10 Tipps für das Tragen von Kontaktlinsen

Welche Kontaktlinsen gibt es, was leisten sie und was muss man für bestes Sehen beachten?

Kontaktlinsen und Brille sind ein gutes Team. Für viele bedeuten sie mehr Seh-Freiheit, um einen aktiven und dynamischen Lebenstil zu führen, etwa beim Sport oder im Urlaub. Zudem stehen sie für ein pures, unverfälschtes Aussehen: Niemand sieht Ihnen an, dass Sie Brillenträger sind, denn Kontaktlinsen ermöglichen einen natürlichen Look ohne Brillengläser. Wir haben Ihnen unsere 10 Tipps für das Tragen von Kontaktlinsen zusammengestellt, damit Ihre Augen gesund und auf Dauer entspannt bleiben.

1. Welche Kontaktlinse für wen?

Zunächst muss geklärt werden, ob Ihre Kurzsichtigkeit mit Kontaktlinsen zu korrigieren ist:

Kontaktlinsen können Kurzsichtigkeit (Myopie) und Weitsichtigkeit (Hyperopie) korrigieren, auch andere Fehlsichtigkeiten wie Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und Alterssichtigkeit (Presbyopie) lassen sich damit behandeln. Nicht möglich ist die Integration von Prismen – wie bei Brillen –, um bestimmte Winkelfehlsichtigkeiten auszugleichen, beispielsweise latentes, verstecktes Schielen (Heterophorie).  

Grundsätzlich stehen zwei Arten von Kontaktlinsen zur Auswahl: weiche Kontaktlinsen und harte Kontaktlinsen.

Weiche Kontaktlinsen gibt es in vier Varianten. Man unterscheidet jeweils nach der Dauer, die sie verwendet werden können, bis man sie gegen ein neues Paar tauschen muss: Tageslinsen, 14-Tages-Linsen und Monatslinsen, Tragezeit sechs Monate, außerdem Kontaktlinsen mit verlängerter Tragedauer, die ohne Unterbrechung bis zu 30 Tage am Stück im Auge bleiben können.

Bei harten Kontaktlinsen sind zwei Varianten üblich: Normale harte Kontaktlinsen werden individuell an die Augen des Trägers angepasst und können je nach Material ein bis zwei Jahre lang verwendet werden. Man trägt sie tagsüber, entfernt sie für die Nacht. Bei sogenannten Orthokeratologischen Kontaktlinsen hingegen – kurz auch Ortho-K-Linsen – funktioniert das umgekehrt: Man trägt sie im Schlaf, nimmt sie morgens raus. Die spezielle Kontaktlinse formt die Hornhaut über Nacht, sodass man am nächsten Tag auch ganz ohne Sehhilfe scharf sehen kann.

Wie bei der Anpassung einer Brille sollten Sie auch bei Kontaktlinsen einen Experten zu Rate ziehen. Ihr Optiker kann Sie eingehend beraten und mit Ihnen besprechen, welche Kontaktlinsen für Sie geeignet sind. Er hilft Ihnen zu Beginn beim Einsetzen der Kontaktlinsen sowie beim Herausnehmen und informiert Sie bezüglich der richtigen Pflege.

Vorsorge für Ihre Gesundheit: Als Kontaktlinsenträger sollten Sie unbedingt regelmäßig zur Kontrolle zum Augenarzt oder Optiker gehen: Er kann neben einem grundsätzlichen Gesundheits-Check Ihrer Augen auch prüfen, ob Sie die Kontaktlinsen gut vertragen und wann es Zeit für neue ist. Man sagt: Bei der Verwendung von weichen Kontaktlinsen ist eine solche Untersuchung alle sechs Monate, bei harten alle zwölf Monate angebracht.

Sauberkeit: das erste Gebot eines Kontaktlinsenträgers!

2. Sauberkeit: das erste Gebot eines Kontaktlinsenträgers!

Reinigt man seine Brille nicht, sieht man schlecht. Das ist störend, aber nicht schädlich. Bei Kontaktlinsen ist das anders. Hier ist die Reinigung und Pflege der Kontaktlinsen oberstes Gebot, da die Kontaktlinse ja direkt auf dem Auge liegt. So banal das klingen mag: gewissenhaft Hände waschen vor dem Einsetzen und Herausnehmen der Kontaktlinsen und gründlich abtrocknen.

