Messtechnikentwicklung 

Wenn die Chemie stimmt

Messtechnikentwicklung 

Wenn die Chemie stimmt

Riesige Vakuum-Röhren aus Edelstahl, so groß wie ein ganzer Raum in einer geräumigen, hellen Halle – das ist es, was Stephanie als erstes sieht an diesem Novembertag. Es ist ihr erster Arbeitstag bei ZEISS. Die damals 28-Jährige hat gerade ihr Chemiestudium abgeschlossen. Der Anblick der Anlage mit ihren hunderten Versorgungsleitungen und den dutzenden Schaltschränken beeindruckt sie und sie ist sich direkt sicher: „Ja, hier möchte ich arbeiten."

Dass sie an diesem Novembertag in der Halle gelandet ist, verdankt sie ein Stück weit dem Zufall. „Eigentlich schaut man sich ja als Chemikerin in der Chemieindustrie um", erzählt sie. Schon an der Uni hat sie viel geforscht, der Drang, etwas Neues zu erschaffen, reizt sie. „Aber an der Uni arbeitet man sehr grundlagenlastig. Diese Forschung schafft es selten zu einem fertigen Produkt, viele gute Sachen landen am Ende in der Schublade." Sie möchte ihr Wissen gezielt einsetzen, Produkte mitgestalten, das merkt sie auch während ihrer Doktorarbeit. Und wie der Zufall es will, trifft sie an der Uni eine Bekannte, die gerade bei ZEISS ihren Job angefangen hat, und exakt so das Arbeiten bei ZEISS beschreibt. „Da wurde mir klar: Es gibt auch für Chemikerinnen spannende Aufgaben in Technologieunternehmen.“ Sie findet eine für sie herausfordernde Ausschreibung bei ZEISS, bewirbt sich, bekommt die Stelle und beginnt ihre Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Kontamination und Klebstoffe in der Halbleiterfertigungssparte.

Man hat die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und weiterzubilden – und zwar Männer und Frauen gleichermaßen.

Man hat die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und weiterzubilden – und zwar Männer und Frauen gleichermaßen

Nah dran an technischen Innovationen

Fast drei Jahre ist das her. Inzwischen ist Stephanie Projektleiterin in der optischen Messtechnik der Halbleiterfertigungssparte. Heute ist sie da, wo sie zu ihrer Uni-Zeit immer hinwollte: Sie hilft, aus großen Herausforderungen große Chancen zu machen und trägt ihren Teil dazu bei, dass bei ZEISS Innovationen für die Gesellschaft entstehen können. „Unsere Optiken sorgen dafür, dass zum Beispiel Mikrochips produziert werden können, die in den neuesten Smartphones zum Einsatz kommen, die autonomes Fahren ermöglichen und die gesamte Digitalisierung auf ein ganz anderes Niveau heben. Und das macht schon stolz."
Ihr Arbeitsalltag dreht sich um ein weltweit einzigartiges optisches Element einer Messzelle, die in hochpräzisen Messmaschinen zum Einsatz kommt.

Diese Messmaschinen sorgen dafür, dass immer präzisere Optiken entstehen können, die zur Produktion moderner Mikrochips unerlässlich sind. „Als Projektleiterin habe ich die Verantwortung für eines der Herzstücke dieser Messzelle", sagt Stephanie. Daher muss sie oft schnelle Entscheidungen treffen. Kurzfristige Reaktionen und eine gute Kommunikation mit ihrem Team sind gefragt. So wie neulich, als bei einem externen Lieferanten am Freitagnachmittag plötzlich die dringend erforderliche Maschine zur Herstellung des optischen Bauteils versagte. „Ich musste schnell das gesamte Team zusammenrufen, um zu organisieren, wie es nun weitergeht."

Im Team mehr erreichen

Das sind die Herausforderungen, die Stephanie liebt. Dass ihr Job nicht nach Schema F abläuft, ist ihr wichtig. „Hier ist viel Bewegung drin", sagt sie. Und meint damit ihr gesamtes Arbeitsumfeld. „Man hat die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und weiterzubilden – und zwar Männer und Frauen gleichermaßen", sagt sie. „Ich finde es großartig, dass es hier immer mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen gibt.“ So wie Stephanie selbst, deren heutiges Büro übrigens ganz in der Nähe der großen Halle mit den Vakuum-Röhren ist, die sie damals an ihrem ersten Arbeitstag vor drei Jahren zum ersten Mal sah und sofort wusste: Hier möchte ich arbeiten.

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