ZEISS Colloquium Innovation Talk

ZEISS Colloquium

Innovation Talk

“ZEISS Colloquium Innovation Talk” widmet sich aktuellen Themen der Wissenschaft. Das ZEISS Colloquium bietet externen Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete eine Plattform, um in einem einstündigen „Innovation Talk“ mit anschließender Diskussion ihre Forschungen vorzustellen.

Vergangene Vorträge

  • Virtueller Vortrag mit Prof. Dr. Max Christian Lemme
    ZEISS Colloquium über Zweidimensionale Materialien für die Halbleiterindustrie

    Virtueller Vortrag mit Prof. Dr. Max Christian Lemme

    30. Januar 2024

    Prof. Dr. Max Christian Lemme, Leiter des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente an der RWTH Aachen University und Geschäftsführer der AMO GmbH (Gesellschaft für Angewandte Mikro- und Optoelektronik mbH), ist am 30. Januar 2024 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talks“. Dort hält er einen Vortrag zum Thema „Zweidimensionale Materialien für die Halbleiterindustrie“. Die Vortragssprache ist Deutsch. Interessierte können am MS Teams Live Event teilnehmen.

  • Zweidimensionale Materialien für die Halbleiterindustrie

    In seinem Vortrag stellt Prof. Dr. Max Christian Lemme Anwendungsszenarien für zweidimensionale Materialien in verschiedenen Bereichen der Mikroelektronik vor. Er spricht über die weitere Skalierung elektronischer Bauelemente nach dem Mooreschen Gesetz sowie über zusätzliche Funktionalitäten in der Sensorik, in integrierten photonischen Schaltkreisen sowie im neuromorphen und Quantencomputing.
    Konkrete Beispiele gibt Prof. Lemme aus der aktuellen Forschung zu elektronischen, sensorischen, photonischen und neuromorphen Bauelementen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Anwendungen im Bereich Neuromorphic Computing, die derzeit am Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente an der RWTH Aachen University im Rahmen des groß angelegten Cluster4Future „NeuroSys - Neuromorphe Hardware für autonome Systeme der Künstlichen Intelligenz" untersucht werden.

    In seinem Vortrag geht Prof. Lemme auch auf offene Fragen hinsichtlich der Herstellung und Verarbeitung von zweidimensionalen Materialien ein, welche in der Europäischen experimentellen Pilotlinie für 2D Materialien (2D-EPL) untersucht werden. Abschließend gibt er einen Ausblick auf die zukünftige Nutzung von zweidimensionalen Materialien in der Halbleiterindustrie.

    Prof. Dr. Max Christian Lemme ist Leiter des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente an der RWTH Aachen, Geschäftsführer der AMO GmbH und Mitbegründer der Black Semiconductor GmbH. Nach seinem Studienabschluss als Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik an der RWTH Aachen und seiner Promotion war er für zwei Jahre als Humboldtstipendiat an der Harvard Universität, Cambridge, USA. Anschließend arbeitete er an der Königlichen Technischen Hochschule, Stockholm, Schweden, als Gastprofessor. 2012 kehrte er nach Deutschland zurück auf eine Heisenberg-Professur an der Universität Siegen, um schließlich 2017 einen Ruf der RWTH Aachen anzunehmen. Für seine Forschung erhielt er eine NanoFutur Förderung für Nachwuchswissenschaftler und später zwei ERC Grants. Prof. Lemme ist Mitglied verschiedener Expertengremien und Beirat bei internationalen Forschungseinrichtungen mit Fokus auf Nanowissenschaften und Nanotechnologie.

  • ZEISS Colloquium über die Geschichte und Zukunft der ZEISS Planetarien

    Virtueller Vortrag mit Martin Kraus und Dr. Christian Dick

    21. November 2023

    Martin Kraus, Leiter des Bereichs Planetarien bei ZEISS, und Dr. Christian Dick, Leiter Entwicklung Software und Informationstechnik des Bereichs Planetarien bei ZEISS, sind am 21. November 2023 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talks“.
    Dort halten sie einen Vortrag zum Thema „Die Sterne waren nur der Anfang – vom ersten Sternprojektor bis hin zur interaktiven Visualisierung von großen Datenmengen“. Die Vortragssprache ist Deutsch. Interessierte können am MS Teams Live Event teilnehmen.

  • Der Vortrag ist dem Jubiläum „100 Jahre Planetarien“ gewidmet, welches die International Planetarium Society (IPS) und die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien e. V. (GDP) begehen. Zwischen dem 21. Oktober 2023 und dem 7. Mai 2025 feiern sie das Jubiläum zusammen mit den Planetarien in der ganzen Welt. Als Geburtsstunde des modernen Planetariums gilt die erste Vorführung des weltweit erste Sternprojektors von ZEISS am 21. Oktober 1923 im Deutschen Museum in München. Seitdem sind der Name ZEISS und Planetarien weltweit eng miteinander verbunden.

    Weitere Informationen zum Jubiläum finden Sie hier: 100 Jahre ZEISS Planetarien

    Die Sterne waren nur der Anfang – vom ersten Sternprojektor bis hin zur interaktiven Visualisierung von großen Datenmengen
    In ihrem Vortrag sprechen Martin Kraus und Dr. Christian Dick über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Planetarien bei ZEISS.

    In der ersten Hälfte des Vortrags gibt Kraus einen Überblick über die Firmengeschichte von ZEISS auf dem Gebiet der Planetarien. Er skizziert die Entwicklungen der letzten 100 Jahre vom ersten ZEISS Sternprojektor bis zum modernen Hybrid-Planetarium, welches Sternprojektoren und digitale Fulldome-Projektion miteinander vereint. Dabei legt er den Fokus auf drei wichtige Phasen für die Entwicklung der Planetarien bei ZEISS: Die Zeit von 1923 bis zum Zweiten Weltkrieg, die Zeit der deutschen Teilung und die Zeit seit der Wiedervereinigung, in der der Bereich ZEISS Planetarien in Jena zusammengeführt wurde.

    Im zweiten Teil des Vortrags gibt Dr. Christian Dick einen Einblick in die modernen Technologien der digitalen Fulldome-Projektion in Planetarien. Dabei liegt sein Schwerpunkt auf der Generierung von Bildinhalten mit Methoden der Echtzeit-3D-Computergrafik zur Visualisierung von großen Datenmengen. Er erklärt, wie moderne Planetariumssoftware enorme Datenmengen aus Raumfahrtmissionen in Echtzeit visualisieren kann und so eine interaktive und nahtlose visuelle Exploration des Sonnensystems, der Milchstraße und des ganzen Universums ermöglicht. Dabei geht er auf Grundprinzipien von Out-of-Core- und Level-of-Detail-Verfahren ein und erläutert Methoden zur Datenkompression. Außerdem spricht er darüber, wie physikbasierte Simulationen eingesetzt werden, um kosmische Objekte zu visualisieren, für die keine realen Daten vorliegen. Dies erklärt Dick am Beispiel der Visualisierung der physikalischen Effekte Schwarzer Löcher.


    Über die Vortragenden
    Martin Kraus ist seit 2018 Leiter des Bereichs Planetarien bei ZEISS in Jena. Nach seinem Studienabschluss als Diplom-Ingenieur für Maschinenbau an der Hochschule Aalen startete er bereits 1986 als Softwareentwicklungsingenieur bei ZEISS. Seitdem ist er in verschiedenen Bereichen an nationalen und internationalen ZEISS Standorten tätig.
    Dr. Christian Dick ist seit 2019 Leiter der Entwicklung für Software und Informationstechnik des Bereich Planetarien bei ZEISS in Jena. Er studierte und promovierte an der Technischen Universität München. Seine Forschungsschwerpunkte als Doktorand und Postdoc setzte er im Bereich der Visualisierung von großen Datenmengen sowie in der Entwicklung von Echtzeit-Simulations- und Visualisierungsmethoden.

  • ZEISS Colloquium über Kernfusion

    Virtueller Vortrag mit Prof. Dr. Constantin Häfner

    12. September 2023

    Prof. Dr. Constantin Häfner, Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für Lasertechnik, ist am 12. September 2023 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talks“. Dort hält er einen Vortrag zum Thema „Zündung thermonuklearer Fusionsplasmen mittels Hochleistungslaser: Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen, sauberen Energiegewinnung“. Die Vortragssprache ist Deutsch. Interessierte können am MS Teams Live Event teilnehmen.

