Ein Mitarbeiter arbeitet an einem EUV Beleuchtungssystem der ZEISS SMT
EUV-Lithographie-Optiken von ZEISS SMT

Das Licht der​ Digitalisierung

Durchbrüche in der KI, im Cloud-Computing, beim autonomen Fahren und in der Elektronik der nächsten Generation brauchen leistungsstärkere Mikrochips. Die EUV-Lithographie ermöglicht genau das – und ZEISS macht aus diesem außergewöhnlichen Licht die industrielle Realität.

Entdecke, wie EUV-Lithographie funktioniert und welche Rolle ZEISS SMT dabei spielt

Von modernen Smartphones bis zu KI-Beschleunigern: Unsere digitale Welt braucht immer leistungsfähigere Mikrochips. Um mehr Transistoren auf immer kleinerer Fläche unterzubringen, sind Strukturen in kaum vorstellbaren Dimensionen erforderlich. EUV-Lithographie ermöglicht Strukturen von bis zu 13 Nanometern – tausendmal feiner als ein menschliches Haar. ZEISS entwickelt und fertigt hochpräzise Optiksysteme (kein Vertrieb in Deutschland), die EUV-Licht in Lithographiemaschinen lenken und formen, und ermöglicht so die industrielle Halbleiterproduktion.​

Kennzahlen

  • 13,5 nm

    Wellenlänge des EUV-Lichts in der Chipproduktion

  • 300+ Mrd.

    Transistoren in modernsten Grafikprozessoren (GPUs)

  • 300+

    ausgelieferte EUV-Optiksysteme für die Chipproduktion

Als konventionelle Lithographie an ihre Grenzen stieß

Jahrzehntelang folgte die Halbleiterindustrie dem Moore‘s Law des Intel-Mitgründers Gordon Moore, wonach sich die Anzahl der Transistoren auf einem Mikrochip ungefähr alle zwei Jahre verdoppelt. So wurden Chips immer kleiner, schneller und leistungsfähiger. 1970 passten rund 1.000 Transistoren auf einen Chip. Heute vereinen modernste Grafikprozessoren mehr als 300 Milliarden Transistoren auf einer Fläche, die kaum größer ist als eine Fingerkuppe. Doch kleinere Strukturen erfordern kürzere Wellenlängen. Die konventionelle Lithographie stieß schließlich an physikalische Grenzen. Gefragt war ein grundlegend neuer Ansatz: eine neue Art von Licht.

Von der Vision zur industriellen Realität​

  • Porträt von Gordon Moore
    Image: Intel Free Press / Wikimedia Commons· CC BY-SA 2.0

    1965

    Moore‘s Law als Maßstab der Halbleiterindustrie​

    Intel-Mitgründer Gordon Moore stellte 1965 das nach ihm benannte Gesetz auf, wonach sich die Anzahl der Transistoren auf einem Mikrochip alle zwei Jahre verdoppelt. Seit mehr als 50 Jahren trägt ZEISS SMT dazu bei, diesen Fortschritt möglich zu machen.​

  • Skizze der EUV-Roadmap aus 1995

    1995

    Die Anfänge der EUV-Lithographie bei ZEISS SMT ​

    In einem gemeinsamen Workshop bei ZEISS kommen Vertreter von Chip-Herstellern und Forschungsinstituten sowie von ASML zusammen, um mit dem Einsatz von extrem ultraviolettem Licht die Zukunft der optischen Lithographie zu gestalten. Wie sie technisch umgesetzt werden kann, ist noch völlig offen.

  • Erster Prototyp für die ZEISS EUV-Optik

    2010

    EUV-Lithographie auf dem Weg zur Serienreife​

    Der erste Prototyp der ZEISS EUV-Optik ist ein entscheidender Schritt, um die EUV-Lithographie für die Serienfertigung vorzubereiten. 

