Person im Profil vor einer großen, leuchtenden digitalen Anzeige mit dynamischen, gebogenen Linien und Datenpunkten in Blau- und Lilatönen, die Photonic-Technologie symbolisieren.

Für Dr. Ulrike Böhm begann alles mit der Faszination für das Licht: für Spiegelungen, Farben, optische Phänomene und die Frage, wie sich die Welt durch Technologie sichtbar machen und besser verstehen lässt. Heute arbeitet sie in der Konzernforschung von ZEISS an photonischen Technologien, die Wissenschaft, Medizin und Industrie dabei unterstützen, die Grenzen des Machbaren immer weiter zu verschieben. Denn Licht ist längst weit mehr als ein physikalisches Phänomen. Es bildet die Grundlage zahlreicher Innovationen, von moderner Medizintechnik über intelligente Sensorsysteme bis hin zu digitalen und KI-gestützten Anwendungen. Je tiefer die Physikerin in die Möglichkeiten der Photonik eintaucht, desto deutlicher wird für sie, welche Rolle technologische Innovation künftig dabei spielen wird, Fortschritt voranzutreiben und die Lebensqualität von Menschen weltweit zu verbessern.

Oft sind es die unscheinbaren Momente, in denen sich entscheidet, ob eine Idee trägt. Kein Applaus, kein Publikum. Ganz allein im Labor, konzentriert arbeitend an einem System, dessen Verhalten sich nicht vollständig vorhersagen lässt. Für Dr. Ulrike Böhm war es genau ein solcher Moment während ihrer Forschungstätigkeit, der ihr bis heute glasklar im Gedächtnis geblieben ist.

Dr. Ulrike Böhm blickt durch das Okular eines weißen ZEISS Mikroskops, trägt eine Brille und einen grünen Pullover, im Laborumfeld.

Nach vielen Wochen der Vorbereitung, des Justierens und Verwerfens stand sie schließlich vor einem Mikroskop, das ihr den Beweis für ihre ambitionierte These liefern könnte. Als sie auf Start drückte, entstand langsam das gewünschte Bild auf dem Bildschirm vor ihr. Strukturen hoben sich ab – Details erschienen, die vorher unsichtbar waren. Genau jene, die der Wissenschaftlerin das erhoffte Ergebnis bestätigten. „Plötzlich habe ich genau das gesehen, was ich vorhergesagt hatte. In diesem Moment wusste ich: Mein Versuch hat funktioniert.”

Für die Doktorandin war dies ein bedeutender Augenblick in ihrer Karriere. Und zugleich jener seltene Moment, in dem Physik greifbar wird und die Kraft des Lichts sich offenbart. Ein Medium, das oft unterschätzt wird, wie Ulrike Böhm findet. Das jedoch Kindern oftmals den ersten, prägenden Zugang zur Welt der Naturwissenschaften bietet.

Photonik in Zahlen

Eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft
  • 90 %

    des weltweiten Internet-Datenverkehrs laufen über Glasfaser.¹

  • 19 %

    der globalen Wirtschaftsleistung hängen von Photonik ab.²

  • 80 %

    aller Mikrochips entstehen mit ZEISS Optiken.³

  • 15 %

    des Umsatzes investiert ZEISS in Forschung.⁴

Von der Neugier zum Licht

Dr. Ulrike Böhm im Portrait

Ein Regenbogen. Ein Sonnenuntergang. Reflexionen auf Wasser. Licht ist allgegenwärtig und einzigartig.

Dr. Ulrike Böhm R&D Scientist at ZEISS
Dr. Ulrike Böhm greift nach einer hellen Lichtquelle in der Dunkelheit und veranschaulicht das Zusammenspiel von Licht und Schatten in der Photonikforschung

Ulrikes Faszination für Licht beginnt früh – und bleibt

Schon kleine Kinder halten inne, wenn Sonnenstrahlen durch das Fenster tanzen, und sie bestaunen das bunte, flirrende Spiel des Lichts. Auch Ulrike Böhm erfasste diese Faszination früh und ließ sie nie wieder los. „Licht war für mich nie selbstverständlich. Es war immer eine Einladung, genauer hinzusehen und hinter die Dinge zu schauen”, erinnert sie sich.

Dr. Ulrike Böhm betrachtet einen großen Bildschirm mit dynamischen Lichtmustern und Datenströmen, die Photonik und digitale Innovation darstellen 

Aus dem Staunen erwuchs eine wissenschaftliche Laufbahn, die von kindlicher Neugier getragen wurde. „Neugier ist eine der wichtigsten Triebkräfte für Fortschritt. Sie ist eine Haltung, ohne die keine Innovation entstehen kann“, erläutert sie.

