Wussten Sie schon warum gefärbte Brillengläser meist braun, grau oder grün sind?

Denn eigentlich zählen doch derzeit eher Apricot, Mint, Citrus oder Meeresblau zu den Trendfarben des Sommers. Sonnenbrillen sind am häufigsten braun, grau oder grün getönt, weil sie dann die Farbwahrnehmung am wenigsten verfälschen. Bei anders gefärbten Gläsern benötigt das Gehirn eine gewisse Zeit, um die durch die Brille verschobenen Farbtöne zu neutralisieren und nimmt Farben daher verändert wahr.

Aber wie kommen die Farben eigentlich in die Brillengläser? Hier gibt es ganz unterschiedliche Verfahren, die davon abhängen, ob es sich um Kunststoff- oder mineralische Gläser handelt.

Brillengläser aus Glas, die sogenannten mineralischen Brillengläser, werden durch Aufdampfen absorbierender Schichten gefärbt. Diese dünnen Schichten bestehen aus Metall- oder Metalloxidgemisch und lassen sich nur bei bestimmten hohen Temperaturen aufdampfen. Außerdem besitzen sie eine hohe Brechzahl, so dass sich der Reflexionsgrad erhöht. Sie werden in Mehrfachschichten aufgedampft, damit die Eigenschaften des Glases erhalten bleiben. Aufgrund der Färbung der Metall- oder Metalloxidgemische gibt es diese Gläser nur in Brauntönen verschiedener Absorptionsstufen.

Fast alle Kunststoffgläser werden in einem speziellen Farbbad getönt. Dazu fixiert man mehrere Gläser in speziellen Halterungen und taucht sie in das Bad. Während die Brillengläser im Tauchbad sind, dringen die Farbpartikel etwa 0,1 Millimeter in die Oberfläche des Glases ein und sind so fest mit ihm verbunden. In jedem Tauchbecken sorgt ein Magnetrührer dafür, dass alle Brillengläser eine gleichmäßige Färbung erhalten. Dazu werden Farbsubstanzen verwendet, die auch in der Textilbranche im Einsatz sind.

Nach Vorgabe eines Farbmusters ist es möglich, Kunststoffgläser in allen nur denkbaren Farben und Lichtreduktionsstufen einzufärben – basierend auf den Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Mit einem Spezialgerät lassen sich zudem Gläser mit Verlaufsfarben herstellen. Dies erfolgt über eine vorher festgelegte Austauschgeschwindigkeit der Brillengläser, so dass eine von hell nach dunkel verlaufende Färbung erzielt wird. So kann man neben der Wahl der Brillenfassung auch über die Tönung der Gläser seine Brille individuell optisch gestalten – auch wenn dann nicht alle Farben im Originalton wahrgenommen werden.

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