  • Zündung thermonuklearer Fusionsplasmen mittels Hochleistungslaser

    Ein wichtiger Fortschritt in der lasergetriebenen Trägheitsfusion wurde an der National Ignition Facility (NIF) des Lawrence Livermore National Laboratory erzielt: die Zündung eines thermonuklearen Plasmas und die Freisetzung von – im Vergleich zur eingebrachten Energiemenge – überschüssiger Energie. Dieses experimentelle Ergebnis hat eine hohe Bedeutung für die Entwicklung der lasergetriebenen Trägheitsfusion. Im Rahmen seines Vortrags stellt Häfner die experimentellen Resultate des Experimentes vor. Dabei erläutert er einige der zahlreichen technologischen Innovationen, die diesen wegweisenden Durchbruch und weltweit einzigartige Leistung ermöglicht haben, und legt dar, wie
    die am NIF erzielten Ergebnisse eine wesentliche Grundlage bilden für die weitere Erforschung der lasergetriebenen Trägheitsfusion als potenziellen Weg zu einer CO2-freien, sauberen und unerschöpflichen Energiequelle. Damit schaffen sie eine zusätzliche Zukunftsperspektive für die Energieversorgung, Energie-Nachhaltigkeit und der Energie-Sicherheit.

    Häfner gilt als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Laser- und optischen Technologieentwicklung, insbesondere für Anwendungen in der Trägheitsfusion der Erzeugung von Sekundärquellen und in der Industrie. Er hat im Bereich der Entwicklung von Hochleistungslasern Pionierarbeit geleistet und gemeinsam mit seinem Team mehrere Weltrekorde aufgestellt.

    Seit 2019 ist Häfner geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für Lasertechnik, welches weltweit führend in der Entwicklung von Hochleistungslasern und deren Anwendungen in Industrie und Wissenschaft ist. Darüber hinaus lehrt Häfner als Ordinarius für Lasertechnik an der an der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen. Zuvor baute er den Bereich Advanced Photon Technologies (APT) für die Entwicklung und Anwendung von Lasertechnik der nächsten Generation am Lawrence Livermore National Laboratory auf und war ab 2015 dessen Direktor.

  • Virtueller Vortrag mit Dr. Dominika Wylezalek über schwarze Löcher
    ZEISS Colloquium über Robustes Machine Learning

    Virtueller Vortrag mit Volkan Cevher

    11. Juli 2023

    Prof. Volkan Cevher, Associate Professor an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne und Faculty Fellow im Fachbereich Elektro- und Computertechnik der Rice University, ist am 11. Juli 2023 Gastredner beim virtuellen ZEISS Colloquium – Innovation Talk und hält einen Vortrag zum Thema „Optimization Challenges in Robust Machine Learning“.

    Der Vortrag findet auf Englisch statt. Interessierte können über MS Teams an diesem Live-Event teilnehmen und sich eine Übersetzung per Live-Untertitel anzeigen lassen.

  • Neuronale Netze (NNs), höhere Rechenleistungen und immer größere Datensätze erhöhen den Druck im Bereich des maschinellen Lernens (ML), automatisierte Lösungen für schwierigere Aufgaben des Alltags zu entwickeln. Vor allem eine für Menschen unmögliche Leistung und die kürzeren Reaktionszeiten versprechen enorme technologische und gesellschaftliche Vorteile. Trotz ihrer Skalierbarkeit stellen die NN-Lernformulierungen eine wesentliche Herausforderung für die Back-End-Lernalgorithmen dar. Schuld daran sind insbesondere Traps in der nicht-konvexen Optimierungslandschaft, wie etwa Sattelpunkte, die Algorithmen daran hindern können, „gute“ Lösungen zu liefern.

    In diesem Vortrag stellt Cevher die aktuelle Forschung vor, die zeigt, dass das Dogma der nicht-konvexen Optimierung falsch ist. Er konnte mit seinem Team beispielsweise nachweisen, dass skalierbare stochastische Optimierungsalgorithmen Traps verhindern und schnell lokal optimale Lösungen hervorbringen können. In Verbindung mit den Fortschritten im Bereich des Representational Learning, zum Beispiel bei überparametrisierten neuronalen Netzen, können solche lokalen Lösungen global optimal sein.

    „Leider müssen wir in diesem Vortrag auch darauf eingehen, dass die zentralen Min-Max-Optimierungsprobleme im ML, wie Generative Adversarial Networks (GANs), robustes Reinforcement Learning (RL) und verteilungsrobustes ML, falsche Attraktoren ohne stationäre Punkte der ursprünglichen Lernformulierung enthalten“, so Cevher. „Tatsächlich werden wir beschreiben, welchen noch größeren Herausforderungen die Algorithmen unterliegen, einschließlich unvermeidlicher Konvergenzfehler, was die Stagnation der Fortschritte trotz der beeindruckenden früheren Demonstrationen erklären könnte“. Abschließend stellt er vielversprechende neue vorläufige Erkenntnisse vor, die er aus jüngsten Fortschritten bei einigen dieser schwierigen Herausforderungen ziehen konnten.

    Volkan Cevher erhielt 1999 den B.Sc. in Elektrotechnik (Jahrgangsbester) von der Bilkent University in Ankara, Türkei, und 2005 den Ph.D. in Elektro- und Computertechnik vom Georgia Institute of Technology in Atlanta, USA. Von 2006 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Maryland, College Park, ebenso wie von 2008 bis 2009 an der Rice University in Houston, Texas. Gegenwärtig ist er Associate Professor an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne und Faculty Fellow im Fachbereich Elektro- und Computertechnik der Rice University. Zu seinen Forschungsinteressen zählen maschinelles Lernen, Signalverarbeitungstheorie, Optimierungstheorie und -methoden sowie Informationstheorie. Dr. Cevher ist ELLIS Fellow und wurde 2018 mit dem Google Faculty Research Award, 2016 mit dem IEEE Signal Processing Society Best Paper Award, 2015 beim CAMSAP mit dem Best Paper Award, 2009 bei der SPARS mit dem Best Paper Award und 2016 mit einem ERC CG sowie 2011 mit einem ERC StG ausgezeichnet.

  • Virtueller Vortrag mit Dr. Dominika Wylezalek über schwarze Löcher
    ZEISS Colloquium über Quantenkommunikation

    Virtueller Vortrag mit Prof. Dr. Gregor Weihs

    27. Juni 2023

    Prof. Mag. Dr. Gregor Weihs vom Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck ist am 27. Juni 2023 beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ zu Gast und hält einen Vortrag zum Thema „Quantenkommunikation – einzelne Photonen ermöglichen das Quanten-Internet“.

    Vortragssprache ist Deutsch – Sie können am MS Teams Live Event teilnehmen und die Live-Übersetzung nutzen.

  • „Die erste experimentelle Quantenteleportation an der Universität Innsbruck im Jahr 1997 erregte weltweit großes Aufsehen“, erinnert sich Weihs. Für einige sind damals Science-Fiction Träume Wirklichkeit geworden, für die Physik sei es ein regelrechter Durchbruch gewesen. „Es gab nämlich die Antwort auf die Frage, wie man den Zustand eines Quantenteilchens an einen anderen Ort bringt, ohne das Teilchen selbst mit größter Vorsicht dorthin zu bewegen“, so der Professor für Photonik.

    Aber warum möchte man überhaupt einen Quantenzustand übertragen? Wenn es einen Quantencomputer gäbe, der lange an einer Rechnung gearbeitet hat und das quantenmechanische Ergebnis an einen anderen Quantencomputer als Eingabe übergeben werden soll, benötige man dafür Teleportation. Der Einsatz ist aber auch denkbar, wenn mehrere Quantencomputer gemeinsame, parallele Berechnungen machen sollen oder verteilte Quantensensoren zusammengeschaltet werden beziehungsweise ein Kommunikationskanal zur Quantenschlüsselverteilung zwischen zwei sehr weit entfernten Punkten aufgespannt werden soll.

    Die drei Szenarien sind Beispiele für Quantenkommunikation. „Wie bei der Berechnung von mathematischen Problemen oder in der Simulation macht es einen großen Unterschied, wenn die Information bei der Übertragung nicht herkömmlich, klassisch kodiert ist, sondern in Quanteneigenschaften der Träger, praktischerweise ausschließlich einzelne Photonen“, so Weihs, der in seinem Vortrag über Grundlagen, aktuelle Entwicklungen und Anwendungen der Quantenkommunikation sprechen wird. Zudem zeigt er auf, wo die Herausforderungen für eine breite kommerzielle Nutzung liegen.

    Weihs ist Vizerektor für Forschung und Professor für Photonik am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck. Nach seiner Promotion „sub auspiciis praesidentis“ an der Universität Wien im Jahr 2000 war er Consulting Assistant Professor an der Stanford University, USA und ab 2005 Canada Research Chair in Quantum Photonics am Institute for Quantum Computing der University of Waterloo, Kanada bevor er 2008 nach Innsbruck berufen wurde. Unter seinen Auszeichnungen sind der Starting Grant des Europäischen Forschungsrats ERC und die Wilhelm Exner Medaille der Österreichischen Gewebevereins. Im Oktober 2023 wir der Exzellencluster Quantum Science Austria unter seiner Führung starten. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit den Grundlagen der Quantenphysik, mit der Quanteninformationsverarbeitung und mit photonischen Quantentechnologien auf der Basis von Halbleiternanostrukturen.

