Peripheres Sehen: Warum es so wichtig ist

Wie uns das Sehen „aus den Augenwinkeln“ im Alltag hilft und was dies für Brillenträger bedeutet.

Sie sind Journalist oder Blogger und interessieren sich für Themen rund um gutes Sehen? Dann lesen Sie in unserem aktuellen Tipp des Monats, was peripheres Sehen ist, warum es in unserer heutigen Smartphone-Welt so wichtig ist und was Brillenträger wissen sollten.

Alle Informationen dürfen Sie bei Quellenangabe ZEISS gerne redaktionell verwenden.

Was ist peripheres Sehen?

Jeder Sehende kennt es – das intuitive Sehen „aus den Augenwinkeln“ heraus. Das periphere Sehen erfüllt eine wichtige Funktion und hilft dabei, uns sicher durch die Welt zu bewegen. Wenn wir zum Beispiel geradeaus laufen und nach vorne blicken, bemerken wir dennoch den Hund, der unseren Weg seitlich kreuzt. Wir sehen Hindernisse und Gefahren, ohne unsere Augen zunächst darauf fokussieren zu müssen.

Konkret: Wenn man den Bereich des peripheren Sehens mit einschließt, decken unsere beiden Augen einen Bildwinkel von bis zu 170 Grad ab (Quelle).

Warum ist peripheres Sehen heute besonders wichtig?

Natürlich war peripheres Sehen in unserer Evolutionsgeschichte schon immer wichtig. Doch seit etwas mehr als einem Jahrzehnt hat sich die Art des Sehens grundlegend verändert und das periphere Sehen quasi neu definiert. Ursache sind digitale Geräte, allen voran das Smartphone. Im Jahr 2019 nutzten wir es durchschnittlich 3 1/4 Stunden pro Tag1.

Fast jeder von uns kann es täglich erleben. Menschen die sich mit dem Blick starr auf Smartphone gerichtet durch den Straßenverkehr bewegen. Für sie kann das periphere Sehen in Gefahrensituationen ein echter Lebensretter sein. Nur dank des peripheren Sehens können sie heranfahrende Autos oder entgegenkommende Menschen wahrnehmen. Dennoch häufen sich weltweit die Unfälle, die mit der Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr in Zusammenhang gebracht werden.

Hintergrund: Wie unser Auge in der Peripherie sieht

Wenn wir über peripheres Sehen sprechen, müssen wir uns mit dem Aufbau des menschlichen Auges beschäftigen. Im hinteren, zentralen Bereich der Netzhaut, also auf der Pupille gegenüberliegenden Seite, befindet sich die Makula, oft auch als gelber Fleck bezeichnet. Darin befindet sich die sogenannte Fovea centralis, der Bereich des schärfsten Sehens.

Entscheidend für unsere visuelle Wahrnehmung sind die rund 125 Millionen Fotorezeptoren in unseren Augen. Von ihnen gibt es zwei Arten: die Stäbchen für Hell-Dunkel-Sehen und die Zapfen für Farbsehen.

In der Fovea weist die Netzhaut die höchste Dichte an Zapfen auf. Wenn wir ganz gezielt ein Objekt in einer bestimmten Blickrichtung mit unbewegtem Blick geradeaus innerhalb eines kleinen Raumwinkels von einem Grad bis zwei Grad fixieren, sind wir in der Lage, kleinste Helligkeits- und Farbunterschiede in kurzer Zeit zu erkennen. Dies nennt sich foveales Sehen.

Je weiter wir uns nun aber von der Fovea entfernen, desto mehr nimmt die Anzahl der Stäbchen zu, die uns beim Sehen mit wenig Umgebungslicht helfen. Wir sehen in diesem Bereich, der als retinale Peripherie bezeichnet wird, zwar nicht scharf und wenig nuancenreich, können aber insbesondere Bewegungen gut wahrnehmen. Entdecken wir dann eine Bewegung oder ein Objekt in der Peripherie, können wir sehr schnell den Blick (foveales Sehen) darauf ausrichten.

Was bedeutet das periphere Sehen für Brillenträger?

Für einen Brillenträger ist das periphere Sehen natürlich ebenso wichtig wie für jeden Menschen ohne Brille. Die Herausforderung bei der Entwicklung eines Brillenglases ist es, sowohl den zentralen als auch den peripheren Bereich optimal abzudecken. Ein Brillenglas muss also foveales als auch peripheres Sehen bestmöglich unterstützen. Dies gilt sowohl für Einstärken- als auch für Gleitsichtgläser.

Durch die weit verbreitete Smartphone-Nutzung kommt noch hinzu, dass das moderne Brillenglas die typische Sehentfernung zum Smartphone-Display berücksichtigen muss.

All das haben die Entwickler des neuen Brillenglas-Portfolios ZEISS SmartLife berücksichtigt. Auf Basis umfangreicher Studien wurde das Brillenglas-Design für das moderne Sehen in Verbindung mit viel Bewegung optimiert. Damit ermöglichen ZEISS SmartLife Brillengläser sowohl dem „Handy-Junkie“ als auch dem moderaten Nutzer von Smartphone und Co. ein angenehmes Sehen in alle Richtungen und Entfernungen – unabhängig vom Alter.

Übrigens: Eine Studie bestätigt, dass bei ZEISS SmartLife Gleitsichtgläsern vier von fünf Testträgern weiche Übergänge von nah bis fern über alle Sehbereiche wahrgenommen haben2 . Eine weitere Studie bestätigte die Leistungsfähigkeit des neuen Gleitsichtglasdesigns auch für peripheres Sehen3 .

1 We Are Social & Hootsuite. (2019). Digital 2019 Essential insights into how people around the world use the internet, mobile devices, social media and e-commerce.
2 External consumer acceptance test on the ZEISS SmartLife lens portfolio, n=82 study participants. Aston Optometry School, Aston University, UK, 2019.
3 Performance test on ZEISS SmartLife Progressive lenses, n=17 study participants. ZEISS Vision Science Lab, Institute for Ophthalmic Research, University of Tuebingen, 2019.

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