Zu Fernen Welten

Eine bildgewaltige Reise durch unser Sonnensystem

Von der feurigen Oberfläche der Sonne bis zum eisigen Reich der Kometen, reisen Sie zu Welten mit riesigen Vulkanen, riesigen Schluchten, schillernden Ringen und gewaltigen Stürmen, die die Erde verschlingen würden. Die Reise führt Sie zu den Planeten des Sonnensystems, deren interessantesten Monden und in den Außenbereich mit Zwerplaneten wie dem Pluto. Informativ und bildgewaltig. Eine Planetariumsshow für alle.

 

Trailer

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Spezifikation

Länge 29 min
Zielgruppe Alle Altersgruppen ab acht
Charakteristik Computeranimierte 3D-Fulldome-Grafik
Orientierung unidirektional; für konzentrische Bestuhlung geeignet
Videoauflösung 2k, 3k, 4k
Produktion/Jahr Donezk Planetarium, 2016
Sprachen Deutsch, Englisch, Russisch, andere Sprachen auf Anfrage

Filmreview

11. FullDome Festival Jena

Once again a journey through the solar system – a classic with up-to-date content

Film review by Mechthild Meinike, Merseburg

The intro captures the viewers for a cosmic journey, beginning with a view of the night sky from the Earth beyond the orbit of the ISS into the cosmic expanse of the Milky Way. A narrator leads the viewers through this journey.A classic journey through the solar System… and beyond… is a standard program for planetariums, but it is not a bad idea to re-iterate such a journey every few years in order to present the most recent research and resulting knowledge. The successful use of the dome and the well-proportioned perspectives in “To Worlds Beyond” resulted in a positive effect. The animations of the Curiosity robot and the dust devil on Mars, or the atmosphere of Venus are memorable because of their immersive effect.The surface textures of the celestial bodies are strikingly detailed and rich in structure. This has obviously been painstakingly improved upon. The current findings of planetary missions are essentially touched upon without going into the a great deal of depth.While the music harmoniously accompanies the journey up until the middle of the film, it becomes dramatically overbearing towards the end and too loud with relation to the speaker.  This is partially contrary to the content shown. But on a positive note the special sound effects at least in some places amplify the alien nature of the scenery. The light natured rhetoric or the irony is lost.All in all the show is a bit too long but nevertheless a worthwhile journey through the solar system and beyond.

11th FullDome Festival, May 18, 2017

»Aurora – Lights of Wonder« ist eine souveräne Dokumentation mit zahlreichen Übergriffen in das Genre der wissenschaftlichen Unterhaltung. Äußerst professionell gemacht, ein Kuppelerlebnis, das sich ins Gedächtnis einschreibt. Ein aktuelles Thema, dass nicht von ungefähr in unseren Kuppeln Einzug hält, ist doch die Kameratechnik endlich soweit, die filigranen Lichtervorhänge digital zu bannen. Mit dem abklingenden Maximum der Sonnenaktivität werden die Chancen auf spektakuläre Polarlichter wieder geringer, was natürlich die Jagd der Fotografen und Filmemacher zusätzlich anfeuerte.

Der Film teilt sich zwanglos in einzelne Kapitel ein, die ein professioneller Sprecher mit angenehmer sonorer Stimme verbindet. Im kanadischen Yellowknife entstanden die beeindruckenden Aufnahmen der Nordlichter. Die nächtlichen Szenen lassen das Verlangen aufkommen, diesen Anblick selbst einmal erleben zu wollen. Selten kann ein dokumentarischer Kuppelfilm so viel Emotionalität ausstrahlen: „The impression of this striking display may touch your heart and stay with you for ever.“

Ein deutlicher Wechsel der Bildsprache führt in das Kapitel des Rückblicks in die Folklore und Ansichtenwelt der Völker ohne jegliche Kenntnis der Ursachen des Nordlichts. In zweidimensionalen Animationen, in der Tiefe über mehrere Ebenen gestaffelt, erfahren wir vom Glauben an den Tanz der Geister Verstorbener in den nordamerikanischen Völkern, vom Polarfuchs, der mit seinem Schwanz den Schnee zum Himmel stiebt und zum Leuchten bringt und von der Interpretation der Lichter als Botschaften Gottes im Mittelalter. Ihren Namen verdanken sie Galileio Galilei, der das seltene rote Licht über Europa mit der Morgenröte in Verbindung brachte und es nach ihrer Gottheit „Aurora Borealis“ nannte. Die Verwendung mittelalterlicher und renaissancetypischer Zeichnungen und Gemälde für die Animationen liegt nahe.