So führte ihre Faszination für die Physik und das Licht sie zunächst an einige der renommiertesten Forschungseinrichtungen der Welt. Und schließlich im Jahr 2022 als promovierte Physikerin in die Konzernforschung von ZEISS – direkt an die Schnittstelle von Optik, Photonik und Zukunftstechnologien. Heute arbeitet sie als R&D Scientist und Projektleiterin im Bereich Corporate Research & Technology bei ZEISS in Oberkochen.  

Photonik als Schlüsseltechnologie

Dr. Ulrike Böhm arbeitet mit einem optischen Präzisionsmikroskop im ZEISS Museum in Oberkochen. 

Photonik – die Wissenschaft und Anwendung von Licht – ist für sie weit mehr als ein Spezialgebiet. Sie bildet die Grundlage für zahlreiche Technologien, die unser Leben prägen. Oft, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Ulrike Böhm beschreibt dies so: „Photonik durchdringt fast jeden Bereich unseres Lebens. Wenn man in diesem Feld arbeitet, wirkt man an unglaublich vielen Themen mit.“

In der medizinischen Diagnostik ermöglicht sie etwa Einblicke in den menschlichen Körper, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen wären und macht dadurch Krankheiten früh sichtbar. In der Industrie sorgt sie für Präzision und Qualität in Produktionsprozessen und macht autonome Systeme und intelligente Sensorik möglich.

Dr. Ulrike Böhm untersucht einen Wafer unter DUV-Lithografie-Ausrüstung im ZEISS Museum der Optik in Oberkochen 

Und in der digitalen Welt schafft sie die Voraussetzungen dafür, dass Daten in immer größerem Umfang und mit immer höherer Geschwindigkeit verarbeitet werden können. Somit treibt sie also Datenübertragung und digitale Kommunikation voran und bildet die Basis für die nächste Generation von Technologien – von KI bis Quantencomputing.

Gerade im Kontext künstlicher Intelligenz gewinnt diese Entwicklung an Bedeutung. Denn so leistungsfähig moderne Algorithmen auch sind, sie stoßen an physikalische Grenzen, wenn es um Energieverbrauch und Datenverarbeitung geht. Hier eröffnet die Photonik neue Perspektiven.

„Wenn wir Licht wirkungsvoll einsetzen, können wir Dinge möglich machen, die heute noch außerhalb unserer Vorstellungskraft liegen”, blickt Ulrike Böhm in die Zukunft. Denn lichtbasierte Systeme könnten Informationen nicht nur schneller übertragen, sondern auch effizienter verarbeiten. Damit tragen sie dazu bei, dass technologische Entwicklungen nicht nur leistungsfähiger, sondern auch nachhaltiger werden.

Ohne Photonik würde also ein Großteil unserer modernen Welt nicht funktionieren. Gleichzeitig entsteht eine neue Dynamik: KI hilft dabei, Photonik weiterzuentwickeln. Ein Zusammenspiel, das Innovation beschleunigt: „Photonik ist als Technologie ein Enabler. Sie ermöglicht Dinge, die vorher nicht zugänglich waren.“  

Dr. Ulrike Böhm untersucht ein ZEISS Point Tap Mikroskop neben historischen optischen Instrumenten 

Warum Licht mehr kann als jede andere Technologie

Für Ulrike Böhm liegt der Reiz in ihrer Arbeit genau hierin: in der Verbindung von grundlegender Forschung und konkreter Anwendung. Innovation ist für sie kein Selbstzweck, sondern entsteht im Spannungsfeld zwischen Erkenntnis und Wirkung. Es sind nicht nur die großen Durchbrüche, die zählen, sondern auch die vielen kleinen Schritte, in denen sich Systeme verbessern, Ideen verfeinern und neue Möglichkeiten eröffnen.

