Kooperation Fraunhofer IOSB und ZEISS

Scharfe Fotos aus der unerforschten Tiefsee

Fraunhofer IOSB und ZEISS kooperieren im Rennen um den XPRIZE Ocean Discovery

OBERKOCHEN, 10. November 2017.


Mit eigens entwickelten Kameraobjektiven unterstützt das Optikunternehmen ZEISS die ARGGONAUTS des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe. Das Team ist der einzige deutsche Teilnehmer im Rennen um den XPRIZE Ocean Discovery, einen drei Jahre dauernden, mit sieben Millionen US-Dollar dotierten Forschungswettbewerb. Das Ziel: die Erforschung der Tiefsee durch unbemannte, automatisch operierende Systeme entscheidend voranzubringen.

62 Prozent der Erdoberfläche liegen mehr als 1000 Meter tief unter dem Meer. Dort herrschen absolute Dunkelheit und extremer Wasserdruck, dem kein normales, bemanntes U-Boot standhalten könnte. »Über die Tiefsee wissen wir heute weniger als über den Mars«, erklärt Dr. Gunnar Brink, der das Team ARGGONAUTS leitet. Dabei gibt es eine Menge zu entdecken: drei Millionen Schiffswracks beispielsweise sowie eine immense Artenvielfalt. »Schätzungen zufolge gibt es in der Tiefsee etwa zehn Millionen Arten noch unbekannter Lebewesen«, so Brink.

Bisher wird die Erforschung der Tiefsee vor allem dadurch limitiert, dass große und teure Expeditionsschiffe als Einsatzbasis erforderlich sind. Das rund 25-köpfige Team ARGGONAUTS verfolgt einen anderen Ansatz, der in einigen Jahren die Tiefsee-Erforschung in weit größerem Maßstab und auch für kleinere, spezialisierte Unternehmen erschwinglich machen soll: Unbemannte, leichte Trägerboote bringen kleine, ebenfalls unbemannte U-Boote zum Einsatzort. Diese Tauchdrohnen schwärmen vollautomatisch aus, vermessen den Meeresboden und fertigen Aufnahmen von interessanten Objekten und Lebewesen an.

Vom Mond in die Tiefsee: Spezialobjektive von ZEISS


Genau dafür werden die Objektive benötigt, die das Optikunternehmen ZEISS eigens für das Projekt entwickelt hat: „Mit dem UW-Distagon 2.8/12 haben wir ein Objektiv gebaut, das den Extrembedingungen in der Tiefe standhält“, sagt Till W. Bleibaum, bei ZEISS zuständig für das Projekt ARGGONAUTS. „Es muss äußerst verlässlich und robust sein, die Einzelteile dürfen kein Spiel haben.“ Daher haben sich Bleibaum und sein Team – anders als bei normalen Fotoobjektiven – für eine feste Blende entschieden. Auch der Fokus des Objektivs ist unbeweglich. „So stellen wir sicher, dass sich bei abrupten Bewegungen und Vibrationen kein Optikelement verschiebt und wir immer die gleiche hervorragende Bildqualität haben.“ Auch das Optikdesign hat ZEISS auf die Verhältnisse in der Tiefe ausgelegt. Mehr als ein halbes Jahr hat die Entwicklung gedauert. „Nachdem unsere Objektive bereits bei der ersten Mondlandung dabei waren, freuen wir uns, mit unserem Optik-Knowhow nun einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Tiefsee zu leisten“, sagt Bleibaum. „Wir sind sehr gespannt, was uns dort unten vor die Linse kommt.“


Großer Feldtest Mitte November


Aktuell bereitet sich das ARRGONAUTS-Team auf einen ersten großen Feldversuch vor, nachdem erste Systemtests in einem Baggersee sowie der Ostsee bereits erfolgreich verlaufen sind: Mitte November 2017 reisen die ARGGONAUTS mit drei Tauchdrohnen und ebenso vielen Trägerbooten nach Laredo, Nordspanien. Dort sollen die Systeme im Rahmen eines 16-stündigen Einsatzes 70 Quadratkilometer Meeresgrund erfassen. Wenn das gelingt, ist eine im XPRIZE geforderte Leistungskennzahl erfüllt, und das Team kann der bevorstehenden Begutachtung durch die Wettbewerbsjuroren entspannt entgegensehen.

Anschließend winkt die Einladung zum großen Finale: Voraussichtlich im September 2018 werden die besten zehn Teams in einem Feldversuch in direkter Konkurrenz antreten. Die Drohnen müssen dann unerforschten Meeresgrund in 4000 Metern Tiefe erkunden und hochauflösende Fotos interessanter archäologischer, biologischer oder geologischer Merkmale liefern. Der Siegermannschaft winken vier Millionen Dollar Preisgeld.

Mit eigens entwickelten Kameraobjektiven unterstützt ZEISS die ARGGONAUTS des Fraunhofer-Instituts beim Forschungswettbewerb XPRIZE Ocean Discovery.

Bild-Download

Hält den Extrembedingungen in der Tiefe stand: Das Objektiv ZEISS UW-Distagon 2.8/12. Mehr als ein halbes Jahr hat die Entwicklung gedauert.

Bild-Download



Ansprechpartner für die Presse

Jörn Leonhardt
Camera Lenses
Tel.: +49 7364 20-4694
joern .leonhardt @zeiss .com




Ulrich Pontes
Fraunhofer IOSB
Tel. +49 721 6091-300
ulrich .pontes @iosb .fraunhofer .de





Über ZEISS

ZEISS ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern der optischen und optoelektronischen Industrie. Die ZEISS Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt Messtechnik, Mikroskope, Medizintechnik, Brillengläser sowie Foto- und Filmobjektive, Ferngläser und Halbleiterfertigungs-Equipment. Mit seinen Lösungen bringt der Konzern die Welt der Optik weiter voran und gestaltet den technologischen Fortschritt mit. ZEISS ist in die vier Sparten Research & Quality Technology, Medical Technology, Vision Care/Consumer Products und Semiconductor Manufacturing Technology gegliedert. Die ZEISS Gruppe ist in über 40 Ländern vertreten und hat weltweit mehr als 50 Vertriebs- und Servicestandorte, über 30 Produktionsstandorte sowie rund 25 Forschungs- und Entwicklungsstandorte.

Im Geschäftsjahr 2015/16 erzielte der Konzern mit über 25.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,9 Milliarden Euro. Sitz des 1846 in Jena gegründeten Unternehmens ist Oberkochen. Die Carl Zeiss AG führt die ZEISS Gruppe als strategische Management-Holding. Alleinige Eigentümerin der Gesellschaft ist die Carl-Zeiss-Stiftung.

Weitere Informationen unter www.zeiss.de






Über die Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 69 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Eines davon ist das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern an den Standorten Karlsruhe, Ettlingen, Ilmenau, Lemgo, Görlitz und Peking. Seine Forschungsschwerpunkte sind Industrie 4.0, Informationsmanagement sowie multisensorielle Systeme, die den Menschen bei der Wahrnehmung seiner Umwelt und der Interaktion unterstützen.
www.iosb.fraunhofer.de






Wir verwenden Cookies auf dieser Website. Cookies sind kleine Textdateien, die von Websites auf Ihrem Computer gespeichert werden. Cookies sind weit verbreitet und helfen Seiten optimiert darzustellen und zu verbessern. Durch die Nutzung unserer Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. mehr