  • Virtueller Vortrag mit Dr. Dominika Wylezalek über schwarze Löcher
    ZEISS COLLOQUIUM ÜBER QUANTENMATERIE UND ZEITMESSUNG

    Virtueller Vortrag mit Dr. Jun Ye

    23. Mai 2023

    Dr. Jun Ye vom JILA, dem National Institute of Standards and Technology (NIST) und der University of Colorado ist am 23. Mai 2023 beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk" zu Gast und hält einen Vortrag über Quantenmaterie und Zeitmessung mit dem Titel: „Quantum matter and clocks: from emergent phenomena to fundamental physics“

    Die Vortragssprache ist Englisch.

  • Über Quantenmaterie und Zeitmessung

    In seinem Vortrag legt Dr. Jun Ye dar, wie präzises Quanten-Engineering, Vielteilchenphysik und innovative Lasertechnologie die Präzision von Atomuhren und Zeitmessung revolutionieren und wie sich dadurch Möglichkeiten eröffnen, neue Phänomene und physikalische Grundlagen zu erforschen. Zu den neuesten Fortschritten in diesem Bereich zählen die präzise Kontrolle von Mehrkörper-Wechselwirkungen für höchste Messgenauigkeit, die Messung der gravitativen Zeitdilatation über einige hundert Mikrometer hinweg und der Uhrenabgleich per Spin Squeezing.

    Zusammen mit seiner Forschungsgruppe am JILA erforscht Dr. Jun Ye die Grenzbereiche der Wechselwirkungen von Licht und Materie. Präzise gesteuerte Laser ermöglichen die Kommunikation mit mikroskopisch hergestellten Quantensystemen aus Atomen und Molekülen. Auf Basis von Materie, die in bestimmten Quantenzuständen präpariert wird, und unter Verwendung von Laserlicht mit der längsten Kohärenzzeit und einer genau kontrollierten Wellenform arbeitet das Team an grundlegenden wissenschaftlichen Entdeckungen und der Entwicklung neuer Technologien.

    Dr. Jun Ye studierte Physik an der Jiaotong-Universität Shanghai und an der University of New Mexico und legte seine Dissertation an der University of Colorado ab. Heute ist Dr. Jun Ye Fellow am JILA, Fellow am National Institute of Standards and Technology sowie Professor Adjoint im Physics Department der University of Colorado in Boulder. Er ist außerdem Mitglied der National Academy of Sciences, Fellow der American Physical Society und Fellow der Optical Society of America. Seine Forschung konzentriert sich auf die Grenzbereiche der Wechselwirkungen von Licht und Materie. Dabei beschäftigt er sich unter anderem mit Präzisionsmessung, Quantentechnologie, ultrakalter Materie und Frequenzmetrologie. Er ist Mitautor von 380 wissenschaftlichen Arbeiten und hat mehr als 600 Vorträge gehalten.

  • Virtueller Vortrag mit Dr. Dominika Wylezalek über schwarze Löcher
    ZEISS Colloquium über Schwarze Löcher

    Virtueller Vortrag mit Dr. Dominika Wylezalek

    28. März 2023

    Dr. Dominika Wylezalek vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) ist am 28. März 2023 beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ zu Gast und hält einen Vortrag zum Thema „Schwarze Löcher als Architekten des Universums“. Vortragssprache ist Deutsch – Sie können am MS Teams Live Event teilnehmen und die Live-Übersetzung nutzen.

    Wie Galaxien entstehen und sich konkret entwickeln sind zentrale Fragen der modernen Astrophysik. Warum sehen die Galaxien in unserem Universum, einschließlich unserer eigenen Milchstraße, so aus? Welche physikalischen Prozesse sind und waren zu verschiedenen kosmischen Epochen und räumlichen Skalen am wichtigsten? Insbesondere supermassereiche schwarze Löcher scheinen laut Wylezalek in vielerlei Hinsicht als “Architekten des Universums” zu agieren.

  • Die Milchstraße – Supermassereiches schwarzes Loch

    „Supermassereiche schwarze Löcher gehören zu den rätselhaftesten Objekten, die Astronom*innen zu verstehen versuchen seit Karl Schwarzschild im Jahr 1916 – also vor 106 Jahren – die Einstein’schen Feldgleichungen gelöst hat“, so die Wissenschaftlerin, die an der Universität Heidelberg eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe an dem zum ZAH gehörenden Astronomischen Rechen-Institut leitet (ARI). „Es wird mittlerweile sogar angenommen, dass alle großen Galaxien im Universum ein supermassereiches schwarzes Loch in ihrem Zentrum bergen“. Das bekannteste Beispiel sei das supermassive schwarze Loch im Zentrum unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße. Im Jahr 2020 wurde ein Teil des Nobelpreises für Physik für die Entdeckung und Bestätigung verliehen.

    Zahlreiche Beobachtungen und theoretische Studien deuten darauf hin, dass supermassereichen schwarzen Löchern eine entscheidende Rolle in der Galaxienentwicklung zu Teil wird. Zum Beispiel kann durch die Energie, die während der aktiven Wachstumsphasen von schwarzen Löchern frei wird, das Wachstum von massiven Galaxien reguliert werden. Dies sind wichtige Prozesse, die auch in Theorien zur Galaxienentwicklung bedacht werden müssen.

      

    Galaxien mit James-Webb-Weltraumteleskop erforschen

    Das tatsächliche Beobachten solcher Prozesse ist erst seit relativ kurzer Zeit möglich, dank moderner Teleskope und neuester Daten. Moderne Teleskope, wie das James-Webb-Weltraumteleskop und die nächste Generation optischer 40-Meter-Teleskope, werden zudem weitere revolutionäre Arbeiten sowohl im Bereich der Aktiven Galaxienkerne als auch der Galaxienforschung ermöglichen.

    Das James Webb Space Telescope (JWST oder Webb), eine gemeinsame Mission der NASA, der ESA und der kanadischen Weltraumbehörde CSA, startete am 25. Dezember 2021 und ist das größte, leistungsstärkste und komplexeste Weltraumteleskop, das je gebaut und ins All gebracht wurde. Es soll das Verständnis des Universums grundlegend verändern. Die Frage, wie zentrale schwarze Löcher ihre Galaxien beeinflussen, ist eine der Schlüsselfragen, die mit diesem 10-Milliarden-Dollar teuren Observatorium untersucht werden sollen. Wylezalek ist eine der ersten Wissenschaftler*innen, die das JWST für wissenschaftliche Untersuchungen nutzen konnte, und wird in ihrem Vortrag ebenfalls erläutern, welche revolutionären Erkenntnisse das JWST schon geliefert hat und welche noch erwartet werden.

    Dr. Dominika Wylezalek studierte Physik an den Universitäten Heidelberg und Cambridge; ihre Promotion erfolgte an der Universität München. Nach Forschungstätigkeiten an der Johns Hopkins University, USA, und dem European Southern Observatory (ESO) in München leitet sie seit 2020 die DFG Emmy Noether Forschungsgruppe im Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg.

  • Prof. Dr. Thomas Dekorsy
  • Prof. Bart De Strooper, belgischer Molekularbiologe und weltweit anerkannter Alzheimer-Forscher
    ZEISS Colloquium zur Alzheimer-Krankheit

    Virtuelles Gespräch mit Bart De Strooper am 7. Februar 2023

    Vortrag in englischer Sprache

    Prof. Bart De Strooper, belgischer Molekularbiologe und weltweit anerkannter Alzheimer-Forscher, hält beim virtuellen ZEISS Colloquium – Innovation Talk am 7. Februar 2023 als Gastreferent einen Vortrag zum Thema „The cellular phase of Alzheimer’s disease“ (Die zelluläre Phase der Alzheimer-Krankheit). Der Vortrag findet auf Englisch statt.

    Die Alzheimer-Krankheit wird häufig mit Demenz gleichgesetzt. Demenz ist jedoch ein Symptom dieser Krankheit, das erst im Spätstadium auftritt. An Alzheimer Erkrankte zeigen trotz charakteristischer Veränderungen im Körper, sogenannter Amyloid-Plaques und Neurofibrillen, über Jahrzehnte hinweg keine eindeutigen klinischen Symptome. Das Gehirn kann mit diesen biochemischen Veränderungen also jahrzehntelang zurechtkommen. Die Resilienz gegenüber der Erkrankung beruht wahrscheinlich auf Astroglia und Mikroglia, die über einen langen Zeitraum die Homöostase im Gehirn erhalten. Diese Hypothese wird durch Erkenntnisse aus der Genetik gestützt: Mikroglia benötigen für ihre Entwicklung viele Gene, die mit dem Risiko assoziiert sind, an Alzheimer zu erkranken. De Strooper und sein Team möchten diese zelluläre Phase verstehen. „Hierzu nutzen wir die räumliche Transkriptomik-Technologie zur Abbildung der molekularen Veränderungen im Bereich der Amyloid-Plaques“, erklärt der Forscher. „Anhand unserer Modelle von Mensch-Maus-Chimären untersuchen wir außerdem, wie genetische Risikofaktoren neuronale Antworten und Mikroglia-Reaktionen auf Amyloid-Plaques beeinflussen.“

    De Strooper ist seit Oktober 2016 wissenschaftlicher Direktor des UK Dementia Research Institute. Er ist Professor für Molekularmedizin an der KU Leuven sowie am VIB in Belgien und Professor für Demenzforschung am University College London, UK. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den grundlegenden Mechanismen hinter Alzheimer- und Parkinson-Erkrankungen. Die bedeutendsten Erkenntnisse aus seiner Forschung betreffen die Rolle von ADAM10 und Presenilin/Gamma-Sekretase bei der Proteolyse des Amyloid-Vorläuferproteins und den Notch-Signalweg. Er beschäftigt sich mit microRNA, Mitochondrien und zuletzt mit der Rolle der verschiedenen Zelltypen des Gehirns bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit.

