Deutschland macht den Nachtsicht-Test

Sehtest ist nicht gleich Sehtest. BESSER SEHEN spricht mit Optiker Schütz darüber, wie der Nachtsicht-Test funktioniert und warum er so wichtig ist.

Gerade das Sehen in der Nacht ist für unsere Augen eine ganz besondere Heraus-forderung. Immer häufiger und länger müssen unsere Augen Hochleistung vor allem beim Autofahren in der Nacht betreiben, und das bei zunehmendem Verkehr und stärkeren Blendsituationen. Außerdem ist es möglich, dass sich unsere Sehleistung am Tag von der in der Nacht unterscheidet. Umgangssprachlich sagen wir dazu, wir sind „nachtblind“. Modernste Technologien von ZEISS zeigen diese Unterschiede zwischen der Sehleistung am Tag und in der Nacht objektiv auf. Machen Sie den Nachtsicht-Test, und finden Sie heraus, wie gut und klar Sie nachts sehen können.

Deutschland macht den Nachtsicht-Test

Jürgen Jainta von Optiker Schütz Pforzheim

BESSER SEHEN sprach mit Jürgen Jainta, Inhaber von Optiker Schütz in Pforzheim, wie der Nachtsicht-Test in seinem Hause basierend auf der i.Scription Technologie von ZEISS abläuft und warum die Untersuchung der Sehleistung bei Nacht so wichtig ist.


BESSER SEHEN: Herr Jainta, wir alle kennen den klassischen Sehtest, die so genannte subjektive Refraktion, zur Ermittlung der genauen Daten für die Brillengläser. Dabei werden systematisch verschiedene Linsen vor die Augen gehalten, und man wird nach einer Verbesserung oder Verschlechterung des Seheindrucks gefragt. Wie gehen Sie allerdings vor, wenn Sie ein Kunde zum Nachtsicht-Test aufsucht?

Jürgen Jainta: Vorweg, der Kunde sollte schon etwas Zeit mitbringen. Denn unsere Sehanalyse, die die Basis für den Nachtsicht-Test ist, benötigt Zeit – etwa eine halbe bis Dreiviertelstunde.

Wir beginnen mit einem Einführungsgespräch, erst einmal ganz ohne technische Geräte, und erkundigen uns gezielt, ob und welche Sehschwierigkeiten der Betroffene beim Sehen in der Nacht hat. Wir machen eine Art Anamnese. Wir fragen, was beim Sehen in der Nacht besser sein sollte. Uns interessiert, ob der Kunde häufig nachts Auto fährt, ob er bei Regen und nasser Fahrbahn schlechter sieht, sich oft geblendet fühlt oder ob er beispielsweise Überanstrengungen der Augen beim Fernsehen verspürt. So können wir feststellen, welche Bedürfnisse und Sehprobleme der Kunde hat. Wir erklären zusätzlich, wie unsere Sehanalyse genau funktioniert, was die einzelnen Schritte sind und warum.

Dann beginnt die eigentliche Untersuchung. Wir starten mit der präzisen Messung der Sehleistung mit Hilfe des i.Profilers von ZEISS. Denn nur dieses Gerät ermöglicht es uns, wirklich festzustellen, ob die Sehleistung unseres Kunden am Tage – also mit kleiner Pupille – dieselbe ist wie in der Nacht bei weit geöffneter Pupille.

Deutschland macht den Nachtsicht-Test

i.Profiler von ZEISS im Prüfraum bei Optiker Schütz, Pforzheim

BESSER SEHEN: Wie darf man sich diese Untersuchung vorstellen?

Jürgen Jainta: Diese Messung erfolgt ohne Unannehmlichkeiten und längere Wartezeiten für den Kunden. Er schaut für eine kurze Zeit in das Gerät, und mit Hilfe der Wellenfronttechnologie wird die Netzhaut vermessen.

Anhand der Messdaten des i.Profilers wird das jeweilige Sehprofil beider Augen erstellt. Eine Art optische Landkarte visualisiert das Sehprofil. Dieses 3D-Bild besprechen wir danach mit dem Kunden. Es ist wie der Fingerabdruck des Auges.

Aus den Messdaten können wir herauslesen, wie wir auch die Nachtsehfähigkeit verbessern können. Beispielsweise können wir sehen, dass ein Brillenträger, der bei der Messung bei Tageslicht eine Kurzsichtigkeit von minus 1,5 Dioptrien hat, bei geöffneter Pupille eigentlich minus 2,0 Dioptrien benötigt, um klarer und kontrastreicher bei Nacht sehen zu können.