Die aus dem Rücken auftauchende Sonne mit ihrer Chromosphäre leitet das Kapitel zur Entstehung der Polarlichter ein. In einfach gehaltener grafischer Animation taucht der Betrachter in einen Strom hochenergetischer Teilchen ein und folgt ihm auf dem Weg zur Erde. Dieser Teil der Animationen ist nicht so gelungen. Ein bläulicher Merkur und eine tiefblasse Venus enttäuschen den Betrachter, der hervorragende Bilder dieser Planeten kennt. Auch kann der „krabbelnde“ Partikelstrom kaum sein natürliches Gegenstück repräsentieren. Schade auch, dass er sich auf den Durchmesser des Erdmagnetfeldes begrenzt, was ein falsches Bild der Teilchenstrahlung wecken kann. Immerhin, deutlich wird, dass der Abbruch der Teilchenstrahlung auch der Grund dafür ist, dass Polarlichter einfach und schnell wieder verschwinden.

Ein Leichtes ist es, aus kosmischer Perspektive die Orte auf der Erde auszumachen, die für die Beobachtung der Nordlichter in Frage kommen. Die Aurorazone erstreckt sich vom nördlichen Kanada über Island noch Nordskandinavien. Eindrucksvoller als die Animation des Aurorarings um den Nordpol der Erde ist die Leuchterscheinung selbst, belegt mit weiteren überaus bewundernswerten Aufnahmen, ruhig untermalt mit klangvoller Vokalmusik. Im Übrigen, alle Aufnahmen gänzlich ohne Stichingfehler.

Die Nordlichter wechseln ihr Erscheinungsbild und das viel schneller, als gemeinhin angenommen wird. Die schönsten Spektakel dauern nur einige Minuten und dennoch lohnt sich die Beobachtung über die ganze Nacht.

Der lange bekannte 11-Jahreszyklus der Sonnenflecken wurde frühzeitig als Aktivitätswechsel interpretiert. Raumsonden zur Beobachtung der Sonne belegen heute diese Deutung. Im Film nur kurz gestreift, sind die Satellitenanimationen aber sehenswert. Nahezu unvorbereitet findet sich der Betrachter im letzten Kapitel über dem Saturn mit seinen Polarlichtern wieder und lernt auch die leuchtende Aurora um den Pol Jupiters kennen. Polarlichter sind also keine exklusive Erscheinung der Erde. Sehr originell: der Flug „unter“ dem Jupiter hinweg.

Dennoch gelingt es dem Film – ohne Wenn und Aber – das Phänomen der Polarlichter trefflich zu visualisieren und Licht hinter die Lichter zu bringen. Trotz weniger grafischer Schwächen wird jeder Besucher im Alter ab zehn Jahren die wesentlichen Zusammenhänge ihrer Entstehung und Sichtbarkeit verstehen und mit beachtlichem Erkenntnisgewinn nach Hause gehen.

»Aurora« wurde explizit für die Kuppelprojektion und unter meisterhafter Berücksichtigung ihrer kritischen Aspekte produziert. Auf eine Hauptblickrichtung orientiert, vergessen Drehbuch und Skript nicht die gesamte Kuppel einzubeziehen und den Betrachter mit Aktionen im Rücken zu überraschen. Die Naturaufnahmen mit beleuchteten Tipis begründen die besondere Ästhetik und Authentizität des Films. Dies ist wohl auch dem Originalton mit schweren Schritten im Schnee, bellenden Hunden und den jubelnden Rufen der Menschen, die das Schauspiel am Himmel genießen, zu verdanken. Zweifellos gipfelt der Film in den hellen kronenförmigen Polarlichtern eines Aurora-Substorms, unvergleichliche Aufnahmen, die für fast alle Besucher staunenswert sein dürften. Bewusst oder unbewusst nutzen diese Szenen ein Gestaltungselement, das nur in Ausnahmen in edukativen Dokumentationen vorkommt: die emotionale Begeisterung.

Die Polarlichtaufnahmen basieren auf einer eigens entwickelten Multikameratechnik, die erstmals die Aufzeichnung in Echtzeit und in 4k ermöglichte. Das perfekte Stitching und die Nachbearbeitung zur Minderung des Rauschens, zur Farbsättigung und Schärfung war mit Sicherheit eine sehr große Herausforderung. Jedenfalls ist für den Rezensenten die Sichtbarkeit der Nachbearbeitung der einzige Wermutstropfen im Film. Was auf der einen Seite die Schönheit und den besonderen Reiz des Filmes ausmacht, wird auf der anderen Seite durch die absolut notwenige Nachbearbeitung wieder etwas entzaubert. Die musikalische Untermalung in Anlehnung an bekannte Motive aus der klassischen Filmmusik ist treffend. Zurückhaltend in erklärenden Szenen, einfühlsam ansprechend in den Naturbildern, nicht zu dominant und dennoch markant. Ein harmonisches Ganzes.

»Aurora – Lights of Wonder« sollte in allen Planetarien gezeigt werden und das so bald wie möglich. Dafür spricht der populärwissenschaftliche Gehalt, aber mehr noch weil er süchtig macht, süchtig auf Polarlichter. 

Volkmar Schorcht, Fulldome Festival Foundation

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