Pressemitteilung

ZEISS stärkt Wettbewerbsfähigkeit: Solide Halbjahreszahlen und klarer Kurs für die Zukunft

Der Umsatz liegt bei 5,8 Milliarden, das EBIT bei 955 Millionen Euro.
Geopolitische Unsicherheit verschärft Zurückhaltung auf den Märkten weiter.
9. Juni 2026
  • Deutlich uneinheitliche Geschäftsentwicklung der Sparten bei starker Abhängigkeit vom Halbleiterfertigungstechnologiegeschäft
  • ZEISS startet umfassende Initiativen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Gezielte Anpassungen der Kostenstrukturen in der Gruppe

Oberkochen | 9. Juni 2026 | ZEISS Gruppe

Die ZEISS Gruppe erzielt zur Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs (Bilanzstichtag: 31. März 2026) ein leichtes Umsatzwachstum und kommt auf 5,841 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,794 Mrd. Euro, +1%). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt bei 955 Millionen Euro (+33 Mio. Euro). Weiterhin belastet die Verunsicherung auf den globalen Märkten das ZEISS Geschäft. Die deutlich uneinheitliche Entwicklung der Sparten, die sich bereits Ende 2025 abzeichnete, setzte sich fort. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung liegen bei im Industrievergleich überdurchschnittlich hohen 14% des Umsatzes. Die Zahl der Mitarbeitenden beträgt weltweit circa 47.400.

„ZEISS hat die erste Hälfte des Geschäftsjahres in einem sehr anspruchsvollen Geschäftsumfeld solide abgeschlossen“, so Andreas Pecher, Vorstandsvorsitzender der ZEISS Gruppe. Geoökonomische und -politische Entwicklungen, darunter auch die Auseinandersetzung im Nahen Osten sowie deutlich negative Währungseffekte, belasteten die globalen Märkte stark und verschärften bereits bestehende Handelshemmnisse. „Daran gekoppelt steht ZEISS vor zwei fundamentalen Herausforderungen: Eine seit mehreren Jahren abnehmende Dynamik in den Direct-to-Market-Sparten und die damit verbundene starke Abhängigkeit vom Halbleiterfertigungstechnologiegeschäft sowie den in starken Wachstumsjahren aufgebauten Strukturen, die nicht mehr überall effizient sind“, erklärt Pecher.

Geschäftsentwicklung und Kennzahlen zum ersten Halbjahr:

Entwicklung der Sparten

Umsatz (in Millionen Euro)

1. Halbjahr 2025/26

1. Halbjahr 2024/25

Veränderung (währungsbereinigt)

Semiconductor Manufacturing Technology

2.612

2.465

+ 6% (+7%)

Industrial Quality & Research

1.131

1.168

-3% (+2%)

Medical Technology*

1.187

1.272

-7% (-1%)

Consumer Markets

782

774

+1% (+6%)

* Nicht identisch mit der Carl Zeiss Meditec Gruppe

Nach zunächst volatilen Bedingungen auf dem Halbleitermarkt und einer zuletzt deutlich wiedererstarkten Nachfrage, verzeichnet die Sparte Semiconductor Manufacturing Technology einen erneut erhöhten Umsatz. Alle drei Direct-to-Market-Sparten waren einem sehr schwierigen Marktumfeld und stark negativen Währungseffekten ausgesetzt. Die Sparten Industrial Quality & Research und Medical Technology konnten ihre Umsätze nicht steigern und weisen nominal jeweils einen einstelligen Umsatzrückgang aus. Auch die Sparte Consumer Markets verzeichnet mit +1% nur ein leichtes Umsatzplus.

Zudem verliefen aus der globalen Perspektive die Entwicklungen sehr ungleich und wurden durch einen intensiven Wettbewerb auf den Märkten geprägt. Trotz dieser angespannten Lage konnte in der Region EMEA ein Wachstum verzeichnet werden. „Das Ergebnis der ZEISS Gruppe ist auf unterschiedliche konjunkturelle Dynamiken und lokale Rahmenbedingungen zurückzuführen, die Wachstumsimpulse dämpfen. Daraus resultiert, auch mit Blick auf das EBIT, eine heterogene Geschäftsentwicklung“, sagt Stefan Müller, Finanzvorstand der ZEISS Gruppe. „Nach Jahren des starken Wachstums kommt es nun insbesondere auf die Optimierung der Kostenstrukturen an, um auch weiterhin die Mittel für Zukunftsinvestitionen zu generieren.“

Wichtige Kennzahlen zum ersten Halbjahr im Überblick:

