Besser als Gold

Haager GmbH

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Edelmetallverarbeiter wächst mit Medizintechniksparte

Vor knapp zwei Jahrzehnten fertigte die Haager GmbH & Co. KG noch mehr oder weniger ausschließlich Haken, Ösen und andere Zubehörteile aus Edelmetallen für die Schmuckindustrie. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Schmuckfirmen aus Pforzheim überstand das Traditionsunternehmen den Niedergang der Branche durch eine weitsichtige Neuausrichtung des eigenen Geschäftsmodells. Statt mit Schmuckteilen generiert die Firma heute 90 Prozent ihres Umsatzes mit Zubehörteilen für Hersteller von Medizintechnikprodukten. Die dafür notwendige Präzision sichert Haager u. a. über eine ZEISS O-INSPECT und dank eines Winkeleinstellgerätes der ZEISS Industrielle Messtechnik GmbH stimmt auch die präzise Justierung der Messtaster.

Haager Fertigungshalle

Jeder Arbeitsplatz ist mit Handmessgeräten ausgerüstet, die den Messwert automatisch in den Messplan eingeben.

Von der Schmuck- zur Medizintechnikindustrie

15 Jahre ist es her, dass der Seniorchef der Haager GmbH & Co. KG mit einer neuen Idee von einer Messe kam: Anstatt wie bisher ausschließlich Schmuck zu fertigen, sollte sich die Firma auf die Medizintechnikbranche ausrichten. Denn die hauptsächlich in der „Goldstadt“ Pforzheim angesiedelte deutsche Schmuckindustrie hatte schwierige Zeiten hinter und vor sich. Um für den neuen Bereich das notwendige Know-how aufzubauen, übernahm Haager zunächst kleine Projekte für einzelne Medizintechnikhersteller. „Natürlich sind die Anforderungen, was die Präzision und die Oberflächengüte betrifft, in der Medizintechnik deutlich höher als in der Schmuckindustrie. Aber die Voraussetzungen, um diese grundsätzlich zu erreichen, waren durchaus gegeben“, erklärt Stephan Lehnert, Qualitätssicherer bei der Firma Haager. Die Reaktionen der Kunden auf die Qualität der Produkte ermutigten den heutigen Seniorchef, sukzessive in einen präziseren Maschinenpark zu investieren und die Fertigungsflächen auszubauen. Ein hohes Investment, das sich laut Lehnert bezahlt macht: Jetzt kann der Mittelständler auch Toleranzvorgaben von wenigen Mikrometern sichern und „aufgrund unseres Umsatzwachstums ist unsere Produktionsfläche bald ausgeschöpft“. Die hohe Qualität der Haager Produkte wird auch durch eine durchgängige Maschinendatenerfassung unterstützt. „Wir erfassen von den Maschinendaten bis hin zu den Qualitätsdaten alles, was derzeit möglich ist, und generieren daraus die Informationen, die unsere Prozesse und unsere Qualität optimieren“, erklärt Lehnert.

Haager Endoskop

Stephan Lehnert demonstriert die Funktionsweise einer Baugruppe für ein Endoskop. Mit diesem entnehmen Ärzte minimalinvasiv beispielsweise Gewebe aus Magen und Darm.

