"Man muss erst kleinteilig den Weg freiräumen, bevor man mit größeren Werkzeugen kommen kann"

Auch wenn sich die Arbeiten auf dem Gelände noch in Grenzen halten, das Projekt ZEISS Hightech-Standort Jena schreitet voran. Im Moment werden vor allem die nötigen Planungen erarbeitet. Marc Weimann, der Projektleiter bei ZEISS, gibt Antworten zu aktuellen Fragen.

In welcher Phase befindet sich das Bauprojekt ZEISS HTS Jena derzeit?
Zunächst einmal muss das Gelände zurückgebaut werden, um später das Neue entstehen zu lassen. Planerisch sind wir gerade dabei den Entwurf für den projektbezogenen Bebauungsplan einzureichen. Dazu gehört auch eine Informationsveranstaltung für die Bürger, wie am jetzigen Dienstag.

Hier stellen die Architekten den Wettbewerbsentwurf des Neubaus vor, also die Art und das Maß der baulichen Nutzung: Es wird vorgestellt, wie die Geländemodellierung erfolgt, wo Grundstücks- und Betriebszufahrten platziert sind und wo Stellplätze vorgesehen sind. Anschließend erfolgt die öffentliche Auslage des Bebauungsplans. Danach wird es bis zu einem Jahr dauern, bis das Rahmenwerk für das Projekt rechtsgültig ist. Erst dann können wir den Bauantrag stellen und auch tatsächlich bauen.

 

Der Rückbau hat also begonnen und auf der Baustelle sind erste Bagger angerollt?
Ja, die Vorbereitungen für den Bau durch Rückbauarbeiten können wir natürlich schon anlaufen lassen und die ersten kleineren Bagger sind da. Man muss meist kleinteilig und vorsichtig den Weg freiräumen, bevor man mit den größeren Werkzeugen kommen kann.
Der umfangreichere Rückbau beginnt dann im Herbst. Wichtig wird sein, dass wir die Belastungen für die Umwelt bzw. die Anlieger mit den zur Verfügung stehenden Mitteln minimieren. Ich denke da vor allem an Lärm und Staub sowie LKW-Verkehr.

 

Wie lässt sich das bewerkstelligen?
Durch eine Vielzahl an Maßnahmen. ZEISS hält selbstverständlich die Immissionsrichtwerte in der Nachbarschaft gemäß der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm ein und misst die Lärmbelastung kontrollierend. Lärmintensive stationäre Geräte werden durch eine geeignete Standortwahl oder bei Bedarf durch mobile Lärmschutzwände angewandt.
Gerade jetzt im heißen Sommer ist es wichtig, den trockenen Bauschutt zu befeuchten und beim Abtransport abzudecken, um Staubbildung zu vermindern. Zusätzlich werden die Fahrtrouten der LKWs regelmäßig gereinigt. Der Baustellenverkehr wird durch eine neu zu errichtende Baustraße geleitet, um die Verkehrsbelastung in der Otto-Schott-Straße und auf dem Magdelstieg zu reduzieren.
Ganz wichtig: Durch eine weiter optimierte Planung der Gebäude ist uns schon eine erhebliche Reduzierung insbesondere des späteren Aushubs gelungen und wir können so ca. 30 Prozent der LKW-Fahrten einsparen.

 

Wie bereiten sich die Bereiche bei ZEISS auf den neuen Standort vor?
Die Planungs- und Koordinierungsgruppen arbeiten auf Hochtouren für den Bau selbst. Wir sind im engen Austausch mit der Stadt Jena und dem Land. Gleichzeitig sind dedizierte Expertenteams in den einzelnen Bereichen eingebunden, um z.B. bereits jetzt die Besonderheiten und Betriebsmittel im jeweiligen Bereich zu identifizieren.

Alles was wir jetzt und noch einige Zeit tun werden, zielt in erster Linie auf die Grundlagenermittlung und Vorplanung einer Bauhülle ab, die grobe innere Aufteilung und die Infrastruktur wie Energie und Verkehrsanbindung.

Dann geht es auch erst einmal um Grundsatzfragen, die wir für ZEISS auch noch global betrachten müssen. Denn das Bauprojekt Hightech-Standort Jena ist ja nicht das einzige von ZEISS. Wir bauen auch in Dublin (Kalifornien), in Karlsruhe am KIT und in Oberkochen. Grundsätzliche Fragestellungen werden also für die gesamte ZEISS Gruppe relevant.