort Jena arbeiten die Architekten mit einer so genannten Pfahlgründung. Besonders empfindliche Geräte in der ZEISS Fertigung sorgen zudem für spezielle Anforderungen: Der Neubau darf so wenig Schwingungen wie möglich übertragen, deshalb werden zusätzlich bis zu 1,4 Meter dicke Bodenplatten verwendet.

Im Vorfeld wurde das Baufeld hinsichtlich der Tragfähigkeit des Untergrunds untersucht. „Durch Sondierungen und entnommene Proben konnten wir eine Art topografische Karte des Untergrunds zeichnen“, sagt Marc Weimann. So wissen die Verantwortlichen, wie tief und wie stark der Sandsteinuntergrund des neuen Hightech-Standorts an welcher Stelle ist. Insgesamt werden für das Fundament 22.000 Kubikmeter Stahlbeton und über zwanzig Kilometer Bohrpfähle verarbeitet. Ob der benötigte Beton direkt auf der Baustelle oder in einem regionalen Betonmischwerk hergestellt wird, wird erst bei der Vergabe der Rohbauleistungen entschieden. „Wir sind aber auf beide Möglichkeiten vorbereitet“, erklärt Weimann.

Baustellenlogistik für den Neubau wird eingerichtet

Auch logistisch sind Veränderungen notwendig, um die Baustelle auf die neue Bauphase vorzubereiten. Die Baustraßen werden umgestaltet, ein Bauzaun sichert das Gelände auf einer Gesamtlänge von 1050 Metern ab, und es entstehen neue Containeranlagen. Auf der Seite Richtung Westbahnhof sind Aufenthalts- und Besprechungsräume für Handwerker unterschiedlichster Gewerke entstanden – ob Rohbauer, Stahlbauer oder Tiefbauer. Auch Duschen und Umkleideräume sind vorhanden. Die Containeranlage in der Nähe der ehemaligen SCHOTT Wache dient vor allem Baubesprechungen, für schnelle medizinische Ersthilfe vor Ort wird auch ein Sanitätscontainer eingerichtet.

Offizieller Baubeginn des neuen Abschnitts der Carl-Zeiss-Promenade

Während also auf der Baustelle alle Voraussetzungen für den ZEISS Hightech-Standort geschaffen werden, hat der Bau der Infrastruktur bereits begonnen. „Ende Februar war der offizielle Baubeginn für den neuen Abschnitt der Carl-Zeiss-Promenade“, sagt Weimann. Später wird die Carl-Zeiss-Promenade die Otto-Schott-Straße und die heutige Lichtenhainer Straße verbinden. Zunächst wurde die Baustelle eingerichtet, als nächstes folgt die Herstellung des Unterbaus. Anschließend wird der erste Straßenabschnitt von der Otto-Schott-Straße bis zum SCHOTT Verwaltungsgebäude entstehen.

 

Von 2017 bis heute – alle Meilensteine des Bauprojektes zeigt der Projektfilm ZEISS Hightech-Standort Jena