    De Strooper erlangte 1985 den medizinischen Doktorgrad M. D. und 1991 den akademischen Grad Ph. D. an der KU Leuven. Anschließend arbeitete er als Postdoktorand im Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg in der Forschungsgruppe von Carlos Dotti. 2018 erhielt Bart De Strooper zusammen mit John Hardy, Christian Haas und Michel Goedert den Brain Prize für wegweisende Forschungsarbeiten zu den genetischen und molekularen Hintergründen der Alzheimer-Krankheit. Zu seinen weiteren Auszeichnungen zählen der Potamkin Award der American Academy of Neurology im Jahr 2002 (USA), der Alois Alzheimer Award der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie im Jahr 2003 (Deutschland), der Joseph-Maisin-Preis für biomedizinische Grundlagenwissenschaften im Jahr 2005 (Forschungsstiftung Flandern ‚FWO‘, Belgien), der MetLife Foundation Award für Medizinforschung im Jahr 2008 (USA) und der European Research Grand Prix im Jahr 2018 (Frankreich). 2022 zählte er zu den zehn internationalen Forschenden, die zum Mitglied der US National Academy of Medicine gewählt wurden.

  • Prof. Dr. Thomas Dekorsy
  • Dr. Zackary Johnson
    ZEISS Colloquium über Algenbasierte Bioproduktion

    Virtueller Vortrag mit Dr. Zackary Johnson am 12. Dezember 2022

    Vortragssprache ist Englisch

    Prof. Zackary Johnson, Nicholas School of the Environment, Duke University, ist am 12. Dezember 2022 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ und hält einen Vortrag zum Thema „Nachhaltige Bioproduktion auf Algenbasis“. Vortragssprache ist Englisch – Sie können am MS Teams Live Event teilnehmen und die Live-Übersetzung nutzen.

    Marine Mikroalgen sind einzellige Pflanzen, die wie ein Motor für den globalen Ozean wirken – sie bilden die Grundlage für die Nahrungsketten der Meere, kurbeln den Kohlendioxidverbrauch und die Sauerstoffproduktion an und tragen zum Erhalt der Lebensräume im Wasser und an Land bei. Darüber hinaus bieten marine Mikroalgen großes Potenzial als biotechnologischer Antrieb für die nachhaltige Herstellung von Produkten, die von der Gesellschaft zunehmend nachgefragt werden.

    Das „Marine Algae Industrialization Consortium“ (MAGIC), ein Zusammenschluss akademischer und privater Einrichtungen, will die großflächige Nutzung mariner Mikroalgen für die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln, Futtermitteln, Kraftstoffen und anderen Bioprodukten fördern. Das Team agiert als integrierte Pipeline, die Aufgaben von der Auswahl der Algenstämme über die Produktion, Trennung und Produktbewertung bis hin zu Wirtschafts- und Lebenszyklusanalysen für die gemeinsamen Projektschritte umfasst.

    Das übergeordnete Ziel besteht darin, marine Mikroalgen als nachhaltigen Rohstoff für eine Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Johnson gibt hier einen groben Überblick über seine Arbeit, einschließlich der Identifizierung von Algenstämmen, der Zucht von Massenkulturen in Teichen, der Trennung von Biomasse in Öl und Biomasserückstände, der Produktprüfung von Algen/Rückständen in Biodiesel-, Geflügel- und Aquafutteranwendungen sowie einer integrierten Bewertung der lebenszyklusspezifischen und wirtschaftlich-technischen Aspekte.

    Johnson zeigt außerdem wesentliche Fortschritte bei der Identifizierung einer Reihe von Algenstämmen, die verschiedene Produktspezifikationen erfüllen. Einige Kombinationen des integrierten Prozesses führen zu einer Erhöhung der Gesamteinnahmen unter Beibehaltung günstiger Lebenszyklusbewertungen. Die integrierten Ergebnisse demonstrieren realistische Szenarien für den wirtschaftlichen Erfolg und die insgesamt geringeren Umweltauswirkungen einer großflächigen Kultivierung mariner Mikroalgen. Zudem zeigt er kritische Bereiche für zukünftige Forschung und Entwicklung auf, die den größten Einfluss auf die Förderung dieses nachhaltigen Rohstoffs für eine Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft haben werden.

    Dr. Zackary Johnson ist Associate Professor an der Duke University und arbeitet im Marine Laboratory in Beaufort, North Carolina, USA. Mit einem akademischen Hintergrund in Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Botanik konzentriert sich die ozeanografische Forschung seines Teams an der Schnittstelle von Meeresökologie und Biogeochemie auf das marine Cyanobakterium Prochlorococcus, das am häufigsten vorkommende Phytoplankton auf offener See. Darüber hinaus leitet er das Marine Algae Industrialization Consortium (MAGIC), einen Zusammenschluss akademischer und privater Einrichtungen, die marine Mikroalgen für Anwendungen in Aquakultur und Aquaponik entwickeln. Sein Team betreibt die Duke Outdoor Algae Cultivation Facility, eine Einrichtung, die verschiedene Algenstämme und Kultivierungsverfahren in großem Maßstab für eine nachhaltige Produktion von Futtermitteln, Lebensmitteln und Kraftstoffen prüft und bewertet.

  • Prof. Dr. Thomas Dekorsy
  • Prof. Dr. Thomas Dekorsy
    ZEISS Colloquium über Weltraumschrott

    Virtueller Vortrag mit Prof. Dr. Thomas Dekorsy am 7. November 2022

    Prof. Dr. Thomas Dekorsy, Direktor des Instituts für Technische Physik beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ist am 7. November 2022 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ und hält einen Vortrag zum Thema „Weltraumschrott – Kann die Photonik einen Beitrag zur Lösung des Problems leisten?“. 

    Über 30.000 Objekte größer als zehn Zentimeter umkreisen die Erde im erdnahen Orbit mit einer Geschwindigkeit von acht Kilometern pro Sekunde. Darunter befinden sich ungefähr 5.000 aktive Satelliten, die für die Erdbeobachtung, Wetterdienste und Kommunikation von großem Wert sind. Die restlichen Objekte gelten als Schrottobjekte wie inaktiven Satelliten, Raketenoberstufen oder Trümmer, die aus Fragmentationen, Kollisionen und Antisatellitentests stammen. „Diese Objekte sind eine Gefahr für die Raumfahrt“, erklärt Dekorsy. „Insbesondere im Zusammenhang mit der stark zunehmenden Nutzung des erdnahen Orbits durch sogenannte Megakonstellationen, das sind Schwärme oder Flotten mehrerer tausend kleiner Satelliten im erdnahen Weltraum“.

    In seinem Institut in Stuttgart beschäftigt er sich mit der Detektion, der genauen Bahnbestimmung sowie der Charakterisierung von Weltraumschrott. Das Institut eröffnete dieses Jahr das Johannes Kepler Observatorium in Empfingen. Das dort installierte Spiegelteleskop mit 1,75 Metern Spiegeldurchmesser ist das größte Teleskop seiner Art in Europa, um mit großer Genauigkeit orbitale Objekt passiv optisch und mit Lasermethoden zu charakterisieren. Darüber hinaus arbeitet das Institut an Konzepten, um die Bahn kleiner Schrottobjekte mittels Photonendruck beziehungsweise der sogenannten Laserbalation zu beeinflussen.

    Dekorsy ist seit 2016 Direktor des Instituts für Technische Physik und Professor an der Fakultät für Luft- und Raumfahrt und Geodäsie der Universität Stuttgart. Er studierte Physik und promivierte an der RWTH Aachen auf dem Gebiet der Femtosekunden Technologie. Er war Abteilungsleiter am Helmholtz Forschungszentrum Dresden-Rossendorf und arbeitete dort mit dem Freie-Elektronen Laser. Anschließend war er Professor für Photonik an der Universität Konstanz. Er erhielt den Gustav-Hertz Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und ist OPTICA Fellow.

  • Prof. Dr.-Ing. Frank Balle
  • Prof. Dr.-Ing. Frank Balle
    ZEISS Colloquium über den Hybriden Leichtbau von Verbundwerkstoffen

    Virtueller Vortrag mit Prof. Dr.-Ing. Frank Balle am 4. Juli 2022

    Prof. Dr.-Ing. Frank Balle vom Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH) an der Technischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ist am 4. Juli 2022 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ und spricht in seinem Vortrag „Alles wird leichter?“ über den nachhaltigen Leichtbau mit Verbundwerkstoffen und Werkstoffverbunden.

