Mit ZEISS auf Tiefsee-Expedition

Interview-Serie Teil 1

Auf der Suche nach den verborgenen Wundern der Meere tauchen Kirsten und Joachim Jakobsen bis zu 1000 Meter hinab in die pechschwarze Tiefsee. Mit dem einzigartigen Tauchboot "Lula1000" dokumentieren sie nie zuvor gesehene Arten und Organismen. ZEISS begleitet das Ehepaar in ihrer Mission die Geheimnisse der Tiefsee zu lüften. Lesen Sie in einem Interview was die Beiden antreibt.

Sie haben sich mit der Rebikoff-Niggeler (FRN) ganz der Tiefseeforschung verschrieben - was ist das Besondere an diesem Teil der Meere?

Kirsten Jakobsen: Für die Tiefenbereiche, in denen wir arbeiten, gilt, dass enweder extrem wenig oder gar kein Licht mehr vorhanden ist. Das heißt, die dort vorkommenden Organismen sind an das Leben in lichtarmer Umgebung perfekt angepasst. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen; viele Tiefsee-Fische haben beispielsweise große und damit sehr lichtempfindliche Augen.
Ein Großteil der Tiefwasser-Fauna, sogar nicht weniger als angenommene 90 Prozent, verfügt über Organe, mithilfe derer Licht produziert und ausgesendet werden kann (Biolumineszenz).

Wie fühlt es sich an auf 1000 Metern Tiefe, umgeben von Dunkelheit und tausenden Tonnen Wasser in einem Tauchboot zu sitzen?

Joachim Jakobsen: Das dominierende Gefühl ist jedes Mal: "Wir begeben uns in Neuland. Hier war vor uns noch niemand". Das heißt, die Entdecker-Euphorie ist immer mit im Boot, das Privileg, wirklich neue Erkenntnisse über Meeresfauna mit hoch zu bringen. Zum Beispiel bislang undokumentierte Arten oder undokumentiertes Verhalten von Tieren vor die Kamera zu bekommen. Den Wasserdruck spüren wir im Tauchboot überhaupt nicht, das Boot ist sogar relativ bequem und sein Innenraum ergonomisch gestaltet.

Was war bislang Ihr bedeutendstes Erlebnis?

Joachim Jakobsen: Im Juni 2013 haben wir vor der Insel Pico unseren ersten Tauchgang auf maximale Tauchtiefe also 1000 Meter gemacht. In etwa 600 Metern Tiefe sind wir durch eine riesige Tintenwolke (ca. 50 m³) getaucht, die der Größe nach nur von einem Reisenkalmar stammen konnte. Zwar haben wir das Tier nicht zu Gesicht bekommen, aber zu wissen, diese Giganten schwimmen in unmittelbarer Nähe des Bootes vorbei, war schon erhebend.

Sie jagen wie viele andere Tiefseeforscher den Riesenkalmar – warum ist das berühmte Tier so gesucht?

Kirsten Jakobsen: Der Riesenkalmar, Architeuthis, wurde bislang erst einmal lebend in der Tiefe dokumentiert. Obwohl er praktisch in allen Weltmeeren vorkommt und eine bedeutende Biomasse darstellt, ist er quasi unsichtbar und fast nichts ist über seine Lebensweise bekannt. Das macht ihn so faszinierend.

Sie beobachten unsere Ozeane intensiv. Hat sich etwas über die Jahre verändert?

Joachim Jakobsen: Um hierauf eine Antwort geben zu können, müsste man sicher ozeanografische Daten, und das in globalem Maßstab, über einen noch viel längeren Zeitraum auswerten. Wir können allenfalls Phänomene, die innerhalb sehr kurzer Zyklen auftreten, dokumentieren, etwa dass wir in einem Jahr mehr Quallen registrieren als in einem anderen.

Erfahren Sie hier mehr über die Stiftung Rebikoff-Niggeler (FRN) oder folgend Sie der Serie auf Twitter oder Facebook und dem Hashtag #Secretdeepsea

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