  • Umsatz: 5,841 Mrd. Euro (+1% ggü. Vorjahr)
  • EBIT: 955 Mio. Euro (+33 Mio. ggü. Vorjahr)
  • F&E-Quote: 14% des Umsatzes (0,8 Mrd. Euro)
  • Eigenkapital: 9,5 Mrd. Euro (Eigenkapitalquote: 51%)
  • Investitionen in Sachanlagen: 0,4 Mrd. Euro
  • Mitarbeitende weltweit: 47.400

Ausblick

ZEISS rechnet in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres nicht mit einer Entspannung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Insbesondere dürfte die anhaltende Unsicherheit im Geschäftsumfeld bestehen bleiben und unsere Sparten in unterschiedlichem Ausmaß weiterhin belasten. In der Folge müssen wir uns auf einen weiteren Rückgang der Umsätze in den Direct-to-Market-Sparten einstellen und Risiken entgegenwirken“, sagt Andreas Pecher.

Vor diesem Hintergrund kündigt die ZEISS Gruppe ein umfassendes Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit an. Ziel dessen ist, die Voraussetzungen für die Rückkehr zu nachhaltigem und profitablem Wachstum zu schaffen. Einerseits heißt das, ZEISS wird weiter überdurchschnittlich in Innovation und Märkte – und damit in Zukunftsfähigkeit – investieren. Andererseits sollen in den Sparten sowie in den zentralen Verwaltungsbereichen und den Länderorganisationen gezielte Anpassungen der Kostenstruktur vorgenommen werden. Dabei soll im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr (2024/25) ein Einsparvolumen von mehreren hundert Millionen Euro p.a. über die kommenden drei Jahre erreicht werden.

Die konkreten Maßnahmen werden in den nächsten Monaten in engem und konstruktivem Austausch zwischen Vorstand, Management und den Arbeitnehmervertretungen erarbeitet. Dabei ist auch ein Abbau von Stellen zu erwarten. ZEISS strebt eine transparente und interessengerechte Umsetzung an. „Wir handeln aus einer Position der Stärke heraus, bevor uns die Umstände zum Handeln zwingen. Als Unternehmen in Stiftungseigentum tragen wir Verantwortung für den langfristigen Erfolg von ZEISS, für diese und für nachfolgende Generationen“, kommentiert Pecher das Vorhaben.

Pressekontakt Jörg Nitschke

Leiter Corporate Brand, Communications and Public Affairs
ZEISS Gruppe

Über ZEISS

ZEISS ist ein weltweit führendes Technologieunternehmen der optischen und optoelektronischen Industrie. In den vier Sparten Semiconductor Manufacturing Technology, Industrial Quality & Research, Medical Technology und Consumer Markets erwirtschaftete die ZEISS Gruppe zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 12 Milliarden Euro (30. September 2025).

ZEISS entwickelt, produziert und vertreibt für seine Kunden hochinnovative Lösungen für die industrielle Messtechnik und Qualitätssicherung, Mikroskopielösungen für Lebenswissenschaften und Materialforschung sowie Medizintechniklösungen für Diagnostik und Therapie in der Augenheilkunde und der Mikrochirurgie. ZEISS steht auch für die weltweit führende Lithographieoptik, die zur Herstellung von Halbleiterbauelementen von der Chipindustrie verwendet wird. ZEISS Markenprodukte wie Brillengläser, Fotoobjektive und Ferngläser sind weltweit begehrt und Trendsetter.

Mit diesem auf Wachstumsfelder der Zukunft wie Digitalisierung, Gesundheit und Industrie 4.0 ausgerichteten Portfolio und einer starken Marke gestaltet ZEISS den technologischen Fortschritt mit und bringt mit seinen Lösungen die Welt der Optik und angrenzende Bereiche weiter voran. Grundlage für den Erfolg und den weiteren kontinuierlichen Ausbau der Technologie- und Marktführerschaft von ZEISS sind die nachhaltig hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. ZEISS investiert 14% seines Umsatzes in Forschungs- und Entwicklungsarbeit – diese hohen Aufwendungen haben bei ZEISS eine lange Tradition und sind gleichermaßen eine Investition in die Zukunft.

Mit 47.400 Mitarbeitenden ist ZEISS in rund 50 Ländern mit mehr als 60 Vertriebs- und Servicestandorten, rund 40 Forschungs- und Entwicklungsstandorten sowie 30 Produktionsstandorten weltweit aktiv (31. März 2026). Hauptstandort des 1846 in Jena gegründeten Unternehmens ist Oberkochen, Deutschland. Alleinige Eigentümerin der Dachgesellschaft, der Carl Zeiss AG, ist die Carl-Zeiss-Stiftung, eine der größten deutschen Stiftungen zur Förderung der Wissenschaft.

Weitere Informationen unter www.zeiss.de