Geschichte der Carl Zeiss Meditec AG

  • Wie alles begann

    Wie alles begann

    Die Geschichte der Medizintechnik bei Carl Zeiss beginnt im Jahr 1893, als Carl Zeiss nach Vorgaben des Dresdner Augenarztes Fritz Schanz ein monokulares Hornhautmikroskop baute. Nach und nach kamen neue und bessere Geräte hinzu, allesamt in enger Kooperation mit herausragenden Medizinern entwickelt. Von großer Bedeutung war insbesondere die Zusammenarbeit mit dem schwedischem Augenarzt und späterem Nobelpreisträger Allvar Gullstrand. Auf seine Anregung gehen auch die ersten wissenschaftlich berechneten Brillengläser zurück. Augenoptik und ophthalmologischer Gerätebau beflügelten sich. 1912 wurden die beiden Geschäftsbereiche gegründet.

    Während der ophthalmologische Gerätebau bei Carl Zeiss bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Jena entstand, wurden die chirurgischen Disziplinen als Anwendungsfeld für die medizinische Optik in Oberkochen entdeckt, nachdem Carl Zeiss infolge des Kalten Krieges geteilt worden war. Das von Hans Littmann 1953 entwickelte Operationsmikroskop OPMI 1 steht am Anfang einer neuen Geräteklasse und wurde als Standard in der Mikrochirurgie zur festen Größe im klinischen Alltag.

    Im Dezember 1990, noch vor der offiziellen Wiedervereinigung von Carl Zeiss, verständigten sich die Führungen der Medizintechnik-Sparten in Ost und West darauf, den Bereich Operationsmikroskope in Oberkochen zu konzentrieren, während Jena sich der augenärztlichen Gerätetechnik widmen sollte. Als im Konzern 1995 eine grundlegende Restrukturierung eingeleitet wurde, war der Umbauprozess in der Medizintechnik schon weitgehend abgeschlossen. Dennoch blieb ein Grundproblem: Oberkochen, Jena und die im kalifornischen Dublin beheimatete Carl Zeiss Tochter Humphrey Instruments arbeiten jeweils unabhängig voneinander an den eigenen Projekten. Synergien gab es kaum, und die Geräte aus den einzelnen Standorten erweckten eher den Eindruck, von unterschiedlichen Herstellern zu stammen.

    Der Weg von einzelnen Produkten zu komplexen Lösungen begann um die Jahrtausendwende. 2002 wurde die Gründung der Carl Zeiss Meditec AG auf den Weg gebracht. In dem neuen Unternehmen gingen zunächst das Medizintechnikgeschäft der Carl Zeiss Standorte in Jena und Dublin (Kalifornien) sowie die in Jena ansässige Asclepion Meditec AG auf. Die als Reverse IPO (Übernahme einer bereits börsennotierten Gesellschaft) durchgeführte Gründung löste gleich mehrere Probleme: Sie brachte Carl Zeiss den Einstieg in das bisher von Asclepion betriebene Geschäft mit refraktiven Lasern, stärkte den Standort Jena, ermöglichte die Aufnahme zusätzlichen Kapitals am Aktienmarkt und bot erstmals ein Dach für die auf verschiedene Standorte verteilten Medizintechnik-Aktivitäten. Mit der Stiftungsreform des Jahres 2004 und der nun möglichen Übernahme des Oberkochener OPMI-Geschäft durch die Carl Zeiss Meditec AG wurde der Prozess abgeschlossen.

    Dies war jedoch nur der Startpunkt für die Umsetzung der eigentlichen, auf komplette Diagnose- und Behandlungslösungen ausgerichteten Strategie. Durch Übernahme von IOLTECH (2005) und Acri.Tec (2007) erweiterte die Carl Zeiss Meditec AG ihr Portfolio beispielsweise um Intraokularlinsen und Verbrauchsmaterialien für die Augenchirurgie. Damit bewegte sich Carl Zeiss über die traditionellen Bereiche der Optik und Feinmechanik hinaus in Richtung „schnell drehender“ Verbrauchsgüter. Dies hat sicher dazu beigetragen, dass sich die Carl Zeiss Meditec AG in der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise des Jahres 2009 als stabile Säule für das gesamte Konzerngeschäft erwiesen hat. Da der Gesundheitssektor im globalen Maßstab weiter wächst, bleibt die Prognose für die Carl Zeiss Meditec AG erfreulich positiv.

  • 1901 - 1945
    Nobelpreisträger Allvar Gullstrand

    1901

    Beginn der Zusammenarbeit mit dem schwedischen Augenarzt und späteren Nobelpreisträger Allvar Gullstrand.

    1912

    Gründung der Abteilungen für medizinisch-optische Geräte (Med) und Brillengläser und Brillen (Opto).

    1945

    Jena wird zunächst von amerikanischen Truppen besetzt, die die führenden Mitarbeiter in ihre Zone mitnehmen. Diese Mitarbeiter bauen in Oberkochen ein neues Unternehmen auf, das später ebenfalls mit dem Namen Carl Zeiss auftrat. Jena wird Teil der sowjetischen Besatzungszone.

  • 1946 - heute

    1991

    Nach dem Fall der Mauer übernimmt Carl Zeiss Oberkochen Teile des vormaligen Kombinates VEB Carl Zeiss Jena, darunter auch den Geschäftsbereich Medizinische Geräte. Die sich überlappenden Produktprogramme an beiden Standorten werden entflochten:

    • Oberkochen: OPMI und Lasergeräte,
    • Jena: Ophthalmologische Diagnosegeräte.

    1991

    Kauf der Firma Humphrey Instruments, Dublin (Kalifornien) - Hersteller von ophthalmologischen Geräten für die Glaukomdiagnose und Refraktionsbestimmung.

    Carl Zeiss Meditec AG

    2002

    Die Carl Zeiss Meditec AG entsteht aus dem Bereich Ophthalmologische Geräte von Carl Zeiss und der Asclepion-Meditec AG.

    2004

    Übernahme der Laser Diagnostic Technologies, Inc. (LDT) aus San Diego (Kalifornien).

    2004

    Übernahme des französischen Intraokularlinsenhersteller IOLTECH SA in La Rochelle.

    2007

    Kauf des Augenchirurgie-Spezialisten Acri.Tec GmbH in Hennigsdorf.