Leitungswasser ist nicht steril. Verwenden Sie daher immer eine Kochsalzlösung zum oberflächlichen Abspülen der Kontaktlinsen und eine passende Kontaktlinsenflüssigkeit zum Reinigen der Linsen und des Kontaktlinsenbehälters. Letzteren regelmäßig austauschen. Die Öffnung des Kontaktlinsenmittels muss ebenfalls keimfrei gehalten werden. Sie sollte nicht mit Ihren Fingern oder den Kontaktlinsen in Berührung kommen. Kontaktlinsenmittel nicht mehr nach dem Verfallsdatum verwenden. Reinigen und desinfizieren Sie Ihre Kontaktlinsen direkt nach dem Absetzen zunächst manuell, bevor Sie sie in den Kontaktlinsenbehälter geben.

Kontaktlinsen immer hygienisch in der Aufbewahrungsflüssigkeit im entsprechenden Behälter lagern. Die Flüssigkeit immer erneuern, damit sie sicher keimfrei ist. All-in-one-Lösungen können für das Reinigen und Aufbewahren der Linsen verwendet werden. Achten Sie auf die passenden Pflegemittel zu Ihren Kontaktlinsen – so stellen Sie sicher, dass die jeweiligen Hygienesysteme nicht auf gesundheitsschädliche Weise chemisch miteinander reagieren.

Wie lange sollte man Kontaktlinsen tragen? Was tut den Augen gut?

3. Wie lange sollte man Kontaktlinsen tragen? Was tut den Augen gut?

Kontaktlinsen sind in der Regel keine „24-Stunden-Sehlösung“. Gönnen Sie Ihren Augen gezielt eine Kontaktlinsen-Pause – und frische Luft. Experten raten grundsätzlich davon ab, Kontaktlinsen länger als acht Stunden im Auge zu behalten.
Pauschal gibt es aber keine Faustregel, denn es hängt natürlich vom Kontaktlinsenträger und auch der Art und Güte bzw. Beschaffenheit der Kontaktlinsen ab. Unbedingt bei der Tragezeit von Kontaktlinsen auf die vorgeschriebene Länge, das Verfallsdatum und Reinigungsempfehlungen achten, damit die Kontaktlinsen die Augen nicht reizen. Und am besten gleich beim Kauf die Sauerstoffdurchlässigkeit der Kontaktlinsen checken, denn diese ist entscheidend für die Tragedauer! Der sogenannte Dk-Wert (Relative Dielektrizitätskonstante) gibt darüber Aufschluss. Er wird durch das Material und auch etwas von der Temperatur einer Kontaktlinse beeinflusst. Ihr Optiker kann Sie dazu beraten.

Für Menschen, die allergisch auf Kontaktlinsenflüssigkeit reagieren, wurden sogar Dauertragelinsen entwickelt. Mit dem Augenarzt muss abgeklärt werden, ob diese geeignet sind – denn man trägt sie 30 Tage am Stück, auch nachts. Selbst zwischendurch müssen sie nicht zur Reinigung und Desinfektion herausgenommen werden.

Falls sich Ihre Augen entzünden, stark gereizt sind oder schmerzen, sollten am besten die Kontaktlinsen raus und Brille auf. Dies gilt ebenso, falls Sie unter fieberhaften Infektionen oder starken Erkältungskrankheiten leiden. Bei einer Krankheit ist es wichtig, dass Sie sich danach bei Ihrem Arzt erkundigen, ob Sie die gleichen Kontaktlinsen nach der Erkrankung weiter tragen können oder ob Sie diese vorsichtshalber wegwerfen sollten. Dies ist insbesondere für Monatslinsen und Kontaktlinsen mit sechsmonatiger Tragezeit von Bedeutung.