  • Feierliche Auslieferung der ersten serienmäßigen EUV-Optik

    2012

    Die erste serienmäßige EUV-Optik​

    Die erste serienmäßige EUV-Optik wird von ZEISS feierlich an den strategischen Partner ASML ausgeliefert. Ein historischer Moment, der die Zusammenarbeit zwischen ZEISS SMT und ASML auf dem Weg zum erfolgreichen Einsatz der EUV-Lithographie in der Industrie bestätigt.

  • Mikrochip EUV Technologie

    2018

    Die EUV-Technologie erreicht unseren Alltag​

    Die ersten Smartphones mit EUV-gefertigten Mikrochips kommen auf den Markt. Damit wird eine Technologie, an der viele Menschen über Jahre gearbeitet haben, erstmals für Millionen von Nutzerinnen und Nutzern erlebbar. Das war ein entscheidender Schritt für die breite Anwendung der EUV-Technologie in der Konsumgüterindustrie.

  • Preisverleihung des Deutschen Zukunftspreises

    2020

    Deutscher Zukunftspreis für die EUV-Lithographie​

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnet Dr. Peter Kürz (ZEISS), Dr. Michael Kösters (TRUMPF) und Sergiy Yulin (Fraunhofer IOF) stellvertretend für die herausragende Leistung der gesamten Forschungsgemeinschaft mit dem Deutschen Zukunftspreis aus.

  • Schwarzlichtkontrolle für High-NA-Lithographie

    2023

    Der nächste Schritt für die EUV-Technologie​

    Mit der High-NA-EUV-Lithographie machen ZEISS und ASML den nächsten Technologiesprung möglich. Die Auslieferung des ersten High-NA-EUV-Projektions- und Beleuchtungsoptiksystems schafft die Grundlage für eine neue Generation noch leistungsfähigerer Mikrochips.​

Der Durchbruch, der die Chipherstellung revolutionierte​

Nach mehr als zwei Jahrzehnten Forschung und Entwicklung wurde die EUV-Lithographie industriell nutzbar. Sie ebnete den Weg für eine neue Generation leistungsfähiger, energieeffizienter Mikrochips. Damit konnte die Halbleitertechnologie auch im Zeitalter von KI, Hochleistungsrechnern und modernen Mobilgeräten weiter skaliert werden. Für diese Leistung wurden ZEISS SMT, TRUMPF und Fraunhofer IOF 2020 mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet.

Ein Plasma – fast 40-mal heißer als die Oberfläche der Sonne

Während sichtbares Licht Wellenlängen von etwa 400 bis 800 Nanometern hat, verwendet die EUV-Lithographie Licht mit einer Wellenlänge von lediglich 13,5 Nanometern. Um dieses Licht zu erzeugen, entwickelten ASML und TRUMPF eine einzigartige Lichtquelle: Mikroskopisch kleine Zinntröpfchen werden in eine Vakuumkammer geschossen und dort von zwei aufeinanderfolgenden Impulsen eines Hochleistungslasers von TRUMPF getroffen. Dabei entsteht rund 220.000 °C heißes Plasma – fast 40-mal heißer als die Sonnenoberfläche –, das EUV-Strahlung aussendet.​​

Doch EUV-Licht zu erzeugen ist nur der Anfang, denn alle Materialien, einschließlich Luft und Glas, absorbieren es. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dieses Licht nutzbar zu machen.​

Die präzisesten Spiegel der Welt​

Das scheinbar Unmögliche möglich machen​
  • ZEISS SMT Mitarbeiter mit EUV-Spiegel

    Wenn Licht kein Material durchdringt, muss Präzision es reflektieren​

    EUV-Licht wird von allen Materialien absorbiert – auch von Luft und Glas. Herkömmliche Linsensysteme kommen deshalb nicht infrage. Aus diesem Grund hat ZEISS ein optisches System entwickelt, das aus gekrümmten Spiegeln aufgebaut ist und im Hochvakuum betrieben wird. Diese Spiegel zählen zu den präzisesten optischen Oberflächen, die je gefertigt wurden. Schon kleinste Unregelmäßigkeiten auf der Spiegeloberfläche führen zu Abbildungsfehlern. Würde man einen ZEISS EUV-Spiegel auf die Fläche Deutschlands vergrößern, wäre die größte Unebenheit – also sozusagen die Zugspitze – ganze 0,1 Millimeter hoch.​