    Balle widmet sich am INATECH ingenieurwissenschaftlichen Forschungsfragen zu hybriden, multifunktionalen Werkstoffsystemen und entwickelt nachhaltige Konzepte beispielsweise ultraschallbasierte Verfahren sowie deren ingenieurwissenschaftliche Prüf- und Prozesstechnik.

    Neben etablierten metallischen Leichtbauwerkstoffen, wie Aluminium- und Titanbasislegierungen, erforscht Balle mit seiner Gruppe derzeit insbesondere polymere Faserverbundwerkstoffe, die neue multifunktionale Konzepte für Rumpf- bzw. Karosserieanwendungen in der Flugzeug- oder Automobilindustrie ermöglichen.

    Im Vortrag wird er das Forschungsgebiet des „Hybriden Leichtbaus“ erläutern und auf aktuelle Forschungsarbeiten eingehen.

  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl
  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl
    ZEISS Colloquium über Biologische Transformation

    Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl

    Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF, Universität Stuttgart, ist am 10. Mai 2022 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ und spricht über die aktuellen Trends und Potentiale der Biologischen Transformation.

    Parallel zur Digitalen Transformation bahnt sich mit der Biologischen Transformation eine neue Revolution an”, so Bauernhansl. Dabei sei die Natur Vorbild und integrierter Bestandteil für die Optimierung der industriellen Prozesse. Die Biologische Transformation übertrage laut Bauernhansl das Wissen über die Natur in die Technik und integriert natürliche Organismen in Maschinen. “Natur und Technik interagieren und führen in ihrer Konvergenz zu einer Optimierung der Industrieprozesse. Resultat sind sogenannte Biointelligente Systeme und Technologien, zum Beispiel intelligente, dezentrale Produktionszellen, die biobasiert, personalisiert und dezentral Konsumgüter und Nahrungsmittel herstellen.

    Die Entwicklung der Biointelligenz ermöglicht den Menschen eine ökologisch ausbalancierte Befriedigung ihrer Bedürfnisse,” so Bauernhansl weiter. Dazu gehöre eine personalisierte Gesundheitsversorgung, eine intelligente Verkehrs- und Produktionsorganisation und die dezentrale Herstellung von Konsumgütern und Nahrungsmitteln aus nachwachsenden Rohstoffen und Recyclingmaterialien.

    Die wissenschaftlichen Schwerpunkte von Bauernhansl sind Digitale und Biologische Transformation, Produktionsorganisation, Fabrikplanung, Automatisierung und Robotik. Bauernhansl hat an der RWTH Aachen Maschinenbau studiert. Nach seiner Promotion mit Auszeichnung war er ab 2003 beim Mischkonzern Freudenberg beschäftigt. Seine Schwerpunkte lagen in den Bereichen Standortplanung, Fabrikplanung, Produktionsverlagerung, Technologiemanagement und Lean Production. Zuletzt verantwortete Bauernhansl die Regionen Europa, Nord- und Südamerika und optimierte den »Global Footprint« des damals über 50 Standorte umfassenden Produktionsnetzwerks.

    Bauernhansl engagiert sich in mehreren Beiräten und Vorstandsgremien in Industrie, Verbänden, Forschung und Politik und ist Mitglied der WGP, der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik, sowie stellvertretender Vorsitzender des Lenkungskreises der Allianz Industrie 4.0 BW. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher, unter anderem zur Wandlungsfähigkeit in der Produktion, zu Industrie 4.0 und dem Management in der Produktion.

  • Dr. Peter Smith
  • Dr. Peter Smith
    ZEISS Colloquium über die Marsmission

    Dr. Peter Smith

    Dr. Peter Smith, emeritierter Professor für Planetary Sciences an der Universität von Arizona, ist am 22. März 2022 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“. Der Titel seines Vortrags ist „NASA-Rover Perseverance entdeckt uraltes Seebett auf dem Mars“ – die Vortragssprache ist Englisch.

    Der NASA-Rover Perseverance sucht auf dem Mars nach Spuren von Leben. Am 18. Februar 2021 landete Preservance auf der nördlichen Marshalbkugel im Jezero-Krater. Ausgestattet mit zwei Kameras liefert er sensationelle Bilder und Luftaufnahmen der felsigen Umgebung. Der Rover erstellt Geländekarten, die notwendig sind, um Fahrten planen zu können. „Das langfristige Ziel der Mission ist es, unberührte Proben an einem zugänglichen Ort zu hinterlegen, die dann von einer zukünftigen Mission zur Entnahme von Bodenproben zurückgeholt werden,“, so Smith, der in seinem Vortrag über die Herausforderungen dieser Marsmission spricht und darüber, welche Überlegungen in das Design der verschiedenen Kameras eingeflossen sind.

    Smith ist emeritierter Professor für Planetary Sciences an der Universität von Arizona. Er hielt den Thomas R. Brown-Lehrstuhl für Integrated Science inne. In seiner vier Jahrzehnte langen Karriere war er an zahlreichen Weltraummissionen zu verschiedenen Objekten des Sonnensystems beteiligt. Er war an der Entwicklung von Kameras beteiligt, die zur Venus, zum Mars, zum Jupiter, zum Asteroiden Bennu und zum Titan geflogen sind.

    Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter die renommierte Medaille für außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen der NASA. Vor seinem Ruhestand 2013 war er als Imaging Scientist an der Mission „OSIRIS-REx“ beteiligt, bei der Proben von einem nahen Asteroiden entnommen wurden. Vor kurzem gründete Dr. Peter Smith sein eigenes Unternehmen, das weltraumtaugliche Kameras produziert. Er ist Mitglied im Wissenschaftsteam des Perseverance-Rovers.

  • Prof. Dr. Axel Brakhage
  • Prof. Dr. Axel Brakhage
    ZEISS Colloquium über Mikrobiome

    Prof. Dr. Axel Brakhage

    Prof. Dr. Axel Brakhage, Direktor des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) und Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie und Molekularbiologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, ist am 25. Januar 2022 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ und gibt in seinem Vortrag „Mikrobiome – die unsichtbare Basis der Gesundheit von Mensch und Umwelt“ einen Einblick in seine Forschung.

    Die große Herausforderung für die optische Diagnostik von Mikrobiomen bestehe laut Brakhage in der Detektion von Signalmolekülen in Echtzeit, die beispielsweise von extrazellulären Vesikeln transportiert werden. Die Vesikel gesunder Zellen unterscheiden sich von den pathologisch veränderten „kranken“ Zellen. „In meinem Vortrag werde ich insbesondere auf die Forschungen aus meinem Labor zu extrazellulären Vesikeln eingehen, die vermutlich von allen Zellen auf der Erde produziert werden und die sowohl für die Diagnostik als auch Therapie von zunehmendem Interesse sein werden“.

    Brakhage ist Direktor des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) und Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie und Molekularbiologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er ist Sprecher des einzigen Exzellenzclusters des Bundes und der Länder in Thüringen Balance of the Microverse, des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Konsortiums InfectControl sowie des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)-geförderten SFB/TR Human-pathogene Pilze und ihr menschlicher Wirt – Netzwerke der Interaktion (FungiNet); Brakhage ist außerdem Senator der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

  • Dr. Wolfgang Wimmer
  • Dr. Wolfgang Wimmer
    ZEISS Colloquium über die „Geschichtsschreibung zu ZEISS“

    Dr. Wolfgang Wimmer

    Dr. Wolfgang Wimmer, Historiker und Leiter des ZEISS Archivs, ist am 30. November 2021 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ und gibt in seinem Vortrag „Die Geschichtsschreibung zu ZEISS“ einen kritischen Überblick über die historischen Darstellungen zur Firmengeschichte. In diesen Veröffentlichungen spiegeln sich die gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen der letzten 150 Jahre.

    „Die ersten Rückblicke auf die Geschichte des Unternehmens trug Ernst Abbe vor der Belegschaft anlässlich des Todes von Carl Zeiss 1888 und dann zum 50 Jubiläum des Unternehmens 1896 vor“, erklärt Wimmer. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stammten die historischen Darstellungen fast ausschließlich von Mitarbeitern oder von befreundeten Professoren der Jenaer Universität. Die große Festschrift, die Friedrich Schomerus zum 100. Jubiläum 1946 verfasst hatte, fiel dann laut Wimmer fast der Demontage zum Opfer. Sie konnte erst 1952 im Westen veröffentlicht werden.