Diese Haltung prägt ihre Arbeit bei ZEISS. Denn das Unternehmen beschäftigt sich seit 1846 mit Licht – nicht nur als physikalisches Phänomen, sondern als Werkzeug für Fortschritt: „Wir bei ZEISS verfügen über auf ein tiefes Verständnis von Licht und können darauf aufbauen – und nutzen dieses Wissen, um aktuelle Herausforderungen zu lösen.“

Hand von rotem Licht vor dunklem Hintergrund beleuchtet, die Lichttransmission und Photonikprinzipien demonstriert 

Denn Licht ist einzigartig, da es sich zeitgleich wie ein Teilchen und wie eine Welle verhält und es sich mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit bewegt. Diese Eigenschaften eröffnen Möglichkeiten, die andere Technologien nicht bieten. Gerade in einer Welt, die von Daten, Energiebedarf und technologischer Komplexität geprägt ist, werden Geschwindigkeit, Präzision und Effizienz zu entscheidenden Faktoren – und Licht spielt dabei eine zentrale Rolle.

Für Ulrike Böhm bedeutet das, über das unmittelbar Sichtbare hinauszudenken. Nicht bei dem stehen zu bleiben, was bereits möglich ist, sondern sich immer wieder zu fragen, was noch erreicht werden kann. Es ist eine Haltung, die sich auch in der Arbeit mit Licht widerspiegelt. Denn Licht macht nicht nur sichtbar, was da ist. Es eröffnet neue Perspektiven auf das, was sein könnte.  

Das Potential der Photonik ist gewaltig und bietet die Chance, bedeutende gesellschaftliche Probleme nachhaltig zu lösen.

Dr. Ulrike Böhm R&D Scientist at ZEISS

Photonik in der Praxis Anwendungsfelder bei ZEISS

Dr. Ulrike Böhm mit fortschrittlicher optischer Forschungsausrüstung, die die Zukunftsmöglichkeiten der Photoniktechnologie symbolisiert 

Ob in der frühzeitigen, nicht-invasiven Diagnostik, in der vollständigen Qualitätskontrolle in der Industrie noch während der Produktion, bei autonomen Systemen, die ihre Umgebung präzise erfassen oder bei neuen Formen der Energiegewinnung – vieles wird möglich sein, was wir uns heute noch gar nicht richtig vorstellen können.

Vielleicht ist es genau das, was die Photonik so besonders macht: Sie erweitert unseren Blick auf die Welt und macht sichtbar, was bisher verborgen war. Zudem sie gibt uns die Werkzeuge an die Hand, die Welt aktiv zu gestalten. Oder, wie Ulrike Böhm es formulieren würde: Wenn man die Physik des Lichts versteht, beginnt man zu begreifen, wie viel noch möglich ist.

Eine Technologie also, die uns weiter sehen lässt. Und eine, die die Zukunft formt.

Photonik verbindet bei ZEISS nahezu alle Bereiche Überblick über die unterschiedlichen Anwendungen

  • Ein Arbeiter in kompletter Reinraumkleidung bedient eine große, komplexe Maschine, die in einem sterilen, weißen Reinraum aufgehängt ist.

    Semiconductor Manufacturing Technology

    ZEISS entwickelt photonische Technologien, mit denen Chiphersteller modernste Mikrochips fertigen. Diese bilden die Grundlage für Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

  • Eine Person, die in einem Labor durch ein Mikroskop schaut. Das Bild ist mit KI generiert.

    Research Microscopy Solutions

    Photonik macht sichtbar, was dem Auge verborgen bleibt. ZEISS hilft, medizinische und materialwissenschaftliche Zusammenhänge datenbasiert zu analysieren – auch mit KI.

  • Nahaufnahme eines hochmodernen optischen Messgeräts, das zum ZEISS IQS-System gehört, mit blauen Laser- oder Lichtmustern auf mechanischen Bauteilen vor dunklem Hintergrund.

    Industrial Quality Solutions

    ZEISS setzt Photonik für Präzision und Qualität in der Industrie ein. Optische Messtechnik ermöglicht es, Bauteile schnell, zuverlässig und zunehmend direkt in der Fertigungslinie zu prüfen.

  • Eine Person in chirurgischer Kleidung bedient das ZEISS Kinevo 900 Operationsmikroskop, im Hintergrund zeigen medizinische Monitore Innenaufnahmen.

    Medical Technology

    Photonik verbessert Diagnostik und Therapie. Von bildgebenden Verfahren bis zu minimalinvasiven Eingriffen wird Licht in vielfältigen medizinischen Anwendungen eingesetzt.

  • Zwei Personen liegen auf einer blauen Decke auf dem Gras, eine trägt ein grünes Sweatshirt, die andere ein beige-weiß gestreiftes Langarmshirt. Sie tragen beide Brillen.