  • Bis zu 100 Schichten. Jede nur wenige Nanometer dick. Bis zu 70 % nutzbares EUV-Licht.​

    Um die Effizienz der EUV-Spiegel zu steigern entwickelte ZEISS gemeinsam mit dem Fraunhofer IOF ein spezielles Schichtsystem aus abwechselnden Molybdän- und Siliziumlagen. Bis zu 100 übereinandergelegte Schichten, jede nur wenige Nanometer dünn, verstärken die Reflexion des EUV-Lichts. Die reflektierten Wellen aus den einzelnen Schichten werden dabei addiert und verstärken sich gegenseitig. Das Ergebnis sind Spiegel, die bis zu 70 Prozent des Lichts reflektieren.​

  • Präzision bis zum Mond

    Optische Präzision allein genügt in der EUV-Lithographie nicht. Die Spiegel müssen während des gesamten Belichtungsvorgangs auch unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen stabil bleiben. ZEISS SMT entwickelte dafür hochpräzise Mechatronikkonzepte, die maximale Positions- und Neigungsstabilität gewährleisten – unerlässlich für eine zuverlässige Waferbelichtung im Nanometerbereich. Ein EUV-Spiegel ist so präzise, dass er einen Laserstrahl zum Mond lenken und dort ein Objekt von der Größe eines Golfballs treffen könnte.​

EUV-Lithographie beruht auf einer hochkomplexen optischen Architektur. ZEISS entwickelt zentrale Optiksysteme (kein Vertrieb in Deutschland), die EUV-Licht mit der für die industrielle Chipproduktion erforderlichen Präzision sammeln, formen und lenken.​

Ein Blick in das EUV-System ​

Projektionsoptik

Die Projektionsoptik bildet die Strukturen der Maske mithilfe ultrapräziser Spiegel auf dem Wafer ab.​ Sie besteht aus rund 20.000 Teilen und wiegt 2 Tonnen. ​

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Beleuchtungssystem

Im Beleuchtungssystem wird das EUV-Licht umgewandelt und geformt. Anschließend trifft es mit exakt definierter Intensität und Verteilung auf die Maske. Das System besteht aus 15.000 Teilen und wiegt 1,5 Tonnen. ​
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Mirrorblock

Der Mirrorblock ist ein hochpräzises Trägersystem, das eine exakte Ausrichtung von Maske und Wafer ermöglicht. Seine extrem steife Bauweise und Stabilität sind überall dort entscheidend, wo Subnanometergenauigkeit gefragt ist. ​
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Kollektor

Der große Kollektorspiegel sammelt das EUV-Licht der Quelle und konzentriert es zielgerichtet an die Eingänge des Beleuchtungssystems.

Foto der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises

EUV-Technologie ist Teamarbeit​

Die EUV-Technologie ist nicht das Ergebnis einer einzelnen Erfindung. Sie entstand durch jahrzehntelange Zusammenarbeit zwischen führenden Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Halbleiterherstellern. ZEISS arbeitet eng mit Partnern wie ASML, TRUMPF und Fraunhofer IOF zusammen, um die Technologie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gemeinsam wurde aus einer der ambitioniertesten Ideen der Halbleiterfertigung industrielle Realität.

