young man cleaning his eyeglasses
closeup of a young caucasian man cleaning the lenses of his eyeglasses with a microfiber cloth

Bakterien und Viren auf der Brille: Warum Brillenhygiene wichtig ist

Brillen können mehr als 650 verschiedene Gattungen von Bakterien aufweisen. Warum eine hygienische Reinigung der Brille wichtig ist und welche neuen Möglichkeiten es gibt, Brillengläser keimfrei zu halten.

Hygiene und damit der Schutz vor Viren und Bakterien ist im Alltag in den vergangenen Monaten so wichtig geworden wie wohl nie zuvor. Was bei der täglichen Hygiene oft vergessen wird, ist ein Gegenstand, den immerhin mehr als 40 Millionen Menschen alleine in Deutschland direkt im Gesicht tragen: die Brille. Während wir uns regelmäßig unsere Hände waschen und Türgriffe und Oberflächen desinfizieren, werden Brille und Brillengläser oft nur oberflächlich gereinigt.

Was Viren und Bakterien wohl freuen mag: Anstatt die Brille analog zu anderen Alltagsgegenständen hygienisch zu reinigen oder zu desinfizieren, wischen Brillenträger oft nur schnell mit dem Hemdsärmel oder dem Taschentuch über die Brillengläser, um wieder einigermaßen und ohne Schlieren auf dem Glas zu sehen.

Keime auf der Brille: ein mikrobielles Universum auf Gläsern und Fassung

Das Risiko von Keimen und Bakterien auf der Brille wird dabei offensichtlich unterschätzt. Denn laut wissenschaftlichen Untersuchungen können Brillen sehr stark keimbelastet sein. In den Jahren 20218 und 2020 hat Prof. Dr. Markus Egert, Mikrobiologe und Gesundheitsexperte, von der Hochschule Furtwangen Studien durchgeführt, die belegen, dass sich mehr als 650 Gattungen von Bakterien auf Brillengläsern tummeln (herausgefunden in der Studie von 2020; Untersuchungsgegenstand waren 30 Brillen) - und 50 bis 80 Prozent der häufigsten Mikroben, die auf Brillen vorkommen, laut dem Mikrobiologen und Gesundheitsexperten pathogenen Charakter haben, also potentiell Krankheiten auslösen können.

BU: Im Rahmen des virtuellen ZEISS Events „SEH(E)NSUCHT“ von Februar 2021 stellte Prof. Dr. Markus Egert seine Studienergebnisse zum Thema „Mikroorganismen auf Brillen“ vor.

Prof. Egert und sein Forschungsteam konnten also herausfinden, dass Brillen stark mit Mikroorganismen besiedelt sind – am stärksten verkeimt waren die Brillenbügel und Nasenpolster. Ein Spitzenwert waren 660.000 Bakterien pro Quadratzentimeter auf einem Nasenpolster, darunter auch Erreger von Augenerkrankungen wie Bindehautentzündung oder Endophthalmitis (herausgefunden in der Studie von 2018).

Laut Egert sei das nicht verwunderlich, denn eine Brille sitzt mitten im Gesicht mit engem Kontakt zu Ohren, Augen und Nase – zu Stellen also, an denen in der natürlichen Hautflora ohnehin viele Keime leben. Außerdem fasse man seine Brille im Laufe des Tages oft an und bringe dabei Bakterien, Viren oder auch Pilze auf Fassung und die Gläser. Unter Umständen können dann Keime nahe an die Augen gelangen.

Entscheidend ist es, seine Brille als einen Gegenstand zu erkennen, der die persönliche Hygiene und Gesundheit beeinflussen kann. Wer seine Brille sauber hält, betreibt Gesundheitsvorsorge.

Prof. Dr. Markus Egert

Was die Studie noch ergab: Die Diversität der verschiedenen Bakterien war auf den Brillengläsern wiederum am größten.

BU: Bakteriendiversität auf Brillengläsern, Nasenpads und Bügelenden einer Brille. Die verschiedenen Farbsegmente repräsentieren dabei die bakterielle Diversität an den untersuchten Stellen.
BU: Im Rahmen des virtuellen ZEISS Events „SEH(E)NSUCHT“ von Februar 2021 präsentierte Volker Gahr, globales Produktmanagement ZEISS Vision Care, die neue Premium-Beschichtung ZEISS DuraVision AntiVirus Platinum UV und wies auf die Bakterienansammlung von Bakterien auf Brillengläsern hin.

Die Lösung für das Problem von Viren, Pilzen und Bakterien auf Brillengläsern und Brillenfassungen ist laut Professor Egert zunächst eine gute Brillenhygiene. Das bedeutet, dass man Gläser und Fassung mindestens zweimal am Tag gründlich reinigt. Um die Brille zu putzen, eignen sich verschiedene Methoden – von Wasser und Spülmittel über ein Reinigungstuch bis hin zum Ultraschallbad.

