Warum Kinderbrillen den besten UV-Schutz bieten sollten

Alle Eltern sollten wissen, wie man Kinderaugen vor schädlicher Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) schützt.

Die meisten Eltern wissen, wie wichtig es ist, Sonnencreme aufzutragen, wenn Kinder draußen spielen. Wie schädlich UV-Strahlung auch für die Augen der Kinder ist, wird dabei jedoch oft übersehen. BESSER SEHEN erklärt Ihnen, wie Sonnenbrillen und sogar normale Brillen mit UV-Schutz die Sehkraft Ihres Kindes schützen können.

Kinder sollten Zeit im Freien verbringen

Zeit an der frischen Luft trägt wesentlich zur Entwicklung Ihres Kindes bei. Bestimmt genießen Sie es auch, gemeinsam mit Ihren Kindern im Freien zu spielen, Sport zu treiben, zusammen im Park spazieren zu gehen oder zu picknicken.

Ihr Kind lernt die Natur zu schätzen, bekommt frische Luft und kann so z. B. die Zeit vor dem Bildschirm ausgleichen. Darüber hinaus kann sich Ihr Kind ausreichend im Freien bewegen. Auch wird das Immunsystem gestärkt, der gesunde Schlaf gefördert und eine positive Stimmung hervorgerufen.1 Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass Kinder, die mehr Zeit im Freien verbringen, ein geringeres Risiko für Kurzsichtigkeit haben.2

Zudem braucht der Körper Ihres Kindes Sonnenlicht, um Vitamin D zu produzieren, das eine wichtige Rolle beim Knochenaufbau spielt.1

Kinder sollten Zeit im Freien verbringen

Die Gefahren der Sonne

So gut es auch für Ihr Kind ist, Zeit im Freien zu verbringen: Zu viel Sonne birgt Gefahren.

95–97 % der UV-Strahlung (Ultraviolettstrahlung), die die Erdoberfläche erreicht, dringt tief in die Haut ein. Dies kann zu Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung führen. Zu viel UV-Strahlung kann auch die Augen schädigen und im Laufe der Zeit Augenkrankheiten wie Photokeratitis, Photoaging (DNA-Schäden der Haut) und Katarakt hervorrufen.1

Die Gefahren der Sonne

Für Sie als Eltern ist die Gesundheit Ihrer Kinder wichtig, und Sie erkennen die Gefahren der UV-Strahlung. Mit umfassendem UV-Schutz sind Ihre Kinder auch im Freien geschützt. Um zu erkennen, wie wichtig UV-Schutz ist, sollte man zuerst verstehen, was UV-Strahlung überhaupt bedeutet.

Was ist Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung)?

Die Sonne strahlt sichtbares Licht, Wärme und nicht sichtbares Licht (UV-Strahlung) aus. Es gibt drei verschiedene Arten von UV-Strahlung: UV-A, UV-B und UV-C-Strahlung.

Dringt Sonnenstrahlung in die Atmosphäre ein, absorbieren die Ozonschicht, Wasserdampf, Kohlendioxid und Sauerstoff die gesamte UV-C-Strahlung und etwa 90 % der UV-B-Strahlung. Der Rest der UV-Strahlung, der die Erde erreicht, besteht aus UV-A- und zu einem kleinen Teil aus UV-B-Strahlung. UV-Strahlung ist immer da: jeden Tag, das ganze Jahr über und zu jeder Jahreszeit, selbst an bewölkten Tagen.

UV-Strahlung wird in Nanometern (nm) gemessen und ist definiert als Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 100 und 400 nm. Behalten Sie diese wichtigen Werte im Kopf, wenn wir unten näher auf UV-Schutz-Standards für Brillengläser eingehen.

Was ist Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung)?

Warum reagieren Kinder empfindlicher auf UV-Strahlung?

