Ein Quantum Physik

Physiker wissen, wie ein Regenbogen entsteht und wie die Kernfusion funktioniert. Sie erklären uns schwarze Löcher und weiße Zwerge. Sie entwickeln kilometergroße Teilchenbeschleuniger und produzieren nanometerfeine Transistoren. Ungefähr 3000 Physiker erhalten jedes Jahr ihr Diplom. Circa die Hälfte davon geht in die Forschung, die andere Hälfte in die Industrie. Und die besten treffen sich wieder bei ZEISS. Davon ist Ella überzeugt.

Vor zwanzig Jahren hätte man es nicht für möglich gehalten, dass wir die EUV-Lithographie verwirklichen können.

„Wir sind schon ein besonderes Völkchen“, sagt sie lachend über ihren eigenen Berufsstand. Nicht so explosiv wie Chemiker und nicht so konstruiert wie Maschinenbauer. Dafür mit Zusammenhalt und einem gemeinsamen Verständnis für die Welt. Und bei ZEISS mit einem gemeinsamen Ziel: Vor zwanzig Jahren hätte man es nicht für möglich gehalten, dass wir die EUV-Lithographie verwirklichen können. Und dass es dafür auch einen Markt gibt. Heute schaffen wir mit dieser Technologie digitalen Fortschritt“, beschreibt Ella ihre Mission.

Mit Software zur Perfektion

Offiziell ist Ella Software-Entwicklerin. Sie programmiert Tools im Bereich der Messtechnik-Entwicklung. Genauer gesagt Applikationen für die Inspektion von Lithographie-Optiken und -Masken. Noch genauer gesagt: für eine der präzisesten Strukturen der Welt. Zum Beispiel für Spiegel und Masken, mit denen aktuelle und zukünftige Chip-Generationen produziert werden können. Die Spiegel und Masken durchlaufen unterschiedliche Teststände und Ella begleitet sie softwaretechnisch auf dem Weg zur Perfektion, misst Temperaturen, Zeiten, Reflexionen sowie die Bewegungen von mechanischen Aktuatoren.

Mehr als Bits, Bytes und Code

In Wirklichkeit ist Ella viel mehr als „nur“ eine Software-Entwicklerin. „Wir haben auch eine Art Vorreiterrolle“, sagt sie. „Wir Software-Entwickler tragen Verantwortung – nicht nur für den eigenen Code, sondern auch für das Umfeld, in dem unsere Anwendungen eingesetzt werden. Wir Entwickler sind quasi Multiplikatoren für agiles Arbeiten. Anwendungen und Prozesse, die bei uns funktionieren, dienen auch als Vorbild für andere Teams innerhalb der Sparte.“ Um die agile Transformation weiter voranzutreiben, arbeitet Ella zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in flexiblen Scrum-Teams. „Das funktioniert gut, auch wenn ich mir noch die eine oder andere Kollegin mehr wünsche. Aber selbst in der Softwareentwicklung wächst der Frauenanteil – langsam aber stetig und das ist gut so“, resümiert Ella.

Die Philosophie des Atoms

Wie kam Ella zur Physik? „Das ist einfach“, erklärt sie uns. „Ich wollte die Welt verstehen. Physik bietet ein tiefes Verständnis für alle Vorgänge um uns herum – bis hin zu philosophischen Fragen. Ich liebe diese Aha-Effekte, wenn sich komplizierte Sachverhalte auf einmal physikalisch erklären.“ Nach ihrem Studium in Karlsruhe arbeitet sie noch ein gutes Jahr als Research Scientist am Karlsruhe Institute of Technology. Danach wird sie Software Developer in einem Unternehmen für kryptografische Lösungen, bis sie den Weg nach Oberkochen zu ZEISS findet.

Mensch und Maschine

„Bei ZEISS mag ich die technische Flughöhe. Wir arbeiten im Reinraum an den präzisesten Optiken der Welt. Das spricht die Wissenschaftlerin und Physikerin in mir an“, sagt sie. „Außerdem gefällt mir die persönliche Komponente, die ZEISS als Stiftungsunternehmen pflegt. Das begann schon bei meinem zweitägigen Onboarding – mit einer sehr beeindruckenden Tour durch die Produktion der Halbleiterfertigungstechnik. Und als wir jetzt wegen der Pandemie alle ins Homeoffice mussten, hat uns die Firma sehr unterstützt. Man hat das Gefühl, der Mensch steht hier im Vordergrund. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen unserer Hightech-Produkte.“

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