4. Trockene Augen, überanstrengte Augen beim Tragen von Kontaktlinsen

So frei man mit Kontaktlinsen sein mag – viele Kontaktlinsenträger kämpfen mit trockenen Augen. Tropfen können hier Entlastung bringen. Aber nicht alle Augentropfen sind geeignet. Fragen Sie dazu unbedingt auch Ihren Optiker oder Augenarzt, welche Tropfen Sie am besten in Kombination mit Ihren Kontaktlinsen verwenden und wie Sie diese dosieren bzw. anwenden sollten. Entspannung für müde, trockene Augen bietet auch der Wechsel zur Brille. Beispielsweise gerade am Abend nach einem anstrengenden Bürotag: Kontaktlinsen in den Aufbewahrungsbehälter mit der Desinfektionslösung geben und die Brille auf die Nase setzen.

Teamplay: nicht Brille oder Kontaktlinsen, sondern Brille und Kontaktlinsen

5. Teamplay: nicht Brille oder Kontaktlinsen, sondern Brille und Kontaktlinsen

Unsere Studien von ZEISS besagen, immer mehr Kontaktlinsenträger lieben auch ihre Brille und besitzen sogar mehrere Modelle in ihrer Sehstärke. Wussten Sie, dass es Brillengläser von ZEISS gibt, die speziell für die Tragezeit nach den Kontaktlinsen entwickelt wurden, um die Augen zu erfrischen? ZEISS EnergizeMe Brillengläser bieten Kontaktlinsenträgern dank eines innovativen Brillenglases, das speziell an das Sehverhalten von Kontaktlinsenträgern und das neue Sehen in der digitalen Welt optimiert ist, mehr als eine konventionelle Brille.

6. Umgekehrt gilt: Sport/Schwimmen/Urlaub – Tageslinsen sind für Brillenträger in gewissen Situationen eine interessante Alternative

Auch eingefleischte Brillenträger können zwischendurch entspannt zu Tageslinsen greifen – etwa im Urlaub oder beim Sport. Es gilt: Der Optiker hilft Kontaktlinsen-Neulingen oder Gelegenheitsträgern bei der Wahl der richtigen Kontaktlinse.

Ohne Sonnenbrille geht es auch mit Kontaktlinsen nicht.
Stellen Sie in jedem Fall sicher, dass Sie sich für eine Kontaktlinse mit integriertem UV-Filter entscheiden, um Hornhaut und Augeninneres vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen. Und selbst dann ist auch für Kontaktlinsenträger in puncto UV-Strahlung Vorsicht geboten: Kontaktlinsen bieten nämlich keinen umfassenden Schutz, da sie nur einen Teil des Auges bedecken. Eine gute Sonnenbrille ist daher auch für Kontaktlinsenträger Pflicht.

7. Farbige Kontaktlinsen für die besonderen Anlässe

Mit und ohne Sehstärke sind farbige Kontaktlinsen ein Hit. Sie möchten vielleicht zu einem bestimmten Anlass endlich mal mit auffallend blauen Augen überraschen oder passend zu Ihrem mutigen Abendkleid mit verführerischen grünen Augen anderen die Show stehlen? Oder sich an Fasching bzw. Halloween mit Katzenaugen präsentieren? All das können Kontaktlinsen! Trauen Sie sich. Augen sagen manchmal mehr als tausend Worte. Auch bei farbigen Kontaktlinsen gilt: Für gesunde Augen ist eine gewissenhafte und gründliche Reinigung mit entsprechenden Pflegemitteln das A und O.

Farbige Kontaktlinsen für die besonderen Anlässe

8. Kontaktlinsen über Nacht – was raten Experten?

Es gibt Nächte, die sind nicht einfach nur zum Schlafen da. Da vergisst man doch glatt, dass man noch die Kontaktlinsen eingesetzt hat – oder wohin damit während einer langen Partynacht? Versuchen Sie auch dann, an Ihre Augen und den nächsten Tag zu denken. Evtl. verwenden Sie an solchen Tagen – besser Nächten – gleich Tageslinsen. Denn hier müssen Sie sich selbstverständlich genauso vor dem Herausnehmen die Hände gründlich waschen. Allerdings ist die Gefahr bei Tageslinsen geringer, diese stark zu verschmutzen oder zu verlieren. Sie werden nach dem Tragen einfach entsorgt und müssen nicht in Desinfektionslösung gegeben werden. Eine trendige Brille mit ästhetischen, dünnen Brillengläsern kann danach sogar zum Hingucker werden. Der Mix zwischen Kontaktlinsen und Brille macht’s.