    In der Zeit des Kalten Krieges sei die Unternehmensgeschichte zu einem Konfliktfeld in der ideologischen Ost-West-Auseinandersetzung geworden: Zum 150. Geburtstag von Carl Zeiss erschien neben jeweils einer Publikation aus Ost- und Westdeutschland auch eine Biografie aus dem Umkreis der Nachfahren. „Seit der Wende gibt es neben einigen professionellen Darstellungen auch eine Vielzahl von Laien, die sich vor allem mit Einzelaspekten der Firmengeschichte befassen“, so der Historiker, der gern inhaltliche Fragen zur Unternehmensgeschichte beantwortet. Diese können auch vorab an  Wolfgang.Wimmer@zeiss.com  gerichtet werden.

    Dr. Wolfgang Wimmer studierte ab 1980 Neuere Geschichte, Philosophie und Politische Wissenschaften in München und Berlin. Ab 1985 war er am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte der FU Berlin, der Arbeitsgruppe „Innovationen im interkulturellen Vergleich“ der Akademie der Wissenschaften zu Berlin und der Historische Kommission zu Berlin tätig. 1993 folgte die Promotion mit einer Arbeit zur Geschichte der Pharma-Industrie in Deutschland. Im Anschluss absolvierte er eine Ausbildung für Öffentlichkeitsarbeit in Saarbrücken und zwischen 1994 und 1996 ein Referendariat am Landesarchiv Berlin. Seit 1996 leitet er das Archiv der Carl Zeiss Jena GmbH, das heutige Unternehmensarchiv der Carl Zeiss AG.

  • Dr. Peter Fritschel
  • Dr. Peter Fritschel
    ZEISS Colloquium zur Gravitationswellendetektion

    Dr. Peter Fritschel

    Dr. Peter Fritschel, Senior Research Scientist am Kavli Institute for Astrophysics and Space Research am Massachusetts Institute of Technology (MIT), ist am 6. Juli 2021 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“. In seinem Vortrag spricht er über „Gravitationswellendetektion: von Gigaparsecs zu Attometern“. Die Vortragssprache ist Englisch.

    Am 14. September 2015 zeichneten die zwei Laser-Interferometer des Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatoriums (LIGO) erstmals direkt Gravitationswellen auf. Das Signal entstand durch die Kollision zweier bisher unbekannter schwarzer Löcher, etwa eine Milliarde Lichtjahre von der Erde entfernt. „Dieses Ereignis setzte unglaubliche 3 Sonnenmassen Energie in Form von Gravitationswellen frei, änderte die Längen der LIGO-Interferometer jedoch nur um wenige Attometer“, so Fritschel. Um diese äußerst geringe Dehnung zu messen, mussten die LIGO-Interferometer die empfindlichsten Verschiebungsmessungen der bisherigen Geschichte durchführen. Dieser Vortrag stellt die Wissenschaft hinter den Detektoren vor. „Ich untersuche auch die vielen anderen Gravitationswellendetektionen, die es seit 2015 gab, und was die Zukunft für dieses neue Gebiet der Gravitationswellenastronomie noch bereithält“, sagt Fritschel über seinen Forschungsbereich.

    Dr. Peter Fritschel ist Senior Research Scientist am Kavli Institute for Astrophysics and Space Research am MIT. Er ist derzeit Chief Detector Scientist für das Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatorium (LIGO). Er machte seinen B.S.-Abschluss in Physik am Swarthmore College und promovierte am MIT mit einer Dissertation zum Thema Entwicklung von Techniken zur Gravitationswellendetektion unter Verwendung der Interferometrie. Er ist Preisträger des Special Breakthrough Prize in Fundamental Physics 2016, des Berkeley Prize in Astronomy 2018, des Charles Hard Townes Medal der Optical Society of America (OSA) 2018 und Fellow der American Physical Society und der Optical Society of America.

  • Prof. Dr. Markus Reichstein
  • Prof. Dr. Markus Reichstein
    ZEISS Colloquium über den Klimawandel im Erdsystem

    Prof. Dr. Markus Reichstein

    Prof. Dr. Markus Reichstein, Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena, und Leiter der Abteilung Biogeochemische Integration, ist am 4. Mai 2021 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“. Reichstein ist einer der international führenden Wissenschaftler, die sich mit der Reaktion und dem Einfluss von Ökosystemen auf Klimaänderungen beschäftigen. In seinem Vortrag „Der Klimawandel im Erdsystem – was wissen wir, was können wir tun?" beleuchtet er Strategien zur Klimawandelbekämpfung und notwendige Anpassungen an den Klimawandel.

    Reichstein, der 1972 in Kiel geboren wurde, absolvierte zunächst ein Studium der Diplom-Landschaftsökologie an der Universität Münster. Im Anschluss daran promovierte er 2001 an der Universität Bayreuth und war dort bis 2003 Forschungsassistent in der Abteilung Pflanzenökologie. Ein Europäisches Marie-Curie-Postdoc-Stipendium verbrachte er an der Universität Tuscia in Italien mit Forschungsaufenthalten an der University of Montana, Missoula und der University of California, Berkeley. 2006 wurde Reichstein Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Seit 2012 ist er Direktor und Leiter der Abteilung Biogeochemische Integration am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und seit 2014 Professor für Globale Geoökologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

    Seine Forschungsinteressen umfassen Daten-getriebene Erdsystemwissenschaft, die Anwendung von künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens, Globale Biogeochemische Kreisläufe, Böden im Erdsystem, sowie Klimaextreme und gesellschaftliche Resilienz. Seit mehreren Jahren zählt er zu den weltweit höchstzitierten Wissenschaftlern in den Geo- und Umweltwissenschaften.

  • Dr. rer. nat. Max Happel
  • Dr. rer. nat. Max Happel
    ZEISS Colloquium über die Zukunft des Lernens aus Sicht der Neurobiologie

    Dr. rer. nat. Max Happel

    Privatdozent Dr. rer. nat. Max Happel, Hirnforscher am Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg, ist am 8. März 2021 zu Gast beim virtuellen „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“. In seinem Vortrag „Ein Leben lang Verbindungen schaffen – Die Zukunft des Lernens aus Sicht der Neurobiologie“ spricht er über neue Erkenntnisse zum Thema Lernen und Gedächtnis und verbindet diese mit den alltäglichen Herausforderungen in Schule und Beruf.

    Anhand aktueller Forschungsergebnisse aus der Hirnforschung beleuchtet Happel im Vortrag, wie innere Faktoren – beispielsweise Motivation und Aufmerksamkeit – und äußere Umweltbedingungen – wie ausreichend Bewegung – zu einem „gesunden Lernumfeld“ beitragen. Er zeigt außerdem auf, was beim Zusammenspiel dieser Faktoren während des „Spurenbildens“ im lernenden Gehirn bei Jung und Alt schon verstanden wurde und wo sich die Wissenschaftler noch auf der Suche befinden.

    Happel studierte Biologie und Neurowissenschaften in Frankfurt/Main und Magdeburg und promovierte zur Neurobiologie des Lernens. Nach Forschungsaufenthalten an der Universität Oxford leitet er heute am LIN Magdeburg die Arbeitsgruppe „CortXplorer“ und erforscht zusammen mit einem interdisziplinären Team aus Biologen, Psychologen, Molekularbiologen, Mathematikern und Informatikern das Thema Lernen und Gedächtnis.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
    ZEISS Colloquium über neue Technologien und Herausforderungen in der Cybersicherheit

    Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek

    Die Informations- und Kommunikationstechnologie ist die Schlüsseltechnologie unserer digitalen Gesellschaft. Cybersicherheit und Vertrauen sind dabei die Fundamente. Die digitale Revolution ist im vollen Gang. Zum einem steigt die Komplexität und der Vernetzungsgrad der IT-Systeme immens. Zum anderen stellen Technologien wie Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Quantentechnologie die Beherrschbarkeit der IT-Systeme vor neue Herausforderungen. Im Vortrag wird auf die Herausforderungen der sich rasant entwickelnden IT-Landschaft, die Bedrohungslage sowie auf die Anforderungen an die Cybersicherheit eingegangen. An ausgewählten Beispielen werden die Herausforderungen erläutert und daraus abgeleitet, was geht und was nicht geht.

    Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek leitet den Lehrstuhl für Kommunikationssysteme und Netzsicherheit an der Universität der Bundeswehr München. Dreo hat Informatik an der Universität Maribor, Slowenien studiert und an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) mit „summa cum laude“ promoviert sowie habilitiert. Sie erhielt 1997 den Promotionsförderpreis der LMU; in 2016 wurde ihr die Europa Medaille von der Staatsministerin Dr. Merk verliehen. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Cybersicherheit vernetzter IT-Systeme, Cyber Defence, Security-Analytics, Netztechnologien wie Software Defined Networking, IT-Sicherheit von Internet of Things (IoT) sowie Cloud-Computing.