ZEISS Projektionsoptik für High-NA-EUV-Lithographie

High-NA-EUV-Lithographie: Der nächste Technologiesprung in der Chipfertigung

​Die EUV-Technologie ist nicht das Ende der Geschichte: Mit der High-NA-EUV-Lithographie ermöglicht ZEISS den nächsten großen Fortschritt in der Halbleiterindustrie. Etablierte EUV-Systeme arbeiten mit einer numerischen Apertur (NA) von 0,33. High-NA-EUV erhöht sie auf 0,55 und ermöglicht damit eine deutlich höhere Auflösung und feinere Strukturen auf dem Wafer. So wird die nächste Generation von Mikrochips möglich – und die Skalierung kann über 2030 hinaus weitergehen.​

Häufig gestellte Fragen

  • Der Prozess funktioniert ähnlich wie ein Diaprojektor: Die Photomaske enthält das Schaltkreismuster, das auf den Wafer übertragen werden soll. EUV-Licht mit einer Wellenlänge von 13,5 Nanometern wird auf den mit einem lichtempfindlichen Photolack beschichteten Wafer reflektiert und bildet so das Muster verkleinert ab. Dieser Vorgang wird bis zu 100-mal wiederholt. So entstehen Schritt für Schritt komplexe, dreidimensionale Transistorstrukturen. Die extrem kurze Wellenlänge ermöglicht Strukturen von nur wenigen Nanometern Breite – und damit modernste GPUs mit mehr als 300 Milliarden Transistoren.​

  • ZEISS liefert das hochpräzise, spiegelbasierte Optiksystem im Herzen der EUV-Scanner, die der strategische Partner ASML fertigt. Das System ist etwa 1,5 Meter hoch, wiegt 3,5 Tonnen und besteht aus mehr als 35.000 Einzelteilen. Es besteht aus zwei Funktionsmodulen: dem Beleuchtungssystem, das die Maske möglichst gleichförmig ausleuchtet, und der Projektionsoptik, die die Maskenstrukturen präzise auf den Wafer abbildet. In über 25 Jahren Entwicklungsarbeit hat ZEISS mehr als 1.500 Patente rund um EUV angemeldet.​

  • Extrem ultraviolettes Licht kann weder Luft noch Glas durchdringen, ohne absorbiert zu werden. Deshalb entwickelte ZEISS ein vollständig spiegelbasiertes Optiksystem, das im Vakuum arbeitet. Speziell beschichtete Spiegel sammeln das EUV-Licht der Plasmaquelle, formen es und führen es über die Maske zum Wafer.

  • In einer von ASML entwickelten Plasmaquelle werden 60.000 Zinntröpfchen pro Sekunde in ein Hochvakuum geschossen. Zwei aufeinanderfolgende Impulse eines TRUMPF Hochleistungslasers treffen jeden Tropfen: Ein Vorpuls lässt ihn aufquellen, der Hauptpuls erhitzt ihn auf etwa 220.000 °C. So entsteht heißes Plasma, das EUV-Strahlung mit einer Wellenlänge von 13,5 Nanometern aussendet.

  • Der grundlegende Unterschied ist die Wellenlänge: DUV nutzt Licht mit einer Wellenlänge von 365, 248 oder 193 nm, EUV hingegen lediglich 13,5 nm – das erlaubt deutlich feinere Strukturen. Weil EUV-Licht von allen Materialien – einschließlich Luft und Glas – absorbiert wird, arbeiten EUV-Systeme im Vakuum und nutzen ausschließlich Spiegel. DUV-Systeme können dagegen Glaslinsen in einer kontrollierten Gasatmosphäre verwenden.

  • High-NA steht für „High Numerical Aperture“, also eine hohe numerische Apertur (NA). Etablierte EUV-Systeme arbeiten mit einer NA von 0,33; High-NA-EUV dagegen mit einer NA von 0,55. Dadurch kann das optische System Licht aus einem größeren Winkelbereich sammeln und noch feinere Details abbilden. So lassen sich etwa dreimal so viele Strukturen auf derselben Fläche unterbringen – ein wichtiger Beitrag, um das Moore‘s Law über 2030 hinaus fortzuschreiben. Seit 2026 sind die ersten Mikrochips kommerziell erhältlich, die mit High-NA-EUV-Technologie gefertigt wurden.

Das Licht der​ Digitalisierung

Mehr Einblicke und Meilensteine der EUV-Technologie in unserem SMT-Magazin

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