Vielleicht hat Ihr Kind nach einem Tag im Freien schon einmal einen schmerzhaften Sonnenbrand gehabt ‒ die unmittelbare Folge einer starken UV-Strahlung. UV-A und UV-B-Strahlung können auch Hautkrebs 3 und Augenkrankheiten verursachen. Darüber hinaus ist bei Kindern die UV-Belastung aus verschiedenen Gründen deutlich höher:
 
  • Kinder verbringen in der Regel mehr Zeit im Freien, so dass ihre UV-Belastung im Durchschnitt dreimal so hoch ist wie die von Erwachsenen. 40-50 % der UV-Belastung, der Ihr Kind in seinem Leben insgesamt ausgesetzt sein wird, findet bereits vor seinem 20. Lebensjahr statt.4
  • Melanin ist das natürliche Schutzpigment der Haut.5 Es kann UV-Strahlung wirksam absorbieren und in der Haut abbauen. Die Haut von Kindern enthält allerdings weniger Melanin.
  • Die das Auge schützende Augenlinse ist bei Kindern transparenter als bei Erwachsenen. Bedingt dadurch lassen die Augenlinsen bei Kindern unter 10 Jahren über 75 % der UV-Strahlung durch. Die Augenlinsen der über 25-Jährigen dagegen nur noch 10 %.6

Kinder reagieren empfindlicher auf UV-Strahlen. Daher ist es wichtig, dass Sie wissen, wie Sie die Haut und die Augen Ihres Kindes schützen können.

So schützen Sie Ihr Kind vor UV-Strahlung

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Kinder in der Art, wie sie sich vor Sonne schützen, stark am Beispiel und Rat ihrer Eltern orientieren, selbst wenn sie älter werden und beginnen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. 7 Für Eltern sind das gute Nachrichten!
Lassen Sie nicht locker, auch wenn Ihr Kind Sonnenbrillen uncool findet oder Sie Schwierigkeiten haben, Ihr Kleinkind lange genug ruhig zu halten, um ihm Sonnencreme aufzutragen. Seien Sie ein Vorbild und schützen Sie die Gesundheit Ihres Kindes.
Der UV-Index soll die Menschen dabei unterstützen, sich wirksam vor UV-Strahlung zu schützen. Gewöhnen Sie sich an, sich über den aktuellen UV-Index zu informieren, besonders wenn Ihr Kind mehr Zeit im Freien verbringen wird als üblich, zum Beispiel bei Schulausflügen. Den aktuellen UV-Index für Ihre Gegend erfahren Sie aus regionalen Wetterkanälen und Webseiten oder durch eine schnelle Internetrecherche. Nutzen Sie die untenstehende Tabelle zur Orientierung:
Indem Sie den UV-Index beachten, können Sie Ihr Kind vor schädlicher UV-Strahlung schützen. Bedenken Sie jedoch, dass helle Oberflächen wie Sand, Wasser oder Schnee die UV-Belastung verstärken, so dass besondere Vorsicht geboten ist.
Indem Sie den UV-Index beachten, können Sie Ihr Kind vor schädlicher UV-Strahlung schützen. Bedenken Sie jedoch, dass helle Oberflächen wie Sand, Wasser oder Schnee die UV-Belastung verstärken, so dass besondere Vorsicht geboten ist.

Vergessen Sie nicht, die Augen Ihres Kindes zu schützen!

Bestimmt haben Sie schon einige Elternzeitschriften, Websites, Kindergesundheitsblogs und Social-Media-Beiträge gelesen, in denen es primär um Hautschutz ging. Das ist natürlich ein wichtiges Thema, aber wir übersehen leicht, dass übermäßige UV-Exposition auch für die Augen schädlich sein kann.
Wie bereits erwähnt, lassen die Augenlinsen von Kindern deutlich mehr schädliche UV-Strahlung durch als die von Erwachsenen. Die Sonne kann schon frühzeitig schwere Schäden verursachen, selbst wenn diese sich erst im weiteren Verlauf des Lebens in Form einer Katarakt (die für 48 % der Erblindungen weltweit verantwortlich ist) oder von Photoaging bzw. Hautalterung bemerkbar machen.
Zusätzlich zu den langfristigen Schäden kann sich Ihr Kind auch einen Augensonnenbrand („Schneeblindheit‟ bzw. Photokeratitis) zuziehen, der sehr schmerzhaft sein kann. Vorbeugung ist natürlich immer besser, aber bei Bedarf finden Sie hier nähere Informationen zum Thema  Erste Hilfe bei Sonnenbrand im Auge.
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Wie Sie die Augen Ihres Kindes vor UV-Strahlung schützen können

