SMILE: ein kurzer Überblick

Minimalinvasive Augenlaserbehandlung für besseres Sehvermögen

Wenn Sie über eine Laserbehandlung nachdenken, um einen Refraktionsfehler wie Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) zu korrigieren, kann SMILE eine gute Option sein. Wir erklären Ihnen, was Sie über diese Hochpräzisionslösung wissen müssen.

Was ist SMILE?

Minimalinvasive Behandlung zur Korrektur der Sehkraft

SMILE (Small Incision Lenticule Extraction) ist die neueste Art der Augenlaserbehandlung. Es handelt sich dabei um ein minimalinvasives Verfahren, das verschiedene Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigieren kann.

Die Option ist beliebt und SMILE wird weltweit an über 900 Kliniken und von rund 1.800 praktizierenden Ärzten eingesetzt. Bis Mai 2020 wurden mit SMILE in über 70 Ländern bei mehr als 3 Millionen Augen die Kurzsichtigkeit und/oder die Hornhautverkrümmung korrigiert.

Wie funktioniert SMILE?

Bei SMILE kommt ein Femtosekundenlaser zum Einsatz, mit dem die Hornhaut neu geformt werden kann. Der Femtosekundenlaser ist ein Laser im nahen Infrarotbereich mit ultrakurzen Pulsen, der auch oft eingesetzt wird, um einen LASIK-Flap zu bilden. Mit der hohen Spitzenleistung des Lasers über eine sehr kurze Pulsdauer (einige Femtosekunden) können mit Mikropräzision winzige Blasen (Öffnungen) erzeugt werden. Auf diese Weise können Schnitte oder Schichten im Hornhautgewebe erzeugt werden, ohne das umliegende Gewebe zu beeinträchtigen.

Es dauert durchschnittlich 23 Sekunden, bis der Laser im Inneren der Hornhaut ein linsenförmiges Gewebeteil ausgeschnitten hat, das sogenannte Lentikel. Dann entnimmt der Chirurg das Lentikel durch einen kleinen Schnitt im äußeren Augenbereich. Dadurch wird die Hornhaut umgeformt und der Refraktionsfehler korrigiert.

Mit dem Femtosekundenlaser werden direkt unter der Hornhautoberfläche eine flache Schicht und gleichzeitig eine kleine Öffnung generiert. Es handelt sich um ein fast geräusch- und geruchloses Verfahren, bei dem der Patient die ganze Zeit in derselben Position verbleiben darf.

Vorteile

Femtosekundenlaser sind dafür ausgelegt, die oberen Schichten der Hornhaut zu durchdringen, ohne diese dabei zu verletzen, und ein Lentikel in nur einer bestimmten Unterschicht in der Hornhaut zu erzeugen. Das bedeutet:
  • Dank eines sehr kleinen Schnitts (unter 4 mm) auf der Augenoberfläche unterstützt SMILE® minimalinvasive Verfahren.
  • Die äußere Hornhautschicht muss nicht entfernt werden.
  • Hornhautnerven, die Tränendrüsen stimulieren, sind weniger betroffen und können das Auge weiterhin feucht halten. Nebenwirkungen wie trockene Augen sind bei SMILE selten
  • Die Hornhautstabilität bleibt erhalten, da die obere Hornhautschicht praktisch unberührt bleibt.

Vorbereitung auf den Eingriff

Vor und am Tag des Eingriffs

Vor dem Eingriff empfehlen Ärzte den Patienten üblicherweise Folgendes:
 
  • Tragen Sie vor dem Eingriff mindestens vier Wochen lang keine harten Kontaktlinsen und zwei Wochen lang keine weichen Kontaktlinsen, da das sonst die Ergebnisse der Diagnose-Voruntersuchungen verfälschen könnte.
  • Verzichten Sie am Tag vor und am Tag des Eingriffs auf Make-up, Parfüm und Cremes. Diese können Rückstände in der Augen- und Wimpernpartie hinterlassen, wodurch das Infektionsrisiko steigt.
  • Lassen Sie sich nach dem Eingriff von jemandem abholen und nach Hause fahren. Möglicherweise sind Sie auch die folgenden Tage auf Unterstützung angewiesen.

Die Schritte

Betäubung des Auges

Numbing the eye

Um Schmerzen während des Eingriffs zu reduzieren, erhalten Patienten eine Tropfanästhesie zur Betäubung des Auges. Eine Lidsperre verhindert, dass der Patient während des Eingriffs blinzelt.

Erzeugung des Lentikels und des Schnitts

Creating the lenticule and the incision

Nachdem das Auge betäubt wurde, muss es für den Eingriff fixiert werden. Dies geschieht durch ein Kontaktglas, das sanft auf das Auge platziert und mit dem Laser verbunden wird. Während dieses Schritts kann ein leichtes Druckgefühl auftreten. Sobald das Auge fixiert ist, erzeugt der Laser ein Lentikel im Stroma (einer inneren Unterschicht der Hornhaut) und einen nicht einmal 4 mm kleinen Zugangsschnitt auf der Hornhautoberfläche.

Entfernung des Lentikels

Removing the lenticule

Der Chirurg entnimmt das Lentikel durch den kleinen Schnitt, der vom Laser erzeugt wurde.

Korrektur des Refraktionsfehlers

Correcting the refractive error

Durch die Lentikelentnahme wird die Form der Hornhaut so verändert, dass der Sehfehler korrigiert wird. Der Zugangsschnitt ist so klein, dass er nach einiger Zeit von selbst verheilt.