Der Computer nimmt unserem Kunden hier die Last ab, erst einmal selbst einschätzen zu müssen, mit welcher Linse er im Vergleich besser sieht. Das Ergebnis des i.Profilers ist objektiv.

Deutschland macht den Nachtsicht-Test

Beratungsgespräch zur Brillenglas-Konfiguration von Jürgen Jainta bei Optiker Schütz, Pforzheim

BESSER SEHEN: Gibt es denn gar keinen subjektiven Sehtest mehr?

Jürgen Jainta: Doch, natürlich. Mit den Messdaten des i.Profilers gehen wir dann zur subjektiven Messung der Sehleistung im Prüfraum über, um dem Kunden auch die Unterschiede zeigen zu können. Der Kunde macht mit den ausgewählten Brillengläsern in der Messbrille quasi einen Sehtest.


Bei dieser subjektiven Überprüfung befinden wir uns natürlich wieder im hellen Raum – und das Auge des Kunden arbeitet mit kleineren Pupillen als in der Nacht. Doch die mit dem i.Profiler gemessenen individuellen Werte fließen in die modernen Rechnerprogramme von ZEISS später bei der Fertigung der Brillengläser ein. Jetzt greift die i.Scription Technologie von ZEISS, die individuelle Brillengläser berechnen und fertigen kann, in die auch bisher unberücksichtigte Sehfehler einfließen. Die Sehleistung der Augen kann vom Optiker so bis auf ein Hundertstel genau ermittelt werden. Im Vergleich zu bisherigen Verfahren erhöht sich die Genauigkeit der Messung um das 25-fache. Der Kunde bekommt Brillengläser, mit denen er nicht nur schärfer und kontrastreicher sieht, auch Farben kommen viel brillanter rüber. Und: Der Seheindruck in der Nacht kann verbessert werden.

Ist das alles geschehen, können wir uns um die Zusammenstellung der Brille kümmern. Dies bedeutet aber nicht nur die Wahl der Brillenfassung, sondern insbesondere auch die Konfiguration der Brillengläser – von der Veredelung, der Tönung bis hin zu Einstärken- oder Mehrstärkengläsern und den jeweiligen Individualisierungsgraden. Wir vergleichen das immer sehr gerne mit der Konfiguration beim Neuwagenkauf, denn es funktioniert ähnlich.


BESSER SEHEN: Umgangssprachlich hört man immer wieder auch von Nicht-Brillenträgern, dass sie meinen, „nachtblind“ zu sein. Sie haben nachts gerade beim Autofahren Sehschwierigkeiten. Kann es sein, dass man nur nachts eine Brille braucht?

Jürgen Jainta: Durchaus und nicht selten kann es das geben. Auch wir haben Kunden, die nur eine Brille zum Autofahren bei Nacht tragen. Gewisse Sehschwierigkeiten treten zum Teil erst auf, wenn die Pupille weit geöffnet ist. Bedenken Sie, dass gerade das Autofahren bei Nacht sehr anstrengend für unsere Augen ist und dann auch risikoreich für uns wird. Es gibt nun in Deutschland 60 Millionen Kraftfahrzeuge, die immer mehr Straßenverkehr verursachen. Neue Scheinwerfertechnologien, wie beispielsweise Xenon-Scheinwerfer, die uns im Auto besser sehen lassen, entgegenkommende Fahrzeuge aber mehr blenden können, verbreiten sich zusehens. Ich spreche in diesem Zusammenhang gerne vom zunehmenden Sehstress im Straßenverkehr. Leider ist das schwächste Glied auf Deutschlands Straßen der Mensch – auch häufig mit mangelnder, unkorrigierter Sehleistung.

BESSER SEHEN: So kann ich auch als Nicht-Brillenträger zu Ihnen zum Nachtsicht-Test kommen, wenn ich den Eindruck habe, nachts nicht ausreichend gut sehen zu können? Wie oft sollte man denn einen Sehtest auch mit dem i.Profiler machen?

Jürgen Jainta: Selbstverständlich können und sollten Sie das tun. Wir und auch alle Experten empfehlen – gerade den Autofahrern –, alle zwei Jahre einen Sehtest zu machen. Bei uns auch immer mit Hilfe des i.Profilers.

BESSER SEHEN: Herr Jainta, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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