Eine der besten Möglichkeiten, die Entstehung diverser Augenkrankheiten zu verhindern oder zu verlangsamen, ist das Tragen von klaren oder getönten Brillengläsern, die so aufgebaut sind, dass sie schädliche UV-Strahlung und energiereiches sichtbares Licht blocken und so davon abhalten, ins Auge zu gelangen. 9 Die geltenden UV-Schutz-Standards sind jedoch leider uneinheitlich, und der UV-Schutz-Standard für klare Brillengläser deckt nicht das gesamte UV-Spektrum ab. Aus diesem Grund sollten alle Eltern verstehen, was umfassender UV-Schutz tatsächlich beinhaltet. 
 
Die Weltgesundheitsorganisation  WHO und die International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection  (ICNRP) empfehlen UV-Schutz bis 400 nm, um wirklich 100 % der UV-Strahlen zu blocken (wie bereits erwähnt liegt die maximale Wellenlänge von UV-Strahlung bei 400 nm).

Die meisten Brillengläser schützen nur vor UV-Strahlung bis zu Wellenlängen von 380 nm, was bedeutet, dass die restliche UV-Strahlung weiterhin in die Augen Ihres Kindes gelangt. Das mag sich nur nach einem kleinen Unterschied anhören, doch die Bestrahlungsstärke zwischen 380 und 400 nm ist deutlich intensiver.
 
Sprechen Sie mit Ihrem Augenoptiker über  Brillengläser mit UV-Schutz bis 400 nm.
Wie Sie die Augen Ihres Kindes vor UV-Strahlung schützen können

Sonnenbrillen mit UV-Schutz

Sonnenbrillen für Kinder gibt es in vielen lustigen Farben und Formen, aber denken Sie daran, dass sie weit mehr sind als nur ein cooles Accessoire.  Sonnenschutz für die Augen Ihrer Kinder ist eine ernste Angelegenheit. So wie Sie darauf achten, eine gute Sonnencreme mit einem hohen LSF auszuwählen, sollten Sie auch Wert darauf legen,  hochwertige Sonnenbrillen auszuwählen. Wenn Sie die besten Kinderbrillen kaufen möchten, können Sie sich an den folgenden Tipps orientieren:
 
  • Das Wichtigste dabei ist, dass Sie darauf achten, Sonnenbrillen mit UV-Schutz zu kaufen. Die Brillengläser müssen das CE-Zeichen tragen und UV-Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 nm blocken (entsprechende Produkte sind oft mit UV400 gekennzeichnet ‒ um sicherzugehen, können Sie aber auch Ihren Augenoptiker fragen).
  • Es gibt einen Unterschied zwischen Blendschutz und UV-Schutz. Alle dunklen Brillengläser blocken oder reduzieren einen Teil des sichtbaren Sonnenlichts (um helles Licht oder lästige Reflexionen zu reduzieren), aber UV-Strahlung kann nur durch Brillengläser mit einem UV-Schutz bis zu 400 nm umfassend geblockt werden.
  • Wenn Ihr Kind Wasser- oder Skisport betreibt, können Sie über polarisierende Gläser nachdenken, aber am besten lassen Sie sich von Ihrem Augenoptiker beraten, um die passendste Lösung zu finden.
  • Aus Sicherheitsgründen sollten in Sonnenbrillen für Kinder Kunststoffgläser zum Einsatz kommen, die leichter und bruchfester sind.

Brillen mit UV-Schutz – voller UV-Schutz bis 400 nm auch in klaren Brillengläsern

Viele Kinder tragen jeden Tag eine Kinderbrille mit Sehstärke, um besser sehen zu können. Aber wussten Sie schon, dass auch klare Brillengläser die Augen effizient vor schädlicher UV-Strahlung schützen können?

