Selinas Geschichte

Polieren für die Digitalisierung

Selinas Geschichte

Polieren für die Digitalisierung

Glas ist für Selina ein wahrer Wunderstoff. Als Feinoptikerin bei ZEISS sorgt sie dafür, dass die Oberflächen von Linsen bis auf den Nanometer genau produziert werden. Eine wichtige Aufgabe. Denn Selinas Glaslinsen werden anschließend in Lithographie-Objektive der ZEISS Halbleitersparte verbaut. Diese spielen eine Schlüsselrolle in der globalen Digitalisierung. Bereits heute werden 80 Prozent aller Mikrochips weltweit mit Lithographie-Technologien unseres strategischen Partners ASML aus den Niederlanden gefertigt. Das Herzstück der Waferscanner sind Lithographie-Optiken von ZEISS.

ZEISS ist der weltweit größte Anbieter, der Linsen bis auf den Nanometer präzise anfertigen kann. „Und weil bei der Produktion modernster Mikrochips dieses hohe Maß an Genauigkeit benötigt wird, haben wir von ZEISS eine große Verantwortung,“ sagt Selina und ergänzt: „Ohne die Lithographie-Objektive von ZEISS wäre die Digitalisierung, wie sie gerade stattfindet, nicht möglich.“ Und ein wichtiges Teil für diese Lithographie-Objektive – die Linse – bearbeitet Selina.

Mit Handarbeit die Zukunft gestalten

Bei der Pechpolitur ist es Selinas Aufgabe, Unebenheiten auf der Oberfläche der Linse ausfindig zu machen und zu glätten. „Echte Handarbeit“, sagt sie stolz.

Immer wieder prüft Selina im Arbeitsprozess die Linse mit modernster Messtechnik. Ihr geschultes Auge erkennt beim Betrachten der Messwerte eine Spitze auf der Oberfläche des Glases. „Diese muss ich glätten“, sagt sie. In eine Pechschale ritzt sie gekonnt Rillen, um das Glas an der gewünschten Stelle zu bearbeiten.
Selina trägt Poliermittel auf die Linse auf, setzt vorsichtig die Pechschale auf und beginnt, an ihrer Maschine die Linse zu bearbeiten. Sie weiß genau, wie sie die Maschine einstellen muss. Nur wenn die Pechschale mit der richtigen Bewegung und Geschwindigkeit über die Linse bewegt wird, können die Unebenheiten geglättet werden. Anschließend prüft Selina die Qualität der bearbeiteten Linse erneut im Messzentrum. Beim Auswerten des Messergebnisses stellt sie fest: Die Spitze ist geglättet! Geschafft.

Im Nanometerbereich zählt Fingerspitzengefühl

„Die Arbeit mit Glas ist ein anspruchsvolles Handwerk“, verrät Selina. „Glas verhält sich nie vorhersehbar. Egal, wie viel Druck oder welches Poliermittel du aufträgst – jede Linse reagiert anders darauf.“ Deswegen kann keine Maschine Selinas Arbeit übernehmen. „Erfahrung ist beim Pechpolieren besonders wichtig“, sagt sie.

Du musst ein Gefühl für den Werkstoff entwickeln, und dann auf dein Wissen und deine Erfahrung vertrauen. Diese Herausforderung jeden Tag zu meistern, macht mir wirklich großen Spaß.

Dabei war Selinas Weg keinesfalls vorgezeichnet. Nach der Realschule absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau. „Aber die Lust, in einem technischen Beruf mit den Händen zu arbeiten, wurde Tag für Tag größer“, sagt sie. Nach einem Jahr als Bürokauffrau fasste Selina den Entschluss, sich beruflich noch einmal auf Neuland zu wagen. Und stieß bei ZEISS auf den Ausbildungsberuf der Feinoptikerin.

Aus Liebe zum Handwerk

Die Welt von morgen mitgestalten

Wenn Selina neueste Smartphones und Laptops sieht, blickt sie stolz darauf. „Da ist fast überall ein Stückchen ZEISS drin“, sagt sie lächelnd. Und sie weiß: In Mikrochips, in denen ein Stückchen ZEISS steckt – steckt auch ein Stückchen ihrer Arbeit.

Du musst ein Gefühl für den Werkstoff entwickeln, und dann auf dein Wissen und deine Erfahrung vertrauen. Diese Herausforderung jeden Tag zu meistern, macht mir wirklich großen Spaß.

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