    Dreo ist außerdem Leitende Direktorin des Forschungsinstituts CODE (Cyber Defence), Mitglied des Beirats und des Aufsichtsrats der Giesecke+Devrient GmbH, Mitglied des Aufsichtsrats der BWI IT GmbH, Mitglied des Verwaltungsrates des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) und Mitglied des Fachgremiums IT der BaFin, Mitglied des Aufsichtsrats der Siltronic AG und Mitglied im Datenschutzbeirat der Deutschen Telekom.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Martin Hermatschweiler
    ZEISS Colloquium über Additive Fertigung auf der Mikro- und Nanometerskala

    Martin Hermatschweiler

    Martin Hermatschweiler, Mitgründer und CEO von der Nanoscribe GmbH, spricht am Dienstag, 24. September 2019 beim „ZEISS Colloquium – Innovation Talk“ im ZEISS Forum in Oberkochen. In seinem Vortrag „Additive Fertigung vom Feinsten – 3D-Druck auf der Mikro- und Nanometerskala“ beleuchtet er den Paradigmenwechsel eines wissenschaftlichen Forschungswerkzeugs hin zu einem Produktionswerkzeug in der Mikrofabrikation.

    Der 3D-Druck, auch bekannt unter dem Begriff additive Fertigung, bezeichnet alle Verfahren, bei denen Material Schicht für Schicht aufgetragen und so dreidimensionale Objekte erzeugt werden. Die additive Fertigung mittels der sogenannten Zwei-Photonen-Polymerisation (2PP) hat sich als der neue Standard für den Druck im Mikro- und Nanostrukturbereich etabliert.

    Die hohe Auflösung, Design-Freiheit und der einfache Arbeitsablauf ermöglichen die zuverlässige Herstellung nahezu beliebiger 3D-Objekte mit minimalen Strukturgrößen bis hinunter zur Nanometerskala. Der Vortrag beleuchtet zunächst das Verfahren und die Materialien, die technischen Möglichkeiten sowie Anwendungen in der Industrie.

    Martin Hermatschweiler studierte Physik in Ulm und Karlsruhe. Danach beschäftigte er sich dann in wissenschaftlichen Projekten mit der laserbasierten Strukturierung von Photopolymeren und Prozessen zur Abscheidung dünner Schichten basierend auf Halbleiterfertigungstechniken. Er ist Mitgründer und Geschäftsführer der Nanoscribe GmbH, die 2007 aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ausgegründet wurde und heute mehr als 70 Mitarbeiter beschäftigt. Nanoscribe ist ein Spezialist für 3D-Drucker sowie maskenlose Lithografiesysteme für die Mikrofabrikation und hält als Partner von ZEISS Niederlassungen am ZEISS Innovation Hub in Karlsruhe und bei ZEISS in Shanghai.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Dr. René Schödel
    ZEISS Colloquium anlässlich des Welt-Metrologie-Tages über die Neudefinition des Internationalen Einheitensystems

    Dr. René Schödel

    Dr. René Schödel von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt spricht am 20. Mai 2019 über das Thema „Ein neues Fundament für alle Maße – die Neudefinition des Internationalen Einheitensystems“.

    Das Internationale Einheitensystem, auch SI (frz.: Système international d’unités), ist das am weitesten verbreitete Einheitensystem für physikalische Größen. Das SI beruht auf sieben Einheiten, die die Basis allen Messens bilden. Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler, dieses Einheitensystem auf der Grundlage unveränderlicher Naturkonstanten zu beschreiben. Bereits 1983 wurde so die Einheit der Länge, der Meter, auf Basis der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum definiert.

    Für andere Naturkonstanten mussten neue Zuordnungen gefunden werden, die im Einklang mit den anderen Basiseinheiten, insbesondere dem Kilogramm, stehen. Das Urkilogramm, der internationale Prototyp, der in Paris aufbewahrt wird, hat ausgedient. Er steht im Verdacht, Masse zu verlieren. An seine Stelle soll eine neue Kilogramm-Definition auf Grundlage der Naturkonstante der Quantenphysik stehen: Das Plancksche Wirkungsquantum oder die Planck-Konstante h. Sie beschreibt unter anderem das Verhältnis zwischen Energie und Frequenz eines Photons.

    Der Vortrag beschreibt, wie es mit zwei grundsätzlich verschiedenen Experimenten gelungen ist, eine konsistente Neudefinition des Kilogramms und damit des gesamten Internationalen Einheitensystems auf Basis von definierenden Konstanten zu erreichen und welchen Beitrag die Präzisionsfertigung und Fertigungsmesstechnik dazu geleistet hat.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Professor Dr. Michael Bauer
    „Mensch, Mikrobiom und Sepsis – Geheimnisse scheiternder Beziehungen“

    Professor Dr. Michael Bauer

    Prof. Dr. med. Michael Bauer, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Jena, spricht am 26. März 2019 über das Thema „Mensch, Mikrobiom und Sepsis – Geheimnisse scheiternder Beziehungen“.

    Eine Sepsis ist die häufigste Todesursache bei Infektionen. „Das wachsende Wissen über die Interaktionen zwischen Mensch, seinen Mikroorganismen und deren genetischer Information, dem Mikrobiom, revolutioniert derzeit unser Verständnis von Gesundheit und Infektion“, so Bauer, der in Jena das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen (CSCC) leitet.

    Sepsis könne man als größten anzunehmenden Unfall der Wechselwirkung des Menschen mit Mikroben verstehen. In seinem Vortrag erläutert er den Paradigmenwechsel im Verständnis der Krankheit. Wurde Sepsis bisher als Überaktivierung des Immunsystems in Folge einer Infektion definiert, rücke in dem neuen Verständnis das vielschichtige Versagen der Abwehr- und Reparatursysteme als Auslöser der Einschränkung von Organfunktionen in den Vordergrund.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Bernard Kress
    Optische Herausforderungen für ein ultimatives Mixed-Reality-Erlebnis

    Bernard Kress

    Bernard Kress aus dem HoloLens-Team von Microsoft spricht am Dienstag, 18. Dezember, um 16 Uhr beim ZEISS Colloquium – Innovation Talk im ZEISS Forum in Oberkochen. In seinem Vortrag „Optical challenges paving the way to the ultimate Mixed Reality experience” referiert er über die Herausforderungen, um ein optimales  Mixed-Reality-Erlebnis zu erreichen.

    Kress zeigt auf, welche kritischen optischen Herausforderungen für tragbare Headsets noch zu lösen sind, um die von großen Analysten für die nächsten fünf Jahre prognostizierten Marktchancen von 120 Milliarden Dollar für Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality zu nutzen. Sowohl der visuelle Komfort als auch der Komfort beim Tragen der Headsets stehen im Mittelpunkt seines Vortrags. Die aktuellen Entwicklungen zielen vor allem darauf ab, das Erlebnis beim Eintauchen in die virtuelle Umgebung weiter zu steigern. Nutzer sollen ultimative Mixed-Reality-Erfahrung erleben.

    Bernard Kress blickt auf Themen wie Sichtfeldgröße und hohe Auflösung und thematisiert bisher etablierte optische Technologien und ihr zukünftiges Potenzial.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Prof. Dr. med. Katrin Amunts
    Forschungszentrum Jülich/Catrin Moritz
    ZEISS Colloquium über das Human Brain Projekt

    Prof. Dr. med. Katrin Amunts

    Prof. Dr. med. Katrin Amunts, Direktorin des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin am Forschungszentrum Jülich und Direktorin des C. und O. Vogt Instituts für Hirnforschung der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, spricht am 20. September 2018 über eine der größten europäischen Wissenschaftskooperationen, das Human Brain Projekt (HBP). Innerhalb dieses Projekts arbeiten Neurowissenschaftler, Ärzte, Informatiker, Physiker, Mathematiker und Computerspezialisten aus 23 Ländern daran, das menschliche Gehirn zu simulieren und zu verstehen.

    Die Neurowissenschaftlerin Amunts leitet im Human Brain Projekt das Sub-Projekt „Human Brain Organization“ und ist seit 2016 Wissenschaftliche Direktorin des HBP. Innerhalb des HBP und in ihrer Arbeitsgruppe am Forschungszentrum Jülich befasst sie sich mit der strukturellen und funktionellen Organisation des Gehirns. Sie beschäftigt sich beispielsweise mit den Fragen, wie das menschliche Gehirn funktioniert und warum manche Hirnareale für die Bewegung oder die Sprache zuständig sind. Ihr Ziel ist es, das komplette menschliche Gehirn innerhalb der nächsten zehn Jahre detailgetreu von der Genetik über die molekulare Ebene bis hin zur Interaktion ganzer Zellverbände auf einem Supercomputer der Zukunft zu simulieren.

    Das virtuelle Modellgehirn wird es laut Amunts den Medizinern künftig erleichtern, die Struktur und Arbeitsweise des gesunden, aber auch erkrankten Gehirns zu verstehen sowie neue Medikamente zu entwickeln. Die menschliche Schaltzentrale kann aber auch als Vorbild für einen extrem leistungsstarken und energieeffizient arbeitenden Computer dienen: „Das Gehirn benötigt für bestimmte, hochkomplexe Informationsübertragungen und -verarbeitung weniger Energie als eine 60 Watt Glühbirne“, so Amunts.

