Marcs Geschichte

Projektleiter und Spiegellotse

Marcs Geschichte

Projektleiter und Spiegellotse

Die Universität von Yaoundé liegt auf einem palmenreichen Hügel im Stadtteil Ngoa Ekélé. 50.000 Kameruner studieren hier Kunst und Medizin, Natur- und Sozialwissenschaften. Das Stadtzentrum unterhalb des Campus wird von zahlreichen Straßenhändlern, gelben Taxis, neuen Betonbauten und historischen Holzhäusern geprägt. Von hier aus sind es knapp 300 Kilometer bis zum Atlantik und genau 7341 Kilometer bis nach Oberkochen. Eine gewaltige Strecke – und Marc hat sie überbrückt.


Auf zu den Sternen

2001 beginnt er sein Physikstudium an der wissenschaftlichen Fakultät. Er hat ein klares Ziel vor Augen: „Mein Elternhaus besaß lange Zeit weder einen Wasser- noch einen Stromanschluss. Ganz zu schweigen von Telefon oder Internet. Doch in Kamerun gibt es viele Kämpfer, die etwas verändern möchten, die ihren Platz in der Welt suchen und finden.“ Marc ist einer davon. Und so macht er seinen Bachelor in Physik und erinnert sich: „Mein Studium war eher theoretisch geprägt und bestand vor allem aus Mathematik und abstrakter Physik. Praxisprojekte waren rar. Deshalb habe ich nach dem Bachelorabschluss in Yaoundé nach praktisch orientiertem Wissen gesucht – und 2005 in Europa gefunden.“

In Folge studiert Marc in Kaiserslautern und in Rouen. Mit dem Maschinenbau-Diplom in der Tasche arbeitet er in den nächsten Jahren in der Luft- und Raumfahrtindustrie. „Das hatte für mich einen ganz eigenen Reiz. Das war wie ein Griff nach den Sternen. Dann aber kam die Pandemie und alle Flugzeuge blieben auf dem Boden. Das war für mich ein Zeichen, nach einer neuen Herausforderung zu suchen.“

Umweltprojekte und Infrastruktur, Kommunikation und neue Mobilitätskonzepte – all das baut auf Mikrochips.

ZEISS spielt hier eine Vorreiterrolle und wir in der Halbleiterfertigungssparte sind ganz vorne mit dabei.

Umweltprojekte und Infrastruktur, Kommunikation und neue Mobilitätskonzepte – all das baut auf Mikrochips. ZEISS spielt hier eine Vorreiterrolle und wir in der Halbleiterfertigungssparte sind ganz vorne mit dabei.

Technologie für Menschen

Als Projektleiter im Anlagenbau der Luft- und Raumfahrtindustrie hatte Marc schon früher Kontakt zu ZEISS. Er bewirbt sich erfolgreich auf eine Stelle im Fertigungsbereich. „Was mich an ZEISS so reizt, ist die Arbeit an bahnbrechender Technologie, die das Leben von Menschen verbessern kann. Umweltprojekte und Infrastruktur, Kommunikation und neue Mobilitätskonzepte – all das baut auf Mikrochips. ZEISS spielt hier eine Vorreiterrolle und wir in der Halbleiterfertigungssparte sind ganz vorne mit dabei. Diese Technologie hilft auch meinem Land und meiner Familie. Inzwischen ist mit Hilfe neuester Mikrochips mein Elternhaus nicht nur elektrifiziert, sondern sogar ihre Solaranlage ist ferngesteuert.“

Butter und Staub

Heute arbeitet Marc in der Optikfertigung von ZEISS. Er begleitet als Projektverantwortlicher den Weg von Hochleistungsspiegeln durch die Fertigung – von der Materialanlieferung bis zur Kundenauslieferung. Dabei durchlaufen die Optiken in einem monatelangen Prozess viele Stationen. Beispielsweise die Vor- und Fein-Konturierung, die Politur und Beschichtung sowie zahlreichen Messungen. „Manche Spiegel flutschen wie Butter durch die Produktion, andere brauchen mehr Aufmerksamkeit“, meint Marc lächelnd. „Aber ich kenne jeden einzelnen, das ist mein Job. Ich koordiniere und überwache Prozesse, berichte an Management und Kunden und leite bei unvorhergesehenen Ereignissen Maßnahmen ein.“ Wie können solche Ereignisse aussehen? Marc überlegt kurz und berichtet dann von Staubpartikeln und hoher Luftfeuchtigkeit, von nanometer-feinen Kratzern, Softwareabstürzen und Pandemie-Einwirkungen. Bisher aber hat er noch jede Herausforderung meistern können.

Es dauert mehrere Monate, bis ein Satz Spiegel fertig wird und an den internen Kunden, die Integration, übergeben werden kann. Neben großen Spiegeln für die Halbleiterfertigungstechnik kümmert sich Marc auch noch um kleinere Optiken für Messmaschinen. „Die Abwechslung, das technologische Niveau und gleichzeitig der Nutzen meiner Arbeit sind unter dem Strich einzigartig. Dazu kommt die Zusammenarbeit in einem internationalen Team. Hier begegnen sich unterschiedliche Kulturen und Temperamente, um gemeinsam ein Projekt voranzutreiben. Jeder bringt seine Stärken und Erfahrungen ein. Gemeinsam sind wir stärker.“

Die Abwechslung, das technologische Niveau und gleichzeitig der Nutzen meiner Arbeit sind unter dem Strich einzigartig.

Das fehlende Puzzleteil

Bei so viel Übereinstimmung – was vermisst Marc bei ZEISS? Er lacht: „Eigentlich nur Ndolé, das Nationalgericht von Kamerun: Spinat mit Erdnüssen, Gewürzen und Kochbananen. Das gab es noch nie in unserer Kantine.“

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