Kontaktlinsen über Nacht – was raten Experten?

9. Modernes Sehen in der digitalen Welt – was hat sich verändert?

Schnell Mails oder WhatsApp checken, ein Video auf YouTube anschauen, mit der Freundin über Skype chatten oder ein Buch auf dem Tablet lesen. Digitale Geräte wie Smartphone, E-Reader & Co. gehören zu unserem Alltag wie Handtasche, Zeitschrift oder Autoschlüssel. Für unsere Augen ist es jedoch noch eine Umgewöhnung. Wir sehen viel häufiger in die Nähe, näher als der Sehabstand zum gewohnten Buch ist, und wir wechseln viel häufiger den Blick zwischen Nähe und Ferne. Das moderne Sehen im ach so alltäglichen digitalen Zeitalter hat auch unsere Augen im Griff. Ebenso die Augen von Kontaktlinsenträgern. Wie entspannend kann da der Griff zur Brille sein! Vor allem nach langer Nutzung von Smartphone & Co. können Kopf- und Nackenschmerzen, gestresste oder übermüdete Augen die Folgen sein. ZEISS EnergizeMe Brillengläser für Kontaktlinsenträger sind mit einer besonderen Technologie ausgestattet, die das Lesen von Büchern genauso wie das Lesen auf digitalen Endgeräten aller Art erleichtern kann – speziell für die Bedürfnisse von Kontaktlinsenträgern entwickelt. Dem sogenannten digitalen Sehstress wird gezielt vorgebeugt.

10. Gleitsichtkontaktlinsen – mehr als eine Stärke in der Linse

Ab einem bestimmten Alter trifft es nahezu jeden von uns: die sogenannte Altersichtigkeit. Wir benötigen eine Gleitsichtbrille, die Sehunterstützung in der Nähe, Ferne und für den Zwischenbereich bietet. Auch hier können Kontaktlinsen, in diesem Fall Gleitsichtkontaktlinsen oder Multifokallinsen, eine gute Sehlösung sein. Es werden gleich verschiedene Varianten angeboten. Die einfachste Lösung ist sicherlich, Kontaktlinsen für das Sehen in der Ferne mit einer Lesebrille zu kombinieren. Oder mit der Monovisions-Methode wird das eine Auge mit einer Kontaktlinse für die Nähe und das andere mit einer für die Ferne beim Sehen unterstützt. Die Gewohnheit und das Gehirn erledigen den Rest. Allerdings kann das räumliche Sehen nicht mehr so gut funktionieren, und die Sehdifferenz zwischen dem rechten und dem linken Auge darf nicht zu groß sein.

Das sogenannte simultane System basiert auf Kontaktlinsen, die die einzelnen Wirkungen für Ferne und Nähe wirklich in einer Linse vereinen – und das abwechselnd. Genutzt werden verschiedene Designs. Dabei sind die beiden Wirkungen für die Ferne und Nähe immer kreisförmig in Ringen auf der Gleitsichtkontaktlinse angeordnet. Es gibt Designs, bei denen in der Mitte der Fernbereich und außen der Nahbereich liegt. Es gibt sie sogar mit einem Ring für den Übergangsbereich dazwischen und auch eine abwechselnde Anordnung der Wirkungen Ring für Ring. Beide Wirkungen werden gleichzeitig wahrgenommen. Unser Gehirn gewöhnt sich dabei daran, jeweils das „richtige“ Bild in der Nähe und in der Ferne zu sehen.

Wichtig zu wissen: Probieren Sie es aus, und lassen Sie sich beim Spezialisten eingehend beraten. Denn nicht jeder kommt mit Gleitsichtkontaktlinsen zurecht.

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