Wie bereits erwähnt, gibt es jedoch keinen einheitlichen Industriestandard für UV-Schutz, und Eltern sollten Folgendes wissen:

  • Der allgemeine Industriestandard für klare Brillengläser liegt bei 380 nm, womit die UV-Strahlung nicht in dem vollen Umfang geblockt wird, den die WHO empfiehlt.
  • Nur 1 von 5 Brillengläsern blockt UV-Strahlung bis zu 400 nm (der maximalen UV-Wellenlänge), so dass ein Risiko von 4 zu 5 besteht, dass die Brillengläser Ihres Kindes nur einen Teil der UV-Strahlung blocken.
  • Wenn klare Brillengläser UV-Strahlung bis zu 400 nm blocken, schützt das nicht nur die Augen Ihres Kindes, sondern auch die empfindliche Haut der Augenpartie, da man auf die Augenlider normalerweise keine Sonnencreme aufträgt.
Brillen mit UV-Schutz – voller UV-Schutz bis 400 nm auch in klaren Brillengläsern

Worauf Sie beim Kauf von Kinderbrillen achten sollten

Wenn Sie mit Ihrem Kind zum Augentest gehen, fühlen Sie sich von den vielen Informationen vielleicht etwas erschlagen, aber wenigstens wissen Sie jetzt, wie wichtig Brillengläser mit UV-Schutz sind.

Hier ist eine kurze Checkliste zum Kauf von Kinderbrillen auf Rezept:

  • Bestehen Sie auf Brillengläsern mit vollem UV-Schutz. Klare Brillengläser mit ZEISS UVProtect Technologie bieten den Augen Ihres Kindes denselben Schutz wie eine qualitativ hochwertige Sonnenbrille.
  • Brillengestelle für Kinderbrillen sollten einen bequemen Sitz haben. Nehmen Sie sich die Zeit, wirklich das beste Gestell für Ihr Kind auszuwählen
  • Wie bei Kindersonnenbrillen auch, müssen die Brillengläser für Kinderbrillen mit Sehstärke leicht sein – falls die Brille mal zu Bruch geht, werden aus Sicherheitsgründen Kunststoffgläser empfohlen.
  • Wenn Ihr Kind besonders aktiv ist oder viel Sport treibt, bitten Sie Ihren Augenoptiker um weitere Informationen zu speziellen Brillenglas-Beschichtungen oder zu Sonnenbrillen mit Sehstärke.

Hautschutz für Ihr Kind

Wenn Sie erst einmal die perfekte Sonnenbrille bzw. Brille mit UV-Schutz für Ihr Kind gefunden haben, ist der Rest kinderleicht. Behalten Sie den UV-Index im Blick und befolgen Sie diese Hautschutztipps:

  • Tragen Sie 30 Minuten, bevor es in die Sonne geht, Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 50+ auf. Steht Sport oder Wasserspaß auf dem Programm, sollte Ihre Wahl auf einen wasserfesten Sonnenschutz fallen. 
  • Ziehen Sie Ihrem Kind Sonnenschutzkleidung an. Lange Ärmel und Kleidung, die Hals, Nacken und Schlüsselbein sowie Arme und Beine bedeckt, kann Sonnenbrand sehr wirksam verhindern.
  • Investieren Sie in einen guten Sonnenhut, um Gesicht und Augen abzuschirmen. Breitkrempige Hüte oder solche mit einem Nackenschutz sind effektiver als Schirmmützen, Sonnenkappen und Käppis. 
  • Achten Sie darauf, dass der Hut Ihrem Kind gut passt. Die meisten Hüte können mit einem Gummi oder mit Kinnbändern am Kopf befestigt werden, so dass sie auch dann nicht herunterfallen, wenn die Kinder herumlaufen und toben. 
  • Babys sollten übrigens nie der direkten Sonne ausgesetzt werden, denn ihre Haut enthält noch zu wenig schützendes Pigment. Die meisten Kinderwagen und Buggys sind standardmäßig mit einem Sonnenschutz ausgestattet, den man schließen kann, um die Sonne abzuhalten. Nutzen Sie diesen, um Ihr Kind draußen vollständig abzuschirmen. Tragen Sie auch dann Sonnencreme auf, wenn Sie sich mit Ihrem Baby nur im Schatten aufhalten.
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