Quality Intelligence

Intelligente Software-Lösungen steigern Effizienz

Daten sind der Treibstoff der modernen Welt

Um ihr Datenpotenzial für Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen voll auszuschöpfen, kommt es vor allem auf drei Faktoren an: Unternehmen müssen die richtigen Daten sammeln und für einen nahtlosen Datenfluss über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg sorgen, damit sie schlussendlich sinnvoll korreliert und analysiert werden können. Wie ZEISS Firmen dabei unterstützt, erläutert Christoph Grieser, Head of BU Software & Quality Intelligence Industrial Quality Solutions, im Interview.

Christoph Grieser Quality Intelligence

Vernetzung ist die große Herausforderung in der Fertigung. Welchen Beitrag kann ZEISS dabei leisten?

Aus der Qualitätssicherung kennen wir die Branchen Automotive, Luft- und Raumfahrt und Medizintechnik sehr genau. Wir wissen, was die Unternehmen brauchen, um effizient zu agieren – auch über die Messtechnik hinaus. Die von uns entwickelten „Quality Intelligence“-Lösungen sind deshalb einfach in der Anwendung, bringen einen größtmöglichen Nutzen, und sie sind einfach zugänglich – z.B. über das ZEISS Portal. Langfristig wird es der zentrale Touchpoint sein, an dem alle wichtigen Informationen liegen. So behält der Kunde den Überblick über Maschinen, Software und Historie und wir sind im Service schneller, weil wir im Idealfall relevante Daten einsehen können.

Sie haben den Begriff „Quality Intelligence“ genannt. Was verstehen Sie darunter?

Als Experte für industrielle Messtechnik und Qualitätssicherung sehen wir natürlich immer zuerst die Messdaten. Um Qualitätsprobleme zu vermeiden, muss aber die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet werden. So ist unser Ziel, die Qualitätsdaten mit allen relevanten Daten der Fertigung zu verknüpfen. „Quality Intelligence“ heißt, Daten ohne Brüche fließen zu lassen und sie sinnvoll zu analysieren. Welche Vorteile das bringt, zeigt das Beispiel der Prüfplandynamisierung gut. Hier wird über statistische Berechnungen festgestellt, welche Prüfmerkmale an einem Bauteil tatsächlich kritisch bzw. relevant sind und enger als andere überwacht werden müssen. Mit diesem Wissen dynamisieren wir die Stichprobengröße und sparen Unternehmen zukünftig unnötige Messaufwände.


Christoph Grieser, Head of BU Software & Quality Intelligence Industrial Quality Solutions

Damit unsere Anwender ihre Qualitätsdaten optimal nutzen und in Produktivität umwandeln können, sind unsere Hardware-Systeme und Software-Lösungen passgenau aufeinander abgestimmt.


Welche Lösungen zählen zum „Quality Intelligence“-Portfolio?

Die zentralen „Quality Intelligence“-Lösungen sind ZEISS PiWeb, ZEISS GUARDUS und die ZEISS Smart Service Suite. ZEISS PiWeb – ich nenne es das „Powerpoint der Messtechnik“ – visualisiert die Qualität in der Produktion klar und übersichtlich. Im letzten Jahr haben wir dazu die ZEISS PiWeb App gelauncht, damit Anwender jederzeit mobil ihre Messdaten im Blick haben. Ganz neu ist die ZEISS PiWeb cloud-Lösung, die erste Subscription-Lösung in diesem Bereich. Sie spart IT-Ressourcen im Unternehmen und ermöglicht, auch die Daten von Lieferanten in das System einzuspeisen. So ist bereits im Vorfeld klar, welche Qualität die nächste Lieferung hat und der Kunde kann bei Bedarf gegensteuern.

Das Manufacturing Execution System (MES) ZEISS GUARDUS bringt alle Produktionsdaten und -systeme auf einer Plattform zusammen und schafft die notwendige Transparenz, um kritische Faktoren in der Produktion zu identifizieren; im Idealfall schon, bevor sie auftreten. Und da Service heute den Unterschied macht, gehört auch die ZEISS Smart Service Suite zum Quality Intelligence-Portfolio. Sie ist zwar momentan noch im Aufbau, aber seit letztem Jahr profitieren Kunden schon von unserem ZEISS Smart Services Starter Kit. Damit lassen sich rund um die Uhr die Daten vernetzter Messmaschinen übertragen und mobil einsehen, Service Tickets lösen oder remote Servicetechniker anfordern. In diesem Jahr sollen dann neben den KMG-Daten auch Applikationsdaten erfasst werden.
 

Wie hängen die ZEISS Systeme untereinander zusammen und wie schlagen sie die Brücke zu anderen Fertigungssystemen?

Damit unsere Anwender ihre Qualitätsdaten optimal nutzen und in Produktivität umwandeln können, sind unsere Hardware-Systeme und Software-Lösungen passgenau aufeinander abgestimmt. So fließen die Messdaten aus der Maschine über die Applikationssoftware ZEISS CALYPSO in ZEISS PiWeb. Die damit generierten Reports übermitteln nicht nur einzelne Werte, sondern können Aufschluss darüber geben, welche Qualität in einzelnen Produktionslinien erreicht wird. Über die Connectivity-Lösung der Smart Services sind Messdaten zentral in der Cloud gespeichert, sodass diese gezielt bei Wartungen und Störungen genutzt werden können. ZEISS GUARDUS hingegen operiert auf einer übergeordneten Ebene. Hier bringen wir die Qualitätsdaten in den Kontext der gesamten Fertigung, indem wir sie mit Daten aus jedem einzelnen Glied der Wertschöpfungskette korrelieren. Nur damit sind Unternehmen in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um Prozesse zu beschleunigen und Kosten zu senken.

Wie treiben Sie das Thema „Quality Intelligence“ weiter voran?

Wir bieten bereits einige ausgereifte Lösungen. Trotzdem werden wir das hohe Innovationstempo beibehalten und agil auf Kundenanforderungen reagieren, um schnell weitere performante Lösungen entwickeln zu können. Da bei allem, was wir tun, der Kunde und sein Erfolg für uns im Zentrum steht, werden auch unsere zukünftigen Lösungen zugänglich, passgenau und einfach entlang den Kundenbedürfnissen zu integrieren sein.  


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