    Vision Care

    Photonik bringt Innovation direkt in den Alltag der Menschen. Moderne Brillengläser basieren auf hochentwickelter Optik und ermöglichen es, die Sehkraft und lebenslange Augengesundheit zu schützen sowie zu verbessern.

  • Brille mit extended Reality

    Extended Reality

    ZEISS kombiniert Lichtmanipulation mit moderner Optiktechnik, um immersive Augmented-Reality-Erlebnisse mit hoher Bildqualität, Präzision und unvergleichlicher Klarheit zu ermöglichen.

  • Ein ZEISS Planetarium

    Planetariums

    Photonik schafft immersive Erlebnisse und hält einzigartige Momente fest: Moderne Sternprojektoren erzeugen Millionen feinster Lichtpunkte und schaffen realistische Darstellungen vom Universum.

  • Eine Person hält eine Kamera und macht ein Foto von der Stadtsilhouette über einem Gewässer bei Dämmerung .

    Fotografie

    ZEISS entwickelt hochpräzise Foto-Objektive und Imaging-Technologien mit außergewöhnlicher Schärfe, natürlicher Farbwiedergabe und hoher Bildqualität für professionelle und mobile Fotografie.

  • Eine Person bedient eine professionelle Videokamera im Freien bei Nacht, im Hintergrund sind festliche Lichterketten zu sehen.

    Cinematographie

    Für Filme für Kino und Streaming entwickelt ZEISS Objektive und Technologien, die reale Aufnahmen nahtlos mit digitalen Inhalten verbinden und professionelle Filmproduktionen weltweit unterstützen.

Dr. Ulrike Böhm im Portrait
Seit 2022 R&D Scientist bei ZEISS Corporate Research & Technology: Dr. Ulrike Böhm Sie bringt eine beeindruckende wissenschaftliche Laufbahn mit. Ihre Karriere startete mit einem Physikstudium an der Technischen Universität München. Schon in ihrer Diplomarbeit am Max-Planck-Institut für Biochemie entdeckte sie ihre Leidenschaft für bildgebende Verfahren und arbeitete an der Weiterentwicklung der Korrelativen Kryo-Fluoreszenz- und Elektronenmikroskopie. Anschließend promovierte sie an der Universität Heidelberg in der Arbeitsgruppe von Nobelpreisträger Stefan Hell am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften. Dort spezialisierte sie sich auf die Weiterentwicklung von hochauflösenden Lichtmikroskopieverfahren wie STED, RESOLFT und 4Pi Mikroskopie. Nach ihrer Promotion forschte Dr. Böhm mehrere Jahre international: An den National Institutes of Health in den USA arbeitete sie als Postdoc an bildgebenden Verfahren für die Krebsforschung. Am HHMI Janelia Research Campus arbeitete sie anschließend als Research Specialist an der Weiterentwicklung und Anwendung von hochmoderne Lichtmikroskopen – darunter wegweisende Technologien wie Lattice Light Sheet Microscopy und iPALM. Gleichzeitig unterstützte sie Forschende aus aller Welt bei anspruchsvollen Imaging-Experimenten. Mit ihrer exzellenten Ausbildung, internationalen Erfahrung und praktischen Expertise in der Mikroskopie-Entwicklung bereichert Dr. Ulrike Böhm das ZEISS Team.

Häufig gestellte Fragen zu Photonik

  • Photonik ist die Wissenschaft und Technologie des Lichts. Sie beschäftigt sich damit, wie Licht erzeugt, gesteuert und genutzt werden kann – zum Beispiel für Bildgebung, Datenübertragung oder Messungen.

  • Photonik fokussiert sich auf die Erzeugung, Manipulation, Übertragung und Detektion von Licht als Photonenträger (z. B. Laserquellen, Glasfaserkommunikation, Detektoren, Quantenphotonik), während Optik das umfassendere Fachgebiet der Lichtlehre ist, das Verhalten, Ausbreitung und Abbildung von Licht sowie seine Wechselwirkung mit Materialien behandelt (Geometrische und Wellenoptik). In der Praxis steht Optik oft für Grundlagen und Design von Linsen, Spiegeln und Beschichtungen, während Photonik die komplette Wertschöpfungskette von der Quelle bis zur Anwendung abdeckt, etwa in Sensorik, Kommunikation oder photonischen Chips.

  • Photonik steckt in vielen Technologien, die wir täglich nutzen: in Smartphones, Internetverbindungen, medizinischer Diagnostik, Brillen, Autosensoren oder industriellen Produktionsprozessen.


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