Doch die gute Reinigung der Brille, um sie von Viren und Bakterien zu befreien, ist nur eine Möglichkeit, den Keimen auf der Sehhilfe entgegenzutreten. Tatsächlich gibt es noch einen zusätzlichen Schutz vor Bakterien und Viren: Silber. Das Metall bewährt sich bereits seit Jahrhunderten - und wird jetzt erstmalig als spezielle Beschichtung auf Brillengläsern verwendet, um die Hygiene der Brille zu verbessern, indem es Viren, Bakterien und Pilze abtötet.

Silber – der traditionelle Wirkstoff gegen Viren und Bakterien

Die Idee, Metalle, wie Silber, gegen Mikroorganismen einzusetzen, ist uralt. Die desinfizierenden und keimabtötenden Eigenschaften von Silber sind seit mehr als 2.000 Jahren bekannt. Schon im alten China wurde seine Wirksamkeit geschätzt.

Bereits Hippokrates, Paracelsus und später Hildegard von Bingen empfahlen es angeblich als wichtiges Mittel zum Schutz oder zur Erhaltung der Gesundheit – also lange, bevor es Antibiotika gab. So hatte das von Adeligen und reichen Bürgern verwendete Silbergeschirr und Silberbesteck eine ganz praktische Wirkung: Es schützte sie vor Krankheitserregern.

Was genau Silber so wirksam gegen Viren, Bakterien und Pilzen macht, wird derzeit noch erforscht. Als sicher gilt, dass die hochreaktiven Silber-Ionen daran beteiligt sind. Sie schädigen die Zellwand der Mikroben, zerstören Enzyme oder deaktivieren Bindungsmechanismen, die zum Überleben der Keime oder den Befall von Wirtszellen notwendig sind.

Genau deshalb wird es heute in feinster Form als Makro-, Mikro- und Nanosilber in zahlreichen Produkten des täglichen Bedarfs eingesetzt - etwa in Produkten der modernen Wundversorgung oder in Cremes gegen Neurodermitis.

Das neueste Produkt von ZEISS: ZEISS DuraVision AntiVirus Platinum UV

Die neueste Anwendung in Sachen Wirksamkeit von Silber kommt nun aus den Laboren von ZEISS.

Aufgrund diverser technischer Herausforderungen und des Produktqualitätsanspruchs wurde Silber bislang nicht gerne als Zusatz in klaren Brillenglasmaterialien verwendet. ZEISS Wissenschaftlern ist es aber nun gelungen, fortschrittliche Materialwissenschaft mit ausgeklügelten Vakuum-Beschichtungsverfahren zu kombinieren und eine neuartige, innovative Silber-Nanocluster-Beschichtungstechnologie zu entwickeln. Diese neue Verfahrenstechnologie erlaubt die Einbettung bestimmter Mengen Silber in Clustern von Nanogröße in die Entspiegelungsschichten.

Diese in der neuen ZEISS DuraVision AntiVirus Platinum UV Beschichtung gebundenen Silber-Nanocluster setzen Silber-Ionen (Ag+) frei, sodass die Beschichtung eine antivirale und antibakterielle Wirkung auf der Brillenglasoberfläche entfalten kann. Diese tötet Viren und Bakterien effektiv ab – und das zu 99,9 Prozent.1

Die Beschichtung bleibt übrigens bestehen - "wischt" sich also nicht wie ein anfänglicher Schutz wie bei einer Imprägnierung weg.

BU: Im Rahmen des virtuellen ZEISS Events „SEH(E)NSUCHT“ von Februar 2021 präsentierte Volker Gahr, globales Produktmanagement ZEISS Vision Care, die neue Premium-Beschichtung ZEISS DuraVision AntiVirus Platinum UV.
BU: Aufbau eines ZEISS Brillenglases mit der neuen Premium-Beschichtung ZEISS DuraVision AntiVirus Platinum UV.

Brillenglas mit Silber-Beschichtung: Antivirale Wirkung in Tests geprüft

Die ZEISS DuraVision AntiVirus Platinum UV Beschichtung hat langwierige wissenschaftliche Tests an zertifizierten Instituten auf der ganzen Welt durchlaufen.2 Die antiviralen und antibakteriellen Wirksamkeitstests wurden von unabhängigen, akkreditierten externen Prüfstellen nach etablierten Testverfahren unter Einbeziehung von ISO-Normen durchgeführt, um die Validität und Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Alle Daten zur antimikrobiellen Wirksamkeit stammen aus diesen Tests.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Brillengläser ein kleines Stück mehr Hygiene und Schutz vor Infektionen im Alltag bieten können. 

1 Getestet nach ISO 21702:2019(E) für behüllte Viren; getestet nach ISO 22196:2011(E) für gramnegative und grampositive Bakterien. Wirksamkeit nachgewiesen gemäß ISO nach 24 Stunden.

2 GuangZhou Institute of Microbiology, China, GuangDong Detection Center of Microbiology, China, Sino-French Hoffmann Institute, China, GAPLAB Environmental Microbiology, Canada, SMP GmbH, Deutschland

Ihr Pressekontakt zu ZEISS Vision Care

M. Kapsegger
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Miriam Kapsegger
miriam .kapsegger @zeiss .com

Telefon: + 49 (0) 7361 591-1261

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