Nach dem Eingriff

Es wird empfohlen, sich nach dem Eingriff nicht das behandelte Auge zu reiben, sich zu schonen und übermäßige Anstrengungen zu vermeiden. Unter Umständen empfiehlt Ihnen Ihr Arzt eine Woche lang zum Schlafen das Tragen einer Augenklappe, damit Sie sich nicht versehentlich im Augenbereich kratzen.

Ärzte verordnen normalerweise eine Folgeuntersuchung am Tag nach dem Eingriff und noch einmal einen Monat später.

Da SMILE einen minimalinvasiven Eingriff unterstützt, sind auch die Beschwerden während des Heilungsprozesses nur minimal. Im Normalfall kann man schon wenige Tagen nach der Behandlung wieder Auto fahren, arbeiten, Make-up tragen und Sport treiben.

Mögliche Nebenwirkungen

Kein chirurgischer Eingriff ist frei von Risiken und Nebenwirkungen. Der Arzt kann Ihnen alle potenziellen Risiken erläutern und entscheiden, ob ein Eingriff für Sie infrage kommt.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
  • Beschwerden an der Hornhaut, Netzhaut und anderen Teilen des Auges
  • Sehstörungen
  • Sehschwäche
  • Augenschmerzen
Sie können auch vorübergehende Einschränkungen wie eine verzögerte Wiederherstellung des Sehvermögens feststellen.

Bitte beachten Sie auch, dass nach einer Augenlaserbehandlung eine Über- oder Unterkorrektur entstehen kann. Nicht immer ist eine punktgenaue Refraktionskorrektur nach einem Eingriff möglich. Der Grad der Sehkorrektur hängt von individuellen Voraussetzungen ab. Außerdem kann immer ein Restrefraktionsfehler zurückbleiben. Das bedeutet: Manche Patienten sind auch nach dem Eingriff auf eine Brille oder Kontaktlinsen angewiesen.

Wenn Sie jedoch eine deutliche Unterkorrektur feststellen, wird Ihnen Ihr Arzt unter Umständen eine erneue Behandlung empfehlen. Zur Behandlung von Überkorrektur können Augentropfen oder weiche Kontaktlinsen verschrieben werden.

Weitere mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen nach der Lentikelextraktion und anderen Arten der Augenlaserkorrektur werden unter den potenziellen Risiken erläutert.

Häufig gestellte Fragen

Für wen ist SMILE geeignet?

SMILE dient der Korrektur von Kurzsichtigkeit, einer Hornhautverkrümmung oder einer Kombination aus beidem, ist aber derzeit keine Option gegen Weitsichtigkeit (Hyperopie).

Auch Art und Grad des Refraktionsfehlers sowie die Krümmung und Dicke der Hornhaut spielen eine Rolle.

Ebenso sind Ihr Beruf und Ihre Hobbys ausschlaggebend. Wenn Sie häufig einer anstrengenden Kontaktsportart nachgehen, wird Ihnen Ihr Arzt möglicherweise eine Behandlung mit SMILE empfehlen.

Wie bei anderen Methoden zur Augenlaserkorrektur müssen Sie zuerst eine eingehende Augenuntersuchung durchlaufen, in der festgestellt wird, ob diese Methode tatsächlich für Sie geeignet ist.

Zusammen können Sie und Ihr Augenarzt das beste Korrekturverfahren für Ihre Bedürfnisse finden.

Bei PRK/LASEK ist ebenfalls kein Flap in der Hornhaut erforderlich. Wodurch unterscheiden sich diese Lösungen von SMILE?

Der Heilungsprozess nach einem PRK/LASEK-Eingriff dauert länger und ist unter Umständen mit Beschwerden verbunden, bis sich die Sehkraft endgültig stabilisiert hat. Auch die Stabilisierung der Sehschärfe dauert länger.

Wie lange dauert es nach SMILE, bis ich ohne Brille oder Kontaktlinsen gut sehen und meinen Alltag wieder aufnehmen kann?

Der Heilungsprozess unterscheidet sich von Patient zu Patient. In den meisten Fällen können Patienten bereits ein oder zwei Tage nach dem Eingriff scharf sehen und die Sehkraft stabilisiert sich im Laufe der ersten Woche. Nur wenige Tage nach der Behandlung können die meisten Patienten ohne Brille oder Kontaktlinsen Auto fahren, arbeiten und Sport treiben.

Mein Augenarzt hat noch nie etwas von SMILE gehört. Handelt es sich hierbei um keine verbreitete Lösung?

SMILE ist die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Augenlaserkorrektur und seit 2011 verfügbar. Die Technik wird von Ärztevereinigungen der refraktiven Augenlaserchirurgie anerkannt und ist dort gut bekannt.

SMILE wird immer beliebter. Mehr als 1.800 Ärzte haben bereits über 3 Millionen Augen erfolgreich behandelt.

Ist SMILE ein bewährter Eingriff?

Die Femtosekundenlaser-Technologie ist klinisch geprüft und sowohl für Femto-LASIK als auch Kataraktchirurgie im Einsatz. SMILE ist die neueste Entwicklung, die diese Lasertechnologie einsetzt.

Der Eingriff wird seit 2007 in kontrollierten klinischen Studien durchgeführt und ist seit 2011 zugelassen. Die ersten SMILE-Patienten unterlagen nach der Behandlung über zehn Jahre lang Nachkontrollen. SMILE findet derzeit in mehr als 70 Ländern weltweit Anwendung.

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