    Prof. Dr. med. Katrin Amunts ist neben der Leitung des Instituts in Jülich auch Professorin für Hirnforschung an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf. Seit 2012 ist Amunts Mitglied des Deutschen Ethikrates und seit 2016 seine Vizepräsidentin. Sie ist Sprecherin des Programms “Decoding the Human Brain” in der Helmholtz-Gemeinschaft, Ko-Sprecherin der Graduiertenschule der Max Planck School of Cognition und Mitglied des Editorial Board der Fachzeitschrift „Brain Structure and Function“.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Prof. Dr. Torsten Kröger
    Menschen und Roboter: Eine (R)evolutionsgeschichte der Zusammenarbeit

    Prof. Dr. Torsten Kröger

    Menschen und Roboter arbeiten immer enger zusammen. Die perzeptiven Fähigkeiten sowie die Geschicklichkeit von Robotern verbessern sich stetig, sodass Roboter immer anspruchsvollere Aufgaben in immer mehr Applikationen erledigen können. Kameras sowie Kraft- und Drehmomentsensoren gepaart mit Algorithmen des maschinellen Lernens eröffnen neue Möglichkeiten - die ersten Systeme sind bereits heute in der Lage selber zu lernen, sich zu bewegen und ihre Umgebung wahrzunehmen. Wie funktionieren diese Systeme und wo geht ihre Reise hin?

    Torsten Kröger ist Professor am Institut für Anthropomatik und Robotik (IAR) und ist verantwortlich für Intelligente Prozessautomation und Robotik (IPR) am KIT in Karlsruhe. Er ist zudem Gastwissenschaftler an der Stanford University.

    Torsten Kröger hat an der TU Braunschweig Elektrotechnik studiert und 2009 im Fachbereich Informatik promoviert. 2010 ging er als Dozent und PostDoc an das Stanford AI Lab. Er ist Gründer und ehemaliger Geschäftsführer der Firma Reflexxes, einem Startup, das Software zur deterministischen Roboterbewegungsplanung in Echtzeit auf den Markt gebracht hat. 2014 wurde Reflexxes von Google übernommen. Von 2014 bis 2017 war er als Robotiker und zum Schluss als Bereichsleiter für Robotersoftware bei Google X tätig. Er erhielt den IEEE RAS Distinguished Service Award (2018), den IEEE RAS Early Career Award (2014), den Heinrich Büssing Preis (2011) und den GFFT-Preis (2011). Er derzeit Vizepräsident der IEEE Robotics and Automation Society.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Prof. Dr. Markus Sauer
    Hochauflösende Mikroskopie in der Anwendung

    Prof. Dr. Markus Sauer

    Neuere Entwicklungen in der Fluoreszenzmikroskopie, für die 2015 der Nobelpreis verliehen wurde, erlauben es, Zellen mit nahezu molekularer Auflösung zu untersuchen. Damit erhalten Forscher neuartige Erkenntnisse, wie die Natur zelluläre Funktionen auf molekularer Ebene steuert. Sauer skizziert in seinem Vortrag an verschiedenen Beispielen, wie hochauflösende Mikroskopie die Möglichkeiten der biomedizinischen Grundlagenforschung erweitert und dazu beitragen kann, die Diagnostik von Krebserkrankungen und personalisierte Immuntherapien zu verbessern.

    Sauer studierte Chemie in Karlsruhe, Saarbrücken und Heidelberg und promovierte in physikalischer Chemie. 1998 erhielt er den BioFuture-Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. 2003 wurde er Professor für Laserphysik an der Universität Bielefeld, 2009 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Biotechnologie & Biophysik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg an. Sauer ist einer der Pioniere der hochauflösenden Fluoreszenzbildgebung und seiner Anwendungen.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Dr. Damian Borth

    Vortrag von Dr. Damian Borth vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz im ZEISS Forum

    Moderne künstliche Intelligenz

    Dr. Damian Borth

    Wie maschinelle neuronale Netze lernen und denken

    Wie denken und lernen Maschinen? Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren einen steilen Aufstieg erlebt. Große Unternehmen wie Google, Facebook und Amazon investieren hierfür stark in Forschung und Entwicklung. Mit Sprachassistenten wie Alexa, selbstfahrenden Autos, die die Mobilität verändern oder Anwendungen wie Gesichtserkennung, wird künstliche Intelligenz immer mehr Teil unseres persönlichen Lebens, des Geschäftslebens und unserer Gesellschaft.

    Drei Hauptfaktoren sind der Grund für den jüngsten Aufstieg dieser Technologien: große Datensätze, bessere Computerhardware sowie mathematische Modelle, sogenannte neuronale Netzwerke und algorithmische Strukturen, die dem menschlichen Gehirn nachempfunden sind.

    In seinem Vortrag zeigt Dr. Damian Borth, was Künstliche Intelligenz und damit verwandte Themen wie Machine Learning wirklich bedeuten. Er skizziert ihre Entwicklung seit ihrem Durchbruch im Jahr 2012 bis zu ihren heutigen Möglichkeiten und Herausforderungen.

    Dr. Damian Borth gehört zu den gefragtesten Forschern auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Er ist Leiter des Kompetenzzentrums „Deep Learning“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Prof. Jörg Wrachtrup
    Photo: David Ausserhofer
    Photonen und Spins: Neue Kontraste für die optische Mikroskopie

    Prof. Jörg Wrachtrup

    Die optische Mikroskopie ist das am meisten benutzte bildgebende Verfahren in den Material- und Lebenswissenschaften.

    Während die räumliche Auflösung in den vergangenen Jahren spektakulär auf einige zehn Nanometer verbessert werden konnte, basiert die Methode nach wie vor auf den altbekannten Kontrastverfahren wie Absorption, Streuung, Phase oder Fluoreszenz. Kombiniert man allerdings die Fluoreszenzmikroskopie mit Quantensensoren, so lassen sich vollkommen neue Größen wie magnetische- oder elektrische Felder, Temperatur etc. mit bisher nicht erreichter räumlicher Auflösung sichtbar machen.

    In seinem Vortrag wird Prof. Wrachtrup die physikalischen Grundlagen der Technik erläutern und einige Anwendungen diskutieren. So wird er etwa zeigen, wie sich mittels eines Quantensensors ein Fluoreszenzmikroskop verhältnismäßig einfach in ein Nuclear Magnetic Resonance-Gerät verwandeln lässt.

    Prof. Dr. Jörg Wrachtrup ist seit 2000 Physik-Professor und Direktor des 3. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart. Im Jahr 2010 war er Max-Planck-Fellow am Max-Planck-Institut für Festkörperphysik (Stuttgart). 2008/09 hatte er den Excellence Chair an der Ecole Normal Supérieur in Paris (Cachan) inne. Wrachtrup studierte Physik an der Freien Universität Berlin und habilitierte sich 1998 an der Technischen Universität Chemnitz.

    2016 erhielt er zusammen mit Fedor Jelezko den Carl Zeiss Research Award. Im Jahr 2012 bekam er den Gottfried Wilhelm Leibniz Preis, der wichtigste Forschungspreis in Deutschland, und 2014 den Max-Planck-Forschungspreis.

  •  Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
  • Prof. Dr. Reinhold Bauer
    Der Flop als Forschungsgegenstand

    Prof. Dr. Reinhold Bauer

    Innovatorisches Scheitern und historische Fehlschlagforschung

    Innovatorisches Scheitern – nicht Erfolg – ist der Regelfall! Dessen ungeachtet avancierte der Prozess des Scheiterns bis heute nur selten zum Gegenstand historischer Untersuchungen. Das ist umso bedauerlicher, als eine Analyse des Misserfolgs nicht nur zu einem besseren Verständnis des Scheiterns selbst führen kann, sondern auch zu einem umfassenderen und realitätsnäheren Bild des technischen Wandels insgesamt.

    Im angekündigten Vortrag wird es darum gehen, anhand einiger Fallbeispiele für gescheiterte Innovationen Einblicke in die „Anatomie des Scheiterns“ zu vermitteln und darüber hinaus deutlich zu machen, was die „Fehlschlagforschung“ zum Verständnis technischer Entwicklung bzw. technologischen Wandels beizutragen vermag.

    Prof. Dr. Reinhold Bauer leitet seit 2011 die Abteilung für Wirkungsgeschichte der Technik am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Zuvor war er lange Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Wissenschaftlicher Assistent und schließlich als Privatdozent an der Helmut Schmidt Universität der Bundeswehr in Hamburg tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Historische Innovationsforschung, die Verkehrsgeschichte, die Geschichte von Produktionsorganisation und –technik sowie die Technik- und Wirtschaftsgeschichte realsozialistischer Staaten.

    Prof. Dr. Bauer ist darüber hinaus u.a. Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees der Internationalen Union für Geschichte und Philosophie der Wissenschaften/Abteilung Wissenschafts- und Technikgeschichte (IUHPS/DHST), Mitglied im Ausschuss Technikgeschichte des VDI sowie Mitglied in der wissenschaftlichen Leitung der Zeitschrift Technikgeschichtegeschichte.