Gerüstet für die Null-Fehler-Strategie

Bereits seit sechs Jahren setzt die heute 35 Mitarbeiter zählende Firma auf das derzeit stark gehypte Erfolgsprinzip der durchgängigen Datenerfassung. Die Erfolge davon sind bereits erkennbar: So wurde die Rüstzeit und damit auch die Stillstandszeit der Maschinen optimiert. Und durch die statistische Auswertung der Qualitätsdaten erkennen „wir jetzt auch früher, ob die Prozesse stabil laufen bzw. an welchen Stellen wir optimieren müssen“. Die permanente und proaktive Selbstoptimierung trennt nach Ansicht des Qualitätsverantwortlichen letztlich die Spreu vom Weizen. Denn eins steht für ihn fest: Die Medizintechnikhersteller wünschen sich zukünftig aus Zeit- und Kostengründen die Teile ihrer Zulieferer ungeprüft in ihre Produkte einzubauen. Und Zulieferer, die die sogenannte Null-Fehler-Strategie nicht als eigenes Ziel definieren, sind ganz schnell draußen – und zwar dauerhaft. Für Lehnert ist das nachvollziehbar: Ein in Pforzheim gefertigtes Metallteil für die Endoskopie wird beispielsweise in Japan mit einer Linse und einem Chip bestückt. Hält das Metallteil für 17 Euro aus Pforzheim nicht die versprochene Qualität, setzt der Hersteller laut Lehnert bereits über 3.000 Euro in den Sand. Hinzu kommt der Imageschaden für den Anbieter der Medizingeräte, insbesondere dann, wenn dadurch Patienten zu Schaden kommen. Daher schreiben die Mitarbeiter der Haager GmbH das Thema Qualität groß und setzen bei der hochpräzisen Messung der Form-Lage-Toleranzen auf eine ZEISS O-INSPECT.

ZEISS Fix-Assist

Der ZEISS FixAssist hält den Taster sicher, der Bediener kann mühelos mit beiden Händen den Winkel einstellen und den Taster justieren.

Qualität und Prozesse im Griff

Für die ZEISS Maschine sprachen mehrere Aspekte. Zum einen der hohe Verbreitungsgrad in der Branche. Denn insbesondere die Umsetzung einer Null-Fehler-Strategie setzt „eine intensive Zusammenarbeit der Qualitätsverantwortlichen über sämtliche Unternehmensgrenzen hinweg voraus“. Lehnert legte aber auch besonderen Wert auf die intuitive Bedienung und das einfache Programmieren: „Wir haben uns mehrere Messgeräte angesehen und uns überzeugte die Präzision und das einfache Handling der ZEISS O-INSPECT“. Durch die schnelle Programmierung des Messprogramms spart sich die Firma Haager, die besonders viele Teile mit kleinen Losgrößen fertigt, viele Arbeitsstunden. Noch mehr Zeit spart das Familienunternehmen seitdem es auch mit dem FixAssist der ZEISS 3D Automation arbeitet. Ein Gerät, mit dem sich die Messtastersysteme deutlich schneller aufbauen lassen. Was bei komplexen Tastersystemen zuvor bis zu 2 Stunden dauerte, ist heute mit dem FixAssist in wenigen Minuten machbar: Tasterteller einspannen, Schrauben mit dem Inbusschlüssel lösen und Taster justieren. Ist die Einstellung perfekt, müssen nur die Schrauben wieder angezogen werden. Früher wanderten pro Monat gut zwei der eingesetzten, filligranen Rubintaster für jeweils 150 Euro in den Müll, weil sie beim Justieren zu Boden fielen. Durch den FixAssist hat sich dieses Problem mittlerweile jedoch erledigt. Das Tastereinstellgerät verhindert außerdem Schaftantastungen und somit auch verfälschte Messergebnisse. Dass so etwas durchaus vorkommen kann weiß Lehnert, der sich an eine Kundenreklamation erinnert, die am Ende dank des FixAssist positiv für Haager ausging. „Nachdem wir erklärten, dass unsere Winkeleinstellungen exakt sind, weil wir mit dem FixAssist arbeiten, reisten die Qualitäter unseres Kunden an, um sich mit eigenen Augen zu überzeugen. Ruckzuck bauten sie auf unserem FixAssist ihre Taster zusammen. Und siehe da: Ihre Ergebnisse stimmten danach mit unseren überein.“ Für Lehnert, der seit 2011 bei Haager arbeitet, macht dieses permanente und gemeinsame Ringen um die Einhaltung der geforderten Qualitätsstandards den eigenen Job „ausgesprochen spannend“. Er, der sein Handwerk in einem reinen Schmuckunternehmen erlernte, findet die Medizintechnik auch jenseits der relativen Krisenfestigkeit der Branche daher auch persönlich „besser als Gold“.

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